Gegenüberstellung EMR nach altem und neuen Recht

von
Thomas

Gibt es schon irgendwo eine Gegenüberstellung EMR nach altem und neuen Recht?

Leider habe ich bisher nur die Gesetzestexte gefunden.

von
von Sauerbier

Zitiert von: Thomas
Gibt es schon irgendwo eine Gegenüberstellung EMR nach altem und neuen Recht?

Leider habe ich bisher nur die Gesetzestexte gefunden.

Kurz zusammengefasst:

Altes EMR vor Juli 2014 weniger Zurechnungszeit bedeutet weniger Geld.
Neues Recht bis über 5 Jahre mehr Zurechnungszeit bedeutet mehr Geld.

Soll aber nach Meinung der Politiker in Ordnung sein.

von
DRV

Zitiert von: Thomas
Gibt es schon irgendwo eine Gegenüberstellung EMR nach altem und neuen Recht?

Leider habe ich bisher nur die Gesetzestexte gefunden.

Was genau erwarten Sie denn von einer Gegenüberstellung außer der Verlängerung der Zurechnungszeiten? Rein rechnerisch ist liegt das immer am individuellen Durchschnittseinkommen des Versicherten.

von
Thomas

Zitiert von: DRV
Zitiert von: Thomas
Gibt es schon irgendwo eine Gegenüberstellung EMR nach altem und neuen Recht?

Leider habe ich bisher nur die Gesetzestexte gefunden.

Was genau erwarten Sie denn von einer Gegenüberstellung außer der Verlängerung der Zurechnungszeiten? Rein rechnerisch ist liegt das immer am individuellen Durchschnittseinkommen des Versicherten.

Ich erwarte keinen konkreten Betrag. Jedoch wäre eine Gegenüberstellung der Gesetzesänderungen gültig bis 07/2014 dann Änderung zum 01.01.2018 und nunmehr erneute Änderung zum 01.02.2019 hilfreich.

von
DRV

Derartige Gegenüberstellungen machen doch erst Sinn, wenn das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen ist,

von
Rentenuschi

Zitiert von: Thomas

Ich erwarte keinen konkreten Betrag.

Sondern?

MfG

von
gustl

Zitiert von: DRV
Derartige Gegenüberstellungen machen doch erst Sinn, wenn das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen ist,

das Verfahren wurde am 9.11 per Gesetzesbeschluss im Plenarsaal abgeschlossen.
Bestandsrentner gehen zum 3. mal leer aus obwohl Bundesrat, fast alle Experten und Szialverbände das kritisieren. Nur bei der Mütterrente werden Bestandsrentner berücksichtigt.

von
W*lfgang

Zitiert von: Thomas
Gibt es schon irgendwo eine Gegenüberstellung EMR nach altem und neuen Recht?
Leider habe ich bisher nur die Gesetzestexte gefunden.

Hallo Thomas,

...die Flyer sind schon in der Setzmaschine zum ersten Andruck ;-)

Bis zur endgültigen Wirksamkeit/Veröffentlichung im BGBl dauert es noch ein paar Tage. Bis dahin können Sie sich in die Erläuterungen/Neuregelungen zum geplanten Gesetz einlesen:

https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze/rv-leistungsverbesserungs-und-stabilisierungsgesetz.html

und für dann vermeintliches Altrecht dieses Merkblatt heranziehen:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.html

Gruß
w.

von
§93 SGB IV

Gibt es, hier zwei Modellrechnungen für Durchschnitts- und BBG Verdiener (jeweils Bruttorentenmehrbetrag):

https://www.bavers.de/Aktuelles-aus-der-Praxis/Aktuelles-II/

Experten-Antwort

Hallo Thomas,

nein, eine solche Gegenüberstellung für Erwerbsminderungrenten ist mir nicht bekannt. Aus meiner Sicht würde sie auch nur wenig Sinn ergeben, da sich die Änderungen durch das „RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetz“ nicht sinnvoll auf die Verlängerung der Zurechnungszeit reduzieren lässt. Im Übrigen kann ich mich dem Beitrag von „W*lfgang“ anschließen.

von
Rentenuschi

Zitiert von: §93 SGB IV
Gibt es, hier zwei Modellrechnungen für Durchschnitts- und BBG Verdiener (jeweils Bruttorentenmehrbetrag):

https://www.bavers.de/Aktuelles-aus-der-Praxis/Aktuelles-II/

Ich möchte mir den Hinweis nicht verkneifen, dass es sich bei den vorliegenden Modellrechnungen um nahezu unmöglich zu erreichende Beträge handelt.
In den Rechnungen wurden durchgehende Verdienste in Höhe des Durschnittsentgeltes aller Versicherten, bzw. in Höhe der BBG zugrunde gelegt.
Solche Versicherungsverläufe kann niemand vorweisen.

Das sollten Sie unbedingt beachten!

MfG

von
Durchschnittsottomustermann

Zitiert von: Rentenuschi
Zitiert von: §93 SGB IV
Gibt es, hier zwei Modellrechnungen für Durchschnitts- und BBG Verdiener (jeweils Bruttorentenmehrbetrag):

https://www.bavers.de/Aktuelles-aus-der-Praxis/Aktuelles-II/

Ich möchte mir den Hinweis nicht verkneifen, dass es sich bei den vorliegenden Modellrechnungen um nahezu unmöglich zu erreichende Beträge handelt.
In den Rechnungen wurden durchgehende Verdienste in Höhe des Durschnittsentgeltes aller Versicherten, bzw. in Höhe der BBG zugrunde gelegt.
Solche Versicherungsverläufe kann niemand vorweisen.

Das sollten Sie unbedingt beachten!

MfG

Warum sollten die Durchschnittsentgelte nicht als Grundlage verwendet werden können? Ist Durchschnitt nicht ein mathematisches Mittel, das auch in der Praxis vorkommt? BBG ist ein anderes Thema, denke, hier soll die maximal denkbare Auswirkung gezeigt werde. Halte das für informativ, dass im Durchschnittsfall ca. 90 Euro mehr Rentenanspruch entstehen werden. Haben sie da andere Erkenntnisse oder beraten sie in strukturschwachen Gebieten des Saarlandes und den neuen Ländern, mit Mindestlohn als Annahme?

von
Max-H

Zitiert von: Durchschnittsottomustermann

Warum sollten die Durchschnittsentgelte nicht als Grundlage verwendet werden können? Ist Durchschnitt nicht ein mathematisches Mittel, das auch in der Praxis vorkommt?

Das Durchschnittsentgelt der DRV ist eine durch Rechtsverordnung festgelegte und jährlich *fortgeschriebene* Rechengröße. Und zwar anhand der Veränderungsrate der Bruttolöhne pro Arbeitnehmer ohne 1-Euro Jobber.

Es ist also mitnichten so, dass ein tatsächliches Entgelt järhlich ermittelt wird, sondern seit annoduzemal mit der Veränderungsrate +/- fortgeschrieben wird.

Das Durchschnittsentgelt ist -unter Berücksichtigung der Daten der Bundesagentur für Arbeit, Entgeltstatistik- nach eigener Berechnung um etwa 10% häher als das durchscnittliche Bruttojahreseinkommen.
.

von
Durlaut

Zitiert von: Max-H
Zitiert von: Durchschnittsottomustermann

Warum sollten die Durchschnittsentgelte nicht als Grundlage verwendet werden können? Ist Durchschnitt nicht ein mathematisches Mittel, das auch in der Praxis vorkommt?

Das Durchschnittsentgelt der DRV ist eine durch Rechtsverordnung festgelegte und jährlich *fortgeschriebene* Rechengröße. Und zwar anhand der Veränderungsrate der Bruttolöhne pro Arbeitnehmer ohne 1-Euro Jobber.

Es ist also mitnichten so, dass ein tatsächliches Entgelt järhlich ermittelt wird, sondern seit annoduzemal mit der Veränderungsrate +/- fortgeschrieben wird.

Das Durchschnittsentgelt ist -unter Berücksichtigung der Daten der Bundesagentur für Arbeit, Entgeltstatistik- nach eigener Berechnung um etwa 10% häher als das durchscnittliche Bruttojahreseinkommen.
.

Und das ist also in freier Wildbahn nur äußerst selten anzutreffen oder was ist die Massage dahinter?

von
MARIE B.

Hallo,
könnte man nicht klagen, wegen Benachteiligung der Bestandsrentner?
MfG
Marie

von
Max-H

Zitiert von: Durlaut

Und das ist also in freier Wildbahn nur äußerst selten anzutreffen oder was ist die Massage dahinter?

die Message ist, dass das Durchschnittsentgelt der DRV, was "der Preis" für 1 Entgeltpunkt ist, eben nicht jährlich ermittelt wird (wie oben dargestellt), sondern fortgeschrieben, also das tatsächliche durchschnittliche Bruttojahreseinkommen nicht abbildet.

Die Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit gibt interssierten Menschen Auskunft, wo der Median liegt, wievel über oder unter einer bestimmten Grenze verdient wird usw. usf.

von
Kaiser

Zitiert von: Durchschnittsottomustermann
Zitiert von: Rentenuschi
Zitiert von: §93 SGB IV
Gibt es, hier zwei Modellrechnungen für Durchschnitts- und BBG Verdiener (jeweils Bruttorentenmehrbetrag):

https://www.bavers.de/Aktuelles-aus-der-Praxis/Aktuelles-II/

Ich möchte mir den Hinweis nicht verkneifen, dass es sich bei den vorliegenden Modellrechnungen um nahezu unmöglich zu erreichende Beträge handelt.
In den Rechnungen wurden durchgehende Verdienste in Höhe des Durschnittsentgeltes aller Versicherten, bzw. in Höhe der BBG zugrunde gelegt.
Solche Versicherungsverläufe kann niemand vorweisen.

Das sollten Sie unbedingt beachten!

MfG

Warum sollten die Durchschnittsentgelte nicht als Grundlage verwendet werden können? Ist Durchschnitt nicht ein mathematisches Mittel, das auch in der Praxis vorkommt? BBG ist ein anderes Thema, denke, hier soll die maximal denkbare Auswirkung gezeigt werde. Halte das für informativ, dass im Durchschnittsfall ca. 90 Euro mehr Rentenanspruch entstehen werden. Haben sie da andere Erkenntnisse oder beraten sie in strukturschwachen Gebieten des Saarlandes und den neuen Ländern, mit Mindestlohn als Annahme?

Super dass man weiß, dass der Durchschnittsrentner 90 € mehr hat. Nur was nutzt einem dieses Wissen?
Im Individualfall rein gar nichts.

von
Max-H

Zitiert von: Kaiser

Super dass man weiß, dass der Durchschnittsrentner 90 € mehr hat. Nur was nutzt einem dieses Wissen?
Im Individualfall rein gar nichts.

Näherungsweise kann man die bisherigen Entgeltpunkte durch Anzahl der Jahre seit 17. Lebensjahr teilen.

Beispiel,
Du hast 20,000 Entgeltpunkte (EP) lt. Rentenauskunft.
Dein Alter heute 42 Jahre
= 25 Jahre (42-17)

20 EP /25 Jahre
= 0,8 EP im Durchschnitt der bisherigen Gesamtbewertung.

max. 3 Jahre mehr Zurechnungszeit (Alter 65 statt 62) = +2,4 EP

1 EP West aktuell = 32,03 Euro
1 EP Ost aktuell = 30,69

2,4 x 32,03 = mtl. 76,87 Euro
2,4 x 30,69 = mtl. 73,66 Euro

Da ja gerade "Gerechtigkeitswoche" in ARD/ZDF ist,
Erwerbsminderungsrentenbeginne vor 01.07.2014 = 5 Jahre WENIGER Zurechnungszeit.

Sind in obigem Beispiel 5x 0,8 = 4 EP = mtl. 128,12 Euro WENIGER EMR (West). Wohlgemerkt lebenslang. U.a.S.!

Warum Arbeistminister Heil (SPD) den bisherigen EMR-Bestandrentnern nicht wenigtens 1 Jahr pauschal gutschreibt, bleibt sein soziales Ungerechtigkeitsgeheimnis.

von
Rentenuschi

Zitiert von: Kaiser

Super dass man weiß, dass der Durchschnittsrentner 90 € mehr hat. Nur was nutzt einem dieses Wissen?
Im Individualfall rein gar nichts.

Gsanz genau!

Der Wert der Zurchnungszeit wurde in den Modellrechnungen ermittelt, indem eine vom 17. Lebensjahr bis Leistungsfall DURCHGEHENDE Beschäftigung mit Entgelten in Höhe des Durchschnittsentgeltes/BBG angenommen wurde. Das ist für die Modellrechnungen natürlich in Ordnung, denn man braucht ja eine möglichst nachvollziehbare Berechnungsgrundlage.

Diese Versicherungsverläufe sind aber heute schon relativ selten und werden in Zukunft immer seltener, denn kaum noch jemand arbeitet sein ganzes Versicherungsleben lang durchgehend ohne Ausbildung, Arbeitslosigkeit, Kindererziehung, Teilzeit, Krankheit, Lücken.

Nur zur Erinnerung: Das Durchschnittsentgelt (West) liegt im Jahr 2018 bei 3156,- EUR monatlich. Das ist (leider) nicht nur im Osten oder der saarländischen Pampa für viele Beschäftigte unerreichbar.

Deshalb sollten die Ergebnisse der Modellrechnungen bei der Überlegung, was die EM-Rentner ab 2019 an Plus verbuchen können, eher mit einem "bis zu" im Hinterkopf gelesen werden.

MfG

von
Modi1969

Hallo,

Es gibt einen sehr einfachen Weg, individuell festzustellen, wie viel durch das neue Recht gewonnen werden kann: einfach beim Rententräger jetzt eine Rentenauskunft mit Anlagen anfordern und dann da. März 2019 eine neue Rentenauskunft mit Anlagen anfordern (bis dahin sollte das neue Recht hoffentlich fertig programmiert sein). Durch den Vergleich der Auskünfte sieht man dann sofort die Zahlbetragsveränderung durch die gesetzl. Neuregelungen.

Hilft zwar nicht unbedingt in jedem Fall (vor allem, wenn Kk/AfA/JC Antragstellung noch in 2018 fordern..), ist aber besser als theoretische Spekulation...