Kann ich freiwillig bezahlte Beiträge zurück bekommen?

von
Michael M

Guten Tag,
ich habe in den 80er Jahren mal drei Jahre freiwillig Beiträge zur Rentenversicherung bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte geleistet (recht viel). Aufgrund beruflicher Veränderungen habe ich das dann beendet.
Kann ich diese Beiträge zurück fordern?
Danke für eine Antwort.
MfG
Michael M

von
Fastrentner

Nein! Eingezahlt bleibt eingezahlt!

von
W*lfgang

Zitiert von: Michael M
Kann ich diese Beiträge zurück fordern?

Hallo Michael M,

eine _rechtswirksame_ Beitragseinzahlung ist nicht rückgängig zu machen. Eine Erstattung der Beiträge ist nur dann möglich, wenn Sie in einem versicherungsfreien Beschäftigungsverhältnis (Beamter, berufsständisch Versicherter) stehen und die Mindestversicherungszeit von 60 Monaten nicht erreicht haben, oder die Regelaltersgrenze ohne Rentenanspruch erreicht haben, oder ausschließlich eine 'passende' Staatsangehörigkeit besitzen und sich in einem Nicht-EU-Land/Nicht-SV-Abkommensstaat aufhalten ...Thailand z. B.

Eine Beitragserstattung wegen 'Irrtum' gibt es nicht!

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Michael M,
Sie haben diese freiwilligen Beiträge damals rechtmäßig und wirksam gezahlt, so dass eine Rückforderung nicht möglich ist.
Sofern die Voraussetzungen für eine Beitragserstattung nach § 210 SGB VI gegeben sind, käme eine Erstattung in Höhe der Hälfte der Beiträge in Frage. Beiträge werden jedoch nur dann erstattet, wenn der Versicherte weder versicherungspflichtig ist noch das Recht zur freiwilligen Versicherung hat oder wenn der Versicherte die Regelaltersgrenze erreicht und die allgemeine Wartezeit von 60 Monaten nicht erfüllt hat. Eine weitere Erstattungsmöglichkeit besteht, wenn der Versicherte zum Beispiel als Beamter, als Soldat oder Mitglied einer Versorgungseinrichtung versicherungsfrei oder von der Versicherungspflicht befreit ist und die allgemeine Wartezeit nicht gegeben ist.
Sofern für Sie eine der Erstattungsmöglichkeiten in Frage kommt, sollten Sie sich bei der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen.
Aus den von Ihnen gezahlten freiwilligen Beiträgen können Sie nach Erreichen der Regelaltersgrenze nur dann eine Rentenleistung erhalten, wenn die allgemeine Wartezeit erfüllt ist, das heißt, wenn für 60 Kalendermonate Pflicht- oder freiwillige Beiträge entrichtet wurden.

von
Michael M

Guten Morgen,

zunächst mal herzlichen Dank für die ausführlichen Antworten!
(Auch wenn die Antworten für mich nicht so positiv sind; )

Ich erlaube mir aber, aufgrund der Antworten nochmals nachzufragen:
Die „Regelaltersgrenze ohne Rentenanspruch erreicht“ habe ich.
Ich bin vor kurzem 65 Jahre alt geworden und habe ansonsten nie irgendwelche Rentenansprüche erworben.
Ich war Zeit meines Lebens selbständig und habe lediglich in den späten Achtziger Jahren 46 Monate lang etwa 34 000 DM freiwillig einbezahlt.
Ändert das irgendetwas?

Nochmals Danke für die Antworten.

MfG

Michael M.

Experten-Antwort

Hallo Michael M,
nachdem Sie im Jahr 1952 geboren sind, erreichen Sie die Regelaltersgrenze mit 65 Jahren + 6 Monaten. Nach Ihrer Schilderung ist bei Erreichen dieser Regelaltersgrenze die allgemeine Wartezeit mit den bisher gezahlten 46 Beitragsmonaten nicht erfüllt, so dass für Sie eine Beitragserstattung nach § 210 Abs. 1 Nr. 2 SGB VI in Frage kommt. Die Beitragserstattung erfolgt nur auf Antrag, durch die Erstattung wird das bisherige Versicherungsverhältnis aufgelöst. Bitte beachten Sie, dass die freiwilligen Beiträge nur zur Hälfte erstattet werden.
Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall eine Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung. Hier werden Sie auch dahingehend informiert, ob eine (niedrige) freiwillige Beitragszahlung zur Erfüllung der allgemeinen Wartezeit und dann die Gewährung einer Regelaltersrente aus allen entrichteten freiwilligen Beiträgen für Sie eventuell günstiger sind.

von
Michael M

Vielen Dank für die Antwort!

Vielleicht ist es ja von allgemeinem Interesse, daher werde ich mich mit dem Ergebnis nochmals melden.

Mit freundlichen Grüßen

Michael M

von
Genervter

Zitiert von: Michael M
Vielen Dank für die Antwort!

Vielleicht ist es ja von allgemeinem Interesse, daher werde ich mich mit dem Ergebnis nochmals melden.

Mit freundlichen Grüßen

Michael M

Danke, nicht nötig. Die Voraussetzungen für eine Beitragserstattung sind uns geläufig.

von
W*lfgang

Zitiert von: Michael M
Vielleicht ist es ja von allgemeinem Interesse, daher werde ich mich mit dem Ergebnis nochmals melden.
...ja bitte Michael M!

Gerade User wie 'Genervter' möchte dann eine unverbindliche eigene Stellungnahme zum Ergebnis abgeben - auch wenn er scheinbar mit Ahnungslosigkeit gesegnet ist (lassen wir ihm dann das 1. Statement ;-)) ...die anderen werden das neutral bewerten können, ob Sie die beste Empfehlung erhalten haben – natürlich nur unter der mitgeteilten Datenlage/die örtliche Beratung wird Sie da schon 'vollumfänglich' informieren/beraten können.

Gruß
w.

von
KSC

Ne clevere Geldanlage war das dann aber nicht: in den 80ern 34.000 DM eingezahlt und nun 30 Jahre später ca 17.000 € zurückzubekommen. Frau Nahles , bzw. der Nachfolger bedankt sich für das entgegengebrachte Vertauen.

Sehr sinnvoll war das kaum, aber Sie bekommen das Geld zurück.

Allerdings brauchen Sie das Ergebnis hier nicht schildern weil die Rechtslage eindeutig ist.

Was bringt es wenn Sie in einigen Wochen hier mitteilen dass Sie das Geld zurück haben?
Antwort: Gar nichts weil es kaum Menschen in ähnlicher Situation gibt - also ich hatte so einen "kuriosen (doofen) Fall" in über 30 Jahren noch nie.

:)

von
KSC

sorry es ist die hälfte also nur 8500 € zurück

von
suchenwi

Nach 46 Monaten Einzahlung ist es wohl sinnvoller, noch 14 Monate nachzuzahlen (Minimum 60), und dadurch Anspruch auf eine kleine Altersrente zu erwerben?

von
Genervter

Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: Michael M
Vielleicht ist es ja von allgemeinem Interesse, daher werde ich mich mit dem Ergebnis nochmals melden.
...ja bitte Michael M!

Gerade User wie 'Genervter' möchte dann eine unverbindliche eigene Stellungnahme zum Ergebnis abgeben - auch wenn er scheinbar mit Ahnungslosigkeit gesegnet ist (lassen wir ihm dann das 1. Statement ;-)) ...die anderen werden das neutral bewerten können, ob Sie die beste Empfehlung erhalten haben – natürlich nur unter der mitgeteilten Datenlage/die örtliche Beratung wird Sie da schon 'vollumfänglich' informieren/beraten können.

Gruß
w.

Für unseren Egomanen W*lfgang wäre eine Rückmeldung natürlich sinnvoll.
Hauptsache er konnte sich wieder einbringen.

von
Schade

Da würde ich doch auch eher dazu tendieren statt der Erstattung von 8500 € noch 14 Mindestbeiträge zu investieren.

Wenn Sie damals Höchstbeiträge (?) gezahlt haben gäbe das ca 200 -250 € Monatsrente (plus eventuell 7,3 % Zuschuß zur KV und Zuschläge, weil Sie erst nach dem Regelalter in Rente gehen, usw) und sofern Sie noch mehr als 3-4 Jahre leben sollte sich das rechnen.

Letztlich ein Rechenspiel, das man in der persönöichen Beratung konkretisieren sollte.

Die Zeit für ein Beratungsgespräch sollten Sie sich nehmen......wenn das alles eh nur Peanuts sind weil Sie als Selbständiger ausreichend vermögend sind (und es bislang wohl nie nötig hatten sich um den Kleinkram der gesetzlichen Rente zu kümmern) ist das ein Luxusproblem das Sie so oder so entscheiden können.