Grundrentenberechnung

von
Unwissend

Hallo,
meine Frage: wird bei der Prüfung, ob die EP mindestens 0,3 / max. 0,8 pro Jahr oder mindestens 0,025 / max. 0,0666 pro Monat der Grundrentenbewertungszeit betrugen, das ganze Jahr betrachtet oder nur die anteiligen Monate. Deutlicher wird es am Beispiel:
01/1975 - 07/1975 =
7 Monate Ausbildung à 0,0833 EP = 0,5831 EP

08/1975 - 12/1975 =
Beitragszeit = 0,2000 EP
würde ich dann:

a) das Jahr zusammenrechnen: ergäben sich 0,7831 EP
--> Damit unter 0,8 --> damit Grundrentenbewertungszeit 12 Monate

b) die Zeiträume einzeln betrachten ergäben sich
für den Zeitraum 01-07/1975 = 0,5831 EP :7 Mon = 0,0833 EP
--> Damit über 0,0666 --> damit keine Grundrentenbewertungszeit
für den Zeitraum 08-12/1975 = 0,2000 EP :5 Mon = 0,0400 EP
--> Damit über 0,025, aber unter 0,0666 --> Damit Grundrentenbewertungszeit 5 Monate

Ich hoffe durch das Beispiel wird deutlich welches Problem ich habe :-)
Danke für gute Erklärungen!

von
Sepp

12 Monate Grundrentenzeit und grundsättlich insgesamt 0,7831 EP Grundrentenbewertungszeit

Experten-Antwort

Hallo Unwissend,

für einen mehr als einen Kalendermonat, aber nicht ein Kalenderjahr umfassenden Zeitabschnitt ist der kalendermonatliche Entgeltpunktwert im Rahmen einer Durchschnittsbildung zu ermitteln, z.B. bei einer Meldung aufgrund der Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses.

Für individuelle Erläuterungen können Sie sich gerne an eine Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers wenden.

Allgemeine Informationen finden Sie auch in der Broschüre "Grundrente: Zuschlag zur Rente":

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/grundrente_zuschlag_zur_rente.html

von
Jonny

Ich gehe davon aus, dass vom 01.01.-31.07.1975 eine Berufsausbildung absolviert wurde. Das Entgelt dafür wird aber sicherlich unter dem Durchschnittsentgelt gelegen haben (also keinesfalls 0,0833 EP/Monat).

Bei der anschließenden Beitragszeit vom 01.08.-31.12.1975 (richtig?) sind die 0,2000 EP schon glaubwürdiger, da das versicherte Entgelt dann gut 4360 DM betragen hat, womit 48 % des Durchschnittsverdienstes erzielt wurden.

Bei beiden Zeiten handelt es sich um Grundrentenzeiten. Ob es sich dann auch um Grundrenten-Bewertungszeiten handelt (Mindestwert von 0,0250 EP/Monat) ist für jeden Zeitraum getrennt festzustellen.

Für die Zeit nach der Lehre ergeben sich 0,2000 EP / 5 = 0,0400 EP, womit der erforderliche Mindestwert erreicht wäre.

Für die 7 Monate mit Berufsausbildung ist der Wert von 0,0833 angegeben. Das wären monatlich nur 0,0119 EP und damit weniger als der erforderliche Mindestwert. Wichtig ist aber bei Berufsausbildung noch, dass auch evtl. zusätzliche Entgeltpunkte für diese 7 Monate an beitragsgeminderten Zeiten zu berücksichtigen sind. So könnte es sein, dass sich dann z.B. insgesamt 0,4200 Entgeltpunkte ergeben, womit der Monatsdurchschnitt von 0,0250 erreicht wäre.

Der von Ihnen angesprochene Wert von 0,8 bzw. 0,0667 ist für die Frage, ob es sich bei den zu betrachtenden einzelnen Zeiträumen um eine Grundrenten-BEWERTUNGSZEIT handelt oder nicht bedeutungslos. Er ist erst dann von Bedeutung, wenn Durchschnittswert für alle Grundrentenbewertungszeiten festgestellt ist. Er bildet die Grenze für die Bemessung des Zuschlags an Entgeltpunkte für langjährige Versicherung, wenn 35 Jahre mit Grundrentenzeiten vorliegen (§ 76g Abs. 4 SGB)

Jetzt wissender?

von
Rentennachfrager

Hallo Jonas
Gute Erklärung. Grundrentenbewertungszeiten haben zwar einen Min-wert aber keinen Max-wert (war nicht richtig bei Unwissender) . D.h. man wollte die Monate mit geringerem Verdienst herausfiltern. ( Mini-Job allein reicht nicht für Grundrente). Die o,8 /Jahr bzw. 0,067/Monat kommen erst bei dem Gesamtdurchschnitt und der Aufwertung in Betracht.

von
Rentennachrager

Sorry
sollte Jonny heissen !!!

von
Jonn

Zitiert von: Rentennachfrager
Hallo Jonas
Gute Erklärung. Grundrentenbewertungszeiten haben zwar einen Min-wert aber keinen Max-wert (war nicht richtig bei Unwissender) . D.h. man wollte die Monate mit geringerem Verdienst herausfiltern. ( Mini-Job allein reicht nicht für Grundrente). Die o,8 /Jahr bzw. 0,067/Monat kommen erst bei dem Gesamtdurchschnitt und der Aufwertung in Betracht.

Ja, auch Zeiten mit z.B. 1,9 EP in einem Jahr beeinflussen den gesamten Durchschnittswert, in diesem Fall sogar ziemlich negativ.

Interessant ist noch, wie z. B. angebrochene Kalendermonate berücksichtigt werden. 30.01. - 02.12. eines Kalenderjahres. Januar und Dezember für sich und Februar bis November zusammen oder Januar bis Dezember insgesamt?

von
Jonny

Zitiert von: Rentennachrager
Sorry
sollte Jonny heissen !!!

Sorry "Rentennachrager" mit dem Namen wollte ich auch geantwortet haben!!!

Nur noch eine Knacknuss zu meinem Beispiel für die Zeit vom 30.01. 02.12. z.B. für 2016 mit einem Entgelt von 10.850 DM bei einem Durchschnittsentgelt von 36187 DM. Wie viele Grundrenten-Bewertungsmonate gibt es dafür? 10 Monate oder gar keinen Monat?

von
Rentennachfrager

Zitiert von: Jonny
[quote=404882]Sorry

Nur noch eine Knacknuss zu meinem Beispiel für die Zeit vom 30.01. 02.12. z.B. für 2016 mit einem Entgelt von 10.850 DM bei einem Durchschnittsentgelt von 36187 DM. Wie viele Grundrenten-Bewertungsmonate gibt es dafür? 10 Monate oder gar keinen Monat?

Interessante Frage: das wären 12 Monate mit o,2998 RP (ich vermute für 2016 ist hier Euro statt DM gemeint). d.h. keine Bewertungsmonate. Ich vermute aber, die "Randmonate" werden anders gerechnet bzw. bewertet. Nur nach welcher Vorgabe? Wie wird der Durchschnitt gebildet? Tage gibt es doch nicht bei der Rentenberechnung, oder hat der Monat 30 Tage ? Wo findet der normale Mensch hierzu eine Anleitung oder Hinweis?
Woher weiss die vielzitierte Beratungsstelle das? Gibt " CURT" dazu Auskunft ? Bin gespannt auf die Lösung!

von
Jonny

Zitiert von: Rentennachfrager
[quote=404921]
Interessante Frage: das wären 12 Monate mit o,2998 RP (ich vermute für 2016 ist hier Euro statt DM gemeint). d.h. keine Bewertungsmonate. Ich vermute aber, die "Randmonate" werden anders gerechnet bzw. bewertet. Nur nach welcher Vorgabe? Wie wird der Durchschnitt gebildet? Tage gibt es doch nicht bei der Rentenberechnung, oder hat der Monat 30 Tage ? Wo findet der normale Mensch hierzu eine Anleitung oder Hinweis?
Woher weiss die vielzitierte Beratungsstelle das? Gibt " CURT" dazu Auskunft ? Bin gespannt auf die Lösung!

Fünf Fragen, auf die ich auch noch keine Antwort habe.

Die Expertenantwort lautet „ist der kalendermonatliche Entgeltpunktwert im Rahmen einer Durchschnittsbildung zu ermitteln“. Und im Gesetzestext steht „wenn auf diese Zeiten Entgeltpunkte entfallen, die für DEN Kalendermonat mindestens 0,025 Entgeltpunkte betragen“.

Weitere Fragen: Wie es wäre, wenn noch einige Tage vorliegen, z.B. weil am 5.1. die Schulausbildung abgebrochen wurde und/oder am 30.12. eine Anrechnungszeit wegen Mutterschutz beginnt. Würde dann das „Kalendermonatsprinzip“ hoch gehalten oder zu Tode geritten? Ergäbe das dann statt 0 Monaten doch 10 oder sogar 11 Monate?

von
Grundregeln

Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Rentennachfrager
[quote=404921]
Interessante Frage: das wären 12 Monate mit o,2998 RP (ich vermute für 2016 ist hier Euro statt DM gemeint). d.h. keine Bewertungsmonate. Ich vermute aber, die "Randmonate" werden anders gerechnet bzw. bewertet. Nur nach welcher Vorgabe? Wie wird der Durchschnitt gebildet? Tage gibt es doch nicht bei der Rentenberechnung, oder hat der Monat 30 Tage ? Wo findet der normale Mensch hierzu eine Anleitung oder Hinweis?
Woher weiss die vielzitierte Beratungsstelle das? Gibt " CURT" dazu Auskunft ? Bin gespannt auf die Lösung!

Fünf Fragen, auf die ich auch noch keine Antwort habe.

Die Expertenantwort lautet „ist der kalendermonatliche Entgeltpunktwert im Rahmen einer Durchschnittsbildung zu ermitteln“. Und im Gesetzestext steht „wenn auf diese Zeiten Entgeltpunkte entfallen, die für DEN Kalendermonat mindestens 0,025 Entgeltpunkte betragen“.

Weitere Fragen: Wie es wäre, wenn noch einige Tage vorliegen, z.B. weil am 5.1. die Schulausbildung abgebrochen wurde und/oder am 30.12. eine Anrechnungszeit wegen Mutterschutz beginnt. Würde dann das „Kalendermonatsprinzip“ hoch gehalten oder zu Tode geritten? Ergäbe das dann statt 0 Monaten doch 10 oder sogar 11 Monate?

Sie lernen es auch nicht, dass man sich an einen Thread nicht dranhängen soll, wenn dieser schon eine Expertenantwort enthält.

von
Abschläge

Zitiert von: Jonny

Fünf Fragen, auf die ich auch noch keine Antwort habe.

...

Hallo Jonny,

die Hinweise in der hier zu findenden Broschüre

https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/die-neue-grundrente-fuer-langjaehrig-versicherte/

sollen recht hilfreich sein

und dies dann in Verbindung mit den GRA in rvRecht...

dann kommen Sie sicherlich weiter :-)

von
Jonny

Zitiert von: Abschläge
Zitiert von: Jonny

Fünf Fragen, auf die ich auch noch keine Antwort habe.

...

Hallo Jonny,

die Hinweise in der hier zu findenden Broschüre

https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/die-neue-grundrente-fuer-langjaehrig-versicherte/

sollen recht hilfreich sein

und dies dann in Verbindung mit den GRA in rvRecht...

dann kommen Sie sicherlich weiter :-)

Danke vielmals für die allgemein gefasste umfangreiche Broschüre. Leider komme ich aber auch damit nicht weiter. Es gibt keine Beispiele mit angebrochenen Kalendermonaten. Also warte ich noch etwas.

von
Abschläge

§122 SGB VI

https://books.google.de/books?id=zm8rEAAAQBAJ&pg=PA40&lpg=PA40&dq=grundrentenzuschlag+teilmonate+berechnen&source=bl&ots=VawOCn8YeQ&sig=ACfU3U02Z1Ea3aJJlnlqvBlzm7sEgn-i-Q&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiQmo-mmcf7AhUMwAIHHeSpDFsQ6AF6BAguEAM#v=onepage&q=grundrentenzuschlag%20teilmonate%20berechnen&f=false

von
Jonny

Zitiert von: Abschläge
§122 SGB VI

https://books.google.de/books?id=zm8rEAAAQBAJ&pg=PA40&lpg=PA40&dq=grundrentenzuschlag+teilmonate+berechnen&source=bl&ots=VawOCn8YeQ&sig=ACfU3U02Z1Ea3aJJlnlqvBlzm7sEgn-i-Q&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiQmo-mmcf7AhUMwAIHHeSpDFsQ6AF6BAguEAM#v=onepage&q=grundrentenzuschlag%20teilmonate%20berechnen&f=false

Geht es bei dem Problem nicht eher um § 124 Abs. 1 SGB VI?

Vielleicht hat der Gesetzgeber vergessen, etwa folgenden Dreisatz aufzuführen.

„Betrifft ein Wert einen größeren Zeitraum, ist der Einzelwert für einen kürzeren Zeitraum im Verhältnis des kürzeren Zeitraums zum Gesamtzeitraum zu bilden.“

Erstaunlich, dass für die Aufteilung vollwertiger Beitragszeiten und beitragsgeminderter Zeiten die Träger den Dreisatz auch ohne ausdrückliche Gesetzesregelung anwenden und vor der Ermittlung der Entgeltpunkte das gemeldete Entgelt aufteilen.

Interessante Themen

Altersvorsorge 

So sicher ist Ihre Altersvorsorge

Versicherungen, Banken oder Arbeitgeber können pleite gehen – wie sieht es dann mit dem Ersparten oder der Betriebsrente aus? Wie sicher welche...

Soziales 

So gibt es nicht nur für Rentner mehr Wohngeld

Gut 700.000 Rentner dürften 2023 erstmals Anspruch auf Wohngeld haben. Wie viel Wohngeld es bei welcher Rente gibt.

Rente 

Rente und Pflege im Todesfall: Was Erben wissen müssen

Wer in Deutschland stirbt, hat zuvor zumeist Rente oder Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Für Hinterbliebene und Erben ergeben sich daraus...

Altersvorsorge 

Warum Bausparen sich wieder lohnen kann

Bausparverträge werden dank niedriger Darlehenszinsen wieder attraktiver. Richtig eingesetzt, lassen sich Tausende Euro sparen.

Rente 

Endspurt für freiwillige Rentenbeiträge

Viele Versicherte können sich zusätzliche Rentenpunkte kaufen. Wer das noch vor Ende des Jahres tut, kann dabei viel Geld sparen.