Flexirente

von
Rudiratlos

Ich werde Januar 2018 in die Altersrente für langjährig Versicherte ( mit Rentenminderungen) gehen und überlege weiterhin auf 450 pro Monat weiterzuarbeiten. Nun besteht ja die Möglichkeit
a) Rente ca 1000 Euro und 6300 Euro versicherungsfreier Minijob ( 450 pro Monat und zweimal das Doppelte durch Sonderzahlung Arbeitger )

b) Rente ca 1000 Euro und 6300versicherungspfl. Beschäftigung

Nun wollte ich in einer Beratungsstelle über die Vor-und Nachteile beraten und eine Berechnung über die Rendite sowie erstmaligste Auswirkung auf die Rente erhalten und wurde an das Servicetelefon verwiesen. Aber die Berechnung konnten dort nicht durchgeführt werden. kann mir jemand weiterhelfen?

von
KSC

Da ist das Servicetelefon auch nicht gerade die Topadresse. :)

Die Zeit für eine persönliche Beratung sollten Sie sich nehmen und einen Termin vereinbaren.

Aber was genau soll denn berechnet werden?

Die volle Rente bekommen Sie immer wenn Sie die 450 € Grenze einhalten. Und bei 1000 € Rente und einem 450 € Job haben Sie 1450 € in der Tasche.

Genau genommen bleibt es 2018 die volle Rente wenn Sie mit dem Zuverdienst 6300 € im Jahr einhalten. Also monatlich 525 € - aber ob das dann noch ein Minijob ist? Monatlich 525 € wäre ein Job in der Gleitzone und da kommt netto weniger als 450 € raus.........aber wie gesagt, das ist Sache der pers. Beratung.

von
=//=

Setzen Sie sich bitte mit der DRV SCHRIFTLICH in Verbindung und verlangen Sie eine schriftliche Erklärung über die Vor- und Nachteile bzw. wie sich das Flexirentengesetz jeweils auswirkt. Dann können Sie entscheiden, was am Besten für Sie zutrifft und haben es schriftlich. Da Rentenbeginn erst im Januar 2018 ist, haben Sie ja noch ein bißchen Zeit. Was meinen Sie mit "Rendite"? Vielleicht konnte man Sie deshalb nicht beraten.

von
Freunde der Sonne

Ist folgendermaßen:

Der Mini-Jobber-West und Mini-Jobber-Ost erhalten folgende Rentenerhöhungen durch die Arbeit

ohne Zuzahlung mtl. 3,55 €,

mit Verzicht auf die Versicherungsfreiheit und Eigenanteil von 3,7% (=ca. 200€/Jahr) der Mini-Jobber-West 4,43 €, und

mit Verzicht auf die Versicherungsfreiheit und Eigenanteil von 3,7% (=ca. 200€/Jahr) der Mini-Jobber-Ost 4,67 €,

nach der Regelaltersgrenze noch erhöht um Zuschläge (+0,5% pro Monat bzw. +6,0% pro Jahr)

Zuschläge an Entgeltpunkten aus Beiträgen nach Beginn einer Rente wegen Alters werden mit Ablauf des Kalendermonats des Erreichens der Regelaltersgrenze und anschließend jährlich zum 1. Juli berücksichtigt. Dabei sind für die jährliche Berücksichtigung zum 1. Juli die für das vergangene Kalenderjahr ermittelten Zuschläge maßgebend.

von
Klugpuper

Der Plan "6300€ versicherungsfreier Minijob" klingt in der Theorie ja ganz nett, führt aber zu der Frage, wer Ihren Arbeitgeber in Sachen Lohnabrechnung berät.

Ein vorsehbares bzw. geplantes Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze ist nicht wirklich ratsam.

Oder haben Sie die Idee einfach von den Regelungen hinsichtlich Hinzuverdienst abgeleitet?

Die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung einer Beschäftigung ist bei allen Parallelen etwas anderes als die Beurteilung des Hinzuverdienstes.

von
Klugpuper

Wenn Sie aus 14 × 450€ 18,7% (15% AG + 3,7% AN) Beiträge ( und damit Rentensteigerungen) berechnen, kommt dabei mehr heraus als wenn Sie aus 12 × 525€ unter Anwendung drr Gleitzonenregelungen dasselbe tun.

Von Ihrem Netto in Version 2 verglichen mit Version 1 mal ganz abgesehen.

von
W*lfgang

Zitiert von: Rudiratlos
a) Rente ca 1000 Euro und 6300 Euro versicherungsfreier Minijob
Rudiratlos,

NEIN!

Bis zur Regelaltersgrenze ist (auch) der Minijob bei vorgezogenem Rentenbeginn versicherungspflichtig, wenn es nicht ein alter versicherungsfreier Minijob ist, denn Sie noch aus vor 2017 weiterschleppen.

Insofern ist für dieses Fall die Frage nach der 'Rendite' uninteressant, da sowieso zwangsversichert. Für jedes Jahr Minijob erwerben Sie einen Brutto-Rentenanspruch von mtl. 4,43 EUR, der bei Erreichen der Regelaltersrente auf die bisherige Rente draufgepackt wird.

Alle anderen Konstellationen sind schon verzwickter. Grundsätzlich kann man Ihnen immer den zusätzlichen Punkte-Wert ermitteln. ABER, was Sie 'netto' jeweils wirklich mehr haben ...hey, das geht ins Steuer- und SV-Recht mit allen Abzugsmöglichkeiten :-) Zumindest die 6300 im Jahr versicherungspflichtig wären ziemlich blödsinnig ...

Ich mache meinen Nachfragenden immer pauschal die 1000-EUR-Rechnung im Monat auf, was zu einer Rentenkürzung von 190 EUR mtl. führt. Der danach verbleibende 'Netto-Ertrag', gemessen an zusätzlichen Rentenbeiträgen in dieser Zeit und dem Rentenzuwachs hintendran - ist schon grenzwertig, bis sich das rechnet. 'Rendite' sicher ganz toll ...nur, die Uhr läuft rückwärts, auch wenn Sie Ihre Vorleistungen in 10 Jahren wieder raus haben sollten. Das sich private Investoren danach nicht nur alle 10 Finger lecken würden, steht auf einem anderen Blatt.

Um es nicht nur madig zu machen - natürlich bleibt Ihnen im Rahmen der Flexirente ein wirtschaftlicher Mehrbetrag ...Sie müssen nur auch Ihren (zusätzlichen) Zeitaufwand dafür sehen, den Sie oberhalb eines Minijobs investieren, da können Sie schon mal locker weit unter Mindestlohnniveau rutschen, wenn Sie das wirkliche Mehr-Netto umrechnen.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Aus den Pflichtbeiträgen für rentenversicherungspflichtig beschäftigte Altersrentner und den Pauschalbeiträgen für von der Rentenversicherungspflicht befreite geringfügig entlohnt
beschäftigte erwachsen zusätzliche Rentenanwartschaften. Diese Rentenanwartschaften
erhöhen die Altersrente ab dem Folgemonat des Erreichens der Regelaltersgrenze und anschließend immer am 01. Juli.

Für konkrete Probeberechnungen wenden Sie sich bitte direkt an Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger.

von
W*lfgang

Zitiert von: Rudiratlos
(...)
, dass die KI-Dummy-Experten wieder 'dran' sind - die abgelaufene Kommentar-Woche war einfach 'geil' ...nun denn, eben wieder mal Placebo-Antworten ;-)

Gruß
w.