Höchstbetrag der steuerfreien Einzahlung in die Rentenversicherung

von
Siehe hier

Zitiert von: Um Hilfe Bittender
Hallo "siehe hier",

...

Lieben Gruß

UHB

Es kann durchaus sein, dass sich in der Berechnung irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat, insbesondere wohl der mit 50 und 6,75.

Und wenn Sie das SGB VI durchforsten, werden Sie die Möglichkeiten finden, die es Ihnen auch erlauben, aus den 50 doch 54 EP zu machen.

Weiter werde ich die Berechnungen aber nicht überprüfen oder vergleichen. Meine hatte ich letztendlich vor allem deswegen gemacht, weil Sie trotz der vielen Antworten, die Sie zielführend bisher erhalten haben, immer noch daran zweifeln, dass Sie nicht nur den eigentlichen Abschlag bezahlen müssen sondern auch diesen nochmals ausgleichen müssen.

Da hatte ich einfach mal selbst eine Tabelle angeschmissen, die dann voller Zahlen war...

Nicht ohne Grund ist also eine Zahlung zum Ausgleich von Abschlägen überhaupt nur möglich, wenn man dies bei der DRV beantragt und dort berechnet wird, wie hoch diese im Einzelfall tatsächlich möglich ist.

Ich hoffe, der Experte am Montag - so denn er dies alles noch mal lesen sollte - verschwendet seine wertvolle Zeit nicht, um nun einen kleinen Rechenfehler zu korrigieren. Der lässt im Falle einer Antragstellung einfach sein Programm durchlaufen und druckt das Ergebnis dann aus. Oder es macht sein Kollege, weil sein eigenes Sachgebiet anders fokussiert ist.

Und vielleicht schließt ja auch der Admin einfach diesen Thread, denn bis auf ein paar Zahlen vor oder hinterm Komma, die irgendwo sich fehlerhaft eingeschlichen haben, ändert sich im Prinzip nichts daran, dass nicht nur der Abschlag von 0,3 % p.M. auf die EP ausgeglichen werden muss, ob diese nun 45, 50 oder 54 betragen.

Ein schönes Wochenende!

von
Um Hilfe Bittender

Zitiert von: Trolljäger
Zitiert von: KSC
Zitiert von: Um Hilfe Bittender

Ich glaube schon, dass das hier ein zwar langwieriger, aber für Neueinsteiger wertvoller Thread ist...

Ein Neueinsteiger kapiert gar nicht worum es Ihnen geht und wird sich nicht durch die verschiedensten Monsterberechnungen fressen.

Wer sich das in seiner Freizeit antut, hat hat ein Helfersyndron und die Experten haben am Montag hoffentlich besseres in ihrer Arbeitszeit zu tun.

Wenn Sie nicht kapieren worum es geht, warum antworten Sie dann unqualifiziert?

Eventuell werden die Experten, mit vermutlich 6-stelligem Jahresgehalt, teuer bezahlt durch hohe Beiträge der Versicherten, hoffentlich im EXPERTEN Forum doch antworten.

Danke für die Unterstützung, Trolljäger :-)

Ich denke auch, dass man in einem Thread wie diesem schon auch intensiver auf die Materie eingehen darf und auch sollte.

Auch mit konkreten realistischen Rechenbeispielen. Ich habe mein Rechenbeispiel von oben ( 26.11.2021, 20:02 ) mit Bitte um Bestätigung durch die Experten der DRV sehr gründlich erstellt, begründet und recherchiert.

Das sollte man auch als Laie verstehen können und ggf. auf den eigenen Fall anpassen. Und ein Experte sollte erst recht über das meiste "hinwegfliegen" können.

Auch das Beispiel von "Siehe hier" halte ich übrigens für wertvoll, auch wenn es (meiner Meinung nach) einige Schnitzer aufweist, die sich nicht "nur" darauf beschränken, dass 14,4% Abschlag von 50 EP eben nicht 6,75 EP, sondern 7,2 EP sind.

Der gröbere Fehler drückt sich meiner Ansicht nach in der irrigen These aus (den ich anfangs auch gemacht habe!), man könne sich durch die Ausgleichszahlung so stellen, als würde man bis 67 arbeiten und einzahlen und dann in Rente gehen.

Genau das geht aber leider nicht. Man kann sich nur so stellen, als würde man die Rente erst mit 67 beziehen statt schon mit 63.

In einem Punkt hat "Siehe hier" freilich wohl Recht, wenn ich selbst die "Mechanik" richtig verstanden habe:

Man kann durch die Ausgleichszahlung den Abschlag von 14,4% zu 100% abwehren, nicht etwa nur zu 100% abzgl. 14,4%, also nicht etwa nur zu 85,6%.

"Siehe hier" schreibt zwar, man könne auch auf andere Weise in die Rentenkasse einzahlen, wenn man das SGB VI nur gründlich genug läse.

Für den Tipp, wie das gehen soll, wäre ich wirklich dankbar - und wahrscheinlich viele andere auch. Auf normalem Wege dürfte das für die allermeisten nicht gehen. Laut Rentenberater ist die Ausgleichszahlung ab einem Alter von 50 Jahren der absolut einzige Ausnahmefall einer Einzahlung in die Rentenkasse... So einfach mal Geld überweisen geht jedenfalls definitiv nicht.

Lieben Gruß und schönes Wochenende...

von
Siehe hier

Stichwort 'freiwillige Beiträge', einfach mal recherchieren :-)

(auch wenn dies vielleicht nicht exakt 'so' möglich ist, wie in meinem 54EP-Beispiel berechnet).

von
Makro

Zitiert von: Siehe hier
Stichwort 'freiwillige Beiträge', einfach mal recherchieren :-)

(auch wenn dies vielleicht nicht exakt 'so' möglich ist, wie in meinem 54EP-Beispiel berechnet).

@siehe hier
Was machen sie da? Eventuell findet der Fragesteller V0060? Und dann ... ENDLOSSCHLEIFE ???

von
Jonny

Hier mal zu Ihrem Beispiel die richtigen Zahlen (mit den Werten ab 2022) und mit den zutreffenden Begriffen (EP einerseits und pEP andererseits). Vorweggeschickt sei, dass der Rentenbetrag in Euro immer nur aus den persönlichen Entgeltpunkten berechnet wird! Und das ist immer das Ergebnis aus den Entgeltpunkten vervielfältigt mit dem Zugangsfaktor (in dem die Abschläge oder auch Zuschläge ihren Niederschlag finden).

Ein 60-Jähriger will mit 63 in Ruhestand gehen und wird zu diesem Zeitpunkt (also mit 63 Jahren) 50 Entgeltpunkte n der Rentenkasse erreicht haben.
Der Abschlag für die 4 Jahre "frühere" Rente beträgt 50 Entgeltpunkte x 14,4% = 7,2 persönliche Entgeltpunkte, Die Rente würde also nur aus 42,8000 persönlichen Entgeltpunkten berechnet.

Wer dennoch bei 4 Jahre früherem Rentenbeginn eine Rente aus 50 persönlichen Entgeltpunkten erhalten will, muss zusätzlich so viele Entgeltpunkte erwerben, dass sich bei 14,4% Abschlag auf alle Entgeltpunkte wiederum 50 persönliche Entgeltunkte ergeben. Das wären dann 58,4112 Entgeltpunkte. Um das zu erreichen müssten die zusätzlichen 8,4112 Entgeltpunkte „erkauft“ werden.

In 2022 "kostet" ein Entgeltpunkt so viel, wie für das vorläufige Durchschnittsentgelt an Beiträgen zu zahlen sind. Das sind 38.901 € * 18,6 % = 7.235,59 €.

Das bietet nicht die DRV als Ausgleichszahlung an, sondern ist gesetzlich so geregelt und wird als Faktor für den Beitragsaufwand auch so im Bundesgesetzblatt bekannt gemacht werden (7.235,5860). Demnach sind zur vollständigen Vermeidung des Abschlags 8,4112 Entgeltpunkten x 7.235,5860 = 60.860,07 Euro zu zahlen. Damit werden dann die genannten 8,4112 Entgeltpunkte erworben.

Sowohl die ermittelten 50 Entgeltpunkte als auch die zusätzlich erkauften 8,4112 Entgeltpunkte, insgesamt also 58,4112 Entgeltpunkte werden – wegen des um 4 Jahre vorgezogenen Rentenbezugs mit dem Zugangsfaktor (0,856 aufgrund des Abschlags von 14,4%) in gerundete 50,0000 persönliche Entgeltpunkte umgerechnet und ergeben bei einem aktuellen Rentenwert von 34,19 € dann eine Monatsrente in Höhe von 1709,50 €.

Wer seine Altersrente erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze aus 50 Entgeltpunkte in Anspruch nimmt und deshalb eine Zugangsfaktor von 1,000 erhält, bekommt bei 50 persönlichen Entgeltpunkten eine Rente ebenfalls in Höhe von 1709,50 €, aber eben erst 4 Jahre später!

Und noch ein Hinweis zur Einführung von Ausgleichsbeiträgen: Der Gesetzgeber (nicht die DRV) wollte es denjenigen, die früher in Rente gehen wollen ermöglichen, eine Rente „wie ohne Abschläge“ zu erhalten. Und das ist ihm auch gelungen.

Ich hoffe zumindest, dass Sie es jetzt richtig verstanden haben.
Schönes Wochenende beim Überprüfen der Logik
Wünscht
Jonny

von
Um Hilfe Bittender

Hallo Jonny,

ganz lieben Dank für Deine plastische Darstellung und Berechnung!

In der Systematik ist diese mit meinem Verständnis wie im Beitrag 26.11.2021, 20:02 dargelegt meiner Ansicht nach identisch :-).

Bei den Werten kommen wir auch - fast - auf das gleiche Ergebnis. Nur in einem Punkt nicht - bei der Errechnung des aktuellen Preises für einen Entgeltpunkt und damit bei der Höhe der zulässigen bzw. erforderlichen Ausgleichszahlung.

Das aktuelle nationale Durchschnittsarbeitseinkommen liegt - wenn ich die mir vorliegenden Daten richtig lese - höher als 38.901 Euro, nämlich bei rund 41.500 Euro.

Demzufolge kostet ein Entgeltpunkt auch 41.500 Euro x 18,6% = 7.719 Euro. Der Ausgleich von 7,2 EP durch Zusatzkauf von 8,4112 EP sollte demnach ca. 64.926 Euro kosten und nicht "bloß" 60.860 Euro.

Von einem "Kurs" von grob 7.719 Euro für einen EP ist wohl auch "Siehe hier" ausgegangen und ich denke, der Wert stimmt einigermaßen (+/- 20 Euro oder so).

Von dieser Kleinigkeit abgesehen, stimmen unseren Rechnungen und vor allem die Berechnungslogik nach meinem Verständnis aber exakt überein :-) Ganz lieben Dank dafür nochmals!

Lieben Gruß und schönes Restwochenende!

UHB

P.S.:
Danke auch für die Erläuterungen zum Gesetzgebungsverfahren bzw. gesetzgeberischen Willen.

von
Um Hilfe Bittender

@"Siehe hier"

Auch Dir nochmals ganz lieben Dank für den Hinweis zur freiwilligen Versicherung! Ich bin baff erstaunt!

Allerdings stellt sich natürlich sehr die Frage nach der wirtschaftlichen Attraktivität des Modells.

Für einen normalen "Privatier" würde das wohl ein sehr teures Modell, weil er keine Steuerrückerstattungen bekommt.

Und eines habe ich inzwischen gelernt: Ohne steuerliche Erstattungen ist das Modell mit der Selbsteinzahlung wirtschaftlich völlig unrentabel. Es sei denn, man(n) würde vielleicht 110 Jahre alt ;-).

Muss ich erst mehr zu lesen. Aber jedenfalls schon einmal vielen Dank!

Lieben Gruß

UHB

von
Jonny

Zitiert von: Um Hilfe Bittender

Bei den Werten kommen wir auch - fast - auf das gleiche Ergebnis. Nur in einem Punkt nicht - bei der Errechnung des aktuellen Preises für einen Entgeltpunkt und damit bei der Höhe der zulässigen bzw. erforderlichen Ausgleichszahlung.

Das aktuelle nationale Durchschnittsarbeitseinkommen liegt - wenn ich die mir vorliegenden Daten richtig lese - höher als 38.901 Euro, nämlich bei rund 41.500 Euro.

Ich schrieb auch 2022, also nächstes Jahr. Einfach mal abwarten!

von
Um Hilfe Bittender

Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Um Hilfe Bittender

Bei den Werten kommen wir auch - fast - auf das gleiche Ergebnis. Nur in einem Punkt nicht - bei der Errechnung des aktuellen Preises für einen Entgeltpunkt und damit bei der Höhe der zulässigen bzw. erforderlichen Ausgleichszahlung.

Das aktuelle nationale Durchschnittsarbeitseinkommen liegt - wenn ich die mir vorliegenden Daten richtig lese - höher als 38.901 Euro, nämlich bei rund 41.500 Euro.

Ich schrieb auch 2022, also nächstes Jahr. Einfach mal abwarten!

Hei Jonny,

ok, das hatte ich gelesen. Theoretisch kannst Du also in der Tat Recht behalten.

Aber wie kommst Du darauf, dass das nationale Durchschnittseinkommen 2022 mehr als 6% unter dem aktuellen liegen soll? Ist das nationale - nominelle! - Durchschnittsarbeitseinkommen denn jemals in den letzten 30 Jahren auch nur um ein Promille gefallen?

Und 6% minus trotz beginnender Hyperinflation und (nominellen) Reallohnsteigerungen von vsl. knapp 4% allein in diesem Jahr?

Egal, der Punkt spielt ja keine generelle Rolle, sondern betrifft eine (spekulative? wegen der afrikanischen Virusmutation?) Prognose.

Wichtig war die Systematik hier und da haben wir ja ein identisches Verständnis. Nochmals lieben Dank!

LG

UHB

von
EM-Rente

Zitiert von: Um Hilfe Bittender
Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Um Hilfe Bittender

Bei den Werten kommen wir auch - fast - auf das gleiche Ergebnis. Nur in einem Punkt nicht - bei der Errechnung des aktuellen Preises für einen Entgeltpunkt und damit bei der Höhe der zulässigen bzw. erforderlichen Ausgleichszahlung.

Das aktuelle nationale Durchschnittsarbeitseinkommen liegt - wenn ich die mir vorliegenden Daten richtig lese - höher als 38.901 Euro, nämlich bei rund 41.500 Euro.

Ich schrieb auch 2022, also nächstes Jahr. Einfach mal abwarten!

Hei Jonny,

ok, das hatte ich gelesen. Theoretisch kannst Du also in der Tat Recht behalten.

Aber wie kommst Du darauf, dass das nationale Durchschnittseinkommen 2022 mehr als 6% unter dem aktuellen liegen soll? Ist das nationale - nominelle! - Durchschnittsarbeitseinkommen denn jemals in den letzten 30 Jahren auch nur um ein Promille gefallen?

Und 6% minus trotz beginnender Hyperinflation und (nominellen) Reallohnsteigerungen von vsl. knapp 4% allein in diesem Jahr?

Egal, der Punkt spielt ja keine generelle Rolle, sondern betrifft eine (spekulative? wegen der afrikanischen Virusmutation?) Prognose.

Wichtig war die Systematik hier und da haben wir ja ein identisches Verständnis. Nochmals lieben Dank!

LG

UHB

Sie sollten Erwerbsminderungsrente beantragen. Bei dem geistigen Schaden den Sie augenscheinlich haben, dürften Sie keine Probleme mit der Bewilligung haben.

von
Jonny

Zitiert von: Um Hilfe Bittender
Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Um Hilfe Bittender

Bei den Werten kommen wir auch - fast - auf das gleiche Ergebnis. Nur in einem Punkt nicht - bei der Errechnung des aktuellen Preises für einen Entgeltpunkt und damit bei der Höhe der zulässigen bzw. erforderlichen Ausgleichszahlung.

Das aktuelle nationale Durchschnittsarbeitseinkommen liegt - wenn ich die mir vorliegenden Daten richtig lese - höher als 38.901 Euro, nämlich bei rund 41.500 Euro.

Ich schrieb auch 2022, also nächstes Jahr. Einfach mal abwarten!

Hei Jonny,

ok, das hatte ich gelesen. Theoretisch kannst Du also in der Tat Recht behalten.

Aber wie kommst Du darauf, dass das nationale Durchschnittseinkommen 2022 mehr als 6% unter dem aktuellen liegen soll? Ist das nationale - nominelle! - Durchschnittsarbeitseinkommen denn jemals in den letzten 30 Jahren auch nur um ein Promille gefallen?

Und 6% minus trotz beginnender Hyperinflation und (nominellen) Reallohnsteigerungen von vsl. knapp 4% allein in diesem Jahr?

Egal, der Punkt spielt ja keine generelle Rolle, sondern betrifft eine (spekulative? wegen der afrikanischen Virusmutation?) Prognose.

Wichtig war die Systematik hier und da haben wir ja ein identisches Verständnis. Nochmals lieben Dank!

LG

UHB

https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2021/0701-0800/769-21.pdf?__blob=publicationFile&v=1

von
W°lfgang

Zitiert von: Um Hilfe Bittender
Aber wie kommst Du darauf, dass das nationale Durchschnittseinkommen 2022 mehr als 6% unter dem aktuellen liegen soll? Ist das nationale - nominelle! - Durchschnittsarbeitseinkommen denn jemals in den letzten 30 Jahren auch nur um ein Promille gefallen?

Mööönsch, das ist doch seit nun 1 Monat bekannt, siehe Link von @Jonny.

Natürlich wird das in 2 Jahren berichtigt, wahrscheinlich deutlich nach oben korrigiert. Aber für aktuelle Rechenwerte (hier speziell: Ausgleichszahlung in 2022) ist das halt maßgebend.

Gruß
w.

PS: @Fazit: "Dieser Thread ist mehrmals über. Die „Bekloppten“ unter sich. Der arme Experte!"

Lese ich da etwa ein Bedauern heraus, dass Sie nur mäkeln statt mitreden können ?! ;-))

Experten-Antwort

Liebe USer,

ein paar unfreundliche Einträge musste ich löschen.

Viele Grüße
Ihr Admin

Experten-Antwort

Hallo UHB,

Ihre Berechnungen gehen ebenso wie die Berechnungen von Jonny vom Grundverständnis her in die richtige Richtung, sind aber noch nicht ganz korrekt.

Im Folgenden mal die richtige Berechnung, ausgehend von Jonnys Beispiel. Ich rechne allerdings mit den aktuellen Umrechnungsfaktoren 2021, da diese leichter nachvollzogen werden können (siehe Link unten**). Der Einfachkeit halber unterstelle ich zudem, dass Auskunft und Zahlung im Jahr 2021 erfolgten.

a) Ohne Abschlag hat der Versicherte 50 Entgeltpunkte (EP) x Zugangsfaktor 1,000 = 50 persönliche Entgeltpunkte (pEP). Daraus errechnet sich eine Rente in Höhe von 50 pEP x 34,19 € = 1.709,50 €.

b) Mit Abschlag von 14,4 % hat der Versicherte 50 EP x Zugangsfaktor 0,856 = 42,8 pEP. Es ergibt sich eine Rente in Höhe von 42,8 pEP x 34,19 € = 1.463,33 €.

Mit Abschlag hat der Versicherte also 50 pEP – 42,8 pEP = 7,2 pEP weniger.

c) Diese 7,2 pEP sollen über eine Beitragszahlung ausgeglichen werden. Dazu werden diese pEP* mit dem Umrechnungsfaktor** für 2021 (= gesetzlich festgelegt) multipliziert und durch den geminderten Zugangsfaktor geteilt:

7,2 pEP x 7.726,6260 : 0,856 = 64.990,32 €

*@Jonny: nicht die EP, sondern die pEP, vergleiche § 187a Absatz 3 Satz 1 SGB VI

Bei Zahlung des Betrags von 64.990,32 € im Jahr 2021 werden dem Versicherungskonto folgende Entgeltpunkte gutgeschrieben:

64.990,32 € x 0,0001294226** = 8,4112 EP

Der Versicherte hat nach Zahlung nun 58,4112 EP in seinem Konto. Bei einem Abschlag von 14,4 % errechen sich hieraus 58,4112 EP x 0,856 = 50 pEP. Die Rente beträgt somit 50 pEP x 34,19 € = 1.709,50 €. Er erhält also genau den Rentenbetrag, den er ohne Abschlag erhalten hätte, siehe a).

Wie man am Ergebnis sieht, ist in der Berechnung über die Umrechnungsfaktoren auch bei den „Kompensations-Entgeltpunkten“ ein Abschlag von 14,4 % eingerechnet, der durch die Zahlung ausgeglichen wird.

BEACHTE: Im Beispiel liegen die Auskunft über die Beitragshöhe (Berechnung der 64.990,32 €) und die tatsächliche Zahlung der Beiträge im selben Jahr (2021). Erfolgt eine Ausgleichszahlung erst später als die Auskunft, werden die im Zeitpunkt der Zahlung maßgeblichen Umrechnungsfaktoren angewendet. Hierdurch wird dem Prinzip der Beitragsäquivalenz Rechnung getragen. Es kann dann vorkommen, dass der Abschlag nicht vollständig ausgeglichen wird oder ein leichtes Plus entsteht (eher selten). Diese Wirkung kann der Versicherte verhindern, indem er sich vor Zahlung nochmals eine aktuelle Auskunft erstellen lässt.

** Hier der Link zu den Umrechnungsfaktoren:

https://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/rvRecht/07_AktuelleWerte/T-Z/awert_vers_vag.html#doc1513018bodyText3

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Jonny

Zitiert von: Experte

*@Jonny: nicht die EP, sondern die pEP, vergleiche § 187a Absatz 3 Satz 1 SGB VI

BEACHTE: Im Beispiel liegen die Auskunft über die Beitragshöhe (Berechnung der 64.990,32 €) und die tatsächliche Zahlung der Beiträge im selben Jahr (2021). Erfolgt eine Ausgleichszahlung erst später als die Auskunft, werden die im Zeitpunkt der Zahlung maßgeblichen Umrechnungsfaktoren angewendet. Hierdurch wird dem Prinzip der Beitragsäquivalenz Rechnung getragen. Es kann dann vorkommen, dass der Abschlag nicht vollständig ausgeglichen wird oder ein leichtes Plus entsteht (eher selten). Diese Wirkung kann der Versicherte verhindern, indem er sich vor Zahlung nochmals eine aktuelle Auskunft einholt.

@experte(in)
Richtig. Und durch die Division sind es dann die von mir erwähnen EP.

Und was ist, wenn die Auskunft heute erteilt wird und die genannten 64.990,32 EUR mit den neuen niedrigen Werten für 2022 erst im Januar gezahlt werden?

Experten-Antwort

Zitiert von: Jonny

@experte(in)
Richtig. Und durch die Division sind es dann die von mir erwähnen EP.

Hallo Jonny,

ja, korrekt!

Zitiert von: Jonny

Und was ist, wenn die Auskunft heute erteilt wird und die genannten 64.990,32 EUR mit den neuen niedrigen Werten für 2022 erst im Januar gezahlt werden?

Dann ist der Umrechnungsfaktor des Jahres 2022 maßgebend (sofern keine Fiktion einer früheren Zahlung vorliegt). Es tritt dann der bereits erwähnte seltene Fall ein, dass die Zahlung höhere Entgeltpunkte (8,9820 EP) bewirkt als eine Zahlung im Jahr 2021. Das niedrigere vorläufige Durchschnittsentgelt im Jahr 2022 macht's möglich!

... aber das wissen Sie ja schon! :-)

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Makro

Zitiert von: Experte
Zitiert von: Jonny

@experte(in)
Richtig. Und durch die Division sind es dann die von mir erwähnen EP.

Hallo Jonny,

ja, korrekt!

Zitiert von: Jonny

Und was ist, wenn die Auskunft heute erteilt wird und die genannten 64.990,32 EUR mit den neuen niedrigen Werten für 2022 erst im Januar gezahlt werden?

Dann ist der Umrechnungsfaktor des Jahres 2022 maßgebend (sofern keine Fiktion einer früheren Zahlung vorliegt). Es tritt dann der bereits erwähnte seltene Fall ein, dass die Zahlung höhere Entgeltpunkte (8,9820 EP) bewirkt als eine Zahlung im Jahr 2021. Das niedrigere vorläufige Durchschnittsentgelt im Jahr 2022 macht's möglich!

... aber das wissen Sie ja schon! :-)

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

GRA §76a SGB VI (Klausurfrage?)

von
Makro

Und als Zusatzaufgabe für Extrapunkte (Klausur)?:

Jahreswechsel 2022 zu 2023: §6 Abs.2 RV-BZW

von
Jonny

Zitiert von: Makro
Und als Zusatzaufgabe für Extrapunkte (Klausur)?:

Jahreswechsel 2022 zu 2023: §6 Abs.2 RV-BZW


Als pensionierter EDEKA-Beamter habe ich meine Prüfung schon vor 55 Jahren bestanden.

von
UHB

Hallo Deutsche Rentenversicherung ;-), liebe DRV-Expertin bzw. lieber DRV-Experte!

ganz herzlichen Dank für die abermalige fundierte Experten-Antwort und Bestätigung, dass "Jonny" und ich zumindest methodisch völlig richtig "unterwegs waren" (auch wenn es noch bei den exakten Beträgen jeweils kleinere Unschärfen gab!)

Ich habe den Mechanismus jetzt verstanden und ich denke jeder, der sich künftig mit dem Thema auseinandersetzen will, findet in diesem Thread genau die Antworten, die man zum Verständnis desselben braucht.

Ein paar ganz allgemeine Fragen hätte ich aber noch.

1) Wie wirkt sich die von der politischen Kaste ja offen für die Zukunft geplante und kommunizierte weitere "Rentendrückerei" auf heutige (und baldigen) Ausgleichsahlungen aus?

Reduziert der uns von unseren angeblichen "Volksvertretern" zugedachte weitere "Rentenklau" auch den Wert der Ausgleichszahlungen? Oder ist der Mechanismus der mittelfristigen weiteren Rentenkürzungen ein anderer, der "nur" die künftigen EP in 10, 15 Jahren betrifft, nicht aber den EP-Bestand?

Ehrlicherweise tue ich mich immer noch etwas schwer, mit der finalen Beurteilung, ob die Einzahlung wirklich eine gute Idee ist. Ich weiß, dass das niemand wirklich sicher vorhersagen kann ("Glaskugel"). Schon gar nicht in Unkenntnis meiner persönlichen Verhältnisse.

Aber man kann sicher schon vorhersehen, wie sich der bereits heute für die Zukunft beabsichtigte "Rentenklau" auf Einzahlungen in die Rentenkasse auswirkt?

2) Wie wirkt sich die offensichtlich veranschlagte drastische Reduktion des nationalen Durchschnittseinkommens in 2022 auf die Ausgleichszahlungen aus? Spontan hätte ich gesagt, günstig, weil mehr EP für die gleiche Summe erworben werden? Oder ist das zu kurz gedacht?

2a) Und behält man eigentlich die einmal errechnete/festgesetzte Anzahl an EP, falls der "Preis" aus Januar z.B. im April später nach oben korrigiert würde?

3) Wann besteht das Risiko, dass eine Ausgleichszahlung in Januar noch dem Vorjahr "fiktiv zugerechnet" würde, wie das Expertenteam es oben erwähnt?

Liebe Grüße an alle, die antworten mögen. Und auch die anderen :-).

UHB

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