Grundrenten-Bewertungsmonate

von
fussy

Nach § 76g Abs. 3 SGB VI sind Grundrentenbewertungszeiten ja Kalendermonate, wenn auf diese Zeiten Entgeltpunkte entfallen, die für den (jeden?) Kalendermonat mindestens 0,025 Entgeltpunkte betragen.

Wie viele Monate ergeben sich, wenn vom 01.01.-11.04.1990 insgesamt 8.117 DM als Entgelt gemeldet wurden. Wären das 3 Monate (JAN-MRZ) oder 4 Monate (JAN-APR)?

Und wie sähe das mit einem Entgelt von nur 3980 DM aus? Wären das auch 3 Monate (JAN-MRZ) oder gar kein Monat?

Und wie viele Monate ergäben sich, wenn in beiden Fällen am 30.04.1990 noch eine Kinderberücksichtigungszeit begonnen hätte?

Danke für die Aufklärung

von
Nachhelfer

Für alle, die nicht gerne rechnen:

Die 8.117 DM (3.980 DM) ergeben insgesamt 0,1935 (0,0949) Entgeltpunkte. Teilt man das Entgelt oder die Entgeltpunkte entsprechend der Anzahl der Sozialversicherungstage im Verhältnis 90 und 11 zu 101 auf, ergeben sich für die Monate JAN-MRZ 7232,97 DM (3.546,53 DM) mit 0,1724 (0,0845) Entgeltpunkten und anteilig für APR 884,03 DM (433,47 DM) mit 0,0211 (0,0103) Entgeltpunkten.

Jetzt dürfte es den Grundrenten-Experten bei einem Vergleich mit den für eine "Grundrenten-Bewertungsmonat" mindestens erforderlichen 0,0250 Entgeltpunkte sicherlich möglich sein, @fussy’s Fragen zu beantworten.

Experten-Antwort

Hallo User fussy,

unabhängig davon, dass nach einer Beitragszeit nie direkt oder im gleichen Monat eine Berücksichtigungszeit wegen Kindererziehung beginnen kann (6 Wochen Schwangerschaft vor Geburt des Kindes), sind die Berechnungen von User Nachhelfer richtig.

Für Sie würde in den Beispielen bedeuten, dass die Monate Januar bis März als Grundrenten-Bewertungszeiten berücksichtigt werden könnten und der Monat April bei beiden Beispielen keine Berücksichtigung finden würde.

von
Jonny

Zitiert von: Experte/in
Hallo User fussy,

unabhängig davon, dass nach einer Beitragszeit nie direkt oder im gleichen Monat eine Berücksichtigungszeit wegen Kindererziehung beginnen kann (6 Wochen Schwangerschaft vor Geburt des Kindes), sind die Berechnungen von User Nachhelfer richtig.


Wieso? Ist das durch z.B. Adoption eines 4jährigen Kindes nicht möglich? Durch die dann zu geringen Anteile im April bleibt es aber auch dort wohl dabei, dass der April als Grundrentenzeit keine Grundrenten-Bewertungszeit Ist, oder doch?

von
Icke

Zitiert von: Experte/in
Hallo User fussy,

unabhängig davon, dass nach einer Beitragszeit nie direkt oder im gleichen Monat eine Berücksichtigungszeit wegen Kindererziehung beginnen kann (6 Wochen Schwangerschaft vor Geburt des Kindes), sind die Berechnungen von User Nachhelfer richtig.

Auch bei leiblichen Kindern ist dies durchaus möglich, da die 6 Wochen Mutterschutzfrist vor der Geburt nicht zwingend zu nehmen sind (anders als bei den 8 Wochen nach der Geburt). Frau darf durchaus bis zur Geburt arbeiten, wenn sie möchte.

Auch wenn das Kind deutlich zu früh auf die Welt kommt, ist der Beginn der Berücksichtigungszeit direkt im Anschluß an eine Beschäftigung möglich.

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