Krank wegen Mobbing am Arbeitsplatz

von
Nix

Sehr geehrte Damen und Herren!
Meine Frau als Diplomsozialpädagogin in einer Instituition gearbeitet und wurde gemobbt. Da sie nach einem Jahr den Druck nicht mehr ausgehalten hat, wurde sie von der Psychiaterin auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben und ist jetzt im Krankengeldbezug.
Besteht die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente (1 Drittel oder 2 Drittel-Teilrente) nach dem Krankengeldbezug zu erhalten, und gleichzeitig einen neuen Job zu suchen, wo sie in Teilzeit beschäftigt wird?

Würde also die Erwerbsminderungsrente neben einer geringfügigen Beschäftigung oder der im Rentenbescheid ausgewiesenen individuellen Hinzuverdienstgrenzen einer Teilzeit-Beschäftigung weitergezahlt werden?

Viele Grüsse
Nix

von
Schade

Eine Teilrente kann es geben wenn Ihre Frau aus medizinischen Gründen nicht mehr in der Lage ist in Vollzeit zu arbeiten, sondern nur 3 bis unter 6 Stunden täglich.

Wird das so bewertet kann Sie entsprechend zuverdienen. Die Grenzen stehen dann im Rentenbescheid.

Ob das "Mobbing" beim bisherigen Arbeitgeber dafür ausreicht?

Sie könnte ja vielleicht ähnliche Jobs bei einem anderen Arbeitgeber problemlos in Vollzeit machen.

Klarheit haben Sie wenn ein Rentenbescheid vorliegt. Was meinen die Ärzte dazu?

von
Wotan

Zitiert von: Nix
Sehr geehrte Damen und Herren!
Meine Frau als Diplomsozialpädagogin in einer Instituition gearbeitet und wurde gemobbt. Da sie nach einem Jahr den Druck nicht mehr ausgehalten hat, wurde sie von der Psychiaterin auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben und ist jetzt im Krankengeldbezug.
Besteht die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente (1 Drittel oder 2 Drittel-Teilrente) nach dem Krankengeldbezug zu erhalten, und gleichzeitig einen neuen Job zu suchen, wo sie in Teilzeit beschäftigt wird?

Würde also die Erwerbsminderungsrente neben einer geringfügigen Beschäftigung oder der im Rentenbescheid ausgewiesenen individuellen Hinzuverdienstgrenzen einer Teilzeit-Beschäftigung weitergezahlt werden?

Viele Grüsse
Nix

Die Frage ist, ob die Erkrankung so gravierend ist, dass in sämtlichen Tätigkeiten die es gibt, diese nicht mehr ausgeführt werden können, weil die generelle Leistungsfähigkeit auf unter 6 Stunden gesunken ist. Das wäre das Kriterium für eine Teilrente, auch das bei Jg. Vor 61 geboren für die Berufstätigkeit.

von
Jana

Ausschlaggebend ist das, was gesundheitlich durch das Mobbing ausgelöst wurde und noch besteht.

Das Mobbing ist unrelevant.

Sie kann versuchen eine EMR zu erhalten. Für die Arbeitssuche ist es aber nict gedacht.

Nach dem Krankengeld wird man ausgesteuert. Man bekommt ALG1 (sofern man eingezahlt hat vorher). Da erhält man auch Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche, sofern man gesundheitlich soweit ist.

von
Paul

Zitiert von: Nix
Sehr geehrte Damen und Herren!
Meine Frau als Diplomsozialpädagogin in einer Instituition gearbeitet und wurde gemobbt. Da sie nach einem Jahr den Druck nicht mehr ausgehalten hat, wurde sie von der Psychiaterin auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben und ist jetzt im Krankengeldbezug.
Besteht die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente (1 Drittel oder 2 Drittel-Teilrente) nach dem Krankengeldbezug zu erhalten, und gleichzeitig einen neuen Job zu suchen, wo sie in Teilzeit beschäftigt wird?

Würde also die Erwerbsminderungsrente neben einer geringfügigen Beschäftigung oder der im Rentenbescheid ausgewiesenen individuellen Hinzuverdienstgrenzen einer Teilzeit-Beschäftigung weitergezahlt werden?

Viele Grüsse
Nix

Nein aufgrund von Mobbing erhält man keine Erwerbsminderungsrente.
Man bekommt auch keine Erwerbsminderungsrente, weil man krank ist.
Was sie aber bekommen, ist eine Reha und dort gibt es immer ein Team Sozialberatung und die erarbeiteten denn neue berufliche Perspektiven mit ihrer Frau.
Gerade der Beruf der Sozialpädagogin ist ja sehr vielfältig und wenn eine Arbeitsstelle nicht so gut passt, dann ist es nicht besonders schwer, eine neue Tätigkeit zu finden.

von
Siehe hier

Zitiert von: Paul
Zitiert von: Nix
Sehr geehrte Damen und Herren!
Meine Frau als Diplomsozialpädagogin in einer Instituition gearbeitet und wurde gemobbt. Da sie nach einem Jahr den Druck nicht mehr ausgehalten hat, wurde sie von der Psychiaterin auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben und ist jetzt im Krankengeldbezug.
Besteht die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente (1 Drittel oder 2 Drittel-Teilrente) nach dem Krankengeldbezug zu erhalten, und gleichzeitig einen neuen Job zu suchen, wo sie in Teilzeit beschäftigt wird?

Würde also die Erwerbsminderungsrente neben einer geringfügigen Beschäftigung oder der im Rentenbescheid ausgewiesenen individuellen Hinzuverdienstgrenzen einer Teilzeit-Beschäftigung weitergezahlt werden?

Viele Grüsse
Nix

Nein aufgrund von Mobbing erhält man keine Erwerbsminderungsrente.
Man bekommt auch keine Erwerbsminderungsrente, weil man krank ist.
Was sie aber bekommen, ist eine Reha und dort gibt es immer ein Team Sozialberatung und die erarbeiteten denn neue berufliche Perspektiven mit ihrer Frau.
Gerade der Beruf der Sozialpädagogin ist ja sehr vielfältig und wenn eine Arbeitsstelle nicht so gut passt, dann ist es nicht besonders schwer, eine neue Tätigkeit zu finden.

Hallo Nix,
Sie sollten @Paul dann später verhauen, wenn Ihrer Frau doch keine Reha genehmigt wird ;-).
So eine 'Zusage' zu machen, halte ich für wagemutig, denn durchaus nicht jeder, der eine Reha beantragt, bekommt diese auch bewilligt.
Mobbing ansich zählt nicht als 'Krankheit', dies ist soweit in den vorhergehenden Beiträgen schon erwähnt worden.
Jedoch sind die Auswirkungen von Mobbing vielfältig und oft derart psychisch belastend, dass dann diese psychischen Folgeerkrankungen durchaus auch bis hin zu einer Erwerbsminderung führen können.
Allerdings gibt es keine 1/3 oder 2/3 EM-Rente mehr, sondern nur noch halbe oder volle. D.h. wer noch drei bis unter sechs Stunden arbeiten kann, hat - sofern alle sonstigen Voraussetzungen vorliegen - Anspruch auf halbe EM-Rente. Bei unter drei Stunden wäre es dann eine volle EM-Rente.
Grundsätzlich heißt es aber tatsächlich 'Reha vor Rente'. D.h., wenn Ihre Frau eine EM-Rente beantragt, kann auch erst eine Rehamaßnahme vorgeschlagen werden, mit dem Ziel, eine gefährdete Erwerbsminderung zu mindern/zu verhindern. Je nachdem, wie dann die sozialmedizinischen Gutachter die vorliegenden ärztlichen Befunde Ihrer Frau bewerten, kann dies in Form einer medizinischen Reha erfolgen aber auch durch berufliche Reha (LTA - Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben).
Diese LTA kann auch ohne Antrag auf EM-Rente beantragt werden. Meist findet die LTA, wenn noch ein Arbeitsplatz vorhanden ist, in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber statt. Ob dies im Fall Ihrer Frau zielführend wäre kann allerdings von hier aus nicht bewertet werden. Es gibt aber auch Arbeitgeberunabhängige LTA, die Unterstützung für eine Neuorientierung bieten soll.

Zu beiden Möglichkeiten (EM-Rente oder Reha/LTA) können Sie sich auch noch in den nachfolgenden Broschüren etwas umfangreicher informieren.

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.html

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/berufliche_reha_ihre_chance.html

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/med_reha_wie_sie_ihnen_hilft.html

Sofern dann noch Fragen auftreten, können Sie sich auch gezielt an Ihre zuständige DRV zur (telefonischen) Beratung (und auch Antragsaufnahme) wenden.

Alles Gute!

von
Achim

Zitiert von: Paul
[quote=362145]Sehr geehrte Damen und Herren!
Meine Frau als Diplomsozialpädagogin in einer Instituition gearbeitet und wurde gemobbt. Da sie nach einem Jahr den Druck nicht mehr ausgehalten hat, wurde sie von der Psychiaterin auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben und ist jetzt im Krankengeldbezug.
Besteht die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente (1 Drittel oder 2 Drittel-Teilrente) nach dem Krankengeldbezug zu erhalten, und gleichzeitig einen neuen Job zu suchen, wo sie in Teilzeit beschäftigt wird?

Würde also die Erwerbsminderungsrente neben einer geringfügigen Beschäftigung oder der im Rentenbescheid ausgewiesenen individuellen Hinzuverdienstgrenzen einer Teilzeit-Beschäftigung weitergezahlt werden?

Man bekommt auch keine Erwerbsminderungsrente, weil man krank ist.

Doch, genau deshalb erhält man eine.

Experten-Antwort

Hallo Nix,

den Ausführungen von "Schade" schließen wir uns an.

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