Erwerbsunfähigkeitsrente und Pflegegrad 2 wegen Psyche

von
Elli B.

Hallo
Ich beziehe EU Rente und habe Pflegegrad 2 ,mein Mann hat Pflegegrad 3 und ich Pflege ihn ca 60-80std. die Woche. Nun wurde eine Freundin von mir krank und brauch Pflege und bittet mich ihr hilfreich zur Seite zu stehen, da Sie oft Depressiv ist an sich selbst zweifelt und niemanden so wirklich an sich ran lässt ausser mir. Und nun meine Frage , Darf ich sie jeden Tag für 2 std. unterstützen ohne das ich Probleme mit der Rentenversicherung oder der Pflegekasse bekomme. Ich bin Psychisch Krank und es ist Tagesformabhängig ob ich was tun kann oder nicht, aber wenn ich es nicht für mich tun muss , schaffe ich fast alles .

von
Peter T.

Nur nochal zur Nachfrage...
Du pflegt deinen Mann 60 bis 80 Stunden die Woche?
Das sind etwa 10 Stunden am Tag. Wo willst du denn da noch jemand anderen pflegen?
Zumal du selber auch Hilfe brauchst, denn PG 2 heisst auch erhebliche Hilfe. Ich kann mir vorstellen, dass da auch die Pflegekasse aktiv wird, denn 12 Stunden am Tag arbeiten (und Pflege ist eine schwere Arbeit, wenn dein Mann so bedürftig ist), dies kann ich mir nicht vorstellen...
Aber etwas anderes.
Falls ihr noch nicht habt, auch mit PG3 und der hohen Anzahl Stunden steht deinem Mann das Merkzeichen H zu, man muss nicht mind PG 4 oder 5 haben, es geht beim H um die Stunden Anzahl...

von
Pflege

Da Sie selber psychische Probleme haben und Ihren Mann pflegen, ist es völlig realitätsfremd noch jemanden zu pflegen, auch wenn das bezüglich der Erwerbsminderungrente kein Problem darstellt.
Wenn Sie aber aufgrund des weiter erhöhten Pflegedrucks selber Hilfe bedürfen, wer pflegt dann denn Ihren Mann?
Denken Sie bitte darüber ernsthaft nach, bevor Sie versuchen, auf Kosten Ihrer Gesundheit, anderen zu helfen. Es gibt Situationen, da muss man auch mal nein sagen.

von
Elli B.

Danke für die Antworten, gerade das NEIN sagen fällt mir so schwer das ist eines meiner Probleme. Das mit dem Merkzeichen H für meinen Mann verstehe ich nicht aber ich könnte mich informieren. Danke schön und bleiben Sie alle Gesund

von
Peter T.

Das Merkzeichen H beim Versorgungsamt erhält, wer mind. 120 min am Tag an Hilfe für Grundpflege.
Bei 60 bis 80 Stunden die Woche steht es ihm auf jeden Fall zu, wenn dies auch im Pflegegutachten an Zeit für die Pflegeperson angegeben ist.
Dann stehen einem viele Dinge zur Verfügung.
Steuerlich ab VZ 2021 7400,-€ plus 4500,-€ (Fahrtkosten) also 11.900 € Steuerersparnis, kostenfreie Jahreskarte für die Öffentlichen, Arztfahrten werden von der KK übernommen, auch mit dem Taxi, wenn erforderlich usw usw.
Das würde ich auf jeden Fall beim Versorgungsamt einfordern.

von
Kkk

Es ist schon befremdlich. Pflegegrad 2 bezieht sich hauptsächlich auf die eigene Grundpflege die man an sich selbst nicht ohne Hilfe ausführen kann aber die viel schwierigere Grundpflege an zwei anderen Personen jeden Tag geht?

Das sowas möglich ist verrückt.

von
Elli B.

An KKK ich habe auf Psyche Pflegegrad 2 ich kann mich alleine Waschen, Anziehen mir Essen kochen und sogar meine Wohnung sauber halten. Ich kann nicht alleine ohne Vertrauens Person vor die Tür das nennt man Sozialphobie. Ferner brauch ich Motivationsschübe wegen meiner Depressionen und anderer Dinge. Nur zum Verständniss ,ich habe mir das nicht ausgesucht und wollte es auch nicht. Mir wäre es lieber voll meinen erlernten Beruf auszuüben als in der eigenen Wohnung gefesselt zu sein.

von
Krawitter

Zitiert von: Kkk
Es ist schon befremdlich. Pflegegrad 2 bezieht sich hauptsächlich auf die eigene Grundpflege die man an sich selbst nicht ohne Hilfe ausführen kann aber die viel schwierigere Grundpflege an zwei anderen Personen jeden Tag geht?

Das sowas möglich ist verrückt.

Seit es keinen Unterschied zwischen physischen und psychichen Leiden gibt, kann man auch für psychische Erkrankungen eine Pflegestufe geben,obwohl dort körperliche Einschränkungen eher nicht der Fall sind. Aber ob es ratsam ist, wenn man selber psychisch gebeutelt ist noch Verantwortung für andere zu übernehmen? Man muss ja verfügbar sein, auch wenn es die Tagesform eigentlich nicht zulässt. Andererseits können Aufgaben auch beflügeln. Ein zweischneidiges Schwert!

Experten-Antwort

Hallo Elli B.

da eine nicht erwerbsmäßige Pflegetätigkeit grundsätzlich nicht mit einer abhängigen Beschäftigung gleichzusetzen ist, spielt diese für den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente zunächst erstmal keine Rolle. Ungeachtet dessen kann der Rentenversicherungsträger aber jederzeit den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente überprüfen, wobei dann die Leistungsfähigkeit des Beziehers der Erwerbsminderungsrente anhand der konkreten Gesamtumstände des Einzelfalls ggf. erneut zu beurteilen ist.

Ob Sie physisch und psychisch in der Lage sind, die von Ihnen erbetene Pflegetätigkeit tatsächlich angemessen zu verrichten, können Sie aber letztlich nur selbst entscheiden.

Hinsichtlich Ihrer Frage zu evtl. Auswirkungen in der Pflegeversicherung kann ich Sie aber nur an Ihre zuständige Pflegekasse verweisen. Die Beantwortung von Fragen zum Recht der Pflegeversicherung ist uns im Rahmen dieses Forums zur gesetzlichen Rentenversicherung und Alterssicherung leider nicht möglich.

von
Rudi Ratlos

Zitiert von: Elli B.
Hallo
Ich bin Psychisch Krank und es ist Tagesformabhängig ob ich was tun kann oder nicht, aber wenn ich es nicht für mich tun muss , schaffe ich fast alles .

Eino so umfangreiche Pflege ist also psychisch nicht belastend? Und zusätzlich noch eine weiter Person pflegen wollen? Ich hab hier kein Verständnis mehr.

Dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen und munter Leistungen kassieren. Mit diesem Umfang können Sie auch arbeiten gehen. Sehen Sie das mal so - sie arbeiten ja dann auch nicht für sich sondern für andere. Und da schaffen Sie ja alles alleine....

von
Kerstin

Liebe Elli,

ich selbst beziehe aufgrund einer Depression und orthopädischer Erkrankung eine EMR und stehe meiner Mutti im PG 2 betreuend hilfreich zur Seite.

Kann es also etwas abschätzen, was es bedeutet, einerseits selbst belastet zu sein und Jemanden aus der Familie zu unterstützen.

Damit bin ich dann auch vollständig ausgelastet.

Das was Sie schreiben, ist eigentlich gar nicht machbar. Selbst EMR beziehen, psychisch erkrankt sein, den eigenen Mann 60-80 Stunden in der Woche pflegen. Und dann noch eine depressive Freundin 2 Stunden am Tag betreuuen wollen.

Kein Wunder, wenn Andere dann Fragen stellen......

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die richtigen Entscheidungen treffen, ggf. auch mit Beratung Ihrer Ärzte, der KK, einem Sozial- oder Pflegedienst o. ä.

von
Elli B.

Vom Kopf her sehe ich das alles ein, ich hatte nur Angst wenn ich sage ich kann nicht, das man mich dann für Egoistisch hält oder einfach nur böse auf mich ist, womit ich dann erstrecht nicht umgehen kann. aber Sie haben Recht, da ich Ihre Antworten nun schriftlich habe , kann ich mir das Ausdrucken und meiner Freundin zur Begründung vorlegen. Vielen Dank nochmal an alle auch an Rudi Ratlos.

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