Gutachten über Erwerbsfähigkeit 6-8 Std. einsatzfähig trotz Schizophrenie

von Experte Experten-Antwort

Zitiert von: Aha19

Meine Frage: Was zählt bei einem EM- Antrag? Das Gutachten der Reha oder das vorherige Gutachten des Arztes der Arbeitsagentur? Ich habe ehrlich gesagt Angst, voll arbeiten zu müssen, obwohl es mir nicht gut geht.

Hallo Aha19,

maßgebend ist allein die medizinische Einschätzung des Rentenversicherungsträgers. Der Rentenversicherungsträger kann – selbst bei Kenntnis des Gutachtens der Agentur für Arbeit – zu einem ganz anderen Ergebnis kommen. Daher sollten Sie ruhig einen Rentenantrag stellen, wenn Sie sich für erwerbsgemindert halten.

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

sicher bestimmt ein Richter am Ende, wenn es vorher keine Einigung gibt. Auch Gutachter können sachlich falsch entscheiden. Dann gibt es noch die Widerspruchsmöglichkeit.

Aber als erstes sagt jedenfalls der Sachbearbeiter, ob es zumutbar ist oder nicht. Und wenn man sich dies gefallen lässt, hat man schon verloren.

Bei mir hat ein Rheumatologe wahrscheinlich entschieden, dass ich noch 3 - 6 Stunden arbeiten könne (volle AM-Rente). Obwohl er gesehen haben muss, wie es um mein Herz steht. Das ist eben das saudumme, dass das kein Außenstehender beurteilen kann, wie das befinden ist, und was tatsächlich möglich ist. Er hat mich auch nicht gefragt, wie mein Tagesablauf ist. (Kurz nach Frühstück wieder Ruhepause, nach 4 - 5 Stunden Erschöpfung auch ohne Arbeit. Auch ein Schlaf hat nur sehr wenig daran gebessert, der Tag war sozusagen gelaufen). Er hat nur gefragt, wie so ich keinen Herzsport in der Gruppe mache. Das hätte mir nichts gebracht. Tote Herzzellen werden dadurch nicht lebendig. Zu Hause einen Spaziergang und danach Ruhe. Das war es dann.

Sicher entscheiden Richter und Gutachter (demnächst sollen auch die Patienten vor Gericht zu Wort kommen dürfen), aber eine volle Gerechtigkeit ist biologisch nicht zu erreichen. Ich musste ja auch schon Arztberichte korrigieren, damit ich ein bestimmtes Medikament bekam, wegen meiner Herzschwäche (Musste den Arzt auffordern, das Attest zu berichtigen). Aber was wunder, wenn von einem schweren Herzinfarkt die Rede ist (ist eigentlich totes Herzmuskelgewebe, das sich in Bindegewebe umwandelt und unelastisch ist), aber "nur" eine Gefäßverengung vorliegt oder ein kleiner Verschluss, der wieder geöffnet werden kann. Dadurch muss kein Infarkt entstehen, der das Herz dann "wirklich" schwächt.

Schlimm ist es natürlich, wenn man beim Gutachter nicht zu Wort kommt, oder nicht geglaubt wird. Von Krankheitsberichtigen kann ein Gutachter so gut wie nicht, die Einschränkungen beurteilen. Es gehört sogar zu den Mitwirkungspflichten, dass man den Tagesablauf schildert, damit sich der Gutachter ein besseres Bild machen kann.

In den letzten Jahren in denen ich mich mit diesem Gesundheitssystem beschäftigt habe (musste, dass ich nicht falsch behandelt wurde) habe ich festgestellt, dass eigentlich das ganze System "Quark mit Soße" ist und die Kranken nach Strich und Faden verar....werden (können).

Mein Friseur kennt wenigstens seine Berufsordnung. Die Ärzte, die ich persönlich kenn, kennen ihre Berufsordnung für Ärzte nicht. Dürfen aber Dr. "machen".

Noch etwas ist auch beim Rentengutachten sowie bei der Behandlung durch Ärzte zu beachten. Es gilt generell der Einzelfall. Das ist gut, aber gleichzeitig auch die Schwierigkeit. Bei der Rente gibt es wenigstens ein grobes Raster in der Zeit: unter 3 Stunden, 3 bis 6 Stunden, das eine Rente ergeben kann.

Bei psychischen Erkrankung ist meistens die erste Diagnose: Er könnte, wenn er nur wollte (Quatsch) und "Faulheit". Dies sind alles Vorurteile (Vorverurteilungen).

MfG

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Aber als erstes sagt jedenfalls der Sachbearbeiter, ob es zumutbar ist oder nicht. Und wenn man sich dies gefallen lässt, hat man schon verloren.

Wenn man sich Ungerechtigkeiten gefallen lässt, ist man selbst schuld.
Auch wenn man schwerbehindert ist.

MfG