Endlich volle hinzuverdiensgrenze bald möglich

von
Paul

Bisher war es so gut wie unmöglich, die bei voller Erwebsminderungsrente möglichen 6300€ zu verdienen.
Aber wenn die Minijob Obergrenze auf 540€ angehoben werden sollte, man redet ja sogar von 600€, dann geht es.
Oder nicht?
Wäre das eine Perspektive für 2021, oder kommen gleichzeitig schon wieder soviel Gesetze, die das unmöglich machen.

von
Valzuun

Sie können bereits jetzt ohne Probleme 6.300,- Euro dazu verdienen (auch mehr, dann wird die Rente eben gekürzt), wenn ihr Leistungsvermögen unter drei Stunden liegt.
Das hat mit der Geringfügigkeitsgrenze nichts zu tun.

Sollte (und ich betone: sollte) diese Grenze angehoben werden ändert sich bzgl. der Hinzuverdientmöglichleiten dadurch nichts.

Ab welchem Verdienst die DRV (dann) genauer hinschaut kann heute niemand vorhersagen. Das hat aber nichts mit Gesetzen zu tun, sondern ist reines Verwaltungshandeln.

Aber wir reden ja nicht von genauer Hinschauen, sondern vom tatsächlichen Leistungsvermögen, gell?

von
Ouz

Wie bereits erwähnt können Sie 6300 Euro unschädlich für die Höhe der Rente hinzuverdienen. Das steht so im Gesetz. Wie Sie diese erreichen, ob Minijobs oder nicht, ist dabei völlig egal.

Ob die Aufnahme eines Jobs hingegen zu einer Neubewertung Ihres Gesundheitsstatus führt ist eine andere Frage und stellt sich unabhängig des Einkommens.

Richtig ist, dass wenn die Minijobgrenze angehoben werden würde, mehr Menschen in voller EM an die Grenze von 6300€ herankommen werden, da der Arbeitsmarkt dann mehr entsprechende Jobs zur Verfügung stellt.

Also ja, mit Anhebung der Grenze kann man dann eher die krummen 6300€ erreichen.

von
Ouz

Ergänzend möchte ich nich sagen, dass Minijobgrenze und Hinzuverdienstgrenze nichts miteinander zu tun haben. Selbst wenn die Minijobgrenze auf 1.000€ pro Monat angehoben werden würde, dürften Sie dennoch nur 6300€ rentenunschädlich hinzuverdienen. Es besteht kein Automatismus in der Anpassung der Hinzuverdienstgrenze.

Experten-Antwort

Guten Morgen,

dem Hinweis, dass sich bei der Hinzuverdienstgrenze (§ 96a SGB VI) und die Geringfügigkeitsgrenze (§ 5 Abs. 2 SGB VI) um zwei unterschiedliche gesetzliche Regelungen handelt, ist richtig.

Zudem ist es bisher noch nicht absehbar, ob es tatsächlich zu einer Änderung der Regelungen zur Geringfügigkeitsgrenze kommen wird. Bislang handelt es sich lediglich um eine Bundesrats-Initiative des Landes NRW, deren bundesweite gesetzliche Umsetzung nicht abgesehen werden kann.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Max4.0

Zitiert von: Valzuun
Sie können bereits jetzt ohne Probleme 6.300,- Euro dazu verdienen (auch mehr, dann wird die Rente eben gekürzt), wenn ihr Leistungsvermögen unter drei Stunden liegt.
Das hat mit der Geringfügigkeitsgrenze nichts zu tun.

Nein, das kann man eben leider nicht. Da es sich bislang um unverständlicherweise zwei verschiedene Hinzuverdienstgrenzen handelt, wie bereits gesagt.
Wenn man mehr als 450,00 verdient, fliegt man sofort aus dem Status des Minijobbers, da die Grenze eben bei einer geringfügigen Beschäftigung dort liegt. Bei der Hinzuverdienstgrenze für volle EM-Rentner liegt sie aber bei 525,00 bzw. im Jahr bei 6.300,00.
Von daher verstehe ich die Aussage des Posters schon. Und ja, das wäre dann mit Anheben der Minijobgrenze auf 525,00 endlich kein Problem mehr. Unabhängig von der Leistungsfähigkeit und den zu leistenden Stunden. Das war ja auch nicht die Frage.

von
Ouz

Wo steht bitte geschrieben, dass man nur Minijobs ausüben darf?

Ich verstehe Ihre Logik nicht. Sie können 6300 Euro verdienen. Ja mit nem Minijob nicht aber was ist das Problem?

von
Max4.0

Erstens wäre es angemessen mMn, wenn so die diversen Träger eine gewisse Äquivalenz schaffen würden ...
Zweitens bietet so manch Arbeitgeber gar nichts anderes als einen Minijob an.
Die Jobs liegen auch nicht auf der Straße ...
Drittens möchte auch der Arbeitnehmer vielleicht nichts anderes als einen Minijob, da 1. praktikabler und 2. auch günstiger. Verdiente er mehr (die besagten 525,00), hätte er cash weniger raus als mit einem 450,00-Euro-Job. Das Geld ist weg (Sozialabgaben) und er müsste zudem noch mehr arbeiten.
Gar nicht schön, wenn man ohnehin gemeinhin als EM-Rentner der älteren Generation nicht so viel Geld zur Verfügung stehen hat - da zählt oftmals jeder Euro.
Alles im Sinne des Erfinders?

von
Gesetz ist Gesetz

Zitiert von: Max4.0
Erstens wäre es angemessen mMn, wenn so die diversen Träger eine gewisse Äquivalenz schaffen würden ...
Zweitens bietet so manch Arbeitgeber gar nichts anderes als einen Minijob an.
Die Jobs liegen auch nicht auf der Straße ...
Drittens möchte auch der Arbeitnehmer vielleicht nichts anderes als einen Minijob, da 1. praktikabler und 2. auch günstiger. Verdiente er mehr (die besagten 525,00), hätte er cash weniger raus als mit einem 450,00-Euro-Job. Das Geld ist weg (Sozialabgaben) und er müsste zudem noch mehr arbeiten.
Gar nicht schön, wenn man ohnehin gemeinhin als EM-Rentner der älteren Generation nicht so viel Geld zur Verfügung stehen hat - da zählt oftmals jeder Euro.
Alles im Sinne des Erfinders?

Und was soll dieser Beitrag? Die Rentenversicherung setzt bestehende Gesetze um und dies ist kein Forum um über Sinn oder Unsinn dieser Gesetze zu diskutieren.
Genau diese Regel können Sie in den Grundlagen zur Nutzung dieses Forums nachlesen.

von
Max4.0

Zitiert von: Gesetz ist Gesetz
Und was soll dieser Beitrag? Die Rentenversicherung setzt bestehende Gesetze um und dies ist kein Forum um über Sinn oder Unsinn dieser Gesetze zu diskutieren.
Genau diese Regel können Sie in den Grundlagen zur Nutzung dieses Forums nachlesen.

Eine Antwort auf eine unmittelbar zuvor gestellte Frage. Was denn sonst...
"Gesetz-ist-Gesetz": Wer sich namentlich darauf beruft, scheint alles zu wissen und stellt nie etwas in Frage ... das hatten wir doch schon mehrfach in der Geschichte.

von
Gesetz ist Gesetz

Zitiert von: Max4.0
Zitiert von: Gesetz ist Gesetz
Und was soll dieser Beitrag? Die Rentenversicherung setzt bestehende Gesetze um und dies ist kein Forum um über Sinn oder Unsinn dieser Gesetze zu diskutieren.
Genau diese Regel können Sie in den Grundlagen zur Nutzung dieses Forums nachlesen.

Eine Antwort auf eine unmittelbar zuvor gestellte Frage. Was denn sonst...
"Gesetz-ist-Gesetz": Wer sich namentlich darauf beruft, scheint alles zu wissen und stellt nie etwas in Frage ... das hatten wir doch schon mehrfach in der Geschichte.

Und genau Ihre patzige Antwort bestätigt, dass Sie den Sinn dieses Forums nicht verstanden haben.

von
Paul

An die Leute, die geantwortet habe, dass man jetzt schon 6300 Euro verdienen kann: nein kann man nicht.
Denn dann wäre man im Steuerpflichtigen Bereich.
Verdiene ich im Monat 525€ ( ich habe es probiert) habe ich 390€ netto.
Dann hab ich zwar die hinzuverdienst Grenze erreich, aber im Endeffekt sogar noch weniger Geld.
Da einige Fragen: ich arbeite zur Zeit 3 mal 2 h in einer einfachen Tätigkeit. Das ist durchaus im Rahmen und mit den Möglichkeiten meiner Krebserkrankung gut zu schaffen.
Aber das war ja nicht die Frage.

von
Klartext

Die Antwort des Experten enthält alle sachgerechten Informationen. Ob die Geringfügigkeitsgrenze angehoben wird, ist doch zur Zeit nur Spekulation und macht jede Diskussion überflüssig.

von
Valzuun

Zitiert von: Paul
An die Leute, die geantwortet habe, dass man jetzt schon 6300 Euro verdienen kann: nein kann man nicht.
Denn dann wäre man im Steuerpflichtigen Bereich.

Die Tatsache, dass Sie ggf. Steuern und Sozialversicherungensbeitge zahlen müssen ändert nichts an der Tatsache dass Sie 6.300,- Euro Brutto dazuverdienen dürften.

Ggf. übrigens deshalb, weil Sie die Steuer je nach Veranlagung und Gesamteinkommen eventuell zurückbekommen und bei privat KV-Versicherten auch diese Beiträge nicht vom Einkommen abgezogen werden.

Also hätten Sie am Ende vielleicht mehr Netto „auf Tasche“, aber die Hinzuverdientgrenze ist (und bleibt sicherlich auch) ein Bruttobetrag, den Sie auch heute schon erreichen dürfen.

von
Peter T.

Man sollte auch nicht vergessen, man kann eine Entgeldumwandlung machen, im Rahmen einer Betriebsrente, die eigentlich jeder AG anbieten muss.
Dann "bekommt" man z. B. 600 €, davon 200€ für die Rente weg gelegt und 400 € "offiziell" Brutto verdienst. So muss man auch nicht bei Tariferhöhungen mit Stunden herunter gehen.
Also es gibt auch jetzt schon Möglichkeiten, mehr als Minijob und Rentenhöchstgrenzen zu verdienen... Solange alles im Rahmen der 3 Stunden täglich bleibt, ist alles gut.

von
Ouz

Man wird über 450 Euro steuerpflichtig

von
Ouz

Hälfte des Beitrags weg.

Seit wann wird man mit über 450€ steuerpflichtig bei Arbeitseinkommen? Mit Steuerklasse 6 Ja, richtig.

Ansonsten wollen Sie die 6300 auf die Hand haben netto, das ist aber nicht Teil des sgb6 hier geht es um Bruttohinzuverdienst, ob es eine Minijobgrenze gibt ist dem SGB6 herzlich egal. Ich bin für Minijobgrenze von 20000 da haben wir alle was von.