Kindererziehungszeiten von verstorbener Frau übernehmen

von
Trekker

Ich bin bereits im Ruhestand. Leider ist meine Frau, die Mutter unserer 4 Kinder, vor einem Jahr verstorben. Nun frage ich mich, ob ich zumindest einen Teil der Kindererziehungszeiten übernehmen kann.

von
W°lfgang

Zitiert von: Trekker
Ich bin bereits im Ruhestand. Leider ist meine Frau, die Mutter unserer 4 Kinder, vor einem Jahr verstorben. Nun frage ich mich, ob ich zumindest einen Teil der Kindererziehungszeiten übernehmen kann.

Hallo Trekker,

Nein!

KEZ/BÜZ können grundsätzlich nur einem Elternteil bei erstmaliger Antragsstellung zur Feststellung dieser Zeiten im Rentenkonto verbucht werden - UND, Sie werden bereits bei diesem Antrag unterschrieben haben, dass diese Zeiten - wie von Ihrer Frau beantragt - im Rentenkonto Ihrer Frau anzurechnen sind.

Ein nachträglicher Wechsel diese Zeiten - hmm, jetzt ist das für mich wertvoller/morgen ist es wieder anders - geht gar nicht.

Ausnahme: Sie können nachweisen, dass Sie die Kindererziehung allein/überwiegend vollzogen haben ...für Papi in Vollbeschäftigung sicher schier unmöglich - und die damalige 'Einverständniserklärung' müssten Sie auch noch erklären ;-)

Gruß
w.

von
Siehe hier

Zitiert von: W°lfgang
Zitiert von: Trekker
Ich bin bereits im Ruhestand. Leider ist meine Frau, die Mutter unserer 4 Kinder, vor einem Jahr verstorben. Nun frage ich mich, ob ich zumindest einen Teil der Kindererziehungszeiten übernehmen kann.

Hallo Trekker,

Nein!

KEZ/BÜZ können grundsätzlich nur einem Elternteil bei erstmaliger Antragsstellung zur Feststellung dieser Zeiten im Rentenkonto verbucht werden - UND, Sie werden bereits bei diesem Antrag unterschrieben haben, dass diese Zeiten - wie von Ihrer Frau beantragt - im Rentenkonto Ihrer Frau anzurechnen sind.

Ein nachträglicher Wechsel diese Zeiten - hmm, jetzt ist das für mich wertvoller/morgen ist es wieder anders - geht gar nicht.

Ausnahme: Sie können nachweisen, dass Sie die Kindererziehung allein/überwiegend vollzogen haben ...für Papi in Vollbeschäftigung sicher schier unmöglich - und die damalige 'Einverständniserklärung' müssten Sie auch noch erklären ;-)

Gruß
w.

Über eine evtl. mögliche Witwerrente vielleicht??
Aber die wäre vielleicht trotz vier Kindern nicht hoch genug, um nicht von der eigenen (hierfür dann zu hohen) Rente wieder 'aufgefressen' zu werden? Und irgendwann läuft auch die Frist ab, diese beantragen zu können...

Vielleicht weiß @W°lfgang dazu ja noch mehr...?

von
senf-dazu

Zitiert von: Trekker
Ich bin bereits im Ruhestand. Leider ist meine Frau, die Mutter unserer 4 Kinder, vor einem Jahr verstorben. Nun frage ich mich, ob ich zumindest einen Teil der Kindererziehungszeiten übernehmen kann.

Mit etwas mehr Informationen ließe sich mehr dazu sagen.
Werden die Kinder aktuell noch erzogen?
Ist das Alter des jüngsten Kindes noch unter 10?

Über die Witwerrente partizipieren Sie jedoch auch an den Entgeltpunkten aus der Kindererziehung, was ja auch schon in vorherigen Antworten erwähnt wurde.

Experten-Antwort

Hallo Trekker,

Kindererziehungszeiten und Berücksichtigungszeiten können für denselben Zeitraum jeweils nur einem Elternteil zugeordnet werden.

Bei gemeinsamer Erziehung des Kindes durch
beide Elternteile werden die Erziehungszeiten dem Elternteil zugeordnet, der das Kind überwiegend erzieht. Bei der Antragstellung bestätigt der beteiligte Elternteil durch Unterschrift, dass die Erziehungszeiten dem überwiegend Erziehenden verbindlich zugeordnet werden können.

Einmal durch Erklärung zugeordnete Erziehungszeiten können von den Eltern grundsätzlich nicht verändert werden. Eine Ausnahme würde vorliegen, sofern Sie die Kinder überwiegend erzogen hätten.

Durch die Kindererziehungszeiten ist in Ihrem Fall die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren auf eine Witwen- oder Witwerrente erfüllt. Diese müssen Sie beantragen.

Bekam Ihr verstorbene Frau noch keine eigene Rente, beginnt Ihre Witwerrente bereits mit dem Todestag.

Alle Hinterbliebenenrenten werden rückwirkend für bis zu zwölf Kalendermonate vor dem Antragsmonat gezahlt. Für die auf den Sterbemonat folgenden drei Kalendermonate, auch „Sterbevierteljahr“ genannt, erhalten Sie die Witwenrente in voller Höhe der Versichertenrente unabhängig von Ihrem eigenen Einkommen. Danach werden weitere Einkünfte neben Ihrer Hinterbliebenenrente oberhalb eines bestimmten Freibetrags zu 40 Prozent auf Ihre gesetzliche Hinterbliebenenrente angerechnet.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
senf-dazu

Hallo Trekker!

Wenn Ihre verstorbene Frau deutlich mehr Entgeltpunkte durch Arbeit und Kindererziehung erhalten hat, könnte auch ein Rentensplitting für Sie interessant sein.
Siehe dazu https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Familie-und-Kinder/Rentensplitting/rentensplitting_node.html

Dazu sollte Sie sich aber beraten lassen, auch hinsichtlich der Frage, ob dies auch jetzt noch durchführbar wäre.

von
W°lfgang

Zitiert von: Siehe hier
Vielleicht weiß @W°lfgang dazu ja noch mehr...?

...Datenlage _viel_ zu dünn, um dazu noch etwas mehr sagen zu können.

Gefühlt sind alle Kinder bereits älter als 10 Jahre/vielleicht alle vor 1992 geboren /komplett bis BÜZ10J im Konto der Mutter gespeichert ...da ist kein 'Umtausch' wg. Blick auf Witwerrente möglich.

Zudem:

> Ich bin bereits im Ruhestand.

Beamter? ...na dann, mit rechtskräftigem Versorgungsbescheid zu seinen ruhegehaltsfähigen Dienstzeiten ;-)

Wenn @Trekker mehr wissen will, macht er einen Termin in der nächsten Beratungsstelle aus, ggf. wird ihm bereits bei einem Telefontermin seine Erwartungshaltung auf NULL runtergefahren.

Gruß
w.

von
Trekker

Zitiert von: W°lfgang
...Datenlage _viel_ zu dünn, um dazu noch etwas mehr sagen zu können.

Gefühlt sind alle Kinder bereits älter als 10 Jahre/vielleicht alle vor 1992 geboren /komplett bis BÜZ10J im Konto der Mutter gespeichert ...da ist kein 'Umtausch' wg. Blick auf Witwerrente möglich.

Zudem:

> Ich bin bereits im Ruhestand.

Beamter? ...na dann, mit rechtskräftigem Versorgungsbescheid zu seinen ruhegehaltsfähigen Dienstzeiten ;-)

hast sehr gut aufgepasst. All Deine Vermutungen stimmen und, ja meine Erwartungshaltung ist bei 0,0..

Ich bin tatsächlich Ruhestandsbeamter, meine Frau bekam eine kleine Rente über ca. 500 €, die sich hauptsächlich aus KEZ resultierte. Die Witwerrente wurde aufgrund meiner Einkünfte (Pension und Mieteinkünfte) zu Null gekürzt.

Auf die Idee bin ich nur gekommen, weil ich hörte, dass Beamte, die infolge DU nicht die volle Pension bekommen, mit den KEZ ihre versorgungsrechtlichen Jahre bis zum maximalen aufbessern könnten.

Hier habe ich nachgefragt, weil ihr mir sehr gut informiert erscheint und weil rentenrechtliche Dinge oftmals auch beim Versorgungsrecht berücksichtigt werden.

In einer ähnlich gelagerten Info habe ich erst kürzlich von einem befreundeten Frühpensionär erfahren, dass ihm die Jahre vor dem 17. Lebensjahr nachträglich beim Versorgungsdienstalter anerkannt wurden. Bei mir war das nicht möglich, weil ich Bundesbeamter war, aber sein klammes Bundesland hat ihm die Pension unaufgefordert aufgestockt.

von
Nicht zu glauben

Zitiert von: Trekker
Zitiert von: W°lfgang
...Datenlage _viel_ zu dünn, um dazu noch etwas mehr sagen zu können.

Gefühlt sind alle Kinder bereits älter als 10 Jahre/vielleicht alle vor 1992 geboren /komplett bis BÜZ10J im Konto der Mutter gespeichert ...da ist kein 'Umtausch' wg. Blick auf Witwerrente möglich.

Zudem:

> Ich bin bereits im Ruhestand.

Beamter? ...na dann, mit rechtskräftigem Versorgungsbescheid zu seinen ruhegehaltsfähigen Dienstzeiten ;-)

hast sehr gut aufgepasst. All Deine Vermutungen stimmen und, ja meine Erwartungshaltung ist bei 0,0..

Ich bin tatsächlich Ruhestandsbeamter, meine Frau bekam eine kleine Rente über ca. 500 €, die sich hauptsächlich aus KEZ resultierte. Die Witwerrente wurde aufgrund meiner Einkünfte (Pension und Mieteinkünfte) zu Null gekürzt.

Auf die Idee bin ich nur gekommen, weil ich hörte, dass Beamte, die infolge DU nicht die volle Pension bekommen, mit den KEZ ihre versorgungsrechtlichen Jahre bis zum maximalen aufbessern könnten.

Hier habe ich nachgefragt, weil ihr mir sehr gut informiert erscheint und weil rentenrechtliche Dinge oftmals auch beim Versorgungsrecht berücksichtigt werden.

In einer ähnlich gelagerten Info habe ich erst kürzlich von einem befreundeten Frühpensionär erfahren, dass ihm die Jahre vor dem 17. Lebensjahr nachträglich beim Versorgungsdienstalter anerkannt wurden. Bei mir war das nicht möglich, weil ich Bundesbeamter war, aber sein klammes Bundesland hat ihm die Pension unaufgefordert aufgestockt.

Wenn die Frau schon eine Rente bezogen hat, die insbesondere auf den Zeiten der Kindererziehung beruhte, wie kann man denn dann auf die Idee kommen, diese Zeiten nach ihrem Tode auf sich übertragen zu lassen?
Da fehlen einem einfach nur noch die Worte und man kann nur verständnislos den Kopf schütteln.

von
senf-dazu

Zitiert von: Trekker
... Ich bin tatsächlich Ruhestandsbeamter, meine Frau bekam eine kleine Rente über ca. 500 €, die sich hauptsächlich aus KEZ resultierte. Die Witwerrente wurde aufgrund meiner Einkünfte (Pension und Mieteinkünfte) zu Null gekürzt.
...

Dann hat sich der Vorschlag Rentensplitting auch erledigt.
Da würde nur noch "helfen", wenn der Freibetrag bzgl. Einkommensanrechnung bei der Witwerrente schneller steigt als die Pension.

von
Volle Zustimmung

Wenn die Frau schon eine Rente bezogen hat, die insbesondere auf den Zeiten der Kindererziehung beruhte, wie kann man denn dann auf die Idee kom
Da fehlen einem einfach nur noch die Worte und man kann nur verständnislos den Kopf schütteln.[/quote]

Jaaaaaaaaaa, so ist es. Ich finde es zudem ganz einfach nur peinlich ( sehr milde formuliert)

von
W°lfgang

Zitiert von: Volle Zustimmung
Jaaaaaaaaaa, so ist es. Ich finde es zudem ganz einfach nur peinlich ( sehr milde formuliert)

...ist es keinesfalls, wenn man von der Rechtslage keine Kenntnisse hat und vom Hörensagen einfach der Sache mal nachgehen/nachfragen will = wie ist das denn wirklich.

Gruß
w.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 20.05.2021, 10:19 Uhr]

von
Trekker

Zitiert von: Nicht zu glauben
[quote=366130][quote=366111]Wenn die Frau schon eine Rente bezogen hat, die insbesondere auf den Zeiten der Kindererziehung beruhte, wie kann man denn dann auf die Idee kommen, diese Zeiten nach ihrem Tode auf sich übertragen zu lassen?
Da fehlen einem einfach nur noch die Worte und man kann nur verständnislos den Kopf schütteln.
einfach, weil die Frau, kaum hat sie die Rente bezogen, verstorben ist. Und: es gibt immer wieder irgendwelche Sonderregelungen, die man nur in Anspruch nehmenkann, wenn man sie kennt.

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