Falsche Reha? Medizinische vs LTA

von
JungeEnte

Hallo an alle Experten,

ich hätte da mehrere Anliegen, ich hoffe mir kann hier geholfen werden.

Kurz zu mir :

Ich bin seit ca 12 Monaten AU (Depressionen, Angststörungen, Burn Out), weswegen ich nun eine medizinische Reha bewilligt bekommen habe. Ich bin zwischen 25 und 29 Jahren, arbeite seit ca. 8 Jahren in der Logistik, samt Ausbildung, und kann persönlich und momentan gesundheitlich nicht mehr voll ausführen. Die ersten 2 Jahre die ich im Lager verbracht habe, war ich ungelernt, konnte dennoch sämtliche Abteilungen durchlaufen und viel Sachkenntnis aufnehmen. Ich entschloss mich dann bei einer spitzen Firma die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik zu absolvieren, die ich dann erfolgreich vor der Industrie und Handelskammer abgeschlossen habe. Seit dem bin ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber und habe hier auch schon einige Abteilungen durchlaufen , sogar eigenständig ein kleineres Lager geführt (keine Mitarbeiter, nur für die Ware verantwortlich). Vor allem bei meinem jetzigen Arbeitgeber habe ich gemerkt, ich gehe mit einem scheiss Gefühl auf die Arbeit, das ständige im Kreis fahren, die ständig gleichbleibenden Abläufe, keine Chance auf aufstiegsmöglichkeiten, verblödung, extrem viele unangekündigte Überstunden die mit Druck zu leisten sind, das ständige "allein" sein, keine Möglichkeit Ideen einzubringen um den Prozess zu verbessern, 8-10 stunden in einer großen grauen Lagerhalle sein ohne frische Luft ständig unter Staubbelastung und vielen mehr.
Das zieht sich nun seit Beginn meiner Beruflichen Laufbahn im Lager, das ich einen gewissen Zeitpunkt bekomme, wo ich merke, der Beruf bringt mich nicht weiter, den Beruf kann man ohne Abschluss mitlerweile ausführen, Demotivation durch gleichbleibenden Ablauf und den Verlust der eigenen Kreativität.
Jeden Tag komme ich nach Hause mit dem Gedanken auszurasten weil ich den morgigen Tag nicht wieder so ertragen kann. Ich habe während meiner Krankheit an 2 Seminaren teilgenommen, neues lernen, Qualifikationen sammeln etc. Doch das ist auf Dauer teuer und nichts ganzes und nichts halbes.

Es ist nun auch so, das sich meine Lage verbessert hat, beruflich (da ich ja lange nicht mehr dort war) sowie privates, was ich geregelt bekommen habe (Rechtsstreit vermieter gewonnen, schuldentilgung usw.) Und mein Psychiater ohne mit mir ein vorgespräch zu führen, hat mich einer psychosomatischen Behandlung , also in so einer Reha Klinik, eingeschrieben bzw. So bewertet, obwohl es mir tatsächlich besser geht, vor allem ohne diesen Beruf und da ich mir lange Zeit Gedanken mache, das ich einen anderen Beruf möchte, den ich auch aus meiner Ausbildung kenne. Jetzt soll ich mich einer medizinischen Reha unterziehen, obwohl ich parallel einem Antrag auch LTA stellt habe. Ich verstehe, ich möchte natürlich auch schnell fit werden, aber vor allem körperlich möchte ich eine Reha absolvieren, das heisst viel Sport, aber auch intensive Gespräche führen und ernst genommen werden. Doch kann die DRV mir parallel schon einmal die LTA bewilligen ? Kann ich auch ohne medizinische Reha ein LTA bewilligt bekommen?

Ein Hauptgrund ist, das die Reha wo ich meine ambulante Reha antreten soll, täglich insgesamt 90km Fahrt wären, ohne Fahrzeug. Mit den öffentlichen wäre ich ca. 1.40 für eine Tour mit 2 mal umsteigen unterwegs. Allerdings ist es die einzige Reha die psychosomatische Behandlungen anbietet, bzw. Darauf spezialisiert sind. Die anderen Reha Kliniken sind neurologische Reha Kliniken, doch dort sind doch ebenfalls Psychologen unterwegs, Sport machen könnte ich dort auch, wäre das keine Alternative?
Was würde sich hier anbieten in meinem Fall, gesundheitlich geht es mir ohne diesen Beruf ausüben zu müssen besser, auch ist mein Interesse für neues offen z.B ins soziale oder Qualitätsmanagement, allerdings muss ich vor allem körperlich wieder fit werden.

Also zusammengefasst :

Medizinische Reha wurde bewilligt
Diagnose Depression , burn out, Ängste (Ängste vor allem durch polizeiliche Hausdurchsuchungen)
Reha soll ambulant absolviert werden
Reha ist hin und zurück 90km entfernt
Alternative Kliniken??
Ich habe nebenher Antrag auf LTA gestellt
Ich bin gewillt alles durchzuziehen
Ich kann mir nur einen anderen Beruf vorstellen

Bei weiteren Fragen stehe ich euch zur Verfügung

Grus

von
JungeEnte

Ps: ich fühle mich seit mehreren Jahren in diesem Beruf unglücklich, musste das ganze natürlich durchziehen um Miete und essen zahlen zu können. Aber es ist wirklich jeden Tag eine Qual diesen Beruf auszuüben und zu wissen, das ist in ein paar Jahren auf dem Markt das letzte. Die Zukunft sieht ja nicht rosig aus im Lager, mehr als die Hälfte ist ungelernt.
Körperlich ist das gar kein Problem, da bin ich fit, nur aufgrund jetzt der AU natürlich etwas schwach geworden, das will ich ausgleichen mit Reha Sport.

von
Küken

Für eine LTA müssen Sie auch gesundheitlich in der Lage sein, diese absolvieren zu können.
Daher ist anzunehmen, dass der Rententräger zunächst die medizinische Reha abwartet und dann erst über eine LTA entscheidet.

PS: Sie sollten sich küzer fassen!

von
JungeEnte

Zitiert von: Küken
Für eine LTA müssen Sie auch gesundheitlich in der Lage sein, diese absolvieren zu können.
Daher ist anzunehmen, dass der Rententräger zunächst die medizinische Reha abwartet und dann erst über eine LTA entscheidet.

PS: Sie sollten sich küzer fassen!

Vielen Dank.
Also das Problem ist, das die medizinische Reha als psychosomatische Reha durchgeführt werden soll, obwohl es mir ja nach Monaten wieder besser geht, es eben nur körperlich momentan eng wird, Gewicht zugenommen, Muskel geschwächt etc. . Ich habe natürlich Angst, das dann da jemand sitzt und sagt "du bist jung geh arbeiten" ohne darauf zu hören, das ich eben Probleme mit dem Beruf habe, die Art und Weise wie monoton er gestaltet ist, Zukunftsangst, schaut man auf Stellenausschreibungen findet man fast nur noch Leiharbeit in der Rubrik.

Was mache ich wegen dem Fahrweg? Ohne Auto wird es schwer. Und 1.40 Stunde Zug fahren oder bus ist auch nicht der Sinn der Sache. Hier in der Umgebung wie gesagt gibt es auch Reha Kliniken mit Psychologen und Psychiater, wieso kommen die nicht in Frage?

von
KSC

Das sind jetzt mal viele Frage auf einmal, die von außen nicht alle beantwortbar sind.

Zunächst scheint es relativ logisch zu sein erst eine medizinische Reha zu absolvieren bevor man LTA, also berufliche Maßnahmen prüft. Das muss zwar nicht sein, erscheint aber von außen gesehen relativ logisch und wird normalerweise nicht parallel gemacht.

Zur ambulanten Reha: Rehas sind stationär und ambulant möglich.
Wessen Idee (ihre oder die der DRV) es war, sehe ich aus Ihrer Textfülle nicht. Aber wenn etwas gegen die ambulante Reha spricht können Sie und Ihre Ärzte die stationäre Reha "ins Spiel" bringen - wie da dann letztlich über Ihren Wunsch entschieden wird, bleibt abzuwarten.

Wenn es dann anschließend um Ihre beruflichen Wünsche geht, bleibt die Entscheidung über eine LTA (könnte durch DRV oder Arbeitsamt erfolgen) abzuwarten. Bevor darüber eine Entscheidung fällt werden wohl die Ergebnisse der med. Reha abgewartet und es finden in aller Regel Gespräche mit speziellen Rehafachberatern statt.
Da muss geklärt werden was man Ihnen anbieten kann oder will.

Darüber hinaus haben Sie in Ihrem Alter (warum umschreiben Sie das eigentlich so umständlich?) jede Möglichkeit sich eigenständig, eigenverantwortlich und auf eigene Kosten beruflich wie privat weiter zu entwickeln.
Um beispielsweise Sport zu machen (wie Sie schreiben) braucht man keine Reha, da reicht im Zweifel auch ein Sportverein.....

von
JungeEnte

Danke erst einmal für die Antwort.

Die ambulante Reha war meine Idee , wurde aber auch so von der DRV im Bescheid bewilligt, ohne Berücksichtigung.

Naja, ich bi durch diesen Beruf und jetzigen Arbeitgeber erst so schwer erkannt, da würde sich eine Umschulung der DRV anbieten, wenn die medizinische Reha erfolgreich war.

Was mir gerade übel aufstößt ist ihr geschrieben vonwegen "bist doch jung bezahl alles selber" was soll dieser Schwachsinn? Wenn ein Beruf mich ausgelaugt hat und ich auch dafür monatlich was für die Rente einzahle, dann darf ich doch eine Umschulung über die DRV in Betracht ziehen!? Schließlich kosten viele Weiterbildungen tausende von euros und da ich jetzt über 12 Monate Krankengeld bezogen habe, laufende Kosten habe wie Kredite etc. Wie s soll ich das alles alleine bezahlen?

Schließlich hat mich der jetzige Beruf dermaßen geschädigt, soll ich weitere Jahre dort verbringen und auf Tag x hoffen?

von
KSC

Jetzt machen Sie mal halblang!

Ich will Ihnen helfen und Sie werfen mir Schwachsinn vor, gehts eigentlich noch? Meine Hilfsbereitschaft ist für Sie zu Ende!

Ich habe das mit dem selbst zahlen lediglich als eine Alternative zu einer LTA angesprochen - und das ist durchaus eine realistische Möglichkeit......

von
JungeEnte

Zitiert von: KSC
Jetzt machen Sie mal halblang!

Ich will Ihnen helfen und Sie werfen mir Schwachsinn vor, gehts eigentlich noch? Meine Hilfsbereitschaft ist für Sie zu Ende!

Ich habe das mit dem selbst zahlen lediglich als eine Alternative zu einer LTA angesprochen - und das ist durchaus eine realistische Möglichkeit......

Fühlen Sie sich bitte nicht angegriffen, ich mache mir sehr viele Gedanken und habe Angst falsch behandelt zu werden, das hat mein Psychiater schon getan. Wir hatten in den ganzen Monaten insgesamt 30 Minuten geredet, ohne scheiss. Und der weiss also was mir fehlt und was am besten ist . Das ist so ein Irrsinn.

Der Weg zur medizinischen Reha mit den öffentlichen beträgt halt 1.40 Stunde , und gier in der Nähe givt es Kliniken , die psychosomatische Behandlungen anbietet allerdings aus einer neurologischen Krankheit.

Naja bei mir kommt hinzu, auch wenn der Psychiater es sich nicht notiert hat, das ich durch die Arbeit mit der Methode in unserer Firma chronische Kopfschmerzen habe und dadurch natürlich auch Depressionen entstehen .

von
???

Als erstes sollten Sie sich um Ihre Reha kümmern. Rufen Sie bei der DRV an und besprechen Sie, wie man das Wegeproblem lösen kann. Eine Klinik mit Schwerpunkt auf eine (bestimmte?) neurologische Erkrankung erscheint mir aber weniger geeignet.

Derzeit geht es Ihnen besser, weil Sie nicht arbeiten. Es ist es nicht aber unbedingt so, dass damit auch die Ursachen Ihrer Erkrankung behoben sind. Die Situation "die ständig gleichbleibenden Abläufe, keine Chance auf aufstiegsmöglichkeiten, verblödung, extrem viele unangekündigte Überstunden die mit Druck zu leisten sind," kennen viele Arbeitnehmer. Davor schützt übrigens auch nicht zwingend eine andere Ausbildung oder anderer Tätigkeitsbereich. Nur die wenigsten Betroffenen werden dadurch so sehr belastet, dass ein Berufswechsel deshalb nötig wird. Aus meiner Sicht ist es daher nötig, dass Sie die Ursachen für Ihre Reaktion klären und damit umgehen lernen. Von daher würde ich die Fachrichtung der Reha nicht ändern. Außerdem haben Sie auch während einer psychosomatischen Reha die Möglichkeit, sich körperlich zu betätigen und werden dazu sogar aufgefordert.

Da Sie als Lagerist körperlich anstrengende Arbeit verrichtet haben, ist es ganz normal, dass Sie jetzt Muskelmasse ab- und Gewicht aufbauen. Sie schreiben ja auch selbst, dass Sie körperlich fit sind. Damit liegt in diesem Bereich aber keine Erkrankung und damit definitiv kein Reha-Grund vor. Von daher wird die DRV Ihnen hier nicht helfen können (außer im Rahmen der psychosomatischen Reha).

Normalerweise wird, wenn LTA und Reha beantragt wird, zuerst die Reha durchgeführt. Die Reha kann/soll ja die Leistungsfähigkeit beeinflussen. Daher weiß man eigentlich erst danach, was jetzt eigentlich an LTA-Leistungen nötig und möglich ist.

Experten-Antwort

Hallo JungeEnte,

bei einer ambulanten Reha werden die täglichen Kosten der Hin- und Rückfahrt übernommen. Manche Einrichtungen bieten sogar Fahrdienste an. Die Fahrzeiten zur Einrichtungen sollten allerdings grundsätzlich nicht länger als 45 Minuten betragen. Daher ist die von Ihnen beschriebene Wegzeit deutlich zu lang.

Sprechen Sie mit der zuständigen Stelle und klären Sie, ob die von Ihnen genannten Alternativen in Frage kommen und wie man das Problem am besten lösen kann.

Empfehlenswert ist sicher auch ein Gespräch mit einem Rehafachberater. Sprechen Sie Ihren zuständigen Träger einfach darauf an, um einen möglichst positiven Ausgang für Sie zu finden.

von
JungeEnte

Zitiert von: Expertin
Hallo JungeEnte,

bei einer ambulanten Reha werden die täglichen Kosten der Hin- und Rückfahrt übernommen. Manche Einrichtungen bieten sogar Fahrdienste an. Die Fahrzeiten zur Einrichtungen sollten allerdings grundsätzlich nicht länger als 45 Minuten betragen. Daher ist die von Ihnen beschriebene Wegzeit deutlich zu lang.

Sprechen Sie mit der zuständigen Stelle und klären Sie, ob die von Ihnen genannten Alternativen in Frage kommen und wie man das Problem am besten lösen kann.

Empfehlenswert ist sicher auch ein Gespräch mit einem Rehafachberater. Sprechen Sie Ihren zuständigen Träger einfach darauf an, um einen möglichst positiven Ausgang für Sie zu finden.

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Also eine Strecke wür de mit dem Auto da 40-45 Minuten betragen.

Leider ist es mir aufgrund von verbindlichkeiten nicht möglich in Vorkasse zu treten, falls ich mit dem Taxi anreisen würde. Fahrdienst gibt es nur vom Bahnhof wo sich die Klinik befindet.

Ich werde in einer Beratungsstelle vor Ort einem Brief aufsetzen und schauen, ob es eine Alternative gibt oder mir ein Taxi gestellt wird.

Vielen dank

von
KSC

Schreiben Sie doch einfach an die DRV dass Sie statt einer ambulanten Reha eine stationäre brauchen, dass wäre doch die "Kuh mit den Fahrzeiten vom Eis".

Es gibt doch ganz einfache Lösungen um Probleme zu lösen (die Sie sich selbst eingebrockt haben weil Sie die ambulante Reha ja selbst beantragt haben.

:)