Frage zum Besitzschutz

von
Manfred

Liebe Experten,

angenommen, man erhält ab dem 40. Lebensjahr eine Erwerbsminderungsrente.
Dann sind darin meines Wissens Zurechnungszeiten bis zum 55.(?) Lebensjahr enthalten.

Wenn die EM-Rente nun (aus welchen Gründen auch immer) ab dem 50. Lebensjahr wegfällt, gehen dann sämtliche Entgeltpunkte die sich durch die Zurechnungszeiten ergeben haben verloren oder bleiben die zurechnungszeitbedingten Entgeltpunkte bis zum 50. Lebensjahr erhalten und es entfallen nur die Entgeltpunkte für die Zeit nach dem Rentenwegfall?

MfG

Experten-Antwort

Zitiert von: Manfred
Liebe Experten,

angenommen, man erhält ab dem 40. Lebensjahr eine Erwerbsminderungsrente.
Dann sind darin meines Wissens Zurechnungszeiten bis zum 55.(?) Lebensjahr enthalten.

Wenn die EM-Rente nun (aus welchen Gründen auch immer) ab dem 50. Lebensjahr wegfällt, gehen dann sämtliche Entgeltpunkte die sich durch die Zurechnungszeiten ergeben haben verloren oder bleiben die zurechnungszeitbedingten Entgeltpunkte bis zum 50. Lebensjahr erhalten und es entfallen nur die Entgeltpunkte für die Zeit nach dem Rentenwegfall?

MfG


Hallo Manfred,

Die Zurechnungszeit wird immer nur für die jeweilige EM-Rente berechnet. Fällt diese EM-Rente weg, fallen mit Ihr auch die ausschließlich für diese Rente ermittelte Zurechnungszeit und die ermittelten Entgeltpunkte weg.

Bei einer späteren Rente, zum Beispiel einer erneuten EM-Rente oder der Altersrente, wird die für die frühere EM-Rente ermittelte Zurechnungszeit dann als Anrechnungszeit berücksichtigt, allerdings nur die Zeit bis zum Ende der früheren EM-Rente. Für diese sogenannte "Anrechnungszeit wegen Rentenbezugs" werden bei der späteren Rente die Entgeltpunkte neu ermittelt.

Und zum Abschluss noch ein kleiner Hinweis:
Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2018 geht die Zurechnungszeit sogar bis zum 62. Lebensjahr und 3 Monaten.

von
Klaus Wolter

Zitiert von: Manfred
Liebe Experten,

angenommen, man erhält ab dem 40. Lebensjahr eine Erwerbsminderungsrente.
Dann sind darin meines Wissens Zurechnungszeiten bis zum 55.(?) Lebensjahr enthalten.

Wenn die EM-Rente nun (aus welchen Gründen auch immer) ab dem 50. Lebensjahr wegfällt, gehen dann sämtliche Entgeltpunkte die sich durch die Zurechnungszeiten ergeben haben verloren oder bleiben die zurechnungszeitbedingten Entgeltpunkte bis zum 50. Lebensjahr erhalten und es entfallen nur die Entgeltpunkte für die Zeit nach dem Rentenwegfall?

MfG

Hallo Manfred,

wird die Erwerbsminderungsrente bis zum Bezug einer Altersrente weitergezahlt, entspricht die Höhe der Altersrente mindestens der Höhe der Erwerbsminderungsrente (sogenannter Besitzschutz).

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente richtet sich nach den bisher im Versicherungsleben zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten. Hierbei wird auch eine Zurechnungszeit für die Zukunft bis zur Vollendung des 60/62. Lebensjahres gebildet und bei der Erwerbsminderungsrente berücksichtigt. Die Bewertung dieser Zeit erfolgt mit dem "Durchschnitt" des bisherigen Versicherungslebens.
Endet der Anspruch auf Erwerbsminderungsrente vor Vollendung des 60/62. Lebensjahres, kann auch für den Zeitraum des "Nichtbezuges" der Erwerbsminderungsrente keine Zurechnungszeit mehr gebildet und bewertet werden. Werden dann bis zur Altersrente keine weiteren Zeiten zurückgelegt, wird die Altersrente sicherlich niedriger sein.

Allerdings wird der Anspruch auf Erwerbsminderungsrente nur entfallen, sofern aus medizinischer Sicht eine Arbeitstätigkeit wieder aufgenommen werden kann. Unter diesen Umständen wäre es ja so, dass dann weitere Beitragszeiten zurückgelegt werden könnten und die Altersrente daher sogar höher ausfallen könnte.

Mfg

von
Manfred

Vielen Dank!

von
Manfred

Zitiert von: Experte

Bei einer späteren Rente, zum Beispiel einer erneuten EM-Rente oder der Altersrente, wird die für die frühere EM-Rente ermittelte Zurechnungszeit dann als Anrechnungszeit berücksichtigt, allerdings nur die Zeit bis zum Ende der früheren EM-Rente. Für diese sogenannte "Anrechnungszeit wegen Rentenbezugs" werden bei der späteren Rente die Entgeltpunkte neu ermittelt.

Wird diese "Anrechnungszeit wegen Rentenbezugs" so bewertet, als hätte man in diesem Zeitraum sein bisheriges Durchschnittseinkommen erzielt oder wird diese Anrechnungszeit niedriger bewertet?

MfG

von
Schorsch

Zitiert von: Manfred
Zitiert von: Experte

Bei einer späteren Rente, zum Beispiel einer erneuten EM-Rente oder der Altersrente, wird die für die frühere EM-Rente ermittelte Zurechnungszeit dann als Anrechnungszeit berücksichtigt, allerdings nur die Zeit bis zum Ende der früheren EM-Rente. Für diese sogenannte "Anrechnungszeit wegen Rentenbezugs" werden bei der späteren Rente die Entgeltpunkte neu ermittelt.

Wird diese "Anrechnungszeit wegen Rentenbezugs" so bewertet, als hätte man in diesem Zeitraum sein bisheriges Durchschnittseinkommen erzielt oder wird diese Anrechnungszeit niedriger bewertet?

MfG


Dort wird alles ganz gut erklärt:

http://www.rententips.de/rententips/grv/berechnung/04.php

MfG

Experten-Antwort

Hallo Manfred,

der Durchschnitt aller Beiträge, die für Sie zur Rentenversicherung gezahlt wurden, ist ein wesentlicher Faktor für die Berechnung der Entgeltpunkte für Anrechnungszeiten wegen Rentenbezugs. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, wie viele Monate Sie in Ihrem gesamten Versicherungsleben mit anrechenbaren Zeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung belegt haben. Lücken im Versicherungsleben wirken sich dabei negativ aus und drücken den Schnitt Ihrer Beiträge.

Andererseits gibt es bestimmte Zeiten, die bei der Berechnung des Durchschnittswertes Ihrer Beiträge (mindestens) mit einem pauschalen Durchschnittswert bewertet werden (Zeiten der beruflichen Ausbildung, die ersten 3 Jahre einer versicherungspflichtigen Beschäftigung oder Tätigkeit vor dem 25. Lebensjahr und Berücksichtigungszeiten).

Die genaue Berechnung – besser gesagt: es sind zwei bis drei vergleichende Berechnungen – ist relativ kompliziert und umfangreich.