Hinzuverdienständerung und Minijob EWMR

von
Karin

Hallo!

Mit meinem Minijob komme ich monatlich auf etwas mehr als 450 Euro. DAzu kommt ein WEihnachtsgeld. Dennoch bleibe ich damit unter 6300 Euro jährlich. Nun meint mein Arbeitgeber aber, er könne mich laut Minijobgesetz nur noch Sozialversicherungspflichtig beschäftigen! Ist das so? Die Personalabteilung scheint mit der neuen Regelung völlig überfordert und hat dazu auch keine Abrechnugsmöglichkeit.... ??? Wenn ich sozialversicherungspflichtig beschäftigt bin, habe ich doch gar keinen Anspruch auf Rente , oder? Bin gerade total verwirrt.

von
Fortitude one

Hallo Karin,

das kann man wohl sagen. Sie sind wirklich aus dem Häuschen. Was für eine Rentenart meinen Sie? Wenn Sie die Erwerbsminderungsrente meinen, dann hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Aber bei dieser EMR würde eine Sozialversicherungspflicht nichts bringen (wenn es noch vor der Zurechnungszeit liegt).

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Karin

Das habe ich leider nicht verstanden. Welche Zurechnungszeit?

von
Karin

..das verstehe ich leider nicht. Wieso nichts bringen? Welche Zurechnungszeit ist gemeint? Und ja, Erwerbsminderungsrente, schrieb ich das nicht?

von
Fortitude one

Zitiert von: Karin
..das verstehe ich leider nicht. Wieso nichts bringen? Welche Zurechnungszeit ist gemeint? Und ja, Erwerbsminderungsrente, schrieb ich das nicht?

Nein, Sie haben von einer EMR nichts geschrueben. Sie müssen schon ehrlich und mit offenen Karten spielen. In Ihrem Rentenbescheid steht genau drin, für wieviel Jahre Sie Zurechnungszeit (60/62) erhalten haben. An Ihrer Stelle würde ich mich kostenlos von einer DRV AundB Stelle beraten lassen.
Viel Glück.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
Richtig hinschauen

Zitat: @Fortitude one

"Was für eine Rentenart meinen Sie?"
und
"Nein, Sie haben von einer EMR nichts geschrueben"

Richtig hinschauen und verstehen, denn die Überschrift besagt es:
"Hinzuverdienständerung und Minijob EWMR" = ERWERBSMINDERUNGSRENTE

von
Fortitude one

Zitiert von: Richtig hinschauen
Zitat: @Fortitude one

"Was für eine Rentenart meinen Sie?"
und
"Nein, Sie haben von einer EMR nichts geschrueben"

Richtig hinschauen und verstehen, denn die Überschrift besagt es:
"Hinzuverdienständerung und Minijob EWMR" = ERWERBSMINDERUNGSRENTE

Mit Verlaub ist die Überschrift Bestandteil des eigentlichen Textinhalt, sollte aber nochmal primär vorkommen. Und im übrigen steht die Abkürzung EWMR für:

Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet.

Im Rentenrecht heißt es offiziell EMR = Erwerbsminderungsrente.

Beste Grüße und bestmögliche Gesundheit.

von
W*lfgang

Zitiert von: Fortitude one
Im Rentenrecht heißt es offiziell EMR = Erwerbsminderungsrente.

...oder doch EMRT? ;-) Eine 'offizielle' Abk. gibt es nicht, eher die internen 'Shortcuts' ...

Zur Frage von Karin:

Hauptproblem/Ausgangsfrage ist nicht, was der Minijob für die Rente bringt (unter Berücksichtigung der Zurechnungszeit), SONDERN 1. ob der Minijob nunmehr versicherungspflichtig ist, weil Weihnachtsgeld!) und damit 2. die EMRT gefährdet ist.

1. Im Minijob sind durchaus aktuell 3x im Jahr Überschreitungen der 450 EUR zulässig - wenn Sie UNVORHERGESEHEN (Mehrarbeit, Überstunden) sind, dann ist die eigentlich zulässigen Jahresgrenze-Minijobgrenze von 5400 EUR bei Überschreitung kein Problem.

Unvorhergesehen sind aber nicht (tariflich, betriebsübliche) zustehende Sonderzahlungen - das ist vorhersehbar. Wenn damit die 5400 geknackt werden, liegt aufs Jahr gesehen kein Minijob mehr vor, es entsteht 'normale' Versicherungs- und Steuerpflicht. Nebenbei, so was klärt man vorher!

2. Ob nun ein versicherungsfreier Minijob oder eine versicherungspflichtige Beschäftigung neben der EMRT ausgeübt wird, ist dem Grunde nach gleich zu bewerten. Ist der potentiell zulässige Zeitaufwand eingehalten, hier ja (für Weihnachtgeld muss ich nicht extra arbeiten). Ist daneben die Hinzuverdienstgrenze eingehalten? - Jain, wenn das regelmäßige Monatseinkommen auf 450 steht und dann noch oben drauf so ein kleines Weihnachtsgeld kommt, ist die (neue) Jahreshinzuverdienstgrenze von 6300 sicher nicht überschritten und ein Kürzung der EMRT für die 2. Jahreshälfte 2017 nicht zu erwarten.

Für die 1. Jahreshälfte 2017 sehe ich da durchaus ein Problem, da die Sonderzahlung anteilig auf diese 6 Monate umzulegen ist und damit die 450 überschritten sind = Kürzung der EMRT um 1/4.

Die nächste Beratungsstelle wird das in Summe klären können.

Gruß
w.
PS: von 'schmutzigen Tricks' sehe ich hier mal ab, wie das Problem gelöst werden könnte.

Experten-Antwort

Hallo Karin,

seit dem 1. Juli 2017 können Sie bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung 6300 Euro im Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Ob versicherungsfrei oder versicherungspflichtig spielt für den Hinzuverdienst keine Rolle.

Die Frage, ob es sich bei Ihrer Tätigkeit um einen Minijob oder um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftig handelt, ist eine andere Baustelle.

Die Beschäftigung versicherungsrechtlich zu beurteilen, also festzustellen, ob es sich um einen Minijob oder um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung handelt, ist Aufgabe des Arbeitgebers. Hierbei müssen alle Entgeltansprüche des Arbeitnehmers berücksichtigt werden.

von
Karin

Vielen Dank für die Antworten!

Ich fasse zusammen:

auch wenn ich mit dem Zuverdienst nur sozialversicherungsplichtig eingestellt bleiben kann, so gefährde ich dadurch nicht meine Rente! ?

Würde dann aber ja Abzüge beim Zuverdienst haben!?

Habe so gar keine Ahnung , wie viel das ausmacht!

von
chi

Da gibt es viele Rechner im Internet, z.B. diesen: https://www.aok-business.de/bayern/tools-service/gleitzonenrechner/minijob-und-gleitzonenrechner-2017/

Der Krankenversicherungsbeitrag unterscheidet sich je nach Kasse, aber nicht sehr; für eine Orientierung reicht es.