Freiwillige Rentenverwicherung für Selbständige.

von
Hannes Bruckmeier

Folgendes Problem: ich bezahle als Selbständiger jeden Monat 300,00 Euro in die Rentenversicherung ein. Wurde auch so beantragt. Zusätzlich bezahle ich z. B. im Oktober einen Einmalbeitrag von 6.000,00 Euro. Im Jahr 2014 und 2015 hat dies einwandfrei funktioniert. Im Jahr 2016 lehnte der Sachbearbeiter die Zahlung ab mit dem Hinweis, dass einmal festgelegte Beiträge nicht mehr nachträglich verändert werden könnten. Mag ja sein, aber warum hat es dann in den Vorjahren funktioniert? Und müsste dann nicht zumindest im Jahr 2016 aus Billigkeitsgründen die Zahlung zugelassen werden? Eigentlich sollte sich die Rentenversicherung in so einem Fall eher kooperativ zeigen oder nicht? Danke schon mal für Antworten.

von
Klugpuper

Wenn Sie die Extrazahlung für 2017 leisten, anstatt für 2016, käme doch auch ein vernünftiges Ergebnis dabei heraus, oder nicht? Wegen der (momentanen) rechnerischen Auswirkung von monatlich 61 Ct (Brutto-)Rente würde ich jetzt keine Klage anstreben wollen.

Experten-Antwort

Sie haben die Möglichkeit, freiwillige Beiträge vom Mindest- bis zum Höchstbetrag monatlich zu entrichten. Der Höchstbeitrag liegt bei monatlich 1187,45 Euro. Wenn Sie also die kompletten Kalendermonate jeweils 300 Euro gezahlt haben, kann man nicht für Oktober 6000 Euro zahlen. Anders sieht es aus, wenn sie nicht laufend zahlen würden und am Jahresende die 6000 Euro einzahlen. Wenn Sie bei der Überweisung dann angeben, für welchen Zeitraum die Beiträge entrichtet werden sollen (z.B. Januar bis Dezember 2016) kann man diese 6000 Euro auf einen monatlichen Beitrag von 500 Euro aufteilen. Für die Zukunft rate ich Ihnen deshalb, erst zum Jahresende die Beiträge für das laufende Jahr zu zahlen. Damit sind Sie in der Beitragshöhe flexibler.

von
Hannes Bruckmeier

Danke für die Antwort. Ich möchte noch ergänzen, dass die Sonderzahlung immer in wirtschaftlich erfolgreichen Jahren getätigt wird. Es könnte somit sein, dass durch die Zahlung in 2017 der Steuereffekt geringer ausfällt. Da wäre dann der "Schaden" durch die fehlende Steuerersparnis möglicherweise ein paar hundert Euro. Auch deshalb wäre an einer Anerkennung der Zahlung für 2016 gelegen.

Experten-Antwort

Sicher ist die Steuerersparnis für die Zahlung von freiwilligen Beiträgen ein interessanter Aspekt. Das Sozialgesetzbuch räumt der Rentenversicherung aber ganz klare Regelungen ein. Aus meiner Sicht ist die Sonderzahlung nicht möglich. Worüber Sie jedoch nachdenken können, ist die Ausgleichszahlung für die mit Abschlägen behaftete vorgezogene Altersrente. Allerdings nicht rückwirkend für 2016. Ändern Sie einfach den starren Zahlungsrhythmus und schon sind Sie flexibel.

von
Klugpuper

Wenn es um die Senkung der Steuerlast geht, ist der Zeitpunkt der Zahlung ausschlaggebend, nicht der Zeitraum, für den diese Beiträge gelten.
Das Steuerrecht arbeitet nach dem Zuflussprinzip.
Ggf. sollten Sie nochmals Rücksprache mit dem Finanzamt oder Ihrer steuerberatenden Stelle halten.