Fehlende Nachweise

von
Bine

Hallo, ich (geb. 10.08.1956) hatte heute einen Beratungstermin zur Kontenklärung. Dabei stellten sich an zwei Stellen fehlende Nachweise heraus:

1) Zum einen soll ich Unterlagen über meine Lehrzeit (1.9.1971 - 31.10.1974) beibringen, Lehrvertrag, Abschlußzeugnis o.ä. - dadurch würden die damaligen Einzahlungen zur RV "aufgestockt", würde also die Rente geringfügig erhöhen, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich habe darüber aber lediglich eine Kopie des "Kaufmannsgehilfenbriefes", das Original ist mir abhanden gekommen.

2) Zum anderen war ich 1976 für sechs Monate arbeitslos gemeldet. Auch hierüber soll ich etwas beibringen, was diese Zeit der Arbeitslosigkeit belegt, also z.B. Belege über Arbeitslosengeld. Mir wurde gleich mitgeteilt, daß die Arbeitsagenturen aber so alte Unterlagen gar nicht mehr haben. Diese 6 Monate wären hilfreich zur Erreichung meiner 45 Pflichtjahre.

Nun meine Fragen:

zu 1) Hat die Indurie- und Handelskammer, die seinerzeit die bestandene Abschlußprüfung meines Lehrberufes bestätigt hat, ggf. noch Kopien vom Lehrvertrag oder diesem "Kaufmannsgehilfenbrief", wie das damals hieß.

zu 2) Kann meine damalige Krankenkasse mir bescheinigen, daß ich für die 6 Monate in 1976 Zahlungen vom Arbeitsamt erhalten habe?

Oder wo kann ich sonst evtl. noch die benötigten Unterlagen erhalten?

Viele Grüße und ein friedvolles Weihnachtsfest für alle!
Bine

von
W*lfgang

Hallo Bine,

Ihre Nun-meine-Fragen beinhalten bereits die richtigen Antworten, wo Sie heute noch Nachweise beschaffen könnten.

Zu 1) könnte auch die frühere Berufsschule behilflich sein, die Sie während der Lehrzeit besucht haben - ist zwar auch nur ein 'Hilfsnachweis', aber immerhin. Die IHK könnte bereits ausgemistet haben und ihr Archiv geschreddert haben. Hat Ihr Arbeitgeber dazu vielleicht noch Unterlagen in Ihrer Personalakte?
...letztendlich wird hier auch die Kopie des Kaufmannsgehilfenbriefs zum Beleg dieser Zeit als 'Pflichtbeitragszeit berufliche Ausbildung' führen.

Zu 2) geht es offensichtlich um die '45 Jahre' für die abschlagsfreie Rente. Wenn diese 6 Monate dafür vorausschauend gar nicht erforderlich sind, sparen Sie sich den Gang zur KK.

Gruß
w.

von
Lis

Hallo Bine,

zu 1) machen Sie eine Kopie von der Kopie des Kaufmanngehilfenbriefs und schicken Sie Ihn ein, wenn er nicht allzu "komisch" aussieht, sollte er theoretisch ausreichen. Ansonsten wird noch mal nachgefragt. Dann können Sie immer noch Ihr Glück bei der IHK versuchen.

Zu 2) wie W*lfgang schon geschrieben hat. Brauchen Sie die Monate für die 45 Jahre?
Ansonsten können Sie auch reinschreiben, dass keine Unterlagen vorhanden sind. Ggf. kann nach Aktenlage entschieden werden. Sie sollten jedoch noch angeben, ob es sich um Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe gehandelt hat.

MfG Lis

von
Bine

Hallo W*olfang und Lis,
vielen Dank für die Antworten. :-)

W*olfgang - meine damalige Lehrfirma hat einige Jahre später Konkurs angemeldet, da kann ich nicht mehr fragen. Aber die Berufsschule - das ist noch eine Idee, falls die Kopie nicht ausreichen sollte. Danke dafür!

@W*olfgang und Lis
Ja, es geht um die 45 Jahre für die abschlagfreie Rente bei diesen 6 Monaten. Ich habe damals Arbeitslosengeld (keine Hilfe!) erhalten, aber daß das angerechnet wurde, galt erst ab... irgendwann in den 80ern. So sieht es aus, als wäre ich einfach nur zu Hause gesessen. Na mal schauen, wie ich das lösen werde.

Vielen Dank nochmal und schöne Weihnachten!

Freundliche Grüße
Bine

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Bine,

ich kann mich der Empfehlung von Lis und W*lfgang anschließen.

Reichen Sie erst mal nur die Kopie des Kaufmannsgehilfenbriefes ein. Wenn in Ihrem Versicherungskonto während der Lehrzeit ein offensichtlich niedrigeres Entgelt (= Lehrentgelt) und/oder am Ende der Lehrzeit eine Unterbrechungsmeldung seitens des Arbeitgebers gespeichert ist, könnte das im Rahmen der freien Beweiswürdigung bereits ausreichend sein.

Im zweiten Schritt können Sie sich dann immer noch an die IHK wenden. Dann ist es in jedem Fall aber empfehlenswert, eine Kopie des Kaufmannsgehilfenbriefes an die IHK zu senden. Das erleichtert deren Suche gegebenenfalls.

Im Übrigen könnte die Krankenkasse auch noch Unterlagen haben, aus denen Ihre Lehrzeit ersichtlich ist (sogenannter Listenauszug). Viele Krankenkassen haben zwar ihre älteren Unterlagen schon vernichtet, aber ein Versuch ist es immer wert. Entsprechend könnte die Krankenkasse auch einen Nachweis über den Bezug des Arbeitslosengeldes haben. Bei der der Agentur für Arbeit sieht es nach so einer langen Zeit hingegen schlecht, dort sind regelmäßig keine alten Unterlagen mehr vorhanden.