Kindererziehungszeiten bein Rentenbezug

von
Paul

Guten Tag!

Ich erhalte eine volle Erwerbsminderungsrente. Mein Frau ist vollzeit berufstätig. Jetzt möchten wir Kindererziehungszeiten für 1 Kind 83Jahre) anrechnen lassen. Mir wurde zugetragen, dass Kindererziehungszeit während des Rentenbezugs sich auf die spätere Altersrente nicht auswirken weil der Gesamtleistungswert bereits 0,0841 beträgt und bis auf 61 Jahre hochgerechnet wurde. Bei Erziehungszeiten beträgt der EP pro Monat 0,0833. Also wäre es demnach günstiger, dass die Kindererziehungszeit der Ehefrau, die während der Kindererziehung voll gearbeitet hat (ca. 1,7 EP pro Jahr) zugerechnet werden?
Vielen Dank für die Antwort!!

Freundliche Grüße

Paul

Experten-Antwort

Hallo Paul,
Ihre Frage kann ich leider nicht pauschal beantworten.
Zuerst stellt sich die Frage, wann das Kind geboren wurde. Kindererziehungszeiten erhält der Elternteil, der das Kind überwiegend erzogen hat. Ist ein Elternteil zu hause (z. B. wegen eines Rentenbezuges) und der andere Elternteil arbeitet Vollzeit, kann der arbeitende Elternteil grundsätzlich diese Zeit gar nicht bekommen. Ausnahme: beide Elternteile erklären übereinstimmend, dass der arbeitende Elternteil die Kindererziehungszeit erhalten soll. Diese Erklärung ist aber nur mit Wirkung für die Zukunft, maximal für 2 Monate rückwirkend, möglich. Ist Ihr Kind also in der Vergangenheit geboren, stellt sich die Frage der Zuordnung u. U. gar nicht mehr.
Ob sich eine Kindererziehungszeit neben dem Rentenbezug positiv oder negativ auswirkt, könnte vielleicht in einer Auskunfts- und Beratungsstelle im Rahmen einer fiktiven Berechnung geprüft werden.
Die Anrechnung der Kindererziehungszeit kann aber auch zu einer Erhöhung der Rente Ihrer Frau führen, da die Kindererziehungszeit auch neben einer versicherungspflichtigen Beschäftigung berücksichtigt wird. Dabei wird sie allerdings ggf. nur gekürzt berücksichtigt, falls das tatsächliche Entgelt aus der Beschäftigung und das fiktive Entgelt für die Erziehungszeit in der Summe die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt.
Ich würde Ihnen empfehlen, ggf. gemeinsam mit Ihrer Frau baldmöglich einen Beratungstermin in einer Auskunfts- und Beratungsstelle in Ihrer Nähe zu vereinbaren, um diese Fragen klären zu lassen. Dort kann dann auch gleich die Erziehungszeit beantragt bzw. die gemeinsame Erklärung abgegeben werden.

von
W*lfgang

Zitiert von: Paul
Jetzt möchten wir Kindererziehungszeiten für 1 Kind 83Jahre) anrechnen lassen.

...wie alt sind Sie denn, wenn das Kind schon 83 Jahre alt ist? ;-) Das fällt ja noch in den KLG-Bereich, da sind Sie als Vater ganz außen vor! *g

Folgen Sie dem Expertenrat, da Ihre Frau noch etwas 'Luft' im Rahmen der BBG hat - und Sie offensichtlich rentenrechtlich für diese (zusätzliche) Zeit ziemlich max. 'durchgerechnet' sind.

Gruß
w.