Höchstbetrag der steuerfreien Einzahlung in die Rentenversicherung

von
W°lfgang

Zitiert von: Um Hilfe Bittender
Nach rund 26 Jahren hätte man den einbezahlten Betrag also wieder heraus.

...nun liegen Sie auf 'Linie' mit all den Zahlen. Bei künftigen/moderaten Rentenanpassungen (im Mittel 2-3 %?) ist das Kapital gefühlt schon/vielleicht in 15 Jahren ab Rentenbeginn wieder in der Box.

Privat würde ich sagen *Nicht wirklich 'Yippy', um so lange erstmal den eingezahlten Beiträgen bis zur Vollauszahlung des investierten Kapitals nachzulaufen - weg ist erst mal weg, und kann nicht für eigene/kurzfristige finanzielle Aktionen mehr eingesetzt werden.

Entscheidung pro Ausgleichszahlung(en) trifft jeder selbst ...

Gruß
w.

von
Um Hilfe Bittender

Hallo Wolfgang,

Danke auch für die Bestätigung / Plausibilisierung.

Ja, ich weiß auch nicht, wie man damit umgehen soll.

Wirklich attraktiv ist es nicht. Andererseits eben: Wenn das Geld sonst nur herumliegt und verrottet dank der verbrecherischen Manipulation des Geldmarktes / Niedrigzinspolitik.

Zumindest weiß ich jetzt, woran ich wäre.

LG

UHB

von
suchenwi

Ich habe mich auch lange mit der Frage beschäftigt: wenn ich Altersersparnisse X habe,
(a) investiere ich sie in Wertpapiere?
(b) oder in freiwillige Rentenbeiträge?
(c) oder beides?

Ich habe mich für (c) entschieden: ca. 25% in RV-Beiträge (damit habe ich meine Rente so erhöht, dass sie netto vor Steuern etwas über Lebenshaltungskosten liegt, ich also für Steuern, Geschenke usw. noch etwas ansparen kann);
ca. 75% in Wertpapiere, die jetzt 4.3% Nettoertragsrendite abwerfen (also ungefähr Inflationsausgleich). Vorteil: vererbbar, Risiken: bekannt.

Das muss aber jede/r für sich entscheiden, und evtl. nachregeln - wenn man z.B. versorgungsausgleichspflichtig geschieden ist, kann man bei Bedarf jederzeit freiwillige RV-Beiträge nachzahlen, Verwendungszweck "Wiederauffüllung Versorgungsausgleich Par.187 SGB VI", und die steuerlich geltend machen.

von
Um Hilfe Bittender

Hallo suchenwi, hallo zusammen,

@suchenwi: Danke auch Dir nochmals für Deine persönlichen Anmerkungen dazu. Ich habe inzwischen auch verstanden, dass die individuelle Komponente hier die entscheidende ist.

Nichtsdestotrotz sind immerhin die Formeln objektiv und gelten für alle gleichermaßen.

Ich habe nochmals eine Frage zur Berechnung des Ausgleichsbetrags und der Formel, wie sie auf https://der-privatier.com/kap-6-8-2-freiwillige-einmalzahlungen-in-die-rentenversicherung/

wiedergegeben ist. Ich zitiere das Beispiel dort noch vorsorglich:

Damit man aber vorher schon einmal ein Gefühl hat, was da so in etwa auf einen zukommt, hier einmal die Formel und ein Beispiel:

"Ausgleichsbetrag = (Minderung der persönlichen Entgeltpunkte x Durchschnittsentgelt x Beitragssatz) / Zugangsfaktor

Und das rechnen wir jetzt einmal mit meinen Zahlen aus (gerundet):

Meine Entgeltpunkte bis heute: 64
Meine Abschläge für 33 Monate: 9,9%
=> Minderung der pers. Entgeltpunkte: 64*0,099=6,336
Durchschnittsentgelt 2017: 37.103€ (vorläufig)
Beitragssatz: 18,7%
Zugangsfaktor: (100%-Abschläge)/100= 0,901

Damit ergibt sich also ein Ausgleichsbetrag von:

( 6,336 * 37.103€ * 0,187 ) / 0,901 = 48.791€"

Ich habe Zweifel bekommen, ob die obenstehende Formel wirklich stimmt.

Ist es nicht so, dass in der Formel fälschlicherweise 2 x der Abschlag iHv 9,9% eingerechnet wird?

Zunächst ist klar, dass für 33 Monate frühere Rente 33 x 0,3% = 9,9% vom Rentenanspruch nach Entgeltpunkten abgezogen wird.

Insofern kann ich nachvollziehen, dass PRIVATIER hier rechnet:

=> Minderung der pers. Entgeltpunkte:

64 Entgeltpunkte x 9,9% = 6,336 Entgeltpunkteabzug.

Ich kann auch im Weiteren nachvollziehen, dass zur Berechnung des "Preises" zur Einzahlung in die DRV die auszugleichenden Entgeltpunkte mit durchschnittlichem Gehalt (deutschlandweit) und dem Beitragssatz in der DRV iHv 18,7% multipliziert werden. Denn Durchschnittsgehalt (deutschlandweit) mal Beitragssatz ist ja, was genau ein Rentenpunkt kostet. Denn für das nationale Durchschnittsgehalt gibt es ja genau einen Entgeltpunkt.

Danach kostet der Ausgleich von von 6,336 Entgeltpunkten also 6,336 x 41.541 Euro x 18,7% = 43.961 Euro.

Aber warum dividiert Privatier dieses Ergebnis auch noch einmal durch den Zugangsfaktor? Der irrsinnige Abzug von 0,3% pro Monat vorzeitiger Rente ist doch bereits in der Höhe der ausgleichspflichtigen Entgeltpunkte berücksichtigt?

Die 6,336 Entgeltpunkte sind doch genau die Entgeltpunkte, die in der Rechnung benötigt werden, um den früheren Rentenbeginn unter Berücksichtigung des Abschlags auszugleichen. Wieso sollen die Kosten für diese Entgeltpunkte dann nochmals faktoriert werden, indem durch den Abschlag geteilt wird?

Meine konkrete Frage lautet also:

Stimmt die Formel auf der Privatier-Seite wirklich oder müsste es nicht viel eher lauten:

Ausgleichspllichtige Entgeltpunkte unter Berücksichtigung des Abschlags x Kosten eines Entgeltpunks ?

Nochmals lieben Dank für Eure Hilfe...

von
Vivo

Ist das Problem für Sie auf der mathematischen oder der versicherungsrechtlichen Seite?
Für letzteres sagt mein Gefühl, dass es sinnvoll ist, ob es geltendes Recht ist, weiß ich nicht.
Mathematisch ist es so, dass Summen nur diejenigen „kürzen“ sollten, die es können ;)
(64+7,032)/0,901=64
Da es eine Summe ist, muss jeder der Summanden durch 0,901 geteilt werden.
(((6,336/0,901=7,032 bedeutet, um 6,336 EP auszugleichen, muss mathematisch gesehen für 7,032 EP nachgezahlt werden, damit es nach dem Abschlag genau passt)))

von
Siehe hier

Es müssen aber vor allem auch die Abschläge ausgeglichen werden, die sich durch den gekürzten Zugangsfaktor ergeben.
Und wenn man dann nur den Wert der geminderten EP mit dem Durchschnittsverdienst vergleicht, hat man den Wert für Zugangsfaktor 1, aber nicht den individuellen mit 9,9 %, also 0,901

Demnach müsste es so aussehen... (?...?)

EP D-Eink % ZF 1 ZF 0,901 Ausgleich
57,664 41451 18,6 444582,8663 493432,704 48849,8377
6,336 41451 18,6 48849,8377 54217,35593 5367,518237

64 41451 18,6 493432,704 547650,0599 54217,35593

Hoffe, die Zahlen bleiben fein sauber hier stehen und verrutschen nicht ins Unleserliche

von
Siehe hier

Hab es ja befürchtet :-(

immerhin verblieb ein Leerzeichen zwischen den einzelnen Zahlen :-)

Also vielleicht einfach kopieren und in ne Exceltabelle einsetzen

von
Siehe hier

Hatte es ja schon befürchtet...
immerhin ist noch ein Leerzeichen zwischen den einzelnen Zahlen.
Also vielleicht einfach kopieren und in ein Excelblatt einfügen

von
Um Hilfe Bittender

Hallo Vivo,

ein bißchen Mathe kann ich dann doch noch, auch wenn vom Leistungskurs Mathe sicher nicht mehr viel übrig ist ;-).

Nein, das Problem liegt für mich nicht auf der mathematischen Seite. Oder ehrlicherweise: Nicht auf der *formal* mathematischen Seite.

Es mag aber sein, dass ich den tieferen mathematischen Sinn der Formel nicht verstanden habe.

Nochmals die Logik von der Privatier-Seite:

Erst rechnet "der Privatier" aus, wie viel von seinen Entgeltpunkten ihm von der DRV weggenommen werden für den rund 3 Jahre früheren Rentenbeginn. Und wie viel damit ausgeglichen / ersetzt werden müssen.

Für 33 Monate früheren Rentenbeginn gibt es einen Abschlagsfaktor von 9,9%.

Hieraus errechnet Privatier die "Lücke" iHv. 9,9% x bereits erreichten Entgeltpunkten, im konkreten Fall also 64 EP x 9,9% = 6,336 EP.

Die DRV erkennt also bei Rentenbeginn mit etwas über 64 Jahren nur 64 EP abzgl. 6,336 EP als Grundlage für die Rente an (statt der bei regulärem erreichten 64 EP). Das wären also 57,664 EP.

Und das würde also bedeuten, dass es im Beispiel von Privatier statt mit 67 Jahren 31 Euro/EP x 64 EP = 1.984,-- Euro Rente nur 57,667 EP x 31 Euro/EP = 1.860 Euro gäbe - dafür aber ab 63 Jahren.

Und jetzt eben die Frage, wie viele EP gekauft werden müssen, um diese Lücke wieder auszugleichen.

Meiner Ansicht nach einfach 6,336 EP x Preis je EP = 6,336 x 37.103 Euro x 18,7% = 43.961 Euro.

Dabei belässt es Privatier aber nicht. Privatier kompensiert nun diesen Abschlag - aus meiner Sicht: NOCHMALS - dadurch, dass er durch (100% - 9,9%) = 90,1% dividiert: 43.961 / 90,1% = 48.791 Euro.

Das erschließt sich mir nicht mehr. Privatier geht also davon aus, dass nicht etwa nur die abgeschlagenen 6,336 EP kompensiert werden müssen, sondern 6,663 EP / 90,1% = 7,03 EP.

Warum muss man 7,03 EP ausgleichen, wenn schon die 6,663 EP die ausgleichspflichtige Minderung ausmachen?

Stimmt die Formel bei Privatier wirklich?

von
Siehe hier

Lassen Sie den 'Privatier' mal außen vor und schauen Sie sich an, wie die Rentenversicherung es rechnet:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Fachliteratur_Kommentare_Gesetzestexte/Studientexte/Rentenrecht/21_rentenberechnung.html

ab Seite 64

Und in Ihren Berechnungen haben Sie die Werte verschiedener Jahre fröhlich durcheinandergewürfelt, da sollten Sie sich für ein Jahr entscheiden :-)

von
W°lfgang

Zitiert von: Um Hilfe Bittender
Ich habe Zweifel bekommen, ob die obenstehende Formel wirklich stimmt.

Hallo Um Hilfe Bittender,

nun, die Datenlage dort ist schon etwas antik ;-)

> "Durchschnittsentgelt 2017: 37.103€ (vorläufig)"

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2021. Das aktuell vorläufige Durchschnittsentgelt beträgt: 41.541 €, für 2022 nur: 38.901 € ← Nachzahlung in 2022 wird 'billiger'.

Zudem ist nicht Ihr aktueller EP-Stand maßgebend, sondern der bis zum Rentenbeginn mit Abschlag dann erreichte - ungekürzt, ermittelt aus einer Hochrechnung der Entgelte auf Basis des Vorjahres/2020 ...unterstellt, Sie sind bis mind. Alter 63 noch versicherungspflichtig beschäftigt.

Nehmen Sie doch einfach Papier für die Berechnung der Ausgleichszahlung, wie hier, in diesem DRV-Merkblatt/Seite 25, werden Sie fündig. Sowohl aus festen Beispielrenten, wie auch über die aktuelle Formel individuell errechenbar:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Traeger/BayernSued/Zahlen_und_Tabellen/ZuT_2021_7.html

'ne Excel-Formel kann man sich dann/danach selbst basteln, um jeden Individualfall (mit ggf. aktuell geänderter Datenlage) selbst zu ermitteln - ganz einfach :-)

Gruß
w.

von
Makro

Cheffe, geht hiermit einfacher und für den FS mit Erklärungen versehen :-)

https://helfer-in-steuersachen.de/index.php/steuertipps/04-tipps-zur-anlage-vorsorgeaufwand-versicherungsbeitr%C3%A4ge/1151-02-10-h%C3%B6chstbetr%C3%A4ge-altersvorsorge-zeile-4-10.html

von
W°lfgang

Zitiert von: Makro
Cheffe, geht hiermit einfacher und für den FS mit Erklärungen versehen :-)

https://helfer-in-steuersachen.de/index.php/steuertipps/04-tipps-zur-anlage-vorsorgeaufwand-versicherungsbeitr%C3%A4ge/1151-02-10-h%C3%B6chstbetr%C3%A4ge-altersvorsorge-zeile-4-10.html

hmm ...da geht es wieder nur/ausschließlich um die steuerrechtliche Bewertung, aber nicht um die 'richtige' Berechnung des Ausgleichsbetrages = Inhalt des Rentenforums/spezielle Frage dazu von @Um Hilfe Bittender und meine Antwort darauf.

Mein ja nur/Ihre Lehrzeit wurde soeben um weitere 3 Jahre verlängert ... ;-))

Gruß
w.

von
Siehe hier

Zitiert von: Makro
Cheffe, geht hiermit einfacher und für den FS mit Erklärungen versehen :-)

https://helfer-in-steuersachen.de/index.php/steuertipps/04-tipps-zur-anlage-vorsorgeaufwand-versicherungsbeitr%C3%A4ge/1151-02-10-h%C3%B6chstbetr%C3%A4ge-altersvorsorge-zeile-4-10.html

Dafür muss 'UHB' aber doch erst einmal überhaupt den Betrag herausfinden, den er benötigt, um seine Abschläge auszugleichen
Und das ist mit Ihren Tabellen nicht möglich.

Aber sicher dann für den danach nächsten Schritt 'das Finanzamt zahlt mit' hilfreich :-)

von
Makro

Zitiert von: W°lfgang
Zitiert von: Makro
Cheffe, geht hiermit einfacher und für den FS mit Erklärungen versehen :-)

https://helfer-in-steuersachen.de/index.php/steuertipps/04-tipps-zur-anlage-vorsorgeaufwand-versicherungsbeitr%C3%A4ge/1151-02-10-h%C3%B6chstbetr%C3%A4ge-altersvorsorge-zeile-4-10.html

hmm ...da geht es wieder nur/ausschließlich um die steuerrechtliche Bewertung, aber nicht um die 'richtige' Berechnung des Ausgleichsbetrages = Inhalt des Rentenforums/spezielle Frage dazu von @Um Hilfe Bittender und meine Antwort darauf.

Mein ja nur/Ihre Lehrzeit wurde soeben um weitere 3 Jahre verlängert ... ;-))

Gruß
w.

Ok, setzen = 5. Wenn der FS clever ist und nicht unendlich lange darüber grübeln will, füllt er das Formular V0210 aus (vom AG das Formular V0211) und lässt von der DRV den Zahlbetrag ausrechnen. In der Berechnung fließen dann nachfolgende Punkte ein: (falls vorhanden)

- Beitragszeiten,
- beitragsfreie Zeiten,
- Zuschläge für beitragsgeminderte Zeiten,
- Zuschläge oder Abschläge aus einem durchgeführten Versorgungsausgleich oder Rentensplitting,
- Zuschläge aus der Zahlung von Beiträgen bei Abfindung von Anwartschaften auf betriebliche Altersversorgung oder von Anrechten bei der Versorgungsausgleichskasse,
- Zuschläge für Arbeitsentgelt aus geringfügiger nicht versicherungspflichtiger Beschäftigung,
- Arbeitsentgelt aus nicht gemäß einer Vereinbarung über flexible Arbeitszeitregelungen verwendeten Wertguthaben,
- Zuschläge für Zeiten einer besonderen Auslandsverwendung und
- Zuschläge für nachversicherte Soldaten auf Zeit

Der FS wollte den noch steuerfreien einzahlbaren Betrag wissen. (im Link Berechnungsschritte siehe das Berechnungsschema 2021 f. AN)

Muss ich wirklich 3 Jahre nachsitzen oder kann ich das jetzt noch abkürzen? :-)

von
Makro

Zitiert von: W°lfgang
Zitiert von: Makro
Cheffe, geht hiermit einfacher und für den FS mit Erklärungen versehen :-)

https://helfer-in-steuersachen.de/index.php/steuertipps/04-tipps-zur-anlage-vorsorgeaufwand-versicherungsbeitr%C3%A4ge/1151-02-10-h%C3%B6chstbetr%C3%A4ge-altersvorsorge-zeile-4-10.html

hmm ...da geht es wieder nur/ausschließlich um die steuerrechtliche Bewertung, aber nicht um die 'richtige' Berechnung des Ausgleichsbetrages = Inhalt des Rentenforums/spezielle Frage dazu von @Um Hilfe Bittender und meine Antwort darauf.

Mein ja nur/Ihre Lehrzeit wurde soeben um weitere 3 Jahre verlängert ... ;-))

Gruß
w.

Cheffe, geht an der Frage vom FS jetzt vorbei, aber als kleine Wiedergutmachung zum Thema "Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitiger Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters" auch diese Möglichkeit ...

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Videos/DE/Traeger/Baden-Wuerttemberg/Abfindungen_Schmidt_Selbstzahler.html

von
Vivo

Zitiert von: Um Hilfe Bittender
Hallo Vivo,

ein bißchen Mathe kann ich dann doch noch, auch wenn vom Leistungskurs Mathe sicher nicht mehr viel übrig ist ;-).

Nein, das Problem liegt für mich nicht auf der mathematischen Seite. Oder ehrlicherweise: Nicht auf der *formal* mathematischen Seite.

Es mag aber sein, dass ich den tieferen mathematischen Sinn der Formel nicht verstanden habe.

Nochmals die Logik von der Privatier-Seite:

Erst rechnet "der Privatier" aus, wie viel von seinen Entgeltpunkten ihm von der DRV weggenommen werden für den rund 3 Jahre früheren Rentenbeginn. Und wie viel damit ausgeglichen / ersetzt werden müssen.

Für 33 Monate früheren Rentenbeginn gibt es einen Abschlagsfaktor von 9,9%.

Hieraus errechnet Privatier die "Lücke" iHv. 9,9% x bereits erreichten Entgeltpunkten, im konkreten Fall also 64 EP x 9,9% = 6,336 EP.

Die DRV erkennt also bei Rentenbeginn mit etwas über 64 Jahren nur 64 EP abzgl. 6,336 EP als Grundlage für die Rente an (statt der bei regulärem erreichten 64 EP). Das wären also 57,664 EP.

Und das würde also bedeuten, dass es im Beispiel von Privatier statt mit 67 Jahren 31 Euro/EP x 64 EP = 1.984,-- Euro Rente nur 57,667 EP x 31 Euro/EP = 1.860 Euro gäbe - dafür aber ab 63 Jahren.

Und jetzt eben die Frage, wie viele EP gekauft werden müssen, um diese Lücke wieder auszugleichen.

Meiner Ansicht nach einfach 6,336 EP x Preis je EP = 6,336 x 37.103 Euro x 18,7% = 43.961 Euro.

Dabei belässt es Privatier aber nicht. Privatier kompensiert nun diesen Abschlag - aus meiner Sicht: NOCHMALS - dadurch, dass er durch (100% - 9,9%) = 90,1% dividiert: 43.961 / 90,1% = 48.791 Euro.

Das erschließt sich mir nicht mehr. Privatier geht also davon aus, dass nicht etwa nur die abgeschlagenen 6,336 EP kompensiert werden müssen, sondern 6,663 EP / 90,1% = 7,03 EP.

Warum muss man 7,03 EP ausgleichen, wenn schon die 6,663 EP die ausgleichspflichtige Minderung ausmachen?

Stimmt die Formel bei Privatier wirklich?

Er dividiert nicht _nochmals_ durch 0,901, sondern auch diesen Teil der Summe aus EP und Ausgleichs-EP _ebenfalls_ durch 0,901. Das ist mathematisch völlig korrekt, wenn man davon ausgeht, dass auch die Ausgleichszahlungen mit Abschlägen behaftet sind (was ja gegenüber jemandem, der in seinem Versicherungsleben 71,032 EP erreicht hat und diese vorzeitig mit 9,9 % Abschlag in Anspruch nimmt, auch fair ist).

von
Um Hilfe Bittender

Hallo Wolfgang, Makro und Vivo,

nochmals Danke. Die Quelle von Wolfgang beantwortet die Frage eindeutig.

Danach ist die Rechenweise von Privatier (leider) durchaus richtig.

Es wird erst einmal mit dem Abschlagsfaktor ein hoher Abschlag erzeugt. Will man diesen dann durch Einzahlungen kompensieren, reicht es der DRV nicht, wenn man eben diesen Abschlag ausgleicht, sondern es wird zusätzlich noch einmal der Abschlagsfaktor genutzt, um den Ausgleichsbetrag weiter hoch zu steigern.

Ich kann nicht erkennen, was daran fair sein soll.

Die DRV errechnet doch bereits einen sehr hohen Abschlag dafür, dass wenige Jahre früher in Rente gegangen wird und weniger einbezahlt wird.

Wenn nun genau dieser Abschlag ausgeglichen werden soll, warum soll man dann mehr bezahlen als eben diesen Abschlag? Warum soll der Abschlag nochmals hochgesteigert werden? Der Abschlag beinhaltet doch schon beides: den früheren Bezug und die geringere Einzahlung.

Aus meiner Sicht ist das reine Abzocke...

Aber: Was ich dazu meine, ist natürlich völlig irrelevant.

Mir ging es im die Gesetzeslage. Und die ist tatsächlich, wie Privatier rechnet (mal abgesehen davon, dass die variablen Beträge überholt sind).

Nochmals Danke Euch allen!

von
W°lfgang

Zitiert von: Um Hilfe Bittender
Aus meiner Sicht ist das reine Abzocke...

öhm ...rechnerisch erhalten sie bei abschlagsbehaftetem Rentenbeginn dann doch die _volle_ Rente ausgezahlt, insofern Ziel erreicht. Der 'kleine' Mehraufwand mag jucken, damit muss man sich arrangieren ...

Wollen Sie die DRV 'linken', gehen Sie erst zum abschlagsfreien Rentenbeginn in Rente/Weiterarbeit, und erhalten die aus der Ausgleichszahlung zusätzlich eingekaufte EP ohne Kürzung ontop - dann 'zocken' Sie die DRV ab ;-)

Gruß
w.

@ Makro: "Muss ich wirklich 3 Jahre nachsitzen oder kann ich das jetzt noch abkürzen? :-)"

...in 3 Jahren denke ich über eine Bewährungsfrist nach :-))

von
Jonny

Hallo @Um Hilfe Bittender

Vivo hat das schon gut erklärt.

Der tiefere mathematische Sinn der Formel, stellt sicher, dass Rente letztlich auf die erarbeiteten 64 EP ohne Abschlag, also 64 persönliche Entgeltpunkte hinausläuft.

Bitte den Unterschied zwischen EP (= Entgeltpunkte) und persönliche Entgeltpunkte (= mit Abschlag wegen längerer Inanspruchnahme) beachten!!!

Ohne die Ausgleichszahlung würde die Rente aus 64 EP abzgl. 6,3360 = 57,6640 persönliche Entgeltpunkten gezahlt werden.
Würden nur die 43.961 € (Werte mit dem provisorischen Durchschnittsentgelt von 37103 € für noch 2017) gezahlt, ergäbe das die o.a. ermittelten Verminderungspunkte in Höhe von 6,3360 als EP. Zuzüglich der 64 EP insgesamt also 70,3360 persönliche Entgeltpunkte.

In jedem Fall wird aber die vorzeitige Rente mit dem Abschlag von 9,9 %, also einem Zugangsfaktor von 0,901 versehen. Das ergibt dann bei 70,3360 EP nur 63,3727 persönliche Entgeltpunkte. Und eben nicht die „gewünschte Rente ohne Abschlag aus 64 persönlichen Entgeltpunkten.

Nur wenn der Aufwand von 43.961 € nochmals durch den Zugangsfaktor von 0,901 geteilt wird, kommt man auf einen – für das angestrebten Ziel – erforderlichen Beitragsaufwand von 48.791,34 €. Diese ergeben dann 7,0322 EP und zusammen mit den vorhandenen 64 EP insgesamt 71,0322 EP. Die Rente wird aber nur aus persönlichen Entgeltpunkten gezahlt, bei denen den Zugangsfaktor von 0,901 von Bedeutung ist. Das ergibt dann die 64 Punkte, und zwar als persönliche Entgeltpunkte.

Also ähnlich wie bei dem Rabatt von 20 % auf 1000 € = verbleiben 800 €. Da reicht es auch nicht aus, 20 % wieder von 800 € oben draufzuschlagen, um auf den Ursprungsbetrag zu kommen.

All'ns klor?

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