Jahrespraktikum nach Abitur

von
Asad Sh

Guten Tag,
ich interessiere mich für die folgende Fragestellung:
Wenn jemand gewollt oder ungewollt die Oberstufe für das allgemeine Abitur (vorzeitig) verlässt und das Abitur nicht bestanden hat, erhält diese Person, nach gesonderten Kriterien der Oberstufen- und Abiturverordnung des Landes Hessen, den schulischen Teil der Fachoberschule anerkannt. Wenn der praktische Teil im Rahmen einer Ausbildung, einem freiwilligen sozialen Jahr o.ä. absolviert wird, wird dem (Ex-) Schüler das Fachabitur anerkannt.
Wie ist ein solcher Schüler während eines Jahrespraktikums zu versichern? (Sozialversicherung, Krankenversicherung etc.)
Vielen Dank für Ihre Zeit.

Experten-Antwort

In einzelnen Bundesländern besteht die Möglichkeit, nach Verlassen der gymnasialen Oberstufe unter Zuerkennung des schulischen Teils der Fachhochschulreife durch Absolvierung eines einjährigen (gelenkten) Praktikums den berufspraktischen Teil der Fachhochschulreife zu erlangen.
Sofern das Praktikum zur Erlangung des berufspraktischen Teils der Fachhochschulreife im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses ausgeübt wird, unterliegen die Praktikanten – unabhängig davon, ob Arbeitsentgelt gezahlt wird oder nicht – als zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung (§ 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI) und in der Arbeitslosenversicherung (§ 25 Abs. 1 SGB III).
In der Krankenversicherung und in der Pflegeversicherung besteht die Versicherungspflicht als Beschäftigter allerdings nur, wenn Arbeitsentgelt bezogen wird (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V, § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 in Verb. mit Satz 1 SGB XI).
Bei Ableistung des Praktikums ohne Arbeitsentgeltzahlung besteht hier die Versicherungspflicht nach den Regelungen für Studenten und Praktikanten (§ 5 Abs. 1 Nr. 10 SGB V bzw. § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 10 in Verb. mit Satz 1 SGB XI).

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 11.09.2019, 10:23 Uhr]