KVdR und Mütterrente

von
Charlotte Ritter

Hallo,

ich bin 62 Jahre alt und habe 3 Kinder erzogen. 1 Kind ist Jahrgang 5/1993 und die anderen beiden vor 1992. Wieviel EP erhalte ich dafür? Muss ich die jetzt schon beantragen? Oder reicht das bei erreichen der Altersrente?

Die letzten 25 Jahre war ich selbstständig und privat kranken versichert. Seit knapp 2 Jahren bin ich aber über meinen Mann ( Angestellter) Familien versichert. Was muss ich tun, damit ich später, wenn ich meine kleine Rente erhalte, in der KVdR aufgenommen werde?

Danke.

Mit freundlichen Grüßen

von
Fastrentner.

Sie sollten schleunigst Ihr Rentenkonto mit den entsprechenden Kindererziehungszeiten klären.
Dies können Sie bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der DRV in Ihrer Nähe machen.
Wenn Sie 25 Jahre privat krankenversichert waren, dürfte der Zug für eine Aufnahme in die KVdR abgefahren sein.
Sie können diesbezüglich bei einer gesetzlichen Krankenkasse vorsprechen und sich dort erkundigen.

von
Klugpuper

Für die Kinder bekommen Sie 7 Entgeltpunkte (gerundet).

Mit der KVdR wird es schwierig.

Beispiel:

Wenn Sie am 15.06.1955 geboren sind, am 01.08.1972 angefangen haben zu arbeiten und am 15.06.2021 den Rentenantrag stellen, müssen Sie bei 3 Kindern spätestens seit dem 15.06.2008 durchgehend gesetzlich krankenversichert sein, um in die KVdR zu kommen.

Ggf. müssten Sie den Rentenantrag nach hinten verschieben, damit die KVdR greift.

Ihre aktuelle Krankenkasse könnte Ihnen da Näheres erläutern.

von
Klugpuper

Bei einer niedrigen Rente könnten Sie aber ggf. in der Familienversicherung bleiben.

Auch dazu kann die Krankenkasse etwas sagen.

von
Fastrentner

Zitiert von: Klugpuper

Ihre aktuelle Krankenkasse könnte Ihnen da Näheres erläutern.

Es muss, wie schon erwähnt, eine gesetzliche Krankenkasse sein!

von
W*lfgang

Hallo Charlotte Ritter,

eine KVdR ist aktuell nicht möglich, da Sie in der letzten Hälfte des Gesamt-KV-Zeitraums (könnten grob 50 Jahre sein) nicht zu 90 % dieser Zeit/in den 25 Jahren letzten Jahren Mitglied einer gesetzlichen KK gewesen sind. Sie kommen auf etwas 14 Jahre
- 2 aktuell,
- 4 weitere bis zur Regelaltersgrenze,
- 9 Jahre pauschal für die 3 Kinder,
- private Krankenversicherung zählt nicht zu den 90 %.

Ist Ihr Ehemann freiwilliges Mitglied, wären Sie mit der kleinen Rente beitragsfrei mitversichert. Wenn nicht/er pflichtversichert ist, werden Sie sich dann selbst freiwillig versichern müssen, Mindestbeitrag rd. 170 € mtl.

Ein halbes Jahr vor Rentenbeginn lassen Sie sich von Ihrer KK über die genauen Details /Status /Beitragshöhe aufklären.

Die Kontenklärung/Erfassung aller Zeiten sollten dennoch jetzt schon anschieben, dann ist Ihr Rentenkonto 'glatt' und zielführende Aussagen möglich, zudem ist der Rentenantrag dann später etwas zügiger aufgenommen.

Gruß
w.

von
Charlotte Ritter

Zitiert von: W*lfgang
Hallo Charlotte Ritter,

eine KVdR ist aktuell nicht möglich, da Sie in der letzten Hälfte des Gesamt-KV-Zeitraums (könnten grob 50 Jahre sein) nicht zu 90 % dieser Zeit/in den 25 Jahren letzten Jahren Mitglied einer gesetzlichen KK gewesen sind. Sie kommen auf etwas 14 Jahre
- 2 aktuell,
- 4 weitere bis zur Regelaltersgrenze,
- 9 Jahre pauschal für die 3 Kinder,
- private Krankenversicherung zählt nicht zu den 90 %.

Ist Ihr Ehemann freiwilliges Mitglied, wären Sie mit der kleinen Rente beitragsfrei mitversichert. Wenn nicht/er pflichtversichert ist, werden Sie sich dann selbst freiwillig versichern müssen, Mindestbeitrag rd. 170 € mtl.

Ein halbes Jahr vor Rentenbeginn lassen Sie sich von Ihrer KK über die genauen Details /Status /Beitragshöhe aufklären.

Die Kontenklärung/Erfassung aller Zeiten sollten dennoch jetzt schon anschieben, dann ist Ihr Rentenkonto 'glatt' und zielführende Aussagen möglich, zudem ist der Rentenantrag dann später etwas zügiger aufgenommen.

Gruß
w.

Hallo W*lfgang,

erstmal Ihnen und den anderen vielen Dank für Ihre Bemühungen. Mein Ehemann ist 6 Jahre jünger und ich bin über Ihn zur Zeit kranken versichert. Nehmen wir an ich kann weiterhin über meinen Ehemann kranken versichert sein, bis er seine Regelaltersrente (mit 66 Jahren und 6 Monaten) selbst in Rente geht. Könnte ich dann in die KVdR? Oder bleibt es so wie Sie es beschreiben, dass ich mich freiwillig versichern muss?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

von Experte/in Experten-Antwort

Soweit Ihre Kinder noch nicht in Ihrem Versicherungsverlauf enthalten sein sollten, können Sie deren Berücksichtigung mit einem Antrag auf Kontenklärung beantragen.
Vor 1992 geborene Kinder können mit 2 Entgeltpunkten (62 Euro Monatsrente je Kind) und nach 1991 geborene Kinder mit 3 Entgeltpunkten (93 Euro Monatsrente je Kind) berücksichtigt werden.

Grundsätzlich gilt, dass Sie als Rentnerin dann in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig sind, wenn Sie in der 2. Hälfte Ihres Erwerbslebens mindestens zu 90 % in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren. Pauschal können hier auch je Kind 3 zusätzliche Jahre berücksichtigt werden. Weitergehende Informationen erhalten Sie hierzu von der Krankenversicherung.

von
Berta

Zitiert von: W*lfgang
Ist Ihr Ehemann freiwilliges Mitglied, wären Sie mit der kleinen Rente beitragsfrei mitversichert. Wenn nicht/er pflichtversichert ist, werden Sie sich dann selbst freiwillig versichern müssen, Mindestbeitrag rd. 170 € mtl.

Das stimmt so nicht ganz. Wenn der Ehemann selbst krankenversichert ist (egal, ob freiwillig oder pflichtversichert!!!), kann die Ehefrau sich beitragsfrei familienversichern, wenn alle ihre Einkünfte (Rente, ggf. Mieteinnahmen, Kapital etc.) die Grenze für die Familienkrankenversicherung nicht überschreiten.

von
Fastrentner

Gehen Sie mit Ihrer Rentenauskunft (nach erfolgter Kontenklärung) zur Krankenkasse Ihres Ehegatten und lassen Sie dort Ihre Frage zur KVdR klären.
Alles weitere ist und bleibt Spekulation!

von
Genaue Zahlen, genaue Hilfe

Zitiert von: Charlotte Ritter
Hallo,

ich bin 62 Jahre alt und habe 3 Kinder erzogen. 1 Kind ist Jahrgang 5/1993 und die anderen beiden vor 1992. Wieviel EP erhalte ich dafür? Muss ich die jetzt schon beantragen? Oder reicht das bei erreichen der Altersrente?

Die letzten 25 Jahre war ich selbstständig und privat kranken versichert. Seit knapp 2 Jahren bin ich aber über meinen Mann ( Angestellter) Familien versichert. Was muss ich tun, damit ich später, wenn ich meine kleine Rente erhalte, in der KVdR aufgenommen werde?

Danke.

Mit freundlichen Grüßen

Wen Sie das Datum benennen können, zu welchem sie erstmals Erwerbstätig waren(Lehre?) und seit wann Sie genau wieder familienversichert sind, kann man Ihnne probelmlos sagen, wie die Sachlage ist. Aber vermutlich wird es bis zur Regelaltersrente nichts mehr mit den 90%, einzige Möglichkeit könnt esein, den Rentnebeginn hinauszuschieben - aber fraglich, ob sich das lohnen würde.

von
Vorschlag

3 Pflegekinder aufnehmen und es müsste passen.

von
Vorschlag 2

...kann die Ehefrau sich beitragsfrei familienversichern, wenn alle ihre Einkünfte (Rente, ggf. Mieteinnahmen, Kapital et die Grenze für die Familienkrankenversicherung nicht überschreiten.

Um die Grenze für die Familienkrankenversicherung nicht zu überschreiten einfach Kinder nicht bei der Kontoklärung angeben.

von
KK-MA

ich liebe diese Diskussionen, jahrelang der Solidargemeinschaft durch PKV entflohen und jetzt wo im Alter die Krankheiten kommen, sich von dieser die Krankheitskosten finanzieren lassen. Hoffe für Sie die 9/10 Regelung wird nicht erfüllt und die Einnahmen betragen mehr, damit eine Familienversicherung nicht eintritt.

von
Charlotte Ritter

Zitiert von: KK-MA
ich liebe diese Diskussionen, jahrelang der Solidargemeinschaft durch PKV entflohen und jetzt wo im Alter die Krankheiten kommen, sich von dieser die Krankheitskosten finanzieren lassen. Hoffe für Sie die 9/10 Regelung wird nicht erfüllt und die Einnahmen betragen mehr, damit eine Familienversicherung nicht eintritt.

Ja, das ist Natürlich, dass man im Alter kränker wird. Aber Sie sind schon immer extrem krank gewesen.

Mit freundlichen Grüßen

von
=//=

Zitiert von: Vorschlag 2
...kann die Ehefrau sich beitragsfrei familienversichern, wenn alle ihre Einkünfte (Rente, ggf. Mieteinnahmen, Kapital et die Grenze für die Familienkrankenversicherung nicht überschreiten.

Um die Grenze für die Familienkrankenversicherung nicht zu überschreiten einfach Kinder nicht bei der Kontoklärung angeben.

Das ist der denkbar schlechteste Vorschlag.

Lassen Sie Ihr Konto mit den KEZ klären, die Fragen bzgl. der KV haben noch Zeit und können dann später zeitnah geklärt werden.

von
Zum Nachdenken

Wenn wirklich die KVdR nicht möglich ist und es grundsätzlich zu einer beitragsfreien FamVers kommen kann UND alleine der Rentenzahlbetrag zu höch wäre (kaum, da hier die 3 Kinder ZAhlbetragsmäßig wieder rauszurechnen sind) könnte man immer noch nach geltender Rechtslage eine einkommensunabhängige Teilrente wählen, so dass der Betrag unter der Grenze (glaube 425€) ist, hm? Schöne neue Flexi-Welt

von
Fastrentner

Nochmal!
Lassen Sie Ihr Versicherungskonto klären und gehen Sie mit der aktuellen Rentenauskunft zu einer gesetzlichen Krankenkasse.
Nur dort werden Sie eine verbindliche Auskunft erhalten.
Alles andere ist spekulativ und hilft Ihnen nicht!

von
Quark

Zitiert von: Fastrentner
Nochmal!
Lassen Sie Ihr Versicherungskonto klären und gehen Sie mit der aktuellen Rentenauskunft zu einer gesetzlichen Krankenkasse.
Nur dort werden Sie eine verbindliche Auskunft erhalten.
Alles andere ist spekulativ und hilft Ihnen nicht!

Und an welcher Stelle hätte ein erklärtes Rentenkonto etwas mit der KVdR Berechnung zu tun? Richtig, an keiner!

von
W*lfgang

Zitiert von: Vorschlag 2
...kann die Ehefrau sich beitragsfrei familienversichern, wenn alle ihre Einkünfte (Rente, ggf. Mieteinnahmen, Kapital et die Grenze für die Familienkrankenversicherung nicht überschreiten.
Um die Grenze für die Familienkrankenversicherung nicht zu überschreiten einfach Kinder nicht bei der Kontoklärung angeben.
änzend:

Der Grenzbetrag beträgt 1/7 der Bezugsgröße (aktuell 425 €), bei einem alleinigen Minijob als einzige Einkommensart beträgt der Grenzbetrag 450 €. EP für KEZ werden sowieso aus dem Rentenbetrag rausgerechnet.

Gesetzliche Grundlage:
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__10.html
oder in einfachen Worten z. B. hier:
https://www.aok.de/inhalt/familienversicherung/

Den Satz oben
"Ist Ihr Ehemann freiwilliges Mitglied, wären Sie mit der kleinen Rente beitragsfrei mitversichert. Wenn nicht/er pflichtversichert ist, werden Sie sich dann selbst freiwillig versichern müssen, Mindestbeitrag rd. 170 € mtl."
ziehe ich wegen 'inhaltlicher Schwächen' komplett zurück ;-)

Gruß
w.