Erwerbsunfähigkeitrente + 450 Euro + Übungsleiter + Ehrenamt

von
Jacqueline

Mein Antrag läuft und ich mache mir natürlich etwas Sorgen um die Zukunft (auch finanziell) und möchte da keinen Fehler machen. Was muss ich beachten? Soweit ich es bisher rauslesen konnte... ist das wohl alles zusammen möglich, wenn man volle Erwerbsunfähigkeitsrente bekommt? Aber wie verhält es sich eigentlich mit den Arbeitsstunden? Es heißt ja, dass ich dann nur max. 3h am Tag leitungsfähig bin. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich einen 450 Euro Job finden soll, mit tägl. unter 3h? Kann ich auch einen Job mit 3x4 oder 2x6h pro Woche annehmen oder ist das so gar nicht möglich? Oder wie ist es wenn ich tags in dem 450 Euro Job 3h gearbeitet habe und abends noch einen Kurs an der VHS (Übungsleiter) leite oder 2h in der Schule den Kindern (Ehrenamt) helfe? Ich würde möglicherweise zwar die 3h täglich überschreiten, aber nicht die 15h wöchentlich! Dann kommt noch erschwerend hinzu, dass ich die Übungsleiter und Ehrenamtsjobs ja nur in Schulzeiten mache und die vielen Ferien über bleiben da arbeitsfrei. Geht es da um die tatsächliche Stundenzahl pro Woche oder kann ich mit dem Durchschnitt über s Jahr rechnen? Wenn ich das Pech habe und nur einen Job mit 8,84 Euro die Stunde finde, dann muss ich dafür 12h pro Woche arbeiten. + 2-3h in der Woche an der VHS (je nachdem wie viele Kurse überhaupt zustande kommen) und 2h in der Grundschule. Dann wäre ich über den 15h/Woche. Das betrifft aber nur die Hälfte der Wochen im Jahr. Würde man also den Schnitt nehmen, wären es nur 1,5h VHS und 1h Grundschule zu den 12h im 450 Euro Job. Dann passt es wieder. Ich finde dazu keine hinreichenden Angaben, wie das mit den 3h täglich gemeint ist. Können Sie mir bitte helfen? Der Mann bei der Rentenkasse sagte, es sei egal nur unter 15h , der Anwalt sagt anders. Von beiden Stellen würde ich erwarten, dass Sie es wissen sollten. Bin sehr verunsichert. Da ich noch in der Planung bin, möchte ich mich natürlich an die Richtlinien halten. Vielen Dank im voraus für Ihre Mühe. mfG.

von
Jaistdaswahr

All das was hier schreiben, sind Sie definitiv nicht erwerbsgemindert. An Ihrer Stelle würde ich arbeiten gehen. Und bitte recherchieren Sie etwas genauer. Hier im Forum oder unter google finden Sie zu diesem Thema Hinzuverdienstgrenze weit über hundert Vorschläge .
An Ihrer Stelle würde ich dringend den Rechtsanwalt wechseln.

von
Jacqueline

Was ist denn das für eine Antwort? Wie kommen sie darauf, dass ich nicht erwerbsunfähig wäre?
Sie kennen weder mich noch meine div. Krankheiten. Der 450 Euro Job wird sicherlich all meine Kraft kosten, die ich derzeit noch habe. Das hat schon seine Richtigkeit. Aber in der Grundschule Geschichten vorlesen oder abends in der VHS Gymnastik machen, die ich gesundheitlich auch sehr dringend brauche ... das überanstrengt mich dagegen nicht. Da tue ich schließlich was für mich und meine Gesundheit und habe das außerordentliche Glück, dass ich dafür evt. noch etwas Geld bekomme. Was bitte ist falsch daran ? Ich hoffe auf eine Expertenmeinung und bitte antworten Sie nicht mehr auf meine Anfrage. Dankeschön und ein schönes Wochenende!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Jacqueline,
üben Sie Tätigkeiten neben dem Rentenbezug aus, so ist zuerst einmal zu beurteilen, ob diese Hinzuverdienst darstellen. Beim Ehrenamt sind nur die Bezüge, welche nicht steuerfrei gewährt werden anrechenbar. Bei Übungsleitertätigkeiten kommt es auf die Höhe der jährlichen Bezüge an. Erhalten Sie mehr als die im Freibetrag festgesetzten 2400 Euro, stellen diese Beträge sowohl steuerlich als auch sozialversicherungsrechtlich Einkünfte dar. Daneben ist natürlich eine individuelle Betrachtung Ihrer Leistungseinschränkung erforderlich. Sie können also nicht ausschließen, dass Sie eine zugesprochene Erwerbsminderungsrente „riskieren“, wenn Sie, wie von Ihnen geschildert, so in Anspruch genommen sind. Kommentierung des § 43 SGB VI: „Bei Aufnahme einer Beschäftigung oder Tätigkeit ist stets zu prüfen, ob unter Berücksichtigung dieser Beschäftigung oder Tätigkeit weiterhin teilweise oder volle Erwerbsminderung vorliegt. Solange die ausgeübte Beschäftigung oder Tätigkeit die vorliegende teilweise oder volle Erwerbsminderung nicht beseitigt, besteht der Rentenanspruch zumindest dem Grunde nach. Wird dagegen die teilweise oder volle Erwerbsminderung durch die ausgeübte Beschäftigung oder Tätigkeit beseitigt, ist die Rente zu entziehen.“
Warten Sie die Entscheidung ab und teilen Sie der Rentenversicherung jegliche Art von Beschäftigung mit. Dort wird dann im Einzelfall geprüft ob Hinzuverdienst vorliegt und dieser zeitlich betrachtet Ihre Erwerbsminderung beeinflusst.

von
Jacqueline

Selbstverständlich will ich unter den steuerfreien Pauschalen bleiben! Übungsleiter max 2400, das mache ich schon seit Jahren und es ist schlecht planbar und sind eher nur 1000-2000 Euro. Die steuerfreie Pauschale für das Ehrenamt ist mir auch bekannt mit 720 Euro. Ich weiß, dass ich das alles zusammen verdienen darf. Sie sind aber überhaupt nicht auf den Kern der Frage eingegangen. Gelten sie 3h pro Tag, die 15h pro Woche und wie kann ich die aufteilen. Die Antworten die ich hier in den Texten finden kann, widersprechen sich. Am 15.4.2015 schreibt ein Mitarbeiter Ihrer Behörde ja es geht, in anderen Beiträgen dann wieder nicht! Gelten die 15h pro Woche explizid in der Woche oder ist es auch tragbar, dass es in der Schulzeit 1-2h mehr sind und in der Ferienzeit dann entsprechend weniger. Gelten diese 15h dann für alles Tätigkeiten zusammenaddiert? also 12 im 450 Euro Job , 2 an der VHS und 1 in der Schule? Bitte sind Sie so nett und werden hier etwas konkreter! Herzlichen Dank

von
Jaistdaswahr

Sehen Sie die experten antwort ist ein bisschen förmlicher umschrieben. Wie konkret wollen Sie es noch haben? Warten Sie ab ob Ihnen überhaupt die EMR zugesprochen wird. Viele meinen Sie könnten bei einer vollen EMR einfach mal wieder arbeiten gehen als wer nix gewesen. Ganz bewußt wurde damals am runden Tisch von oberster Stelle diese Regelung festgelegt. Volle EMR = Leistungsfähigkeit unter 3 Stunden. Mal schauen wer sich dem nicht widersetzen kann. Den werden wir mal auf den Zahn fühlen. Das Wort "voll" erwerbsgemindert sagt ja schon alles oder. Aber vielleicht erhalten Sie ja die teilweise EMR, dann ist das Problem ja sowieso für Sie gelöst.
Wollte Ihnen nichts böses.

Mfg

von Experte/in Experten-Antwort

Für die Prüfung der Hinzuverdienstgrenzen gilt das Monatsprinzip. Einkünfte aus mehreren Tätigkeiten werden addiert. Das Gleiche gilt auch auf die Überprüfung der zeitlichen Anrechnung. Auszug aus der Kommentierung: „Grundlage für das gesundheitliche Leistungsvermögen ist das sozialmedizinisch festgestellte positive/negative (qualitative) Leistungsbild bezogen auf die körperliche, geistige, psychische Belastbarkeit abgestellt auf die zumutbare tägliche Arbeitszeit für eine 5-Tage-Woche.“ Hier geht man also von einer typischen 5-Tage-Woche aus. Wie schon geschrieben, es wird hier im Forum keine verbindliche Antwort gefunden werden, es handelt sich immer um Einzelfallentscheidungen. Wenn Sie Sicherheit wollen, so formulieren Sie ein Schreiben an Ihren Rententräger, mit der Bitte um schriftliche Entscheidung. Es muss konkret geprüft werden, welche Tätigkeiten fallen in die Beurteilung hinein und welche spielen keine Rolle. Halten Sie also die Freibeträge ein, stellen Ehrenamt und Übungsleiter kein Hinzuverdienst dar und sollten auch bei der Beurteilung des Leistungsvermögens unbeachtet bleiben. Konkreter kann durch uns hier keine Äußerung gemacht werden

von
Jacqueline

Es ist erstaunlich, dass Sie von Einzelfallentscheidung reden. Es gibt Gesetze an die man sich halten muss. Das gilt für beide Seiten. Wenn doch aber die Mitarbeiter der Rentenkasse unterschiedlich antworten, kann ich das nicht nachvollziehen. Ich verstehe ja ein wenig, dass es fast unmöglich ist bei den jährlichen Gesetzesänderungen eine verbindliche Auskunft zu geben. Es wäre doch mal gut, wenn ich einen Mitarbeiter finden würde, der das jetzt in 2017 gültige Gesetz kennt und anwenden kann. :(

von
Fastrentner

Hallo Jaqueline!
Sie können noch so patzig und enttäuscht reagieren. Grundsätzlich bleibt es immer eine medizinische Einzelfallentscheidung, ob Sie voll, teilweise oder auch gar nicht erwerbsgemindert sind.
Genau aus dem Grunde kann man Ihnen im Vorfeld auch keine verbindliche Antwort geben.
Sie müssen die Entscheidung abwarten!

von
KSC

Jacqueline, es gibt jede Menge Mitarbeiter, die die bestehenden Gesetze anwenden können und diese auch kennen.

Sie scheinen aber die Funktion dieses Forums nicht zu kennen - hier werden keine Einzelfälle geprüft und verbindlich entschieden sondern Fragen beantwortet.

Die noch so verständliche Frage nach Zuverdienstmöglichkeiten und deren Grenzen werden Sie hier im Forum nie verbindlich und abschließend geklärt bekommen. Denn jeder Fall liegt anders und viele unserer Kunden wollen naturgemäß das Optimale für sich rausholen.
Dabei gibt es allerdings unendlich viele Gestaltungsmöglichkeiten und da jeder Fall anders liegt, bleibt dem EM Rentner nur sein "Arbeitszeit- und Verdienstmodell" im Einzelfall "seiner DRV" darzulegen. Die Sachbearbeitung entscheidet und der Kunde hat Rechtssicherheit solange er das "genehmigte Modell" einhält.

M.E. sind die Rahmenbedingungen geklärt und das Grundlegende wurde Ihnen vom Experten beantwortet. Mehr geht hier im Forum nicht.

Im übrigen sollten Sie erst mal den Ausgang des Verfahrens abwarten, ich persönlich habe momentan den Eindruck, es soll "die Beute schon verteilt werden obwohl der Bär noch nicht erlegt ist".

PS: Wer in Schulzeiten bis zu 17 Stunden pro Woche arbeiten kann, der beweist doch eindrucksvoll, dass er/sie nicht voll erwerbsgemindert ist, weil er/sie Woche für Woche tatsächlich mehr als 15 Stunden arbeitet! Und natürlich wird - falls geprüft wird - die Gesamtzeit genommen.

Verzeihen Sie mir die grundsätzliche Meinung, dass jemand der einen Minijob ausreizt (450 monatlich + 2 mal 900 - ab 01.07.17 6300 im Jahr), dazu noch durch Übungsleiterfreibeträge mehr arbeit, dann noch ein Ehrenamt hat "eigentlich nicht so krank" sein kann, dass er voll erwerbsgemindert ist.

Die Gier nach dem Maximum kann aufgehen, kann aber genauso nach hinten losgehen und zum Eigentor werden.

Fazit: sobald die volle Rente bewilligt ist, werden Sie Ihre konkreten Zuverdienstmöglichkeiten mit der DRV Sachbearbeitung abklären müssen.

von
Schorsch

Zitiert von: Jacqueline

Es ist erstaunlich, dass Sie von Einzelfallentscheidung reden. Es gibt Gesetze an die man sich halten muss.

Natürlich gibt es allgemeinverbindliche Gesetze.
Und die sehen eben u.a. vor, dass bei Aufnahme einer Beschäftigung überprüft werden soll, ob die Voraussetzungen für eine Erwerbsmiderungsrente noch vorliegen.

Allerdings haben die verantwortlichen Sachbearbeiter einen gewissen Ermessensspielraum bezüglich der Vorgehensweise.
Während vielleicht Sachbearbeiter "A" keine weiteren Überprüfungen für erforderlich hält, weil die Hinzuverdienstgrenzen nicht überschritten wurden, KÖNNTE sein Kollege "B" durchaus etwas genauer hinsehen und ein Überprüfungsverfahren einleiten.

Ob er sich dann mit einer Arbeitsplatzbeschreibung und/oder ärztlichen Befundberichten zufieden gibt oder ob er vielleicht sogar eine erneute Begutachtung für erforderlich hält,
liegt wiederum in seinem ermessen.

Ein Handbuch, in dem genau drin steht, wie im Fall von @Jacqueline vorzugehen ist, gibt es definitiv nicht.
Dafür sind die möglichen Fallkonstellationen einfach zu umfangreich.

(EM-Rente und Hinzuverdienst haben immer einen gewissen Beigeschmack....)

MfG

von
Herz1952

Hallo Jacqueline,

Sie tun Ihrem Namen alle Ehre ;-). Ich hoffe, die DRV wird Ihnen keinen Cent zukünftig zahlen. Sie können Ihren 450,-€ Job + Übungsleiter + Ehrenamt ruhig sozialversicherungsrechtlich betreiben. Das hält fit und jung... Außerdem werden dann ehrliche EM-Renter wie ich, nicht mit Ihnen in einen Topf geworfen...

von
Franz-Josef

Zitiert von: Jacqueline

Aber in der Grundschule Geschichten vorlesen oder abends in der VHS Gymnastik machen, die ich gesundheitlich auch sehr dringend brauche ... das überanstrengt mich dagegen nicht. Da tue ich schließlich was für mich und meine Gesundheit und habe das außerordentliche Glück, dass ich dafür evt. noch etwas Geld bekomme. Was bitte ist falsch daran ?

Damit haben Sie eindrucksvoll bestätigt, dass Sie (zumindest theoretisch) regelmäßig als Gymnastiklehrerin arbeiten könnten.
(Ob Sie einen Vollzeitjob bekämen, ist dabei unerheblich!)

Wenn Sie Ihre Pläne sofort in Ihrem Rentenantrag erwähnt hätten, wäre Ihre EM-Rente vermutlich gar nicht erst bewilligt worden.

von
Theo

GIER frist HIRN

von
Theo

GIER frisst HIRN

von
Schade

Ich will auch noch einen Gedanken beisteuern und versuche sachlich zu bleiben.

Angenommen ein EM Rentner verdient 450 € und wird mit dem Mindestlohn bezahlt. Dann entspricht das einer wöchentlichen Arbeitszeit von 12 Stunden.
Das wäre als Zuversienst völlig in Ordnung - viele RV Träger zweifeln in diesen Fällen nichts an.

Wenn der Rentner den Übungsleiterfreibetrag draufpackt, verdient er mntl. 650 € und es liegt immer noch ein Minijob vor, weil nur 450 € ins Rentenkonto zu melden sind. Rechnet man nun den Mindestlohn in Stunden um, liegt man schon bei 17 Wochenstunden.
Allein das könnte eine Prüfung ob noch volle EM vorliegt rechtfertigen - dass dies die meisten RV Träger nicht prüfen, wäre in diesem Fall Glück des Rentners. Aber schon hier dürfte er sich nicht wundern wenn die volle EM angezweifelt und letztendlich entzogen wird!

Macht er (oder sie) dann noch wöchentlich wie von @Jacqueline ins Spiel gebracht 2 Stunden im Ehrenamt und schlägt noch allen Ernstes vor in Schulzeiten noch 2 Stunden mehr arbeiten zu dürfen (weil ja irgendwann sonst Ferien sind), arbeitet dieser "Vollerwerbsgeminderte" schon mehr als 20 Stunden in der Woche.

Und wenn dann die böse DRV das prüfen will, zetert man noch rum und beschwert sich.......und jammert darüber dass man im Rentenforum keine Supertipps zum bescheißen bekommt?

Ist schon irgenwie dreist oder einfach nur gierig.