Gutachter Gutachten anfechten!!!

von
Sabrina Kersten

Hallo zusammen,

ich hab jetzt von der VDK ein Gutachten von einem Gutachter der DRV erhalten. Ich möchte auch auf keine näheren Einzelheiten eingehen. Mich belastet seit 7 Tagen dieses Gutachten so sehr obwohl ich einen ernueten Gutachtermin Termin hab, dass ich eigentlich gerne persönlich gegen diesen Gutachter vorgehen möchte.

Wie macht macht man so etwas. Diesem Gutachter müsste das Handwerk entzogen werden weil dieser Gutachter mich gerade einmal 40-45 Minuten gebutachtet hat und in dem Gutachten nur Mist steht.

Mir geht es darum persönlich gegen diesen Gutachter vorzugehen und ich bitte erneut um freundliche Aussagen und nicht von manchen .... die einfach mitreden wollen.

Danke für die Hilfe.

von
Mitarbeiter DRV

Vorweg - Ich bin kein Jurist.
Ich denke, bevor Sie "persönlich gegen diesen Gutachter vorgehen", wäre es ratsam ein persönliches Gespräch zu suchen (sobald das Verfahren beendet ist)
Rechtlich dagegen vorgehen wäre interessant. Die Frage sollte sich allerdings erst dann stellen, wenn der gewünschte Antrag nicht nach Ihrer Vorstelliungen beschieden wird. Gegebenenfalls im Falle einer Ablehnung dies im Widerspruchsverfahren erörtern.
Wenn das Antragsverfahren positiv endet, können Sie dennoch ein Schreiben an dem Medizinischen Dienst schreiben, welcher das externe Gutachten in Auftrag gegeben hat.
Da von der Rentenversicherung niemand dabei ist, wären solche Mittelungen dahingehend wichtig, wenn die Beschwerden über einen bestimmten externen Gutachter sich häufen. Denn dann wird auch der Medizinische Dienst zukünftig von diesem Abstand nehmen.

Zivilrechtlich: Fraglich ob das sinnvoll/zielführend ist. Materiell gesehen sind Ihnen keine Kosten entstanden, aber ich weiß, was Sie meinen.

von
Saskia

Mein erster Gutachtertermin dauerte genau 10 Minuten, in dem Gutachten war ich übrigens ein Mann :-), der über ein erhebliches Übergewicht verfügte...

Arbeitsfähig war ich natürlich auch. Als ich dazu eine Stellungnahme schrieb, habe ich darüber noch nicht mal eine Äußerung erhalten.

Der Gutachter praktiziert immer noch, ob er mittlerweile Männlein vom Weiblein unterscheiden kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

von
Kim

Es stellt sich ein bisschen die Frage, was genau Sie erreichen möchten, denn Sie vermischen m. E. zwei Ebenen:

Möchten Sie
a) den Ihrer Meinung nach fachlich falschen Inhalt des Gutachtens entkräften/widerlegen oder
b) persönlich gegen den Gutachter vorgehen, weil er Ihnen persönlich geschadet hat?

In erster Linie zielführend, vor allem für einen positiven Ausgang Ihres Verfahrens, wäre eine fachlich fundierte Gegendarstellung zum Gutachten, z. B. in Form eines Gegengutachtes. Auch Ihre behandelnden Fachärzte könnten sich differenziert mit dem Gutachten auseinander setzen, zu bedenken ist hier jedoch, dass dieses im Bereich Sozialmedizin erstellt wurde und die behandelnden Ärzte hier in der Regel keine Kompetenzen in diesem Gebiet haben. Dennoch ist es zumindest eine erste, naheliegende Möglichkeit, allgemein Fachpersonal nach einer Zweitmeinung zu fragen.

Nun fragen Sie also dennoch, was persönlich machbar ist. Zunächst unterliegen Ärzte, also auch Gutachter, m. E. der Fachaufsicht der Ärztekammer. Diese Stelle übt demnach allgemein die Aufsicht aus und kann in solchen Streitfällen zumindest eingeschaltet werden. Ich kann allerdings an dieser Stelle nicht beurteilen, ob sie sich auch eines solchen Falles annimmt. Hier könnte sie an den Leistungsträger verweisen, wenn der Gutachter im Auftrag eines solchen tätig geworden ist und dieser auch eine direkte Vorgesetztenfunktion innehat. Dieser wäre dann also zu kontaktieren.

Es ist nicht zu überlesen, dass Ihr Beitrag emotional geprägt ist. Sie erklären ein persönliches Motiv ja auch ganz offen und direkt. Ich bin kein Jurist, möchte jedoch auch zu bedenken geben, dass persönliche Motive subjektiv sind, also eher schwierig auch objektiv beweisbar. Es ist also für Sie möglicherweise ein kurzer Weg von einer persönlichen Anschuldigung hin zu einer Verleumdung o. ä. – und damit könnten Sie sich dann u. U. selbst strafbar machen. Erst wenn Sie ein persönliches Motiv des Gutachters auch wirklich beweisen können, sollten Sie also einen solchen Weg einschlagen.

Ich rate daher, zunächst etwas „runterzukommen“ und die weitere Vorgehensweise dann nicht alleine und vorschnell zu entscheiden. Nicht zuletzt dafür ist auch Ihr Bevollmächtigter da!

von
Herz1952

Sie sollten sich einen Rentenberater zu Hilfe holen und den Gutachter wegen Nötigung strafrechtlich belangen. Eine ordentliche Begutachtung dauert mindestens 3 Stunden.

Außerdem sollten Sie den Gutachter bei der Ärztekammer melden, damit ihm seine Lizens entzogen wird.

von
Eleonore B.

Zitiert von: Saskia

Mein erster Gutachtertermin dauerte genau 10 Minuten, in dem Gutachten war ich übrigens ein Mann :-), der über ein erhebliches Übergewicht verfügte...

Arbeitsfähig war ich natürlich auch. Als ich dazu eine Stellungnahme schrieb, habe ich darüber noch nicht mal eine Äußerung erhalten.

Der Gutachter praktiziert immer noch, ob er mittlerweile Männlein vom Weiblein unterscheiden kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

Menschen bzw. Gutachten, die erheblich übergewichtig sind, sind in der Regel fresssüchtig und müssen ihre Sucht bedienen. Diese sind daher ihren Auftraggebern besonders verpflichtet, da sie diese Einnahmequelle zur Bedienung ihrer Sucht aufrechterhalten müssen. Sie werden sich daher bei der Erstellung des Gutachtens vornehmlich an der Interessenlage des Auftraggebers ausrichten.
Bei der Einlegung ihrer Rechtsmittel sollten sie daher auch die von ihnen erlebte Vorgehensweise des Gutachters bei der Erstellung des Gutachtens erläutern. Grundsätzlich sollte man bei Menschen, die eine Sucht haben, immer vorsichtig sein.

von
Böses Tantchen

Hallo Sabrina,
erst einmal würde ich Widerspruch gegen dieses Gutachten mit " Begründung " erheben.
Dann warten was kommt und dann handeln.

MfG
Böses Tantchen

von
???

Wie Sie gegen den Gutachter vorgehen können, hängt auch von der Frage ab, ob es sich bei ihm um einen niedergelassenen oder einen bei der DRV angestellten Arzt handelt.
Bei einem Mitarbeiter der DRV können Sie sich bei seinem Vorgesetzten (notfalls Geschäftsführer der zuständigen DRV) beschweren und um Stellungnahme bitten.
Bei einem niedergelassenen Arzt ist wohl die Krankenkasse oder die Ärztekammer der richtige Ansprechpartner. Ein Abdruck der Beschwerde sollte an die DRV gehen.

Bedenken Sie jedoch eines: Ein Gutachten ist immer nur eine Meinungsäußerung. Den Spruch "Vier Ärzte gefragt und fünf Meinungen bekommen" kennen Sie ja sicher auch. Von daher macht eine Beschwerde nur Sinn, wenn objektiv nachweisbare Fehler (wie bei Saskia) vorliegen. Sollten Sie sich "nur" falsch, evtl. ungerecht oder unfair, beurteilt fühlen, werden Sie wenig Chancen haben, etwas zu erreichen. Sie müssen sich auch nicht jeden Schuh anziehen, den Ihnen irgendjemand hinwirft. Sollte es Ihnen eher darum gehen, wieder zur Ruhe zu kommen, ist wohl ein direktes Gespräch mit dem Gutachter der sinnvollere Weg. Ob er einfacher und für Sie besser ist, müssen Sie entscheiden.

von
Netter Onkel

Zitiert von: Böses Tantchen

erst einmal würde ich Widerspruch gegen dieses Gutachten mit " Begründung " erheben.
Dann warten was kommt und dann handeln.

Widerspruch ist nur dann möglich, wenn eine Entscheidung (= Bescheid) getroffen wurde. Sabrina hat geschrieben, dass noch ein zweites Gutachten erfolgt und folglich das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.
Insofern wäre ein jetziger Widerspruch unzulässig.

P.S.: Wenn Sie (offensichtlich) mit dem (einfachsten) Verwaltungsrecht nicht konform sind, sollte Sie von solchen Beiträgen zukünftig Abstand nehmen.

von
Nahla

Ich denke, das beste wäre eine Stellungnahme abzufassen, in der Sie den Ablauf des Termins schildern und auf die Ihrer Meinung nach fehlerhaften Teile des Gutachtes eingehen und diese an die DRV zur Aufnahme in Ihre Akte zu senden.

Natürlich könnten Sie versuchen, gegen den Gutachter eine Anzeige wegen Nötigung und Verleumdung zu erstatten, diese wird aber nicht erfolgreich sein, da sich diese Tatbestände nur schwer nachweisen lassen. Nur mit handfesten Beweisen, schriftlicher wie persönlicher Art würde eine minimale Chance bestehen.

Vermutlich ist es für Ihr Befinden wirklich am besten, das Gutachten zu "zerpflücken", damit Sie diesen leidigen Termin und das nachfolgende Gutachten hinter sich lassen können. Schicken Sie diese Stellungnahme nicht nur direkt zu Ihrer DRV, sondern am besten auch an die Beschwerdestelle. Möglicherweise führt das dann dazu, dass dieser Gutachter nicht mehr gewählt wird. Die Aussichten sind aber nicht sehr hoch.

Alles Gute für Sie.

von
R. Schnorr

Zitiert von: Herz1952

Sie sollten sich einen Rentenberater zu Hilfe holen und den Gutachter wegen Nötigung strafrechtlich belangen. Eine ordentliche Begutachtung dauert mindestens 3 Stunden.

Was gibt es denn 3 Stunden lang zu begutachten, wenn die erforderlichen Feststellungen viel schneller gemacht werden können?
Zitiert von: Herz1952

Außerdem sollten Sie den Gutachter bei der Ärztekammer melden, damit ihm seine Lizens entzogen wird.

Und mit welcher Begründung?
Wissen Sie etwa, was dieser Gutachter angeblich falsch gemacht hat?

Wirklich erstaunlich, was hier manche Leute für Tipps geben, obwohl sie den genauen Sachverhalt nicht kennen!

von
R. Schnorr

Zitiert von: Nahla

Natürlich könnten Sie versuchen, gegen den Gutachter eine Anzeige wegen Nötigung und Verleumdung zu erstatten,....

Wie kommen Sie denn darauf, dass die Fragestellerin "genötigt" oder "verleumdet" wurde?
Zitiert von: Sabrina Kersten

Diesem Gutachter müsste das Handwerk entzogen werden weil dieser Gutachter mich gerade einmal 40-45 Minuten gebutachtet hat und in dem Gutachten nur Mist steht.

Weder das eine noch das andere ist unbedingt strafbar.

von
R. Schnorr

Zitiert von: Sabrina Kersten

Diesem Gutachter müsste das Handwerk entzogen werden weil dieser Gutachter mich gerade einmal 40-45 Minuten gebutachtet hat und in dem Gutachten nur Mist steht.

Ich wurde 2 mal von DRV-Gutachtern und 1 mal vom MDK begutachtet.
Keine Begutachtung dauerte länger als 45 Minuten aber trotzdem waren die Gutachten fair und sachlich korrekt.

Und "Mist" steht eigentlich in allen Gutachten, die nicht die Erwartungen der Betroffenen erfüllen.

von
Herz1952

Zitiert von: R. Schnorr

Zitiert von: Herz1952

Sie sollten sich einen Rentenberater zu Hilfe holen und den Gutachter wegen Nötigung strafrechtlich belangen. Eine ordentliche Begutachtung dauert mindestens 3 Stunden.

Was gibt es denn 3 Stunden lang zu begutachten, wenn die erforderlichen Feststellungen viel schneller gemacht werden können?
Zitiert von: Herz1952

Außerdem sollten Sie den Gutachter bei der Ärztekammer melden, damit ihm seine Lizens entzogen wird.

Und mit welcher Begründung?
Wissen Sie etwa, was dieser Gutachter angeblich falsch gemacht hat?

Wirklich erstaunlich, was hier manche Leute für Tipps geben, obwohl sie den genauen Sachverhalt nicht kennen!

Ich kenne doch den genauen Sachverhalt: Der Gutachter hat nur 40-45 Minuten begutachtet und anschließend "Mist" geschrieben. Solche Leute sind für unser Gesundheitssystem nicht tragbar.

Unter 3 Stunden kann auch der beste Gutachter dieser Welt keine ordentliche Begutachtung durchführen. Sinnvoll wären sogar zwei ganze Tage!

von
Böses Tantchen

Zitiert von: Netter Onkel

Zitiert von: Böses Tantchen

erst einmal würde ich Widerspruch gegen dieses Gutachten mit " Begründung " erheben.
Dann warten was kommt und dann handeln.

Widerspruch ist nur dann möglich, wenn eine Entscheidung (= Bescheid) getroffen wurde. Sabrina hat geschrieben, dass noch ein zweites Gutachten erfolgt und folglich das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.
Insofern wäre ein jetziger Widerspruch unzulässig.

P.S.: Wenn Sie (offensichtlich) mit dem (einfachsten) Verwaltungsrecht nicht konform sind, sollte Sie von solchen Beiträgen zukünftig Abstand nehmen.

Es war nur ein Guter Rat Es gibt nicht nur so Schlaue " Personen " wie """Sie """sind

von
Dr.Dödel

Zitiert von: Herz1952

Außerdem sollten Sie den Gutachter bei der Ärztekammer melden, damit ihm seine Lizens entzogen wird.

Ich kenne doch den genauen Sachverhalt: Der Gutachter hat nur 40-45 Minuten begutachtet und anschließend "Mist" geschrieben. Solche Leute sind für unser Gesundheitssystem nicht tragbar.

Unter 3 Stunden kann auch der beste Gutachter dieser Welt keine ordentliche Begutachtung durchführen. Sinnvoll wären sogar zwei ganze Tage!

Selten soviel Blödsinn gelesen.

1. Ein Gutachten kann man nicht anfechten, nur den daraus erfolgten Verwaltungsakt.
2. Sie sollten erst einmal ein Jurastudium absovieren, bevor Sie Menschen dazu raten, Strafrechtliche Schritte zu unternehmen, die einfach nur lächerlich sind.
3. Welche Lizenz soll man denn dem Gutachter entziehen? Die Lizenz zum Martini schütteln?
4. Bevor Sie beurteilen wollen, wie lange eine Begutachtung dauern sollte, sollten Sie erstmal ein Medizin Studium abschließen.
Als Beispiel, ein Mensch kommt mit kompletten Querschnitt zur Begutachtung, was soll der Gutachter dann in 1-2 Tagen alles begutachten, das er nicht in 10 Minuten feststellen kann?

Letztendlich, es regen sich immer nur diejenigen über Gutachten auf, die mit ihrem Rentenantrag auf die Nase gefallen sind, wobei sie eigentlich selbst sicher sind, eine EMR verdient zu haben. Aber nicht alle eingebildeten Krankheiten führen zur EMR. Und das ist gut so!

von
Lena

Meine Begutachtungen dauerten ungefähr je eine Stunde.
Die EMR wurde danach genehmigt.

Häufig liegt es doch am falschen Verhalten der Patienten während der Begutachtungen.

von
Inka

Hallo

Bei mir war das so wie bei Lena. Nicht mal eine Stunde. Die Gutachter haben im Vorfeld ja schon die ganzen Befunde und tragen das dann zusammen. Entweder die Erkrankung ist so schwerwiegend , dass man berentet wird oder halt nicht. Dann bleibt ja noch das Sozialgericht. :)

von
Iris

Zitiert von: Lena

Meine Begutachtungen dauerten ungefähr je eine Stunde.
Die EMR wurde danach genehmigt.

Häufig liegt es doch am falschen Verhalten der Patienten während der Begutachtungen.

Mein Gutachter kam zu mir nach Hause,weil ich zu krank bin.Das erste was er fragte:Sie haben teure Möbel (sind aber alle von ikea) wie können Sie sich das leisten?Arbeiten sie nebenher vielleicht?

Und Sie behaupten das legt am falschen Verhalten der Patienten?

von
KSC

alles kurz zusammengefasst:

eine "Beschwerde" bei der DRV kann sinnvoll sein, wenn es sich um einen Gutachter handelt, der dort angestellt ist.
Als Folge der Beschwerde hat der Arzt die Möglichkeit seine Gründe darzulegen und dann entscheidet letztendlich die Personalabteilung ob er was falsch gemacht hat oder nicht und welche Konsequenz sein "Fehlverhalten" hat.

Ist es ein externer Gutachter können gehäufte Beschwerden höchstens dazu führen, dass dieser Doktor von der DRV keinen Gutachtensauftrag erhält.

Ein Widerspruch gegen ein in Ihren Augen unrichtiges Gutachten ist nicht möglich, Widerspruch können Sie höchsten gegen eine Ablehnung (Rente oder Reha) einlegen. Gegen Gutachten können Sie höchstens Ihre Sicht der Dinge schildern.

So weit betrifft alles die DRV.

Alles andere wie Strafanzeigen, Schadensersatzklagen usw. liegen nicht im Bereich der DRV und sind somit im Forum fehl am Platz.

Nehmen Sie sich einen Anwalt und überlegen mit ihm weswegen Sie diesen Gutachter verklagen wollen und welchen Sinn die Anzeige hat.
Das alles ist kein Rententhema.