Freiwillige Beiträge is zur Altersrente

von
Johann S.

Hallo,
ich bin am 01.07.1968 geboren, also 49 Jahre alt.
Ich erhalte seit 5 Jahren die volle und unbefristete EM-Rente.
Soweit ich richtig informiert bin wäre es nach geltendem Recht für mich möglich mit 63 Jahren in die vorzeitige Altersrente ohne weitere Abschläge (Bestandschutz ist wohl der Grund) zu wechseln.
Ich hoffe das ist bis hierher richtig?
Ich habe nun folgendes im Internet gelesen:

"Wer über genug Rücklagen verfügt, ist als Frührentner berechtigt, bis zum Erreichen der jeweiligen Altersgrenze freiwillige Beiträge in die Rentenversicherung einzuzahlen. Dadurch besteht die Möglichkeit, die spätere Altersrente zu erhöhen. Derzeit kann so monatlich ein Betrag zwischen 85,15 und 1187,15 Euro eingezahlt werden".

Trifft das auf meinen Fall zu?
Falls ja, wie mache ich das, bzw. gibt es einen speziellen Antrag?
Gibt es irgendwelche Konflikte mit der EM-Rente?

Viele Grüße
Johann S.

von
Klugpuper

1. Ja, Sie werden aufgrund der "besitzgeschützten Entgeltpunkte" später in eine Altersrente wechseln können, ohne dass der Zahlbetrag geringer wird.

2. Ja, Sie können grundsätzlich freiwillige Beiträge zahlen.

Es ist aber die Frage, ob sich die freiwilligen Beiträge tatsächlich rentensteigernd auswirken.

Ihre jetzt bezogene Rente ist aus den tatsächlichen Entgeltpunkten bis Eintritt der Erwerbsminderung berechnet, hinzu kommen Entgeltpunkte aus fiktiven Zeiten (von Eintritt der Erwerbsminderung bis 62. Lebensjahr).
Eine Altersrente wird später aus den tatsächlichen Entgeltpunkten berechnet (die Rentenbezugszeit wirkt sich aber auch aus). In der Regel kommt dabei weniger heraus als bei der Erwerbsminderungsrente. Dann greift aber der Besitzschutz, damit die Rente nicht sinkt.
Falls sie also eher niedrige Beiträge einzahlen, kann es sein, dass die Altersrente dennoch nicht höher ist als die Erwerbsminderungsrente, weil der Besitzschutz sich stärker auswirkt als die zusätzlichen Beiträge.
Falls Sie Maximalbeiträge einzahlen, dann wird sich die Altersrente gegenüber der Erwerbsminderungsrente erhöhen.

Am besten nehmen Sie Ihren Rentenbewilligungsbescheid mit zur nächsten Auskunfts- und Beratungsstelle und lassen sich einmal vorrechnen, ab welcher Höhe die freiwilligen Beiträge sich wirklich rentensteigernd auswirken.
Falls Sie dann freiwillige Beiträge zahlen wollen, kann man vor Ort den entsprechenden Antrag aufnehmen.

von
Fortitude one

Hallo Johanna S.,

schauen Ie mal hier.

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=46&no_cache=1&tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=34572&tx_mmforum_pi1%5Bsword%5D=Freiwillige%20beiträge#pid273588

Damit sollte Ihre Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet sein.
Wenn ich bedenke, dass Sie für ca. 18 Jahre Zurechnungszeit erhalten haben. Im Rentenbescheid können Sie genau sehen wie viel EP Sie dafür bekommen haben. Z. B. 1 EP *18=18 EP
Ab wann sich Freiwillige Beiträge (Euro?) sich rechnet entzieht sich meine Kenntnisse.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Johann S.

Danke für die Antworten!
Habe verstanden und hatte mir sowas auch schon gedacht.
Gruss
Johann S.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Johann S.,

Sie sind berechtigt, neben der Rente wegen Erwerbsminderung (EM-Rente) freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung zu zahlen.

Allerdings stimmen die von Ihnen angegebenen monatlichen Beitragswerte für die freiwillige Versicherung nicht ganz. Bei Zahlung im Jahr 2017 beträgt der Mindestbeitrag 84,15 Euro und der Höchstbeitrag 1.187,45 Euro.

Zu beachten ist hier, dass sich die freiwilligen Beiträge nicht in jeder Höhe positiv auf Ihre spätere Altersrente auswirken. Ihre Altersrente wird aus allen im Erwerbsleben zurückgelegten Beitragszeiten und Anrechnungszeiten berechnet. Die in der jetzigen EM-Rente enthaltene Zurechnungszeit wird in der Altersrente als Anrechnungszeit berücksichtigt. Diese wird mit einem Durchschnittswert aus allen bis zum Beginn der Altersrente zurückgelegten Zeiten bewertet. Zahlen Sie also niedrige freiwillige Beiträge, kann sich dieser Durchschnittswert vermindern. In jedem Fall würde aber ein Besitzschutz auf die in der EM-Rente berechneten persönlichen Entgeltpunkte bestehen, es könnten also (bei nahtlosem Übergang bzw. innerhalb von zwei Jahren) nicht weniger Entgeltpunkte für die Altersrente herauskommen als für die EM-Rente.
Hinsichtlich der Abschläge bei einer vorzeitigen Altersrente sind Sie allerdings falsch informiert. Sollten sich bei der Berechnung der Altersrente mehr Entgeltpunkte als in der Rente wegen Erwerbsminderung ergeben, sind diese auch mit einem entsprechenden Abschlag behaftet, da es für Sie keine Möglichkeit gibt, mit 63 Jahren in eine abschlagsfreie Altersrente zu wechseln.

Konkrete Aussagen über die Rentabilität der Zahlung von freiwilligen Beiträgen in Ihrem Fall sind ohne Probeberechnungen nicht möglich. Sie sollten sich also diesbezüglich unbedingt von Ihrem Rentenversicherungsträger beraten lassen.