Leider gibt es immer die Vorurteile, man kann oder sollte neben einer vollen EM-Rente nicht arbeiten gehen(können). Das können nur Leute sagen oder schreiben, welche selbst nicht in diesem Prozess und "Anerkennung" der Krankheit(en) vor den Sozialbehörden (Rente, GdB und Pflege) stecken und man trotz der Einschränkungen nicht einfach nur zu Hause bleibt und nichts mehr tut.
Ich habe einen Spruch, den ich gelernt habe, bei allem was ich auch schon durch hatte, mit Gutachtern, Widersprüchen und zum Ende auch Klageverfahren. "Man kann alles machen, aber nicht aufgeben"
Und nach dieser Regel lebe ich. Wenn man wirklich davon überzeugt ist, man hat die Einschränkungen und damit ein Recht auf bestimmte Leistungen, dann sollte er, (es müssen die Ärzte und ggf der Anwalt genauso sehen) nicht aufgeben und seine Ziele verfolgen.
Genauso ist das mit dem bisschen arbeiten gehen. Es ist sicher auch anstrengend, aber man hat dadurch so viele positive Aspekte, die das Leben (was man oftmals auch kaum noch als "Leben" bezeichnen kann) um vieles bereichert. Ich vergebliche es manchmal mit dem Fitnessstudio. Da bin ich vor der Krankheit auch immer regelmäßig gewesen. Der Weg dorthin ist meist eine kleine Überwindung, dort fühlt man sich wohl, und danach ist man stolz auf sich und obendrein erntet man Anerkennung und es stärkt den Körper, bei der Arbeit, den Geist.
Und was hat mein Arbeitgeber sich gegen die paar Stunden gesträubt, obwohl ich vorher fast 15 Jahre dort schon war und immer gut gearbeitet habe. Auch da musste ich es durch die Schwerbehinderung "durchdrücken". Jetzt ist man dort auch froh, dass ich da bin, auch wenn es mit Assistenz und Homeoffice ist.
Ich hoffe es lässt sich hier keiner von den Sprüchen abschrecken, wenn er einen wirklich passenden Minijob annehmen möchte. Natürlich nicht 2, 59 Stunden, um unter 3 zu bleiben, dies sind die Dinge, die schwer Kranke in Verruf bringen...