Festlegung des Rentenbeginns

von
Petra

Guten Tag,

Altersrente steht an und die Deutsche Rentenversicherung Bund schickte mir einen Fragebogen, R0110-00 OVL Version 39031 Form Ro1110.

Auf Seite 2 von 13 steht "Die beantragte Altersrente soll beginnen am" - und dort soll ich nun offenbar eintragen, wann.
Kann ich das also selbst bestimmen?

Wenn ich nun ein späteres Datum eintrage und die Rente beginnt später, ist dann die monatliche Rente höher?
Lohnt sich das?
Wieviel macht das etwa aus?

von
Siehe hier

Hallo Petra,

ja, Sie dürfen den Rentenbeginn selbst bestimmen, sofern der NACH dem frühestmöglichen Termin liegt, an den Ihnen die Rente zusteht.

Wenn es sich nun bei Ihnen um die Regelaltersrente handelt, erhöht sich die Rente um 0,5% pro Monat, in der Sie die Rente nicht beanspruchen, Dies gilt aber nur für diese Rente, nicht also z. B. für vorgezogene langjährige Versichertenrente.

Ob es sich lohnt? Das müssten Sie selbst entscheiden. Die 0,5% (= 6% für ein Jahr späteren Rentenbeginn) behalten Sie dann zwar bis zum Ende der Rente. Aber dafür fehlt Ihnen der zustehende Rentenbetrag in diesem Monat/diesen Monaten.

Bei z. B. 1000 EÜR wären das also 2,50 EUR pro Monat bzw. 60 EUR für ein Jahr, dafür aber 12.000 EUR nicht erhaltene (Jahres)Rente... Die haben Sie dann mit 720 EUR höherer Rente (Jahresbetrag ab 1. Jahr Rente danach) dann nach knapp 17 Jahren wieder 'reingeholt'.

Das lohnt sich dann also vermutlich nur, wenn Sie auf den Betrag Ihrer Rente nicht angewiesen sind, weil Sie anders gut versorgt sind.

Sofern das bei Ihnen der Fall ist, können Sie auch überlegen, ob Sie zunächst eine Teilrente beantragen und sich dafür nochmals ausführlich bei Ihrer zuständigen Rentenversicherung beraten lassen.

Alles Gute!

von
Petra

Zitiert von: Siehe hier
Hallo Petra,

ja, Sie dürfen den Rentenbeginn selbst bestimmen, sofern der NACH dem frühestmöglichen Termin liegt, an den Ihnen die Rente zusteht.

Wenn es sich nun bei Ihnen um die Regelaltersrente handelt, erhöht sich die Rente um 0,5% pro Monat, in der Sie die Rente nicht beanspruchen, Dies gilt aber nur für diese Rente, nicht also z. B. für vorgezogene langjährige Versichertenrente.

Ob es sich lohnt? Das müssten Sie selbst entscheiden. Die 0,5% (= 6% für ein Jahr späteren Rentenbeginn) behalten Sie dann zwar bis zum Ende der Rente. Aber dafür fehlt Ihnen der zustehende Rentenbetrag in diesem Monat/diesen Monaten.

Bei z. B. 1000 EÜR wären das also 2,50 EUR pro Monat bzw. 60 EUR für ein Jahr, dafür aber 12.000 EUR nicht erhaltene (Jahres)Rente... Die haben Sie dann mit 720 EUR höherer Rente (Jahresbetrag ab 1. Jahr Rente danach) dann nach knapp 17 Jahren wieder 'reingeholt'.

Das lohnt sich dann also vermutlich nur, wenn Sie auf den Betrag Ihrer Rente nicht angewiesen sind, weil Sie anders gut versorgt sind.

Sofern das bei Ihnen der Fall ist, können Sie auch überlegen, ob Sie zunächst eine Teilrente beantragen und sich dafür nochmals ausführlich bei Ihrer zuständigen Rentenversicherung beraten lassen.

Alles Gute!

Danke für die gut nachvollziehbare Antwort!
Ja, es handelt sich um die Regelaltersrente. Könnte ich denn in der Zeit bis zu dem späteren Rentenbeginn noch Extrazahlungen leisten, damit die Rente dann etwas höher wird?
Ich bekomme jetzt Rente wegen Erwerbsunfähigkeit. Die würde dann in der Zeit bis zum späteren Rentenbeginn wegfallen? Oder könnte ich diese Rente weiter beziehen und den Abschlag dafür dann irgendwie ausgleichen?

von
Valzuun

So einfach dürfte es hier nicht sein-da der Vordruck R0110 zugeschickt wurde liegt wohl bereits ein Rentenbezug (EM?) vor.
Die endet auf jeden Fall mit erreichen der Regelaltersgrenze.
Sie können zwar die Regelaltersgrenze später beginnen lassen, dann fehlt Ihnen aber zwischendurch das Geld.

von
Siehe hier

Zitiert von: Petra

Danke für die gut nachvollziehbare Antwort!
Ja, es handelt sich um die Regelaltersrente. Könnte ich denn in der Zeit bis zu dem späteren Rentenbeginn noch Extrazahlungen leisten, damit die Rente dann etwas höher wird?
Ich bekomme jetzt Rente wegen Erwerbsunfähigkeit. Die würde dann in der Zeit bis zum späteren Rentenbeginn wegfallen? Oder könnte ich diese Rente weiter beziehen und den Abschlag dafür dann irgendwie ausgleichen?

Nein, so geht das leider nicht. Leider war mir entgangen, dass Sie bereits Folgerente (Altersrente nach EM-Rente) beantragen.
Eine EM-Rente wird aber längstens bis zu dem Alter bezahlt, mit dem Sie die Regelaltersrente erreichen. Und mit Erreichen des Regelrentenalters sind Sie m.W. nicht mehr berechtigt, Ausgleichszahlungen vorzunehmen. Lesen Sie hierzu auch den zeitgleichen Beitrag und die dort weiterführenden Links

https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/klaerungsbedarf-bei-sonderzahlungen.html

Und Die EM-Rente, dies noch mal besonders betont, endet automatisch mit Erreichen des Regelrentenalters. Diese können Sie also keinesfalls darüber hinaus beziehen.

von
Petra

Zitiert von: Siehe hier

Nein, so geht das leider nicht. Leider war mir entgangen, dass Sie bereits Folgerente (Altersrente nach EM-Rente) beantragen.
Eine EM-Rente wird aber längstens bis zu dem Alter bezahlt, mit dem Sie die Regelaltersrente erreichen. Und mit Erreichen des Regelrentenalters sind Sie m.W. nicht mehr berechtigt, Ausgleichszahlungen vorzunehmen. Lesen Sie hierzu auch den zeitgleichen Beitrag und die dort weiterführenden Links

https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/detail/klaerungsbedarf-bei-sonderzahlungen.html

Und Die EM-Rente, dies noch mal besonders betont, endet automatisch mit Erreichen des Regelrentenalters. Diese können Sie also keinesfalls darüber hinaus beziehen.

Dann kann ich also auch nicht selbst bestimmen, ab wann die Altersrente beginnen soll? Warum soll uich dann eben das in dem Formular (auf S. 2 von 13) eintragen?

von
Siehe hier

Zitiert von: Petra
Warum soll uich dann eben das in dem Formular (auf S. 2 von 13) eintragen?

Wie fast alle Antragsformulare deckt auch das Formular R0110 verschiedene Möglichkeiten ab. So kann man z.B. aus der EM-Rente auch vorzeitig in die 'Rente ab 63' wechseln oder in eine vorgezogene Rente mit Schwerbehinderung.

Im SGB fest gelegt ist lediglich, dass eine EM-Rente spätestens mit Regelrentenalter endet, der Beginn einer weiteren Rente wird aber vom Versicherten selbst (und nicht von der DRV) durch eigenen Antrag bestimmt. Deshalb ist ein Datum notwendig.

Experten-Antwort

Es ist vollkommen richtig, dass das angesprochene Formular auch die Möglichkeit abdeckt, VOR Erreichen der Regelaltersgrenze in eine Altersrente zu wechseln, wenn das gewünscht wird und ein Anspruch besteht. Dann benötigen wir zwingend das Datum, an dem die Altersrente beginnen soll.