Kann Rentenbeginn vor Rentenantragstellung liegen ?

von
Peter Tak

Ich habe im Juli 14 bewusst einen Erwerbsminderungsrentenantrag gestellt um in den Genuß der längeren Zurechnungszeit zu kommen.
Nun habe ich heute nach Widerspruch die unbefristet Teilrente genehmigt bekommen rückwirkend zum 1.4.2014 also vor den Termin der längeren Zurechnungszeit.
Ist das korrekt so ?

von
KSC

Kann korrekt sein, hängt davon ab wann der Leistungsfall eingetreten war.....und dazu geben Ihre Angaben rein gar nichts her.

Um ganz sicher zu gehen hätten Sie die Rente wohl erst im Oktober 14 beantragen sollen....

von
Peter Tak

Zitiert von: KSC

Kann korrekt sein, hängt davon ab wann der Leistungsfall eingetreten war.....und dazu geben Ihre Angaben rein gar nichts her.

Um ganz sicher zu gehen hätten Sie die Rente wohl erst im Oktober 14 beantragen sollen....

Wäre dann der Leistungsfall später eingetreten ? So ganz verstehe ich das noch nicht.

von
KSC

Nein, aber dann würde auf jeden Fall neues Recht gelten.....(im einzelnen will ich mir jedoch ersparen nach Feierabend auf diese komplizierte Materie einzugehen und das alles detaillliert zu erklären.

Auf den Eintritt des Leistungsfalles der EM hat man kaum einen Einfluß - die Ärzte entscheiden, wann EM eingetreten ist.

von
W*lfgang

Zitiert von: Peter Tak
Zitiert von: KSC
Kann korrekt sein, hängt davon ab wann der Leistungsfall eingetreten war.....und dazu geben Ihre Angaben rein gar nichts her.
Um ganz sicher zu gehen hätten Sie die Rente wohl erst im Oktober 14 beantragen sollen....
äre dann der Leistungsfall später eingetreten ? So ganz verstehe ich das noch nicht.
Peter Tak,

Vereinfacht: das wäre ein Fall der verspäteten Antragstellung - die Rente kann nur 3 Monate _vor Antragstellung beginnen_ (Leistungsfall davor egal), dann wären Sie im neuen Recht mit Zurechnungszeit gewesen.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Für die Bestimmung des Rentenbeginns ist auf den jeweiligen Zeitpunkt des maßgebenden Eintritts der Erwerbsminderung abzustellen. Maßgebender Eintritt der Erwerbsminderung ist somit bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, die allein aus medizinischen Gründen gezahlt werden, der Tag der medizinisch festgestellten Leistungseinschränkung. Somit können Sie nicht allein durch eine Antragstellung im Juli 2014 von der verlängerten Zurechnungszeit profitieren, wenn der Leistungsfall vorher eingetreten ist! Der Rentenantrag muss dabei innerhalb von drei Kalendermonaten nach Ablauf des Kalendermonats gestellt sein, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Bei einer späteren Antragstellung beginnt die Rente mit dem Antragsmonat.

von
Peter Tak

Zitiert von: KSC

Für die Bestimmung des Rentenbeginns ist auf den jeweiligen Zeitpunkt des maßgebenden Eintritts der Erwerbsminderung abzustellen. Maßgebender Eintritt der Erwerbsminderung ist somit bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, die allein aus medizinischen Gründen gezahlt werden, der Tag der medizinisch festgestellten Leistungseinschränkung. Somit können Sie nicht allein durch eine Antragstellung im Juli 2014 von der verlängerten Zurechnungszeit profitieren, wenn der Leistungsfall vorher eingetreten ist! Der Rentenantrag muss dabei innerhalb von drei Kalendermonaten nach Ablauf des Kalendermonats gestellt sein, in dem die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Bei einer späteren Antragstellung beginnt die Rente mit dem Antragsmonat.

Also war der 1.7.14 nur Augenwischerei und man hat alle die im Zeitraum Juli bis Oktober 14 einen Antrag gestellt haben fein hinters Licht geführt.

von
Rentner1956

Hallo und guten Morgen,
mir erging es genauso. Rentenantrag Oktober 2014, rückwirkende EM Rente vom 1.2.2014. Dachte auch ich würde in den Genus der verlängerten Zurechnung kommen. Das war nix.

von
Franz Huber

Also mir ging es genau wie Peter Tak
Habe ich das richtig verstanden wenn man den Antrag später gestellt hätte wäre man in den Genuss der beiden Zurechnungsjahre gekommen.
Dann hätte die Krankenkasse und Arbeitsamt keine Rückzahlung bekommen und ich müsste nicht nach 17 Monaten Rentenbezug wieder einen Verlängerungsantrag stellen obwohl er eigentlich 36 Monate genehmigt wurde aber halt zurückdatiert?
Das ganze neue Gesetz ist sowieso ein Witz da ich nicht verstehe warum jemand nach Juli 2014 mehr bedürftig ist wie jemand vor Juli 2014.
Bei unsern Beispiel ist es halt besonders krass da Antrag sogar nach Juli 2014 gestellt wurde aber normal hätten Pauschal alle EWR die zusätzlichen 2 Jahre bekommen müssen.

von
=//=

Zitiert von: Rentner1956

Hallo und guten Morgen,
mir erging es genauso. Rentenantrag Oktober 2014, rückwirkende EM Rente vom 1.2.2014. Dachte auch ich würde in den Genus der verlängerten Zurechnung kommen. Das war nix.

Das ist nur dann möglich, wenn ein vorher gestellter REHA-Antrag als Rentenantrag galt! Lesen Sie bitte mal genau Ihren Rentenbescheid.

von Experte/in Experten-Antwort

Die benannte 3-Monatsfrist (§ 99, Abs.1 SGB VI) gilt nur für unbefristete Renten! Befristete Erwerbsminderungsrenten werden nicht vor Beginn des siebten Kalendermonats nach Eintritt der Minderung der Erwerbsfähigkeit geleistet (§ 101, Abs.1 SGB VI). Bei einer Antragstellung nach Ablauf des siebten Kalendermonats nach Eintritt des Leistungsfalls beginnen die befristeten Renten erst mit dem Antragsmonat. Da Ihnen als Antragssteller in aller Regel der erst im Rentenverfahren festgelegte Leistungsfall nicht bekannt ist, müssten Sie diesen ggf. widerlegen können. Auch sind die Besonderheiten nach § 116, Abs.2 SGB VI zu beachten (Umdeutung Antrag auf Reha in Antrag auf Rente).

von
=//=

Zitiert von: Franz Huber

Also mir ging es genau wie Peter Tak
Habe ich das richtig verstanden wenn man den Antrag später gestellt hätte wäre man in den Genuss der beiden Zurechnungsjahre gekommen.
Dann hätte die Krankenkasse und Arbeitsamt keine Rückzahlung bekommen und ich müsste nicht nach 17 Monaten Rentenbezug wieder einen Verlängerungsantrag stellen obwohl er eigentlich 36 Monate genehmigt wurde aber halt zurückdatiert?
Das ganze neue Gesetz ist sowieso ein Witz da ich nicht verstehe warum jemand nach Juli 2014 mehr bedürftig ist wie jemand vor Juli 2014.
Bei unsern Beispiel ist es halt besonders krass da Antrag sogar nach Juli 2014 gestellt wurde aber normal hätten Pauschal alle EWR die zusätzlichen 2 Jahre bekommen müssen.

SO eine Ungerechtigkeit aber auch. :-)

Ich kann mich gut daran erinnern, dass dieses Thema - Antragstellung erst ab Oktober 2014 - letztes Jahr zigmal hier durchgekaut wurde.

Wenn aber - wie vermutlich auch bei @Rentner - vorher ein Reha-Antrag gestellt wurde und dieser im Rentenverfahren nach § 116 SGB VI umgedeutet wurde, also als Rentenantrag galt, kam es eben zu einem früheren Rentenbeginn (vor dem 01.07.2014). Und wenn die Krankenkasse oder die AfA zur Reha-Antragstellung aufgefordert hatte, war die Disposition eingeschränkt und der Reha-/Rentenantrag konnte nicht zurückgenommen werden.

Ob das Gesetz ein Witz ist oder nicht, darüber könnte man wochenlang diskutieren. Bringt aber nichts. Es gab seit Einführung der gesetzlichen Rentenversicherung schon Hunderte von Gesetzen und Gesetzesänderungen und es ist einfach müßig, über Gerechtigkeiten oder Ungerechtigkeiten zu diskutieren.

Wenn sich bei anderen Leistungsträgern die Gesetze oder die Banken ihre Bestimmungen ändern, regen Sie sich dann auch so auf? Meine Güte, es ist halt mal so. Es wird auch in Zukunft wieder Gesetzesänderungen geben, die für den Einen positiv und für den Anderen negativ sind.

von
arni

also ich denke wenn man so schwer erkrankt ist, und man dadurch erwerbsunfähig wird ist es doch schlimm genug.

es kommt mir bei manchen menschen so vor dass die ihre erkrankungen planen um jeden cent herauszupressen.

sehr merkwürdig, ich werde also erst erwerbsunfähig wenn ich dass meiste herausschlagen kann???

und mal ehrlich um welche summen reden wir denn da ?????

von
Thomas T.

Zitiert von: arni

also ich denke wenn man so schwer erkrankt ist, und man dadurch erwerbsunfähig wird ist es doch schlimm genug.

es kommt mir bei manchen menschen so vor dass die ihre erkrankungen planen um jeden cent herauszupressen.

sehr merkwürdig, ich werde also erst erwerbsunfähig wenn ich dass meiste herausschlagen kann???

und mal ehrlich um welche summen reden wir denn da ?????

Genau... um welche Summen reden wir da. Für allen möglichen Mist wird Geld ausgegeben. Beispiel gestern... der Senat in Berlin hat 38.000€ bewillgt für eine Klassenfahrt nach New York. Hat zwar nix mit der Rentenkasse ansich zutun aber mir platzt da die Hutschnur. Bei mir sind das über den Dauemen gepeilt 6000€ bis zur Rente.

Ja.. ich will das meiste rauspressen weil es eben gepasst hat... wollte den Antrag schon im Mai stellen aber der Rentenberater sagte.. warten Sie bis Juli... dann gibt es mehr.

von
Franz Huber

Zitiert von: arni

also ich denke wenn man so schwer erkrankt ist, und man dadurch erwerbsunfähig wird ist es doch schlimm genug.

es kommt mir bei manchen menschen so vor dass die ihre erkrankungen planen um jeden cent herauszupressen.

sehr merkwürdig, ich werde also erst erwerbsunfähig wenn ich dass meiste herausschlagen kann???

und mal ehrlich um welche summen reden wir denn da ?????


Also von planen kann man bei mir nicht reden.
Ich war ein paar Wochen im Koma, hatte insgesamt 12 Operationen und war 5 Monate im KH.
Und mir reicht meine Rente da ich 39 Jahre eingezahlt habe.
Es gibt aber viele Leute die diese 2 Jahre Zurechnungszeit gut tun würden und deshalb war meine Frage.
Man hätte dann gleich kein neues Gesetz machen müssen.

von
Herz1952

Hallo Franz Huber,

das Gesetz wurde deshalb gemacht (Zurechnung um 2 Jahre erhöht), weil das Arbeits- und Sozialministerium damit rechnet, dass diejenigen, die noch keine EM-Rente haben in Zukunft ein sehr hohes Risiko tragen, arbeitslos bzw. H4-Empfänger und krank werden können, etwas mehr an EM-Rente bekommen können, damit sie nicht so hoch auf Sozialhilfe und/oder Grundsicherung angewiesen sind.

Wer bereits EM-Rente hat, wird die meistens letztlich auf unbestimmte Dauer bekommen, bzw. nicht wieder verlieren. So lautete die telefonische Auskunft auf meine Anfrage im Ministerium, warum Bestandsrentner nicht von den 2 Jahren Hinzurechnung profitieren können.

Ob das den zukünftigen Rentnern (EM) soviel nützt, kann sich jetzt jeder selbst denken.

von
üpoiu

Zitiert von: Peter Tak

Also war der 1.7.14 nur Augenwischerei und man hat alle die im Zeitraum Juli bis Oktober 14 einen Antrag gestellt haben fein hinters Licht geführt.

Niemand wurde hinters Licht geführt, denn die regeln über den Beginn der Rente haben sich mit der Reform zum 1.7.14 nicht geändert.
Wenn man die ganzen geschenisse genau ein Jahr in die Vergangenheit legt, oder 5 Jahre in die Vergangenheit legt oder ein jahr in die Zukunft legt, dann wäre der rentenbeginn derselbe, nur um die entsprechende Jahreszahl ausgetauscht.
dieser Vorwurf ist schlichtweg haltlos und auf stammtischparolen-niveau.

von
üpoiu

Zitiert von: Peter Tak

Also war der 1.7.14 nur Augenwischerei und man hat alle die im Zeitraum Juli bis Oktober 14 einen Antrag gestellt haben fein hinters Licht geführt.

Niemand wurde hinters Licht geführt, denn die regeln über den Beginn der Rente haben sich mit der Reform zum 1.7.14 nicht geändert.
Wenn man die ganzen geschenisse genau ein Jahr in die Vergangenheit legt, oder 5 Jahre in die Vergangenheit legt oder ein jahr in die Zukunft legt, dann wäre der rentenbeginn derselbe, nur um die entsprechende Jahreszahl ausgetauscht.
dieser Vorwurf ist schlichtweg haltlos und auf stammtischparolen-niveau.

von
üpoiu

Zitiert von: Peter Tak

Also war der 1.7.14 nur Augenwischerei und man hat alle die im Zeitraum Juli bis Oktober 14 einen Antrag gestellt haben fein hinters Licht geführt.

Niemand wurde hinters Licht geführt, denn die regeln über den Beginn der Rente haben sich mit der Reform zum 1.7.14 nicht geändert.
Wenn man die ganzen geschenisse genau ein Jahr in die Vergangenheit legt, oder 5 Jahre in die Vergangenheit legt oder ein jahr in die Zukunft legt, dann wäre der rentenbeginn derselbe, nur um die entsprechende Jahreszahl ausgetauscht.
dieser Vorwurf ist schlichtweg haltlos und auf stammtischparolen-niveau.

von
üpoiu

Zitiert von: Peter Tak

Also war der 1.7.14 nur Augenwischerei und man hat alle die im Zeitraum Juli bis Oktober 14 einen Antrag gestellt haben fein hinters Licht geführt.

Niemand wurde hinters Licht geführt, denn die regeln über den Beginn der Rente haben sich mit der Reform zum 1.7.14 nicht geändert.
Wenn man die ganzen geschenisse genau ein Jahr in die Vergangenheit legt, oder 5 Jahre in die Vergangenheit legt oder ein jahr in die Zukunft legt, dann wäre der rentenbeginn derselbe, nur um die entsprechende Jahreszahl ausgetauscht.
dieser Vorwurf ist schlichtweg haltlos und auf stammtischparolen-niveau.