Freiwillige Zahlung in die gesetzliche Rentenversicherung

von
Daniel

Hallo!
Ich bin 41 Jahre und mein Einkommen besteht ausschließlich aus Kapitalerträgen, schon immer. Ich habe also noch nie in eine Rentenkasse eingezahlt und werde es wohl auch nie. Ich bin aktuell in der GKV und Zahle ca. 360€ pro Monat freiwillig. Ich habe gelesen, dass man ab einem bestimmten Alter in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollte, damit man in die Krankenversicherung der Rentner aufgenommen werden kann. Dann würde man nicht mehr so viel Kassenbeiträge auf Kapitalerträge zahlen, wenn man alt ist. Wäre das auch in meinem Fall möglich, oder kann man das nur machen, wenn man Selbstständig ist? Und würde das auch gehen, falls ich in die PKV wechsel, oder ist dann die Vorversicherungszeit zu kurz?

von
Klugpuper

Es gibt Fragen, deren umfassende Beantwortung den Rahmen eines Forums sprengt.

Vorschlag:
Buchen Sie bis Monatsende (Zeitpunkt der Buchung) einen Termin in Ihrer Auskunfts- und Beratungsstelle. Das wahrt zumindest Fristen. Lassen Sie sich bei diesem Termin in Sachen Rente und KVdR beraten und entscheiden Sie dann, was machen wollen.

Zur Vorbereitung können Sie sich den Vordruck R0815 ansehen. Dort ist einiges erklärt.

von
chi

Zitiert von: Daniel
würde das auch gehen, falls ich in die PKV wechsel, oder ist dann die Vorversicherungszeit zu kurz?

Voraussetzung für die Pflichtversicherung als Rentner („KVdR“) ist nicht nur eine gesetzliche Rente (dazu mindestens fünf Jahre lang freiwillige Beiträge zahlen, auch für Nicht-Selbständige ohne weiteres möglich), sondern auch, daß man die zweite Hälfte des Erwerbslebens überwiegend (zu mindestens 90%) in der GKV verbracht hat. In Ihrem Fall würde mangels Erwerbsleben die Zeit vom 18. Geburtstag bis zum Rentenbeginn betrachtet werden, bzw. davon die zweite Hälfte.
Insofern würde es den Zweck (später KVdR) völlig verfehlen, jetzt in die private Krankenversicherung zu wechseln. Unabhängig davon können Sie es natürlich machen und bekommen dann dadurch auch (schon jetzt) eine Versicherung, deren Beitragshöhe nicht von der Höhe der Einkünfte abhängt.

Haben Sie übrigens Kinder? Da gilt eine Sonderregelung für die Mindest-GKV-Zeit.

Experten-Antwort

Hallo Daniel,

um später eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung bekommen zu können, müssen mindestens 60 Kalendermonate mit Beiträgen erfüllt sein. Diese Beiträge können auch freiwillig eingezahlt werden. Ob man als Rentner in die Krankenversicherung der Rentner aufgenommen wird, prüft nur die Krankenkasse zum Zeitpunkt der Rentenantragstellung. Grob gesagt, Sie müssen in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens bezogen auf den Zeitraum zu 90 Prozent Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse gewesen sein. Die gesetzliche Rentenversicherung ist an die Entscheidung der Krankenkasse gebunden und somit nur ausführende Instanz. Eine Beratung durch ihre Krankenkasse ist auch erforderlich.

von
Daniel

Danke erstmal für die Antworten.

Zitiert von: chi
[quote=317675]
Haben Sie übrigens Kinder? Da gilt eine Sonderregelung für die Mindest-GKV-Zeit.

Habe leider keine Kinder und bin noch Ledig.

Ich habe mich jetzt zwar noch nicht wirklich über die Kosten einer PKV informiert, aber die sollte sich doch auch im Bereich von 200€ - 500€ pro Monat bewegen, oder wird sich das drastisch ändern, je älter man ist? Wenn ich für eine PKV auch ca. 360€ pro Monat zahlen würde, dann könnte ich doch auch jetzt schon in eine PKV wechseln. Ich müsste mich dann nur entscheiden, ob ich im Alter eine bessere Versorgung durch die PKV haben will, oder die günstigeren Beiträge in der Rentenversicherung, vorausgesetzt ich könnte dahin wechseln., oder sehe ich das falsch? Mir wurde auch mal gesagt, dass ich nicht mehr in die GKV wechseln kann, wenn ich erstmal in der PKV bin.
Vielleicht sollte ich mal bei der AOK nachfragen, oder einen Rentenberater.

von
W*lfgang

Hallo Daniel,

Stichtag aus GKV-Sicht ist das 55.Lbj. Eine Rückkehr aus der PKV in die GKV ist grundsätzlich ausgeschlossen, Ihre AOK wird Sie über mögliche Rückkehrszenarien/Ausschlussgründe informieren. Daneben wurden die 'Vorversicherungszeiten' hinreichend dargestellt/und die etwaige (noch folgende ;-)) Kinderkomponente.

Und, dass Sie sich mit ein paar billigen Pflichtbeiträgen in die Rentenkasse(rd. 5000 € für die erforderlichen 60 Monate Mindestversicherungszeit für die Rente ab 67) mit einem kleinen Rentenanspruch (gut 20 €) 'einkaufen' und ab Rentenbeginn nur einen 2-€-KV/PV-Beitrag zahlen müssten, ist rein rechnerisch/gesetzlich möglich ...WENN dann nicht die 'anderen' Einkommensarten neben der Rente die GKV doch etwas 'anders' gestalten werden - auch hier wird Sie ihre AOK aufschlauen/welche Einkommensarten den Status bestimmen (Pflicht-/freiwillige Versicherung), was dann wirklich an (freiwilligem) Beitrag zu zahlen ist.

Ob GKV oder PKV werden Sie dann entscheiden ...denken Sie auch an Familienplanung und die Vor-/Nachteile beider Systeme.

Gruß
w.