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Freiwillige Beiträge für Ausbildungszeiten

von
Fragender

Hallo,

ich habe relativ lange studiert. Dadurch ergeben sich Studienzeiten, die nicht mehr als Anrechnungszeiten berücksichtigt werden können. Diese sind im Versicherungsverlauf mit dem Zusatz "Hochschulausbildung Höchstdauer überschritten" versehen. Ich überlege mir gerade, ob ich für diese Zeiten freiwillige Beiträge zahlen möchte. Hierzu habe ich folgende Fragen:

Im § 207 SBG VI ist aufgeführt, dass der Träger der Rentenversicherung Teilzahlungen bis zu einem Zeitraum von 5 Jahren zulassen kann. Welche Kriterien muss man den erfüllen, dass diese Ratenzahlung auch gewährt wird? Ist dies abhängig Höhe des Gesamtbetrages, den man nachzahlen möchte? Wird bei einer hohen Nachzahlungsbetrag eine Teilzahlung eher gewährt als wenn man nur den Mindestbeitrag nachzahlen möchte?

Angenommen ich möchte für mehrere Jahre Beiträge nachzuzahlen und mir wird eine Ratenzahlung gewährt, bin ich dann auch verpflichtet die Raten zu zahlen? Oder kann ich beispielsweise nach 2 Jahren, wenn ich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass eine weitere Nachzahlung für mich keinen Sinn macht, einfach die Ratenzahlung einstellen?

Vielen Dank

Experten-Antwort

Bevor Sie sich für die Nachzahlung freiwilliger Beiträge für Ausbildungszeiten entscheiden, empfehlen wir Ihnen, sich in einer Beratungsstelle beraten zu lassen.
Es ist gesetzlich geregelt, dass die Teilzahlungen für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren zugelassen werden. Dabei sollte auf eine "sinnvolle" monatliche Ratenzahlung geachtet werden
und keine "Kleinstbeträge" gewählt werden. Wird die Nachzahlung für den beantragten Zeitraum zugelassen und wird der Zulassungsbescheid bindend, sie zahlen aber nicht innerhalb der vom Rentenversicherungsträger im Zulassungsbescheid gesetzten Frist den Gesamtbetrag beziehungsweise die einzelne Rate, stehen Ihnen aus diesem Zulassungsbescheid keine Rechte mehr zu.
Beantragen Sie aber erneut die Nachzahlung, ist - soweit die Anspruchsvoraussetzungen weiterhin erfüllt sind - die Nachzahlung (gegebenenfalls erneut mit Teilzahlung) zuzulassen. Dabei ist die jeweilige aktuelle Rechtslage zu beachten, ferner sind die zurzeit des neuen Antrages beziehungsweise die zum Zeitpunkt der jeweiligen Rate geltenden Werte (Beitragssatz, Mindest- und Höchstbeitrag) maßgebend.

von
W*lfgang

Hallo Fragender,

für 12 Monate Mindestbeitrag /rd. 1009 EUR erkaufen Sie sich einen mtl. Rentenanspruch von 4,40 EUR. Steigern Sie das auf Maximalbeitrag für 12 Monate, sind Sie mit gut 14.200 EUR dabei, der Rentenanspruch daraus wären 62,50 EUR mtl. Dabei könnte sich Ihr Gesamtleistungswert (Durchschnittswert aus allen Zeiten) erhöhen - wenn es denn später mal von Bedeutung ist.

Nur Zahlen, muss individuell mit Ihrem bisherigen und dem erwarteten künftigen Versicherungsleben abgeglichen werden, welchen Nutzeffekt das _heute_ hätte. Schwierig ...bis gar nicht vorhersehbar, was die Zukunft dann tatsächlich bringt.

Andererseits wäre heute einige froh gewesen, wenn Sie vor 20 30 40 Jahren mögliche freiwillige Beiträge in nunmehr 'wertlose' Ausbildungszeiten gepulvert hätten, Zeiten /Gesetze /Rentenansprüche ändern sich ...

Vielleicht gibt es noch einen kleinen Joker wegen der steuerlichen Komponente/Vorsorgeaufwendungen und sofortige Steuerentlastung - diesen Punkt (gerade auch wegen der ratenweisen Zahlungsmöglichkeit) klären Sie dann bitte vorab mit Ihrem Steuerberater.

Gruß
w.