Erwerbsminderung auf Dauer

von
Herr Maier

Hallo, kann man eine EM Rente auf Dauer umwandeln auf eine EM Rente auf Zeit innerhalb der 1 monatigen Einspruchsfrist?
Wenn ja wie kann man dies beantragen?
Hat dies irgendwelche Nachteile?
Möchte gerne nach drei Jahre versuchen bei meinen alten Arbeitgeber wieder zu Arbeiten, das Arbeistverhältnis würde bis dahin ruhen, wenn dies nach 3 Jahren nicht möglich wäre könnte man doch immer noch einen verlängerungsantrag der EM Rente stellen oder?
Mit freundlichen Grüßen
Maier

von
Landei

lass lieber die Rente auf Dauer bestehen, denn anders herum entstehen nur Nachteile, z.B. wenn du eine Verlängerung beantragst und dann ein Gutachter entscheidet, dass du nicht weiter erwerbsgemindert bist, dann kriegst du keine Rente mehr.
zudem weisst du gar nicht, ob du in 3 Jahren wieder arbeitsfähig bist oder der Betrieb evtl. nicht mehr existiert usw.
Wenn du in 3 Jahren wieder arbeiten solltest, wird die Rente auf Dauer sowieso durch Prüfung dann aufgehoben. Eine Rente auf Dauer ist viel sicherer als eine auf Zeit.

von
senf-dazu

Spielen auch arbeitsrechtliche Gesichtspunkte eine Rolle?
Ruht das Arbeitsverhältnis nur bei einer befristeten EM-Rente und wird bei einer dauerhaften beendet?

von
Fortitude one

Hallo Herr Mayer,

Sie schreiben nicht wie alt Sie sind und ob es sich um eine volle EMR aus medizinischen Gründen handelt oder um eine Arbeitsmarkt Rente. Nur die wenigsten erhalten eine EMR auf Dauer. D.h. Ihre Leistungsfähigkeit liegt unter 3 Stunden und das auf unbestimmte Zeit. Und jetzt sind Sie nicht damit einverstanden? Was soll dieser Unfug? Wenn Sie meinen vielleicht in 12 Monaten wieder arbeiten gehen zu können, dann steht Ihnen das frei. Anschließend wird die EMR wieder aufgehoben.

Mfg

von
=//=

Rein theoretisch geht alles, aber lassen Sie die Finger davon, im Widerspruchsverfahren eine befristete Rente zu beantragen. Ich habe sowas auch noch nie gehört. Das kann ganz schön nach hinten losgehen!

Wenn Sie VIELLEICHT in 3 Jahren wieder voll arbeiten können, ist es doch gut. Dann melden Sie die (Wieder-)Aufnahme der Beschäftigung, aufgrund des dann erzielten Einkommens ergibt sich evtl. kein Zahlbetrag mehr und ggfls. wird auch Ihr Leistungsvermögen überprüft. Das kann dann zur Folge haben, dass Ihnen die Rente entzogen wird.

Wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber sprechen, kann dieser Ihnen vielleicht auch bei einer Dauerrente einen Arbeitsplatz freihalten. Es kommt auf den Arbeitsvertrag, die betrieblichen Vorschriften und auf die Größe der Firma an. In einem kleinen Betrieb wird Ihr Arbeitgeber wahrscheinlich auch bei einer befristeten Rente keinen Arbeitsplatz freihalten.

von
Herr Maier

Hallo,
es handelt sich um eine volle EM Rente, ich bin mitte 50 und wenn ich die Rente auf Dauer bekomme wird mein Arbeitsverhältnis gekündigt und hab keine Chance mehr unter den Konditionen meine Arbeit wieder aufzunehmen. Knappe 40 Jahre Firmenzugehörigkeit plus gute Bezahlung sind dann für immer weg. Wenn ich natürlich nach der Befristung nicht arbeiten kann ist eine andere Sache, die Frage ist kann man eine volle EM Rente in eine befristete Rente umwandeln, gibt es da einen Weg, wenn ja wie?
Danke für hilfreiche Antworten?

von Experte/in Experten-Antwort

Guten Tag Herr Maier,
sofern Sie die Gewährung Ihrer Erwerbsminderungsrente auf Zeit begehren, können Sie dies im Rahmen des Widerspruchsverfahrens geltend machen.

von
Herr Maier

Zitiert von:

Guten Tag Herr Maier,
sofern Sie die Gewährung Ihrer Erwerbsminderungsrente auf Zeit begehren, können Sie dies im Rahmen des Widerspruchsverfahrens geltend machen.

Danke für die Antwort! Was passiert beim Widerspruchsverfahren mit dem ALG 1 Nahtlosigkeit, wird dieses dann weiter gezahlt? Wie lang dauert so ein Verfahren?

von
Herr Maier

Zitiert von:

[quote=2]
Guten Tag Herr Maier,
sofern Sie die Gewährung Ihrer Erwerbsminderungsrente auf Zeit begehren, können Sie dies im Rahmen des Widerspruchsverfahrens geltend machen.

Danke für die Antwort! Was passiert beim Widerspruchsverfahren mit dem ALG 1 Nahtlosigkeit, wird dieses dann weiter gezahlt? Wie lang dauert so ein Verfahren?
Gibt es dann nochmal ein Gutachtertermin?

von Experte/in Experten-Antwort

Die Nahtlosigkeitsregelung i.S. § 145 SGB III sieht vor, dass ein Anspruch auf Arbeitslosengeld auch für eine Person besteht, die allein deshalb nicht arbeitslos ist, weil sie wegen einer mehr als sechsmonatigen Minderung ihrer Leistungsfähigkeit versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigungen nicht ausüben kann. Voraussetzung für diese Leistungsgewährung ist, dass die leistungsgeminderte Person -nach Aufforderung durch die Agentur für Arbeit- einen Antrag auf medizinische Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben stellt. Die Deutsche Rentenversicherung prüft dann das Vorliegen von Reha-Fähigkeit bzw. das Vorliegen von Erwerbsminderung. Ergibt die Prüfung der Rentenversicherungsträgers das Vorliegen von Erwerbsminderung, wird die Agentur für Arbeit ebenfalls informiert mit der Folge, dass das ALG I eingestellt wird.
Ob und welche Auswirkungen ein Widerspruch gegen Ihren Rentenbescheid auf die -weitere- Zahlung des ALG I hat, sollten Sie bei der Agentur für Arbeit erfragen.

von Experte/in Experten-Antwort

Sofern Sie Ihre Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit allein aufgrund tarifrechtlicher Regelungen als befristete Rente wünschen, ist eine erneute Begutachtung grds. nicht vorgesehen.
Zur Dauer des Widerspruchsverfahren kann von hier leider keine Aussage getroffen werden.

von
Fortitude one

Zitiert von:

Hallo,
es handelt sich um eine volle EM Rente, ich bin mitte 50 und wenn ich die Rente auf Dauer bekomme wird mein Arbeitsverhältnis gekündigt und hab keine Chance mehr unter den Konditionen meine Arbeit wieder aufzunehmen. Knappe 40 Jahre Firmenzugehörigkeit plus gute Bezahlung sind dann für immer weg. Wenn ich natürlich nach der Befristung nicht arbeiten kann ist eine andere Sache, die Frage ist kann man eine volle EM Rente in eine befristete Rente umwandeln, gibt es da einen Weg, wenn ja wie?
Danke für hilfreiche Antworten?

Sie machen sich aber das Leben schwer. Wenn Ihnen das finanzielle so wichtig ist, warum haben Sie dann einen EMR Antrag gestellt? Sie sind ungefähr Jahrgang 1962. Wenn Sie einen unbefristeten GDB 50 haben, dann könnten Sie mit 61 Jahren und 8 Monaten in die AR wechseln. ALG 1steht Ihnen nicht mehr zu. Sie sind voll erwerbsgemindert und stehen somit dem Arbeitsmarkt nicht mehr zu Verfügung. Also einen Widerspruch einlegen ist immer möglich. Fragt sich nur welche Konsequenzen das hat.

Mfg

von
Herr Maier

Zitiert von: Fortitude one

Zitiert von: Fortitude one

Hallo,
es handelt sich um eine volle EM Rente, ich bin mitte 50 und wenn ich die Rente auf Dauer bekomme wird mein Arbeitsverhältnis gekündigt und hab keine Chance mehr unter den Konditionen meine Arbeit wieder aufzunehmen. Knappe 40 Jahre Firmenzugehörigkeit plus gute Bezahlung sind dann für immer weg. Wenn ich natürlich nach der Befristung nicht arbeiten kann ist eine andere Sache, die Frage ist kann man eine volle EM Rente in eine befristete Rente umwandeln, gibt es da einen Weg, wenn ja wie?
Danke für hilfreiche Antworten?

Sie machen sich aber das Leben schwer. Wenn Ihnen das finanzielle so wichtig ist, warum haben Sie dann einen EMR Antrag gestellt? Sie sind ungefähr Jahrgang 1962. Wenn Sie einen unbefristeten GDB 50 haben, dann könnten Sie mit 61 Jahren und 8 Monaten in die AR wechseln. ALG 1steht Ihnen nicht mehr zu. Sie sind voll erwerbsgemindert und stehen somit dem Arbeitsmarkt nicht mehr zu Verfügung. Also einen Widerspruch einlegen ist immer möglich. Fragt sich nur welche Konsequenzen das hat.

Mfg

Ich weiss aber ich habe solche Zukunftsängste und sollche sachen wo ich nicht mehr zurück kann machen mich sehr unsicher. Hab Angst das ich nicht genug Geld zum leben hab, brauch auch unbediengt ein Auto sonst komm ich nichtmal zum Arzt kostet alles soviel. Wie macht mans richtig?

von
Fortitude one

Auch ich hatte Zukunfstängste und nicht schlecht verdient. Auch ich bin über 55 Jahre und habe mich mittlerweile damit abgefunden. Meine Gesundheit hat jetzt die höchste Priorität. Sie werden sehen, es gibt viel wertvollere schöne Dinge im Leben als das Geld Ausserdem haben Sie geschrieben, dass Sie gut verdienen/verdient haben. Dann sollte Ihre Rente zwischen 1500 und 2000 Euro brutto liegen. Was können Sie sich von der Betriebszugehörigkeit kaufen? Es sei denn die Firma ist so groß, das Sie eventuell mit einer Abfindung rechnen.
Sie werden bestimmt die richtige Entscheidung treffen.
Alles Gute.

Mfg

von
=//=

Zitiert von: Fortitude one

Wenn ich natürlich nach der Befristung nicht arbeiten kann ist eine andere Sache, die Frage ist kann man eine volle EM Rente in eine befristete Rente umwandeln, gibt es da einen Weg, wenn ja wie?

Genau das ist doch der Punkt! Wissen Sie heute, DASS Sie in 3 Jahren wieder voll arbeiten können? Wenn nicht, stehen Sie ohne Rente da. Es ist ziemlich fraglich, denn wenn die DRV Ihnen eine volle EM-Rente auf Dauer gewährt hat, wird das schon seinen Grund haben. Selbst wenn bei Ihrer Firma bei einer befristeten Rente den Arbeitsplatz "ruht", wer kann Ihnen garantieren, dass sich die betrieblichen Verhältnisse in 3 Jahren nicht ändern? Vielleicht Stellenabbau o.ä. ?

Mir wäre das zu unsicher. Aber das müssen Sie selbst entscheiden. Ich halte im Übrigen die Argumentation von @Fortitude one für sehr gut und realistisch.

WENN Sie aber Widerspruch erheben, fordern Sie unbedingt Akteneinsicht und besprechen möglichst das Gutachten/die ärztliche Stellungnahme, die zur Rentenbewilligung geführt hat, mit Ihrem Arzt. Vielleicht kann er einschätzen, was am Besten zu tun ist.

Der Weg, wie Sie eine unbefristete in eine befristete Rente "beantragen" können, wurde Ihnen ja jetzt des Öfteren erläutert > Widerspruch einlegen.

von
Herz1952

Hallo Herr Maier,

Selbst eine Arbeitsplatzsage Ihres Arbeitgebers nützt Ihnen nichts, wenn Sie a) Ihren früheren Arbeitsplatz aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wahrnehmen können und b) Ihr Arbeitsplatz in Ihrem Unternehmen "wegrationalisiert" wurde oder aus betrieblichen Gründen nicht mehr vorhanden ist.

Da mag Ihr Arbeitgeber eine noch so soziale Einstellung haben, aber betriebliche Belange gehen nun mal vor und er kann in den genannten Fällen überhaupt nichts zusagen.

Ein ruhendes Arbeitsverhältnis ist kein Kündigungsschutz unter den genannten Umständen.

Die übrigen Forumsteilnehmer haben Ihnen schon die besten Ratschläge gegeben, nämlich kein Widerspruch einzulegen.

Ein Arbeitsplatz kann nämlich jederzeit aus gesundheitlichen Gründen "aus wichtigem Grund" gekündigt werden, sozusagen sofort ("fristlos").

Mit der Rente auf unbestimmte Dauer "sieht man besser (aus). :-)

Alles Gute für die Zukunft

von
W*lfgang

Zitiert von: Fortitude one
Möchte gerne nach drei Jahre versuchen bei meinen alten Arbeitgeber wieder zu Arbeiten, das Arbeistverhältnis würde bis dahin ruhen,
Herr Meier,

seien Sie sich aber vergewiss, dass nicht Ihr 'letzter Arbeitsplatz' als solcher für Sie 'geparkt' ist nach einer etwaigen Rückkehr zum AG/der ist zwischenzeitlich eingespart oder adäquat besetzt.

...nur irgendwo im 'Pool' würde eine Arbeitsplatz reserviert, rein aus Kostengründen/wir führen den intern mal weiter als möglichen Rückkehrer/'hey Controlling: mach mir mal 'ne Dummy-Kostenstelle für den frei/egal wo' - welche Arbeiten Sie dann zu verrichten hätten, steht auf einem anderen Blatt.

Kann natürlich anders für Sie aussehen, wenn Sie mit Ihrem Chef ein Herz und eine Seele sind – dafür braucht es aber keine Entscheidung der DRV/befristete Rente, wenn er Sie jederzeit mit Kusshand wieder in den Arbeitsbetrieb integrieren kann/will ...trotz Dauerrente.

Gruß
w.

von
egal (der Erste)

Irgendwie bin ich mir nicht so wirklich sicher, ob eine fehlende Befristung mit einem Widerspruch angefochten werden kann. Herr Maier hat eine Erwerbsminderungsrente beantragt und eine Erwerbsminderungsrente bekommen, ist also insoweit gar nicht beschwert. Demnach dürfte ein Widerspruch, zumindest in dieser Hinsicht, unzulässig sein. Was anderes wäre es natürlich, wenn irgendwo im Antrag angegeben wurde, dass ausdrücklich nur eine befristete Rente gewünscht wird...

von Experte/in Experten-Antwort

Durch Einlegen des Widerspruchs wird der Bescheid über die Bewilligung der vollen Erwerbsminderungsrente auf Dauer nicht bestandskräftig. Insofern ist das Rentenverfahren nicht abgeschlossen und der Wunsch des Versicherten wird Bestandteil des Rentenverfahrens.

von
egal (der Erste)

Ein Widerspruch muss aber auch begründet werden. Und aus der Begründung muss hervorgehen, inwiefern sich der Widerspruchsführer durch den Bescheid beschwert fühlt. Die bloße fehlende Befristung dürfte einen solchen Grund nicht darstellen. Fehlende Bestandskraft hin wie her, ein Widerspruch gegen eine nicht vorhandene Befristung dürfte wegen Unzulässigkeit zurückgewiesen werden...