freiwillige Beiträge - Anspruch auf EMR

von
derPrivatier

Guten Tag,

folgende Ausgangslage :

Arbeitnehmer im Angestelltenverhältnis bis 30.06.2019, 48 Jahre alt,
30 Beitragsjahre, ALG 1 Bezug nach Ende des Arbeitsverhältnisses zunächst nicht geplant

Was ist über den 30.06.19 hinaus zu tun um den Anspruch auf EMR nicht zu verwirken ?

Freundliche Grüsse
derPrivatier

von
senf-dazu

Die DRV schreibt dazu:
(https://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232670/publicationFile/63947/freiwillig_rentenversichert_ihre_vorteile.pdf)
"Bitte beachten Sie:
Sie können sich Ihren Anspruch auf eine Rente
im Fall einer Erwerbsminderung mit freiwilligen
Beiträgen sichern, wenn Sie
> am 31. Dezember 1983 bereits die Wartezeit von fünf Jahren erreicht,
> seit Januar 1984 jeden Monat mit einer renten­rechtlich relevanten Zeit belegt haben und
> jetzt ohne Unterbrechung freiwillige Beiträge
zahlen."

siehe dazu auch
"Erwerbsminderungsrente: Das Netz für alle Fälle"
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf?__blob=publicationFile&v=30

In Ihrem Alter sollten daher Pflichtbeiträge (Minijob) die EM-Ansprüche aufrechterhalten ...

von
chi

Zitiert von: derPrivatier
Was ist über den 30.06.19 hinaus zu tun um den Anspruch auf EMR nicht zu verwirken ?

Grundsätzlich braucht es für einen EMR-Anspruch drei Jahre mit Pflichtbeiträgen in den fünf Jahren vor dem Leistungsfall (sogenannte Drei-Fünftel-Belegung). Eine Lücke bis zu zwei Jahren ist also erst einmal unschädlich. Ansonsten sind eben *Pflicht*beiträge erforderlich, freiwillige Beiträge genügen nicht. Pflichtbeiträge gibt es z.B. für einen Minijob mit eigenem Beitragsanteil (derzeit 3,6%) oder für die Erziehung eines Kinds in den ersten drei Lebensjahren (geht aber nur für einen Elternteil).

Experten-Antwort

Einige Hinweise haben Sie bereits von senf-dazu und chi erhalten, ich danke den beiden dafür.

Wenn Sie 48 Jahre alt sind, sind Sie Jg 1970 oder 1971 und können daher mit freiwilligen Beiträgen den EM Schutz nicht erhalten, denn Sie haben bei diesen Jahrgängen Ende 1983 garantiert noch keine 5 Beitragsjahre zur RV absolviert.

Daher müssen - egal wann Erwerbsminderung eintritt - in den 5 Jahren davor 36 Pflichtbeiträge liegen.

Es sind Pflichtbeiträge gefordert, Beiträge als Arbeitnehmer oder versicherungspflichtiger Selbständiger, aus Kindererziehung oder Pflege, ein Minijob mit dem Eigenanteil von 3,6 % , etc

von
derPrivatier

Besten Dank für die Antworten
folgende Fragen haben sich noch aus den DRV Broschüren ergeben:

Was bedeutet in diesem Zusammenhang "innerhalb kürzester Zeit"

Wenn Sie mitten im Berufsleben aus der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung ausscheiden, können Sie durch freiwillige Beiträge weiterhin vom Versicherungsschutz in der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren. Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung haben Sie dann allerdings innerhalb kürzester Zeit nicht mehr. Auch der Anspruch auf eine Rehaleistung kann unter Umständen verloren gehen.

zu Punkt 3.) ab welchem, du bis mindestens zu welchem Zeitpunkt ohne Unterbrechung

Bitte beachten Sie: Sie können sich Ihren Anspruch auf eine Rente im Fall einer Erwerbsminderung mit freiwilligen Beiträgen sichern, wenn Sie
1.) am 31. Dezember 1983 bereits die Wartezeit von fünf Jahren erreicht,
2.) seit Januar 1984 jeden Monat mit einer rentenrechtlich relevanten Zeit belegt haben und
3.) jetzt ohne Unterbrechung freiwillige Beiträge zahlen.

von
derPrivatier

Besten Dank für die Antworten
folgende Fragen haben sich noch aus den DRV Broschüren ergeben:

Was bedeutet in diesem Zusammenhang "innerhalb kürzester Zeit"

Wenn Sie mitten im Berufsleben aus der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung ausscheiden, können Sie durch freiwillige Beiträge weiterhin vom Versicherungsschutz in der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren. Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung haben Sie dann allerdings innerhalb kürzester Zeit nicht mehr. Auch der Anspruch auf eine Rehaleistung kann unter Umständen verloren gehen.

zu Punkt 3.) ab welchem, du bis mindestens zu welchem Zeitpunkt ohne Unterbrechung

Bitte beachten Sie: Sie können sich Ihren Anspruch auf eine Rente im Fall einer Erwerbsminderung mit freiwilligen Beiträgen sichern, wenn Sie
1.) am 31. Dezember 1983 bereits die Wartezeit von fünf Jahren erreicht,
2.) seit Januar 1984 jeden Monat mit einer rentenrechtlich relevanten Zeit belegt haben und
3.) jetzt ohne Unterbrechung freiwillige Beiträge zahlen.

Experten-Antwort

"Innerhalb kürzester Zeit" bedeutet, dass man nicht viel Zeit hat, weil freiwillige Beiträge spätestens bis 31.03. des Folgejahres gezahlt werden müssten.
Es eilt somit in aller Regel mit der Entscheidung.

Bsp: jemand ist seit Juli 2018 nicht mehr pflichtversichert, dann kann er freiwillige Beiträge für 2018 (Juli-Dez)nur noch bis 31.03.2019 zahlen - ist also wirklich eine recht kurze Zeit.

Ist aber alles für Sie überhaupt nicht relevant, weil Sie am 31.12.1983 "nie im Leben" bereits 5 Beitragsjahre voll hatten (siehe Ihr Alter!).

Deshalb brauchen Sie nicht über Formulierungen dazu nachgrübeln.

Selbstverständlich können Sie freiwillige Beiträge ab Ende der Pflichtversicherung zahlen, diese Beiträge haben aber - wegen des Alters - keinen anwartschaftserhaltende Funktion hinsichtlich einer EM Rente, sondern beeinflussen nur die spätere Altersrente.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 12.02.2019, 08:44 Uhr]

von
chi

Zitiert von: derPrivatier
Was bedeutet in diesem Zusammenhang "innerhalb kürzester Zeit"

Wenn Sie mitten im Berufsleben aus der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung ausscheiden, können Sie durch freiwillige Beiträge weiterhin vom Versicherungsschutz in der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren. Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung haben Sie dann allerdings innerhalb kürzester Zeit nicht mehr. Auch der Anspruch auf eine Rehaleistung kann unter Umständen verloren gehen.

Ich denke, das bezieht sich auf die erwähnte Drei-Fünftel-Belegung. Dann wäre es „nach höchstens zwei Jahren“ (früher, falls es in den drei Jahren vorher schon Unterbrechungen gab).

Das mit den Rehaleistungen sollte Sie nicht betreffen, weil man mit (mindestens) fünfzehn Jahren Beitragszeit immer einen Reha-Anspruch hat.