Fachschulausbildung gefördert, Beiträge an die DRV durch Arbeitsamt.

von
rami

Hallo,
Kann mir jemand verständlich erklären, wie meine technische Fachberufsschule 1998-2001, gefördert vom Arbeitsamt mit Pflichtbeiträgen an die DRV und Unterhaltsgeld an mich, bewertet und berechnet wird?

Ich habe eine volle EM- Rente, Rentenbeginn 2007.
1.Was soll im Versicherungsverlauf für die Zeiten der geförderten Ausbildung 1998-2001 stehen?
2.Welche §§ des Gesetzes sind hier anwendbar?
3.Wird diese Zeit zuerst in der Grundbewertung mit 0,0833 E.P berechnet?
4.Und danach mit 75% des Gesamtleistungswertes als Beitragsfreie Zeit vorrangig berechnet?
5.Werden danach die Summe der Entgeltpunkte für die Zeiten der Fachberufsschule (aus Versicherungsverlauf) abgezogen, wie bei beitragsgeminderten Zeiten?
6. Oder wird das Ergebnis ohne Abzug(da kein Zuschlag nach Abzug) zu den Entgeltpunkten anderen Zeiten addiert?

Experten-Antwort

Hallo Rami,

Ihre Fragen zu den Details Ihrer Rentenberechnung nach dem Rechtsstand aus den Jahr 2007 lassen sich hier vermutlich nicht bis ins letzte Detail (er)klären. Zu den einzelnen Fragen lässt sich sagen, dass:

1. sich die Darstellung im Versicherungsverlauf im Lauf der Jahre verändert hat. Zumindest sollte daraus hervorgehen, dass es sich um Pflichtbeiträge gehandelt hat. Im Regelfall müsste vor dem jeweiligen Zeitraum noch das Kürzel AFG stehen.

2. die Bewertung als Beitragszeit in § 70 Sozialgesetzbuch (SGB) VI, sowie als beitragsgeminderte Zeit im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung nach den §§ 71 – 74, 263 SGB VI geregelt ist.

3. – 6. Sie die Berechnungsschritte Ihrer Berechnung der Anlage 4 Ihres Rentenbescheides entnehmen können. Zunächst wird der Gesamtleistungswert ermittelt, der für beitragsfreie bzw. beitragsgeminderte Zeiten benötigt wird und sich individuell aus dem Beitragsbild ableitet.

Der Gesamtleistungswert ist der günstigere Wert aus der Grund (§ 72 SGB VI) - oder Vergleichsbewertung (§ 73 SGB VI). Für die von Ihnen genannte Zeit kommt dann noch die begrenzte Gesamtleistungsbewertung (§ 74 SGB VI) unter Berücksichtigung des Übergangsrechts bei einem Rentenbeginn 2007 (§ 263 SGB VI) zur Anwendung. Für den Zeitraum der Fachschulausbildung (max. 36 Monate) werden die Entgeltpunkte des begrenzten Gesamtleistungswerts aufsummiert.

Hiervon werden die Entgeltpunkte abgezogen, die bereits aus der Bewertung als Beitragszeiten ermittelt wurden (Anlage 3 Ihres Rentenbescheides), da dies ansonsten zu einer doppelten Bewertung führen würde. Verbleibt ein Rest, sind dies zusätzliche Entgeltpunkte für beitragsgeminderte Zeiten, die in der Anlage 6 bei der Aufsummierung aller Entgeltpunktearten mit ausgewiesen sind.

Für ggf. weitere, tiefergehende Fragen zu Ihrer Rentenberechnung empfehlen wir Ihnen einen Beratungstermin bei Ihrem Rentenversicherungsträger in Anspruch zu nehmen.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Rami

Sehr geehrtes Team,

Ich bedanke mich herzlich für Ihre Antwort.

Habe ich Sie richtig verstanden, meine Fachschulausbildung, gefördert von der Bundesagentur für Arbeit ausschließlich nach § 263 SGB VI berechnet sein muss?
Das heißt mit weniger % des Gesamtleistungswertes (Jahr 2007), als nicht geförderte Fachschule, die allgemein mit 75% des Gesamtleistungswertes bewertet wird.
An was liegt dann der Vorteil, der vom Bundessozialgericht ausgesprochen wurde für die Versicherten, die geförderte Ausbildung in der Fachschulen erhalten haben?

Und noch eine Frage.
Die volle EM- Rente, die nach der teilweise Erwerbsminderungsrente rückwirkend ab dem Rentenbeginn (Datum) der teilweisen EM- Rente neu berechnet wurde, ist eine Folgerente?
Wenn Ja, warum und nach welchen §§ des SGB?
Viele Grüße

Experten-Antwort

Hallo Rami,

ich will es mal etwas anders darstellen, dann wird der Unterschied vielleicht etwas deutlicher:

1. Während Ihrer Fachschulausbildung wurden Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt. Aus diesen Beiträgen wegen Entgeltpunkte berechnet.

2. Parallel dazu wird berechnet, welche Entgeltpunkte die Zeit der Fachschulausbildung erhalten würde, wenn keine Beiträge gezahlt worden wären. Dazu wird die Zeit mit 75 % des Gesamtleistungswerts, maximal jedoch mit 0,0625 Entgeltpunkten bewertet.

Sie erhalten am Ende - vereinfacht gesagt - immer den höheren Entgeltpunktewert aus den beiden Berechnungen.

Wären keine Beiträge gezahlt worden, würde nur die zweite Berechnung durchgeführt.

Zu Ihrer zweiten Frage: Wenn die Rente wegen voller Erwerbsminderung (rückwirkend) den gleichen Rentenbeginn wie die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung hat, ist sie keine Folgerente der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Es liegt ein paralleler Anspruch vor, bei dem aber lediglich die höhere Rente gezahlt wird.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

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