Hamsterapfels Rentenbeginn

von
Jonny

Sie sollten sich doch eingehend beraten lassen. Nach meiner Berechnung würde – Tantiemenzahlung erst nach FEB 2020 – ein Rentenbeginn im JUL 2019 gut 12000 € an Teilrentenbeträgen vom JUL 2019 – FEB 2020 ergeben. Die Rente ab MRZ 2020 wäre ca. 2448 € und noch um den Zuschlag für den beitragspflichtigen Hinzuverdienst von JUL 2019-FEB 2020 in Höhe von ca. 44 € sowie für – wegen der Teilrente - nicht in Anspruch genommene Entgeltpunkte um weitere ca. 23 € zu erhöhen, insgesamt also 2515 €.
Zwar ist dieser Betrag wegen der vorzeitigen Inanspruchnahme auf Dauer ab MRZ 2020 niedriger (Fehlbetrag = ca 37 €). Der Vorteil des Rentenbezugs vom JUL 2019 bis FEB 2020 wird dadurch aber erst im Alter von 92 Jahren und 9 Monaten aufgezehrt.
Bei Rentenbeginn im NOV 2019 lauten die entsprechenden Zahlen (9000 € statt 12000 €, 2500 € statt 2448 €, 22 € statt 44 €, 3 € statt 23 € insgesamt 2525 € statt 2515 €) sowie Alter 93 Jahre und 1 Monat statt 92 und 9 Monate)

Gutes Händchen bei der Entscheidung wünscht
Jonny

von
Hamsterapfel

Zitiert von: Jonny
Sie sollten sich doch eingehend beraten lassen. Nach meiner Berechnung würde – Tantiemenzahlung erst nach FEB 2020 – ein Rentenbeginn im JUL 2019 gut 12000 € an Teilrentenbeträgen vom JUL 2019 – FEB 2020 ergeben. Die Rente ab MRZ 2020 wäre ca. 2448 € und noch um den Zuschlag für den beitragspflichtigen Hinzuverdienst von JUL 2019-FEB 2020 in Höhe von ca. 44 € sowie für – wegen der Teilrente - nicht in Anspruch genommene Entgeltpunkte um weitere ca. 23 € zu erhöhen, insgesamt also 2515 €.
Zwar ist dieser Betrag wegen der vorzeitigen Inanspruchnahme auf Dauer ab MRZ 2020 niedriger (Fehlbetrag = ca 37 €). Der Vorteil des Rentenbezugs vom JUL 2019 bis FEB 2020 wird dadurch aber erst im Alter von 92 Jahren und 9 Monaten aufgezehrt.
Bei Rentenbeginn im NOV 2019 lauten die entsprechenden Zahlen (9000 € statt 12000 €, 2500 € statt 2448 €, 22 € statt 44 €, 3 € statt 23 € insgesamt 2525 € statt 2515 €) sowie Alter 93 Jahre und 1 Monat statt 92 und 9 Monate)

Gutes Händchen bei der Entscheidung wünscht
Jonny

Vielen Dank für Ihren Beitrag und Info. Nach Ihrem und den bisherigen Forumbeiträgen werde ich mich auf jeden Fall darüber nochmals ausführlich beraten lassen.

So oder so ähnlich habe ich zwischenzeitig auch schon gedacht.

Eigentlich hatte ich den vorgezogenen Rentenbezug nur deshalb in Erwägung gezogen, weil der Steueranteil bei Rentenbeginn in 2020 dann 2% höher ist als in 2019(80% statt 78%).

Was sich daraus entwickelt hat ist schon erstaunlich.

Nochmals herzlichen Dank für Ihren Beitrag.

Experten-Antwort

Ich rate Ihnen zu einem Beratungsgespräch bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung. Die für Ihren Wohnort zuständige Beratungsstelle können Sie hier auf http://www.ihre-vorsorge.de über den Link "Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung" finden. Dort kann man Ihnen auch mehr Informationen zu der von Ihnen gewünschten Rente anhand Ihres Versicherungskontos usw. geben und Sie können dort auch gleich Ihren Antrag aufnehmen lassen.

von
Jonny

Apropos Steuern sparen, und zwar schon kurzfristig.

Die Rente ab JUL 2019 ist wegen der Abschläge 60 € niedriger. Diese Minderung können Sie durch sog. Ausgleichsbeiträge vermeiden. Um die „volle“ Rente von 2508 € (vor Anrechnung des Hinzuverdienstes) zu erhalten, sind 13.933 € erforderlich. Dafür ist ein Antrag beim Rententräger erforderlich. Man kann aber auch Teilbeträge zahlen, z.B. in Höhe der vom Arbeitgeber vielleicht vorzuziehenden Tantieme von 9000 €, womit dann die „volle“ Rente 2487 € betragen würde. Das wirkt sich auch auf die Teilrente und die Rentensumme bis FEB 2020 aus (gut 300 € mehr).

Erkundigen Sie sich mal beim Steuerspezialisten, wie viel Steuern schon jetzt durch die Ausgleichszahlung eingespart werden könnten.

@Oh Jonny,
offenbar sind gut gemeinte Hinweise weniger gefragt als knackige Groko-Kommentare oder Kaiser-Bemerkungen. Könnte ja auch dazu führen, dass andere Leser aufmerksam werden und die Beratungsstellen überfordern.

von
W°lfgang

Zitiert von: Kaiser
(...)
ist wohl so.
Jonny und W*lfgang haben beide viel Zeit. Sie sollten zusammenziehen. Bei gleichem Hobby und gegen die Einsamkeit eine ideale Kombination.[/quote]

Achwas ...ein Vollzitat mit einer Einsatz-NON-Sachaussage garniert - *herrlich, wie man damit die *Zeit verplempern kann ...werdet Ihr beide für ein Remake der Muppetshow/Waldorf & Statler

https://www.youtube.com/watch?v=j40o9bDxeP0&list=RDgyPNRNTSbmo&index=2

aufgezeichnet? Nunja, jeder hat sein Hobby ;-)

@ Hamsterapfel: User Jonny hat Ihre Nachfrage bereits eindrucksvoll ergänzt, welche Faktoren bei dieser 'Flexirente' eine Rolle spielen können - sehr vielschichtig. Wenn es nur um Fragen des Rentenrechts geht, kriegt man das als Berater auch mit dem spitzen Bleistift hin - und Jonny hat da einen ganz spitzen, das muss man ihm lassen :-))

@ Hamsterapfel "Hallo W°lfgang,
musste Ihre Antwort mehrmals durchlesen bis ich ungefähr erahnt habe um was es geht.
Bin wirklich dran mal gegen zu rechnen wie es aussehen würde bei einem Rentenbeginn ab 01.07.2019.
Wäre es möglich den zweiten Absatz noch etwas genauer zu beschreiben/erklären.
Besonders ab "Bloß keine Teilrenten-Auszahlung in 2019......"
Schon mal im Voraus herzlichen Dank dafür."

Ich bleibe jetzt in diesem Beitrag, daher nachgehende Antwort hier. War nur ein steuerrechtlicher Gedanke, dass wenn in 2019 nochmal Rente ontop auf Ihr bereits die Progressionsgrenze überschrittenes Einkommen kommt, Sie die die Rente in 2019 auch entsprechend hoch 'nachversteuern' müssen - anders in 2020 bei Auszahlung der Teilrente, wo die Progressionsgrenze durch Ende der Beschäftigung wohl deutlich unterschritten wird. @Jonnny gab dazu bereits den Tipp, vielleicht in 2019 noch die "Ausgleichszahlung bei Rentenminderung" zu nutzen, um die Steuerlast in 2019 abzusenken. ABER, das sind nur Gedanken zur Steuer /zur Verteilung von möglichen Rentenbeiträgen/Ausgleichszahlung /und zur 'Steuerung' des richtigen Zeitpunkts für eine Rentenauszahlung, die kann nur ein Steuerberater in die richtigen Bahnen lenken ...

Gruß
w.
PS: 'Flexirente' ist so was von komplex - im einfachsten Fall nehmen Sie halt ein paar T € Rente mit (01.07.2019 halte ich auch 'gefühlt' für den besten Einstieg/ein paar Fälle hatte man ja schon/grundsätzlich bestes Ergebnis, siehe auch @Jonny ...zahlen ein wenig mehr an Steuern nach - ansonsten brauchten Sie ein vernetztes Berater-Team aus beiden Bereichen ;-)

PPS: soll ich es kurz/einfach zusammenfassen? Gehen Sie einfach zum 01.07.2019 in die Flexirente ...und lassen Sie den Einkünften Ihren Lauf. Unterm Strich haben Sie mittelfristig mehr, als vor der Flexirentenregelung überhaupt möglich war :-)) Und, Ihr DRV-Berater wird wenig begeistert sein, wenn Sie ihn mit all diesen Erkenntnissen konfrontieren *gg

von
Hamsterapfel

Hallo W°lfgang, hallo Jonny

vielen Dank für Ihre Informationen und Empfehlungen.

Finde es echt toll, dass es Menschen gibt die sich Zeit nehmen und anderen mit ihrem Wissen helfen und sich nicht mit blödsinnigen Kommentaren in Szene setzen wollen.

Freundliche Grüße

P.S. Am 17.06. hab ich einen Termin beim Berater. Bin mal gespannt, was da rauskommt.

von
Gaul

Nur eine kurze Nachbemerkung: Es gibt in der BRD keine Renten in Höhe +2.500 Euro. Rechnerisch gar net möglich.
Ich selbst verfüge über 1.525 Euro Nettorente und bin damit quasi der King in unserer Strasse.
Also unterlassen Sie bitte diese Falschmeldungen.
Mit freundlichen Grüßen Gaul

von
Hamsterapfel

Eine, für mich auf jedenfall, spannende Frage habe ich noch:

Wenn ich also am 01.07.2019, also 8 Monate früher, in Rente gehe habe ich (8 x 0,3%) 2,4 % Abschläge.

Wenn ich aber weiter voll arbeite und mir monatlich der Höchstsatz an Rentenbeitrag weiter abgezogen wird bzw. dann der RVA zufließt, erhöht sich dann meine Rente um 0,5% pro Monat.
Oder wie werden diese zusätzliche Beiträge angerechnet?

von
Jonny

Zitiert von: Hamsterapfel
Eine, für mich auf jedenfall, spannende Frage habe ich noch:

Wenn ich also am 01.07.2019, also 8 Monate früher, in Rente gehe habe ich (8 x 0,3%) 2,4 % Abschläge.

Wenn ich aber weiter voll arbeite und mir monatlich der Höchstsatz an Rentenbeitrag weiter abgezogen wird bzw. dann der RVA zufließt, erhöht sich dann meine Rente um 0,5% pro Monat.
Oder wie werden diese zusätzliche Beiträge angerechnet?

Alternative 1: Rente + Hinzuverdienst
Die Rente wird ab JUL 2019 mit 2,4% Abschlag beansprucht. Ohne jeglichen Hinzuverdienst beträgt sie dann im Beispiel 2448 €. Mit Tantiemenzahlung erst nach FEB 2020 aber mit Hinzuverdienst von 6900 € (davon 6700 € zu versichern) gibt es eine Teilrente in Höhe von zunächst 1278 € in 2019 und 2198 € im JAN und FEB 2020.
Ab MRZ 2020 kommen dann noch 44 € für den versicherten Hinzuverdienst von 53600 € hinzu. Da dieser Rententeil nicht vorzeitig in Anspruch genommen wird, gibt es keine Abschläge, aber auch keine Zuschläge, wie Sie offenbar meinen.
Die Rente (ohne die 44 €) enthält aber noch immer den 2,4 % Abschlag. Er wird allerdings gemindert, weil Sie ja in den 8 Monaten nur eine Teilrente in Anspruch genommen haben.

Für die nicht in Anspruch genommenen Teile gibt es noch einen Zuschlag, dessen Höhe sicherlich die dreimalklugen Mitkommentatoren, spätestens aber (hoffentlich) der offizielle Berater erläutern können.

Langfristig verzichten Sie dann auf monatlich 37 €, haben aber bis zur Regelaltersgrenze schon 12.064 € in Anspruch genommen, d.h. ab Alter 92 + 9 Monate wird es zu einem Verlustgeschäft.

Alternative 2: keine Rente nur Verdienst
Wenn Sie die Regelaltersrente erst ab MRZ 2020 in Anspruch nehmen, dürfte diese 2552 € betragen.

Alles natürlich brutto vor Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern.

von
Hansterapfel

Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Hamsterapfel
Eine, für mich auf jedenfall, spannende Frage habe ich noch:

Wenn ich also am 01.07.2019, also 8 Monate früher, in Rente gehe habe ich (8 x 0,3%) 2,4 % Abschläge.

Wenn ich aber weiter voll arbeite und mir monatlich der Höchstsatz an Rentenbeitrag weiter abgezogen wird bzw. dann der RVA zufließt, erhöht sich dann meine Rente um 0,5% pro Monat.
Oder wie werden diese zusätzliche Beiträge angerechnet?

Alternative 1: Rente + Hinzuverdienst
Die Rente wird ab JUL 2019 mit 2,4% Abschlag beansprucht. Ohne jeglichen Hinzuverdienst beträgt sie dann im Beispiel 2448 €. Mit Tantiemenzahlung erst nach FEB 2020 aber mit Hinzuverdienst von 6900 € (davon 6700 € zu versichern) gibt es eine Teilrente in Höhe von zunächst 1278 € in 2019 und 2198 € im JAN und FEB 2020.
Ab MRZ 2020 kommen dann noch 44 € für den versicherten Hinzuverdienst von 53600 € hinzu. Da dieser Rententeil nicht vorzeitig in Anspruch genommen wird, gibt es keine Abschläge, aber auch keine Zuschläge, wie Sie offenbar meinen.
Die Rente (ohne die 44 €) enthält aber noch immer den 2,4 % Abschlag. Er wird allerdings gemindert, weil Sie ja in den 8 Monaten nur eine Teilrente in Anspruch genommen haben.

Für die nicht in Anspruch genommenen Teile gibt es noch einen Zuschlag, dessen Höhe sicherlich die dreimalklugen Mitkommentatoren, spätestens aber (hoffentlich) der offizielle Berater erläutern können.

Langfristig verzichten Sie dann auf monatlich 37 €, haben aber bis zur Regelaltersgrenze schon 12.064 € in Anspruch genommen, d.h. ab Alter 92 + 9 Monate wird es zu einem Verlustgeschäft.

Alternative 2: keine Rente nur Verdienst
Wenn Sie die Regelaltersrente erst ab MRZ 2020 in Anspruch nehmen, dürfte diese 2552 € betragen.

Alles natürlich brutto vor Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern.

Hallo Jonny,

vielen Dank für die ausführliche Antwort und die Zeit die Sie sich für meine Fragen genommen haben.

Melde mich wieder wenn ich vom Beratunstermin zurück bin.

von
W°lfgang

[quote=320354]Nur eine kurze Nachbemerkung: Es gibt in der BRD keine Renten in Höhe +2.500 Euro. Rechnerisch gar net möglich./quote]

Ergänzend:

Rente ü2500 unmöglich? ...geht aktuell mehr. Mit 15 in die Lehre, Meister in Abendschule gemacht, steiler Anstieg des SV-Einkommens und nach 10 Jahren bereits BBG erreicht - und kurz vor Regelaltersrente standen da rd. 2800 als Vollrente/Ausgangsbetrag im (Flexi-)Rentenbescheid + Zuschuss KV für die PKV ontop = alles richtig gemacht :-)

Schnappen Sie sich einen Berechnungsbogen, beispielsweise den aus diesem Merkblatt:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/rente_so_wird_sie_berechnet_alte_bundeslaender.html

und Sie werden staunen, was in Rückschau auf die vergangenen Jahrzehnte möglich ist - bei 'natürlichem' Lebens-/Einkommensverlauf ...in Großunternehmen; im kleinen und mittelständischem Bereich wären da doch deutliche Abstriche zu machen - da erhalten Sie auch keine AT-Vertrag :-)

Gruß
w.
PS: Natürlich sind das Ausnahmefälle - aber weiterhin erreichbar, wenn man heute mit 25 endlich nicht mehr in der Mensa tafelt und seine Qualifikation in Arbeit/SV-Entgelt umsetzt ;-)