freiwillige beiträge

von
prognos

Sind freiwillige zusätzliche Beiträge in die Rentenversicherung möglich, bei abschlagsfreier Rente als besonders langjährig Versicherter.

von
Rentencrack

Hallo Prognos,

ja, das ist möglich. Die einzigen beiden Voraussetzungen sind, dass parallel keine Pflichtbeitragszeit liegt und die freiwillige Versicherung nur für bis zu dem Monat, in dem Sie die Regelaltersgrenze vollenden, zulässig ist.

Die Entgeltpunkte für die freiwilligen Beiträge werden dann erstmals ab dem Monat, der auf die Vollendung der Regelaltersgrenze folgt, berücksichtigt.

von
Schade

...und für jeden gezahlten Tausender bekommen Sie dann ab Regelalter etwa 4,5€ mehr Monatsrente.

Ob sich das rechnet?

Experten-Antwort

Hallo prognos,

bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze ist die Zahlung freiwilliger Beiträge möglich, sofern keine zeitgleichen Pflichtbeiträge vorliegen.
Bei Zahlung des monatlichen Mindestbeitrages i.H.v. 84,15 € erhöht sich die monatliche Brutto-Rente derzeit um 0,38 €.
Sie sollten sich vorab beraten lassen, sofern Sie tatsächlich die Zahlung freiwilliger Beiträge in Betracht ziehen.
Steuerrechtliche Fragen hierzu können von einem Berater der gesetzlichen Rentenversicherung jedoch nicht beantwortet werden.

von
prognos

Zitiert von: Schade
...und für jeden gezahlten Tausender bekommen Sie dann ab Regelalter etwa 4,5€ mehr Monatsrente.

Ob sich das rechnet?

Im Vergleich zu meiner fälligen Riesterrente ist das sehr gut, vor allem wirkt sich die freiwillige Einzahlung auch auf eine eventuelle Witwenrente aus.Zusätzlich kann man in der gRv auch mit einem gewissen Inflationsschutz rechnen.
Gruß
Prognos

von
prognos

Zitiert von: Experte/in
Hallo prognos,

bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze ist die Zahlung freiwilliger Beiträge möglich, sofern keine zeitgleichen Pflichtbeiträge vorliegen.
Bei Zahlung des monatlichen Mindestbeitrages i.H.v. 84,15 € erhöht sich die monatliche Brutto-Rente derzeit um 0,38 €.
Sie sollten sich vorab beraten lassen, sofern Sie tatsächlich die Zahlung freiwilliger Beiträge in Betracht ziehen.
Steuerrechtliche Fragen hierzu können von einem Berater der gesetzlichen Rentenversicherung jedoch nicht beantwortet werden.

Hallo
ich hatte eigentlich an eine einmalige Summe zum Zeitpunkt des eintritts meines vorzeitigen abschlagsfreien Renteneintritts gedacht.
Wäre auch das möglich ?
Zu welchem Zeitpunkt würde sich die zusätzliche freiwillige Einzahlung in einer Rentenerhöhung bemerkbar machen ?

vielen Dank und Grüße

von
senf-dazu

Zitiert von: prognos
... ich hatte eigentlich an eine einmalige Summe zum Zeitpunkt des eintritts meines vorzeitigen abschlagsfreien Renteneintritts gedacht. ...

Vorzeitig oder abschlagsfrei? Das ist hier die Frage ...
Wenn Abschlagsfrei, dann kann dafür keine Ausgleichszahlung erfolgen, siehe diverse Fragen hier zum § 187a SGB VI.

Zitiert von: prognos
... Zu welchem Zeitpunkt würde sich die zusätzliche freiwillige Einzahlung in einer Rentenerhöhung bemerkbar machen ? ...

"Nach meiner Kenntnis – ist das sofort, unverzüglich..." also quasi direkt bei Rentenbeginn, wenn die Zahlung rechtzeitig erfolgt. Ansonsten zum nächsten Juli.

von
prognos

Zitiert von: senf-dazu
Zitiert von: prognos
... ich hatte eigentlich an eine einmalige Summe zum Zeitpunkt des eintritts meines vorzeitigen abschlagsfreien Renteneintritts gedacht. ...

Vorzeitig oder abschlagsfrei? Das ist hier die Frage ...
Wenn Abschlagsfrei, dann kann dafür keine Ausgleichszahlung erfolgen, siehe diverse Fragen hier zum § 187a SGB VI.

Zitiert von: prognos
... Zu welchem Zeitpunkt würde sich die zusätzliche freiwillige Einzahlung in einer Rentenerhöhung bemerkbar machen ? ...

"Nach meiner Kenntnis – ist das sofort, unverzüglich..." also quasi direkt bei Rentenbeginn, wenn die Zahlung rechtzeitig erfolgt. Ansonsten zum nächsten Juli.

Hallo
mit vorzeitig und abschlagsfrei meine ich die Rente für besonders langjährig Versicherte. Also 45 Beitragsjahre und vorzeitig in Rente mit 63 Jahren und 4 Monaten (Jahrgang 1954).
Ich meine gelesen zu haben, dass das neue Flexirenten Modell die zusätzlichen freiwilligen Einzahlungen nun möglich macht.
Ich bitte um Aufklärung.

besten Dank und Grüße

von
Schade

Ich will mal ein Beispiel machen:

Angenommen Sie sind am 15.03.1954 geboren dann können Sie ab 01.08.2017 abschlagsfrei die AR haben, wenn Sie 45 Jahre aufweisen.
Durch das Flexi Gesetz dürften Sie nun bis zur Regelaltersgrenze (65+8), also bis November 2019 als Rentner freiwillige Beiträge zahlen.

Somit dürften Sie folgende Zahlungen (zwischen Mindest- und Höchstbeitrag) leisten.

5 Monate für 2017 - zahlbar bis 31.03.18
12 Beiträge für 2018 - zahlbar bis 31.03.2019
11 Beiträge für 2019 - die sollten vor Beginn der Regel AR im Dezember gezahlt sein.

Das wären maximal 28 Monate, beim Höchstbetrag also etwas über 30.000 €.

Das würde dann Ihre RegelAR um etwa 130 € brutto erhöhen.

Ob Ihne das rentabel scheint entscheiden Sie selbst.

von
suchenwi

Bei freiwilligen RV-Beiträgen, ebenso wie bei der Entscheidung,ob eine bAV als Rente oder in Raten ausgezahlt werden soll, kommt die versicherungsmathematische "Spekulation" (also Wette auf den eigenen Tod) ins Spiel. Es geht um Monate.

Vereinfachend kann man die Beitragssumme durch die zu erwartende Rentenerhöhung dividieren, z. B.:

84.15/0.38 = 221.44736842105263

Das heißt, bei Überleben des Rentenantritts von 222 Monaten (18 Jahre 6 Monate) amortisiert sich die freiwillige Zahlung.

Etwas verzerrt wird diese Abschätzung aber durch mehr oder weniger vorhersehbare Einflüsse:

+ nach dem eigenen Tod werden evtl. fällige Witwen-/Waisenrenten auch anteilig erhöht
+ zukünftige Erhöhungen von DRV-Rente oder bAV-Rente sind nicht einrechenbar

- die Erhöhung ist brutto, also KV/PV- und ESt-pflichtig
- bei der bAV fällt sogar der doppelte KV-Beitrag an

Man weiß es nicht (genau). Das letzte Hemd hat eh keine Taschen.

von
suchenwi

Weiteres Rechenbeispiel aus einer betrieblichen "Versorgungsprognose" eines süddeutschen Elektrokonzerns:

60062.55/318.11 = 188.81063154254818

Macht 15 Jahre 9 Monate bis zur Amortisation.
Die Alternative ist 1..12 Jahresraten, auch nach dem Tod. Die restlichen Ratenzahlungen gehen in die Erbmasse ein, nehme ich an.

Wieder die entscheidende Frage: wie lange werde ich wohl noch leben?
Mein letztes Hemd hat keine Taschen. Meine Töchter schon... ;^)