Fragen bzgl. Knappschaft Bahn / See

von
SuperTobi007

Guten Tag,

ich habe einige Fragen bzgl. der Konditionen zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und der Knappschaft Bahn See. Hintergrund: Mehrere Anrufe (Arbeitgeber, 2x sogar direkt bei der Knappschaft via Hotline) haben für widersprüchliche Informationen gesorgt. Anscheinend ist das Thema doch etwas komplexer als zunächst gedacht.

Wenn ich in einem entsprechendem Unternehmen arbeite, bei dem die Arbeitnehmer bei der Knappschaft versichert sind und der Arbeitnehmer den erhöhten Rentenanteil (24,7% statt 18,6%) beisteuert: Welche Vor- und Nachteile habe ich?

Sind meine folgenden Annahmen richtig?

Vorteile:

1. Alle Entgeltpunkte, die während der Arbeitszeit in so einem Unternehmen anfallen werden bei der Altersrente mit dem Rentenfaktor 1,3333 statt 1,0 multipliziert. Sprich: Durch den höheren Faktor gibt es eine um 1/3 höhere anteilige Brutto-Rente.

2. Die Beitragsbemessungsgrenze ist höher, so dass (bei entsprechendem Gehalt) mehr Entgeltpunkte pro Jahr erreicht werden können. (Werte von 2018, West)
Gesetzlich: 78.000€ / 37.873€ = 2,06
Knappschaft: 96.000€ / 37.873€ = 2,53

(Fiktives) Beispiel:
20 Jahre im Unternehmen, jährliches Gehalt 100.000€
- gesetzliche Rentenversicherung: 2,06 Entgeltpunkte * 20 Jahre * Faktor 1 * aktueller Rentenwert = 41,2 Entgeltpunkte * aktueller Rentenwert
- Knappschaft: 2,53 Entgeltpunkte * 20 Jahre * Faktor 1,3333 * aktueller Rentenwert = 67,47 Entgeltpunkte * aktueller Rentenwert
Unter dem Strich: 1,6x mehr Brutto Rente

Nachteile:

3. Einkommen > der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrenze werden höher besteuert.

Beispiel (wie oben: 100,000€ pro Jahr):
- gesetzliche Retenversicherung:
Rentenversicherung 7.254,00€
Arbeitslosenversicherung 1.170,00€
- Knappschaft:
Rentenversicherung 8.928,00€
Arbeitslosenversicherung 1.440,00€

Ist das so alles richtig, oder habe ich doch etwas falsch verstanden?

Viele Grüße

von
Tornado

Zitiert von: SuperTobi007
Guten Tag,

ich habe einige Fragen bzgl. der Konditionen zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und der Knappschaft Bahn See. Hintergrund: Mehrere Anrufe (Arbeitgeber, 2x sogar direkt bei der Knappschaft via Hotline) haben für widersprüchliche Informationen gesorgt. Anscheinend ist das Thema doch etwas komplexer als zunächst gedacht.

Wenn ich in einem entsprechendem Unternehmen arbeite, bei dem die Arbeitnehmer bei der Knappschaft versichert sind und der Arbeitnehmer den erhöhten Rentenanteil (24,7% statt 18,6%) beisteuert: Welche Vor- und Nachteile habe ich?

Sind meine folgenden Annahmen richtig?

Vorteile:

1. Alle Entgeltpunkte, die während der Arbeitszeit in so einem Unternehmen anfallen werden bei der Altersrente mit dem Rentenfaktor 1,3333 statt 1,0 multipliziert. Sprich: Durch den höheren Faktor gibt es eine um 1/3 höhere anteilige Brutto-Rente.

2. Die Beitragsbemessungsgrenze ist höher, so dass (bei entsprechendem Gehalt) mehr Entgeltpunkte pro Jahr erreicht werden können. (Werte von 2018, West)
Gesetzlich: 78.000€ / 37.873€ = 2,06
Knappschaft: 96.000€ / 37.873€ = 2,53

(Fiktives) Beispiel:
20 Jahre im Unternehmen, jährliches Gehalt 100.000€
- gesetzliche Rentenversicherung: 2,06 Entgeltpunkte * 20 Jahre * Faktor 1 * aktueller Rentenwert = 41,2 Entgeltpunkte * aktueller Rentenwert
- Knappschaft: 2,53 Entgeltpunkte * 20 Jahre * Faktor 1,3333 * aktueller Rentenwert = 67,47 Entgeltpunkte * aktueller Rentenwert
Unter dem Strich: 1,6x mehr Brutto Rente

Nachteile:

3. Einkommen > der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrenze werden höher besteuert.

Beispiel (wie oben: 100,000€ pro Jahr):
- gesetzliche Retenversicherung:
Rentenversicherung 7.254,00€
Arbeitslosenversicherung 1.170,00€
- Knappschaft:
Rentenversicherung 8.928,00€
Arbeitslosenversicherung 1.440,00€

Ist das so alles richtig, oder habe ich doch etwas falsch verstanden?

Viele Grüße

Hallo,

Du hast im Grunde genommen alles richtig und auch verstanden.

Gruß

Experten-Antwort

Den zuvor gemachten Ausführungen ist nichts hinzuzufügen.

von
Anonymous0815

Hallo,

kann mir jemand in diesem Fall Auskunft geben?

Mein RV-Träger ist die Knappschaft-Bahn-See (KBS), hervorgegangen aus einem früheren Nebenjob.
Neuerdings arbeite ich bei einem Unternehmen, bei dem Mitarbeiter i.d.R. nicht über die KBS versichert werden.
Das Unternehmen zahlt im Moment keinen erhöhten Arbeitgeberanteil von 15.4% in die RV für mich ein, sondern die für die allgemeine Rentenversicherung üblichen 9.3% des Bruttolohns. Also bin ist zwar die KBS mein RV-Träger, aber ich zahle nur die üblichen 18.6 % / Monat in die RV ein.

Welche Beitragsbemessungsgrenze und welcher Rentenfaktor gelten nun für mich?
Werden diese automatisch für mich angeglichen, je nach Arbeitgeberanteil am Beitrag zur RV?
Ist Unternehmen durch meinen RV-Träger KBS dazu verpflichtet, die erhöhten Arbeitgeberanteile einzuzahlen?

Danke und Gruß

von
DRV

Zitiert von: Anonymous0815
Hallo,

kann mir jemand in diesem Fall Auskunft geben?

Mein RV-Träger ist die Knappschaft-Bahn-See (KBS), hervorgegangen aus einem früheren Nebenjob.
Neuerdings arbeite ich bei einem Unternehmen, bei dem Mitarbeiter i.d.R. nicht über die KBS versichert werden.
Das Unternehmen zahlt im Moment keinen erhöhten Arbeitgeberanteil von 15.4% in die RV für mich ein, sondern die für die allgemeine Rentenversicherung üblichen 9.3% des Bruttolohns. Also bin ist zwar die KBS mein RV-Träger, aber ich zahle nur die üblichen 18.6 % / Monat in die RV ein.

Welche Beitragsbemessungsgrenze und welcher Rentenfaktor gelten nun für mich?
Werden diese automatisch für mich angeglichen, je nach Arbeitgeberanteil am Beitrag zur RV?
Ist Unternehmen durch meinen RV-Träger KBS dazu verpflichtet, die erhöhten Arbeitgeberanteile einzuzahlen?

Danke und Gruß

Nur wenn Sie in einem knappschaftlichen Betrieb arbeiten, profitieren Sie von den vorab erwähnten höheren Bewertungen.
Die alleinige Zuordnung zur KBS hat darauf keinen Einfluss. Sie unterliegen damit der rentenrechtlichen Bewertung und mit der Höhe der BBG den Werten aller Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung, ohne die KBS.

von
W*lfgang

Zitiert von: Anonymous0815
Mein RV-Träger ist die Knappschaft-Bahn-See (KBS), hervorgegangen aus einem früheren Nebenjob.

Hallo Anonymous0815,

ist damit eine reine Zuständigkeitsvorgabe: 1 Beitrag zur KBS und Ihr Rentenkonto wird von dort verwaltet - mit den Bedingungen der 'Allgemeinen Rentenversicherung' bei entsprechender Beschäftigung.

Andernfalls müsste die KBS den Betrieb sonst einstellen, da deren - seit 2005 zusammengefasster spezieller Versichertenkreis aus den ursprünglich 3 Sonderanstalten der Rentenversicherung - eigentliche Mitglieder so langsam ausbluten.

Gruß
w.