Gutachten über Erwerbsfähigkeit 6-8 Std. einsatzfähig trotz Schizophrenie

von
Aha19

Hallo,

eine Frage: Ich habe drei erfolglose Umschulungen in der Pflege aufgrund einer Schizophrenie hinter mir.
Hatte mal ein Studium 2008 abgeschlossen, als 2009 die Krankheit das erste Mal attestiert wurde. Dann kamen eben die drei Umschulungsversuche, in denen ich beruflich nicht mehr weiterkam, Episoden und Krankenhausaufenthalte hatte.
Das Gutachten vom Arbeitsamt sagt nun vor einer bevorstehenden Reha, dass ich trotz Krankheitsverlauf 6-8 Std arbeitsfähig bin.
Fühle mich persönlich aber nicht dazu in der Lage. Habe soziale Anpassungsschwierigkeiten und kann unter Stress schnell einen neuen Schub entwickeln. Das äußert sich in paranoiden Gedankengänge, Stimmenhören und letztendlich Arbeitsunfähigkeit.
Meine Frage: Was zählt bei einem EM- Antrag? Das Gutachten der Reha oder das vorherige Gutachten des Arztes der Arbeitsagentur? Ich habe ehrlich gesagt Angst, voll arbeiten zu müssen, obwohl es mir nicht gut geht.

von
Onkel Otto

Bei der EM-Rente zählt alleine das von der DRV in Auftrag gegebene Gutachten. Haben Sie auch die Wartezeiten erfüllt, dann stellen Sie einfach den Antrag und schauen was dabei heraus kommt. Das Gutachten der AfA müssen Sie nicht erwähnen.

von
Aha19

Ich denke mal, dass die Reha der Arbeitsagentur nötig ist vor einem Rentenantrag?
Danke für die Antwort!

von
Aha19

Die Wartezeiten sind erfüllt...

von
Herz1952

Hallo Aha19,

wie Onkel Otto schon erwähnte, kommt es auf die Beurteilung der RV an, bzw. wie stark Sie durch diese Krankheit behindert sind.

Ich habe selbst erlebt, wie der Gutachter des Arbeitsamtes unseren Sohn beurteilt hat. Er könnte noch 3 - 6 Stunden arbeiten, denn für die Rente sei er noch zu jung. Aber für die Krankheit spielt dies keine Rolle. Vielleicht hatte der Gutachter auch noch die Hoffnung, dass er es doch noch schaffen könnte.

Sein Fachabitur in Informatik Bereich Anwendung hat er in 2 Std. täglich durchgezogen weil nicht mehr ging ("Vorschulungen" waren allerdings reichlich vorhanden).

Ein nachfolgender Rentenantrag wurde mit voller EM-Rente befristet bewilligt. Anschließend "ohne Befristung" (auf unbestimmte Dauer).

Aufgrund von Unterbrechungen im Erwerbsleben hatte er aber nur eine niedrige Rente und Grundsicherungsniveau und muss aufstocken. Allerdings war die Wartezeit für die EM-Rente erfüllt Den Rentenantrag legen Sie dem Arbeitsamt vor, damit Sie erst einmal in Ruhe gelassen werden.
Scharf ist das Arbeitsamt auch nicht auf "schwer Vermittelbare".

Noch eine Empfehlung: Stellen Sie auch einen Antrag auf Schwerbehinderung. Das hat zwar mit der Rente nichts zu tun, aber Sie könnten ihn evtl. gebrauchen. Soweit ich weis, sind da Sanktionen durch das Jobcenter nicht möglich.

Alles Gute.

von
KSC

Was meinen Sie mit Reha von der Arbeitsagentur?

Aber egal, wichtig ist was der Rentengutachter meint.

Stellen Sie den Antrag und es wird geprüft.

von
Herz1952

Hallo Aha19

soweit ich weis, wird die Reha nicht (weil medizinisch notwendig) vom Arbeitsamt, sondern von der RV geprüft und auch bezahlt. Dabei stellt sich auch die Frage, ob eine Besserung erreicht werden kann.

Die Ablehnung kann auch lauten: Krank zu Hause. Sie sollten sich vorsichtshalber auch von Ihrem Arzt AU schreiben lassen.

Auch bei einem Rentenantrag geht "Reha vor Rente". Sie haben doch schon verschiedene Krankenhausaufenthalt hinter sich, da stellt sich so wie so die Frage, ob eine Reha zur Zeit was bringt. Natürlich dürfen Sie auch die Reha mitmachen, wenn diese genehmigt wird. Man sollte die Hoffnung natürlich nicht so schnell aufgeben.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Noch eine Empfehlung: Stellen Sie auch einen Antrag auf Schwerbehinderung. Das hat zwar mit der Rente nichts zu tun, aber Sie könnten ihn evtl. gebrauchen. Soweit ich weis, sind da Sanktionen durch das Jobcenter nicht möglich.

Schon wieder Quark mit Soße.
Warum sollte wohl eine Schwerbehinderung vor Jobcenter-Sanktionen schützen?

Auch Schwerbehinderte können noch voll erwerbsfähig sein und sind somit selbstverständlich dazu VERPFLICHTET, sich intensiv um Arbeit zu bemühen und JEDE zumutbare Arbeit anzunehmen.

MfG

von
Groko

Zitiert von: Aha19

Hallo,

eine Frage: Ich habe drei erfolglose Umschulungen in der Pflege aufgrund einer Schizophrenie hinter mir.
Hatte mal ein Studium 2008 abgeschlossen, als 2009 die Krankheit das erste Mal attestiert wurde. Dann kamen eben die drei Umschulungsversuche, in denen ich beruflich nicht mehr weiterkam, Episoden und Krankenhausaufenthalte hatte.
Das Gutachten vom Arbeitsamt sagt nun vor einer bevorstehenden Reha, dass ich trotz Krankheitsverlauf 6-8 Std arbeitsfähig bin.
Fühle mich persönlich aber nicht dazu in der Lage. Habe soziale Anpassungsschwierigkeiten und kann unter Stress schnell einen neuen Schub entwickeln. Das äußert sich in paranoiden Gedankengänge, Stimmenhören und letztendlich Arbeitsunfähigkeit.
Meine Frage: Was zählt bei einem EM- Antrag? Das Gutachten der Reha oder das vorherige Gutachten des Arztes der Arbeitsagentur? Ich habe ehrlich gesagt Angst, voll arbeiten zu müssen, obwohl es mir nicht gut geht.


Du solltest deine Schauspielerischen Fähigkeiten verbessern.

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

Das stimmt schon, aber was ist "zumutbar"? Außerdem darf man seine Behinderung nicht verschweigen, sofern diese die Arbeit beeinträchtigen kann. Dann darf das Jobcenter nicht deswegen sperren, weil die Arbeit nicht angenommen wurde bzw. der Jobsuchende hätte es nicht gewollt, dass er eingestellt wird.

Gerade bei Psychischen Krankheiten, ist es sehr schwer, wenn nicht unmöglich Arbeit zu bekommen. Da braucht man sich nicht noch vom Jobcenter drangsalieren zu lassen. Vielleicht gibt es auch schon Urteile gegen das Job-Center in diesen Fällen.

Bei Ihnen war das ja etwas anderes, Sie wollten und k o n n t e n auch arbeiten. Sie haben ja auch mit offenen Karten gespielt. Das war vollkommen in Ordnung. Das hat zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber Vertrauen geschaffen und das war für beine Seiten eine "win-win"-Situation.

Sie wissen ja gar nicht, wie sich unser Sohn bemüht hat. Jemand im Alter unseres Sohnes war 30 Grad behindert. Der Personalleiter einer Verleihfirma hat ihm geraten, schleunigst einen Rentenantrag zu stellen, weil er keine Chance hatte. Eine Umschulung in einen "Büroberuf" hat auch nichts gebracht.

Ob Aha19 ganz in Ruhe gelassen wird ist eine andere Sache. Aber ein Behindertenausweis kann eine Hilfe bei der Wohnungssuche sein (Sozialwohnung bevorzugt).

Ich glaube ja auch, dass er eine mögliche Chance wahrnehmen wird, falls es ihm überhaupt möglich ist.

Das ganze Sozialsystem ist von (reltiv) Gesunden geschaffen worden (Selbstverwaltung nennt sich das, da ist kein einziger etwas schwerer Erkrankter "Dauerpatient" mit von der Partie) Das ist mitunter nur eine Diktatur der Gesunden gegenüber den Kranken.

Aber auch das Jobcenter wird "froh" sein, wenn es solche Kranken nicht vermitteln muss, bzw. diese aus der Vermittlungsstatistik wieder herausen hat. Zumindest, wenn zu diesem Zeitpunkt wenig oder keine Hoffnung besteht.

Ab Rentenantrag wurde auch unser Sohn in Ruhe gelassen vom Jobcenter. Vorher hat er jede Woche eine Bewerbung geschrieben. Manche wurden nicht einmal zurückgeschickt oder es gab gar keine Antwort.

MfG

von
Jupp

@ Herz1952
Wie immer viel Geschwafel gepaart mit Unwissenheit!
Fakt ist, wer Sozialleistungen bezieht, der hat Rechte und Pflichten und kann bei Verstoß gegen seine Pflichten sanktioniert werden, ganz egal ob er SB ist oder nicht.
Denn meines Wissens wurde bisher das BGE noch nicht eingeführt.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Hallo Schorsch,

Das stimmt schon, aber was ist "zumutbar"?


Zumutbar ist JEDE Tätigkeit, die einen weder geistig noch körperlich überfordert.
Eigentlich ganz simpel, oder?

MfG

von
Aha19

Hallo Herz1952,

danke für Ihre sehr offene Antwort! Dass hier einige sehr abschaetzigen Kommentare wie schauspielerei und dergleichen kommen, war klar. Aber man erfährt mehr durch ihre Beiträge.

Ich möchte mal sagen, dass es ein Gesunder nicht nachvollziehen kann, was diese Krankheit für einen selbst und auch fuer Angehörige bedeutet. Ich habe genug Krankenhausaufenthalte hinter mir, um das sagen zu können. Viel Erfolg in Ihrem Fall!

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

ich habe doch gar nichts anderes geschrieben. Das kann allerdings ein gesunder Job-Sachbearbeiter nicht bestimmen und auch kein noch so guter Gutachter. Das wissen Sie doch auch. Sie wussten doch, dass Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben konnten.

Der Gutachter hatte eben bei Ihnen Recht, ein anderer Bearbeiter hat vielleicht was anderes hineininterpretiert, was nicht vorhanden war. Der Gutachter durfte bestimmt nicht schreiben, dass er den Beruf kennt, bzw. sich mit Ihnen unterhalten hat. Er muss ganz formell und "neutral" schreiben. Bei der Rentenfindung ist nicht nur der Gutachter beteiligt, der die persönliche Untersuchung gemacht hat, Ob dies ein vorgesetzter Arzt ist oder ein halber Schreibtischtäter das weis ich nicht. Aber, dass mehrere Personen dafür zuständig sind, hat schon mal ein Experte geschrieben.

Was glauben Sie, welcher Schrott mitunter in meinen Arztberichten steht? Vor Gericht entscheidet der Richter aufgrund der Aussage des Gutachters. Selbst, wenn er daran zweifelt wird er nicht das Gutachten als falsch hinstellen. Richter sind "unabhängig".:-).

MfG

von
Schreiberling

Aha ich wünsche Ihnen viel Glück......und wünsche Ihnen das Sie ihr Ziel erreichen......wer eine unsichtbare Krankheit hat tut doppelt schwer......selbst hier in diesem Forum....!

LG
Ein Schreiberling....

von
W*lfgang

Zitiert von: Onkel Otto
Das Gutachten der AfA müssen Sie nicht erwähnen.
...wattn *Scheiß hier bisher zur Frage von Aha19 geschrieben worden ist! :-)

Natürlich kann das Afa-Gutachten für die DRV reichen, wenn es dafür bereits die Reha-relevanten Inhalte hat. Wenn nicht, kommt die Auswertung zeitnaher anderer Gutachten/med. Berichte hinzu. Lässt sich dann immer noch keine Aussage pro/contra Reha feststellen, wird ein DRV-Gutachten in-/extern eingeleitet.

Und, bis dahin ist die Entscheidung in der Schwebe - erst dann kommt sie ...wenn man/frau dann damit nicht einverstanden ist, geht man auf den 'Rechtsweg' ...bis dahin sollte man 'Laberein' hier ignorieren.

>Aha19: Meine Frage: Was zählt bei einem EM- Antrag?

Ihr 'Gefühl' sicher nicht ...lassen Sie die beteiligten Stellen zunächst einfach ihre Arbeit machen - Ihre diesbezüglichen Rechte haben Sie aber auch.

Gruß
w.

von
Genervter

Zitiert von: Groko

Zitiert von: Aha19

Hallo,

eine Frage: Ich habe drei erfolglose Umschulungen in der Pflege aufgrund einer Schizophrenie hinter mir.
Hatte mal ein Studium 2008 abgeschlossen, als 2009 die Krankheit das erste Mal attestiert wurde. Dann kamen eben die drei Umschulungsversuche, in denen ich beruflich nicht mehr weiterkam, Episoden und Krankenhausaufenthalte hatte.
Das Gutachten vom Arbeitsamt sagt nun vor einer bevorstehenden Reha, dass ich trotz Krankheitsverlauf 6-8 Std arbeitsfähig bin.
Fühle mich persönlich aber nicht dazu in der Lage. Habe soziale Anpassungsschwierigkeiten und kann unter Stress schnell einen neuen Schub entwickeln. Das äußert sich in paranoiden Gedankengänge, Stimmenhören und letztendlich Arbeitsunfähigkeit.
Meine Frage: Was zählt bei einem EM- Antrag? Das Gutachten der Reha oder das vorherige Gutachten des Arztes der Arbeitsagentur? Ich habe ehrlich gesagt Angst, voll arbeiten zu müssen, obwohl es mir nicht gut geht.


Du solltest deine Schauspielerischen Fähigkeiten verbessern.

Und Du Großkotz, äh Groko besser aus diesem Forum verschwinden!

von
Karl von Wredenstein

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Onkel Otto
Das Gutachten der AfA müssen Sie nicht erwähnen.
...wattn *Scheiß hier bisher zur Frage von Aha19 geschrieben worden ist! :-)

Natürlich kann das Afa-Gutachten für die DRV reichen,

Und weshalb sollte man ein solch ungünstiges Gutachten bei der Antragstellung erwähnen? Da wartet an doch besser ab, welche Schlüsse der Gutachter der Rentenversicherung zieht.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Hallo Schorsch,

Das kann allerdings ein gesunder Job-Sachbearbeiter nicht bestimmen und auch kein noch so guter Gutachter.


Im Zweifelsfall bestimmt das ein Richter und über Ihren Geisteszustand entscheidet im Zweifelsfall ein Facharzt für Psychiartrie.

MfG

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Das wissen Sie doch auch. Sie wussten doch, dass Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben konnten.

Der Gutachter hatte eben bei Ihnen Recht, ein anderer Bearbeiter hat vielleicht was anderes hineininterpretiert, was nicht vorhanden war. Der Gutachter durfte bestimmt nicht schreiben, dass er den Beruf kennt, bzw. sich mit Ihnen unterhalten hat.


Schon wieder Quark mit Soße.

MfG