Falsche Reha-Maßnahme, was tun?

von
Tom123

Hallo,

ich befinde mich seit einer Woche in einer Rehaklinik, die leider für mein Gefühl so gar nicht passt.

Ich habe zwar gelegentlich Probleme mit Alkohol und Drogen, jedoch sind das für mich nur Begleiterscheinungen meiner Depression und sozialen Phobie. Nun geht es in dieser Einrichtung allein um das Thema Sucht und das reicht mir leider nicht aus. Dieses Thema habe ich schon sehr lange in ambulanter Therapie, 3 vorherigen Klinikaufenthalten (wegen akuten Depressionen) und in Selbsthilfegruppe bearbeitet. Es hilft mir nicht, zum 39. Mal zu erfahren, wie ein Rückfall abläuft oder in Gruppen zu sitzen, wo niemand der Patienten weiß, was denn Suchtverlagerung bedeutet.

Weiterhin komme ich mit den Mitpatienten hier nicht zurecht, es sind eher ungebildete Menschen und Ex-Knackis. Ich will damit nicht sagen, dass ich etwas besseres sei, es passt nur einfach nicht. Ich rede andere Personen einfach nicht mit Schimpfworten an und kann gut Sätze ohne "Digger" und "Alter" formulieren.

Wenn ich hier die bewilligten 26 Wochen verbringe, ist das reinste Zeit- und Geldverschwendung, da ich hier keine neuen Erkenntnisse gewinnen kann. Gerne würde ich diese Reha gerne vorzeitig beenden und eine Reha wegen meiner Hauptleiden, Depressionen und soziale Phobie, machen.

Wie gehe ich das am besten an? Würde mir eine neue Reha bewilligt werden, wenn ich diese jetzt vorzeitig abbreche?

von
DRV

Ihre persönlichen Eindrücke sollten Sie mit den zuständigen Rehaärzten und/oder dem Sozialdienst der Klinik besprechen.
So können Sie direkt ausloten, ob diese tatsächlich auch einen Abbruch der Reha und ggf. auch eine andere Klinik mit anderen Behandlungsmöglichkeiten befürworten.
Allein Ihr "Bauchgefühl" oder "persönliches Empfinden" ist da eher nicht ausreichend.

von
kathy

hatte das mit einer Mitpatienten vor einigen 'JAhren , sie konnte dann in eine für sie besser zugeschnittene Klinik wechseln und dort die Reha Maßnahme zu ende führen. Alles Gute und viel Glück :)

von
???

Eine Langzeitentwöhnungsmaßnahme, und das haben Sie bewilligt bekommen, ist dafür gedacht, die Abstinenz vom Suchtmittel zu festigen. Für mich klingt das danach, als ob Sie den Umgang mit Suchtdruck noch nicht im Griff haben und rückfallgefährdet sind.

Dass Sie die Ursache für Ihre Erkrankung angehen wollen, macht natürlich Sinn. Allerdings ist das häufig für die Betroffenen sehr belastend und bringt sie an die persönlichen Grenzen. Daher ist wichtig, wirklich und auf Dauer clean/trocken ... zu sein. Sonst kann es zu einem Rückfall kommen, an dem die Therapie scheitert.

Sprechen Sie mit den Klink-Ärzten, inwieweit man Ihnen dort weiterhelfen kann. Bei einem Abbruch gegen ärztlichen Rat, würde ich nicht damit rechnen, problemlos eine psychosomatische Kur oder so zu bekommen, da die DRV eine Entwöhnungsmaßnahme anscheinend für nötig hält.

von
Ulli

26 Wochen? Dann ist das aber eine ganz andere Art von Reha.

Psychosomatische Rehas gibt es dann, wenn man in den Beruf zurückkehren kann. Sind sie schon so weit? Denn diese geht nur 5-6 Wochen und danach sollen sie fit für den ersten Arbeitsmarkt sein.

Wie lange ist denn der Entzug her? Ich frage deshalb, weil es unter Umständen für die DRV zu früh sein wird, eine psychosomatische Reha zu bewilligen.

Alternativ gäbe es aber die Möglichkeit eine psychosomatische Krankenhaus Behandlung über die Kasse zu bekommen.

Experten-Antwort

Hallo User Tom123,

wie die User Ihnen bereits geraten haben, sollten Sie auf jeden Fall mit den Ärzten und dem Sozialdienst in der Reha-klinik Kontakt aufnehmen. Auch einen Anruf bei der Deutschen Rentenversicherung als Träger der Maßnahme wäre zu empfehlen, bevor Sie selbst entscheiden und die Maßnahme aus eigener Entscheidung abbrechen.

Wenn von den Klinikärzten die Empfehlung kommt, dass diese Maßnahme, die Sie derzeit absolvieren, die falsche ist, ist dann schnellstmöglich ein Gespräch mit der Deutschen Rentenversicherung über eine mögliche Umweisung in eine anderen Klinik zu führen.

In diesem Forum kann nicht geklärt werden, ob Sie eine neue Reha-maßnahme bewilligt bekommen, wenn Sie diese Maßnahme vorzeitig, aus eigener Entscheidung abbrechen.