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Kinderberücksichtigungszeit

von
Mutter

Die Frage eines users hier zur Väterrente hat mich an ein eigenes Problem errinert. Kann eigentlich eine einmal gegebene Zuordnung zum Vater wieder rückgängig gemacht werden?

In meinem Fall bin ich zum damaligem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass mir die Schul-/Studienzeiten (ich hatte meine beiden Kinder während des Studium bekommen) bis zu 13 Jahren rentenrechtlich anerkannt werden. So war die damals gültige Regelung. Ich bin deshalb damals davon ausgegangen, dass ich keine 'doppelten' Rentenzeiten brauche und hatte desahlb auf die Zuordnung verzichtet.

Allerdings hat sich die Lage ja inzwischen komplett geändert und Schulzeiten/Studienzeiten steigern nicht nur nicht mehr die Rente, sie werden auch nur noch bis zu 8 Jahren anerkannt. Mir fehlen also ettliche Jahre hinsichtlich Wartezeiten und 4 Rentenpunkte. Leider sind ja 'alte' Kinder vor 1992 weniger 'wert' als jüngere Kinder.)

Wieso gab es da eigentlich keinen Vertrauensschutz oder so was ähnliches. Bzw. meine Frage an den Experten, kann aufgrund der geänderten Rechtslage die Zuordnung zurück genommen werden? Erzogen haben wir die Kinder zu gleichen Teilen.

Bitte keine dummen Kommentare von den üblichen Verdächtigen...

von
KSC

Die getroffenen Entscheidungen sind unwiderrufbar. Da wird nichts zu machen sein. Es gab damals eine Zeit von 10 Jahren in denen Ehepaare erklären konnten, dass die Kinder zum Vater statt zur Mutter kommen können. Es war damals schon klar dass solche Entscheidungen sich auch mal als ungünstig erweisen können. Risiko halt.

Aber ganz so schlimm dürfte das ja nicht sein, weil dann hat hat der Ehemann das an Rente mehr was Sie weniger haben. Und er hat dann halt längere Zeiten und einen entsprechenden Vorteil bei seiner Rente......

von
Klugpuper

Es ist zu befürchten, dass sich da nichts ändern lässt.

Aber ggf. können Sie ja noch Beiträge nachzahlen, zumindest wenn Sie noch keine 45 sind.

Ansonsten müssen Sie wohl mit den Konsequenzen der damaligen Entscheidung leben.

Dass der Gesetzgeber an der Stelle zugunsten der Versicherten noch aktiv wird, ist wohl nicht zu erwarten.

von
KSC

Unwahrscheinlich dass @Mutter unter 45 ist, wenn die Kinder leider vor 1992 geboren sind und es damals noch 13 Jahre Schul- und Studienzeiten gab.

von
Mutter

Danke schon mal für die leider nicht so positiven Einschätzungen. Ich bin auch schon weit jenseits der 45 ;).

Ich habe erst jetzt richtig die Zeit gefunden, mir die Auswirkungen meiner damaligen Entscheidungen klar zu machen. Die Gesetze hatten sich so oft geändert und man ist so mit tausend Dingen beschäftigt, dass man gar nicht darauf achtet, dass sich Gesetze so sehr zum eigenen Nachteil nachträglich ändern können. Ich hätte das tatsächlich so nicht erwartet. So wird nicht mal Zeiten des Mutterschutzes angerechnet, da diese keine Beitragszeiten unterbrochen hatten. Mein Studium hat durch die Schwangerschaften auch länger gedauert, aber ich dachte damals, dass dies durch die 13 Jahre einigermaßen abgedeckt wird.

Heute hat mein von mir inzwischen getrennt lebender Mann alle rentenrechtlichen Vorteile unserer beiden Kinder und ich habe in Sachen Rente sozusagen nie Kinder gehabt und dazu noch lange Lücken in meinem Rentenverlauf.

Ich kann an dieser Stelle nur jeder Frau raten diese Zeiten nicht an die Väter abzugeben. Man weiß nie, was in 20 oder 30 Jahren später ist. Lebensumstände können sich immer ändern, egal wie rosig und gut eine Situation aussieht.

von
Kein üblicher Verdächtiger

[quote=268923]
Die Frage eines users hier zur Väterrente hat mich an ein eigenes Problem errinert. Kann eigentlich eine einmal gegebene Zuordnung zum Vater wieder rückgängig gemacht werden?

In meinem Fall bin ich zum damaligem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass mir die Schul-/Studienzeiten (ich hatte meine beiden Kinder während des Studium bekommen) bis zu 13 Jahren rentenrechtlich anerkannt werden. So war die damals gültige Regelung. Ich bin deshalb damals davon ausgegangen, dass ich keine 'doppelten' Rentenzeiten brauche und hatte desahlb auf die Zuordnung verzichtet.

Allerdings hat sich die Lage ja inzwischen komplett geändert und Schulzeiten/Studienzeiten steigern nicht nur nicht mehr die Rente, sie werden auch nur noch bis zu 8 Jahren anerkannt. Mir fehlen also ettliche Jahre hinsichtlich Wartezeiten und 4 Rentenpunkte. Leider sind ja 'alte' Kinder vor 1992 weniger 'wert' als jüngere Kinder.)

Wieso gab es da eigentlich keinen Vertrauensschutz oder so was ähnliches. Bzw. meine Frage an den Experten, kann aufgrund der geänderten Rechtslage die Zuordnung zurück genommen werden? Erzogen haben wir die Kinder zu gleichen Teilen.

Bitte keine dummen Kommentare von den üblichen Verdächtigen...

Antwort an @Mutter

Ich schließe mich den Antworten von @Klugpuper und KSC an
und stelle der Mutter noch ein paar Dokumentationen dazu ein

www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__56.html
www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__307d.html
www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__249.html
www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__70.html

www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232676/publicationFile/56110/kindererziehung_plus_fuer_die_rente.pdf
Hier empfehle ich die Seiten 7-9 zu lesen von Gesamt 24 pdf-Seiten.

von
Sturkopp

Hallo Mutter,

es bleibt sich doch gleich, beim Versorgungsausgleich wurden die Punkte doch ausgeglichen.
So haben sie Punkte vom Vater bekommen, andersherum hätten die Punkte ihren Ausgleichswert verkleinert.

L.G.
Sturkopp

von
Andy

Zitiert von: Mutter

Wieso gab es da eigentlich keinen Vertrauensschutz oder so was ähnliches.

Das war einmal, heute wird nur noch entschieden nach Kassenlage.
Beispiele hierfür gibt es genug.

Insofern haben Sie völlig recht, dass man sich gewisse Entscheidungen lieber dreimal überlegt
und insbesondere das Vertrauen in den Vertrauensschutz dabei außen vor läßt.

Am besten immer so entscheiden, dass man das Gesetz des Handelns in den eigenen Händen hat.

von
KSC

@Sturkopp
Sie haben Recht wenn eine Scheidung erfolgt ist.

Wenn @Mutter aber "nur getrennt lebt" erfolgte natürlich kein Versorgungsausgleich - aber dann wäre es doch die Sache des Ehepaares sich entsprechend zu einigen. Es ist sicherlich nicht Aufgabe der DRV oder des Staates sich einzumischen wie ein verheiratetes Paar seine Rente untereinander aufteilt.

Die beiden könnten ja vereinbaren, dass der Wert der Kindererziehung (60 € pro Kind) aufgeteilt wird und der Ehemann seiner Ehefrau monatlich 30 € "freiwillig" zahlt.
Dann wäre doch alles in Butter, jeder hätte was........

@andy, @Mutter
Vertrauensschutz gibt es dann wenn sich Gesetze ändern. Hier geht es aber um die Kindererziehungszeit und die bewusste Entscheidung eines Paares die Kinder nicht der Mutter sondern dem Vater zuzuschreiben.
Das hat jetzt m.E. nichts mit der Kassenlage des Staates zu tun. Das Ehepaar hat schlichtweg damals gemeinsam eine Entscheidung getroffen, die sich im Nachhinein als falsch erwiesen hat.
Zumindest aus Sicht der Frau, aus Sicht des Mannes sieht das in dem Fall sicher ganz anders aus, der ist hochzufrieden mit der damaligen Entscheidung.
:)

von
W*lfgang

Zitiert von: KSC
Wenn @Mutter aber "nur getrennt lebt" erfolgte natürlich kein Versorgungsausgleich
änzend:

Das lässt sich gff. über den Unterhaltsanspruch getrennt Lebender 'regeln', auch wenn seine Rente/Altersversorgung zu 'fett' ist, die Rente von Mutter zu gering. Und, sie hat immer noch einen potentiellen Witwenrentenanspruch, in dem dann auch die Kinder mit 60 % enthalten sein können - vielleicht führen dann gerade diese Punkte noch zu einer Teilzahlung der Witwenrente.

Grundsätzlich sollte Mutter die Auswirkungen eines Versorgungsausgleich/Scheidung gegen das getrennte Weiterleben finanziell abwägen lassen.

Gruß
w.

von
Andy

Zitiert von: KSC

@andy
Vertrauensschutz gibt es dann wenn sich Gesetze ändern.

Bei der Krankenkassenpflicht (voller Beitrag!!!!) auf betriebliche Altersvorsorge und Direktversicherungen wurde z.B. schamlos auf bestehende Verträge zugegriffen, ohne Rücksicht auf Bestandsschutz, wenn ich richtig informiert bin, daher mein Hinweis "nach Kassenlage".

von
Mutter

Zitiert von: Andy

Zitiert von: KSC

@andy
Vertrauensschutz gibt es dann wenn sich Gesetze ändern.

Bei der Krankenkassenpflicht (voller Beitrag!!!!) auf betriebliche Altersvorsorge und Direktversicherungen wurde z.B. schamlos auf bestehende Verträge zugegriffen, ohne Rücksicht auf Bestandsschutz, wenn ich richtig informiert bin, daher mein Hinweis "nach Kassenlage".


Und in meinem Fall hatten sich ja auch die Gesetze geändert. Als ich studiert hatte, wurden Ausbildungszeiten ganz anderes rentenrechtlich bewertet als später. Im Vertrauen auf die damals gültige Gesetzeslage heraus hatte ich meine Entscheidung bezüglich der Zuordnung der Kinderzeiten ja gemacht. Gemäß dieser Gesetzlage hätte ich später keine Lücken gehabt und sogar rentensteigernde Punkte erhalten (so hatte ich die damalige Gesetzeslage jedenfalls verstanden).

Erst nachdem (!) die Kinderzeiten meinem Mann zugeordnet wurden, wurde dann mit einem Federstrich Schul- und Studienzeiten völlig anders bewertet. Aber selbst das ist mir erst viel später aufgefallen, da zu der damaligen Zeit mit kleinen Kindern und Job ich meinen Kopf natürlich woanders hatte. Jedenfalls sind heute Lücken in meinem Rentenverlauf. Nämlich die Zeit nach meinem 25. Lebensjahr bis zum Studienabschluss, der sich durch zwei Schwangerschaften um fast zwei Jahre verlängert hatte. Bestimmte Praktika, Prüfungen, Vorlesungen u.s.w. konnten nicht fristgemäß belegt werden. Aber wie gesagt, das wäre nach der alten Regelung nicht weiter problematisch gewesen.

Experten-Antwort

Die Erklärung über die Zuordnung der Kindererziehungs- und Berücksichtigungszeiten zum Vater musste nach § 249 SGB VI bis 31.12.1996 übereinstimmend von Mutter und Vater abgegeben werden. Die Erklärungsfristen sind inzwischen abgelaufen. Da es sich hierbei um gesetzliche Ausschlussfristen handelt, ist eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand durch Gesetz ausgeschlossen.
Ihre gemeinsam abgegebene Erklärung über die Zuordnung der Kindererziehungs- und Berücksichtigungszeiten ist somit nach § 249 SGB VI bindend und kann nicht widerrufen werden.

von
W*lfgang

Zitiert von: Mutter
Aber wie gesagt, das wäre nach der alten Regelung nicht weiter problematisch gewesen.
Mutter,

'früher' lag das Altersrenteneintrittalter bei 70, flog man auch noch mit einem Computer zum Mond, den der C64 locker in den Schatten gestellt hätte - ich mochte Ihn trotzdem, auch wenn er heute meinen Ansprüchen nicht mehr ganz genügt ;-) Zeiten/Gesetze ändern sich - auch wenn man/frau Jahre später mit den Entscheidungen hadern mag ...Sie wissen, der Gesetzgeber/Politik hat immer Recht.

Und meine Empfehlung zum damaligen Zeitpunkt wäre genau die gewesen, die Sie getroffen haben - mit dem Hinweise, so lange Sie zusammenleben, ist das bei nahezu identischen Altersrentenzugängen finanziell auch ziemlich wurscht. Und, werfen Sie die verbindenden Ringe eines Tages weg, wird eh aufgeteilt, egal bei wem die KEZ angerechnet worden ist.

Nebenbei zieht ein Studium ja grundsätzlich auch ein höheres Einkommen nach sich - da die Familien- und Einkommenssituation auf Jahrzehnte im Voraus zu bewerten ...kann man, ist vielleicht punktuell treffend, vielleicht auch abenteuerlich, im schlimmsten analytisch völlig fehl geplant, wenn uralte Rentengesetze in Kaisers Kommode versinken ;-)

Nebenbei: hinsichtlich Wartezeiten/Ausbildung hat sich da nichts geändert ...Ausfallzeiten wurden lediglich in Anrechnungszeiten umbenannt – okay, keine WE/EP mehr, aber das betrifft nicht nur Sie ...ist höchstrichterlich bereits ausgeklagt/abgeschmettert.

Gruß
w.