Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

von
AnJa01

Hallo,
meine Frage soll etwas Licht ins allgemeine Dunkel bringen, da ich mich in diesem Gebiet wirklich nicht gut auskenne.
Folgender Sachverhalt:
Mein Mann (43) ist im vergangenen Jahr sehr schwer erkrankt. Aufgrund der Diagnose sah es wirklich nicht gut aus. Nach insgesamt 8 Wochen Reha, wurde er aus dieser mit keiner positiven Erwerbsprognose entlassen. Dies war für mich eigentlich auch noch nachvollziehbar, da es ihm wirklich nicht gut ging.
Schon wärend der Zeit der Reha wurde mein Mann durch die KV aufgefordert Leistungen zur medizinischen Reha bei der Rentenversicherung zu beantragen. Dies tat er auch. Auch der Soziale Dienst der Reha hat vorgeschlagen eine weitere Reha zu beantragen.

Aufgrund der vorliegenden Diagnosen und ich nehme an auch der Einschätzung der Reha, wurde die beantragte Leistung von der Rentenversicherung abgelehnt. Dieser ging zurück an die KV. Ein Anspruch auf Rente wird geprüft.

Jetzt zu meiner Frage: Wie schon beschrieben kann ich den Vorgang und die damit verbunden Einschätzungen verstehen.
Allerdings hat mein Mann jetzt, nach der Reha, enorme Fortschritte gemacht. Derzeit gehe ich davon aus, dass mein Mann mit einer weiteren Reha noch größere Forschritte macht. Und auch wieder erwerbstätig sein kann. Nur, über den Umfang der Erwerbstätigkeit kann heute noch keine genaue Angabe gemacht werden.
Warum wird ihm, aufgrund von Diagnosen eine Leistung der Rentenversicherung verweigert. Ich finde, er wird ohne weitere Prüfung einfach als nicht arbeitsfähig eingestuft. Aber es heißt doch Reha vor Rente?!
Wie wird es denn jetzt weiter gehen?
Ist es sinnvoll sich anwaltlich beraten zu lassen?

Wir haben tausend Fragen, aber ich denke es genügt erst mal.

Ich Danke schon mal im Voraus für Antworten.

von
???

Wenn der Ablehnungsbescheid noch nicht rechtskräftig ist, können Sie bzw. Ihr Mann Widerspruch dagegen einlegen. Dem sollten Sie dann natürlich ganz aktuelle medizinische Unterlagen beifügen und klar machen, dass ich der Gesundheitszustand Ihres Mannes seit der Reha stark gebessert hat.
Einen Rechtsanwlt brauchen sie dazu nicht unbedingt, ich würde mich eher mit dem behandelnden Arzt besprechen, ob Ihre Hoffnungen denn realistisch sind.

Sonst kann auch die Krankenkasse eine Reha bewilligen. Da Sie geschrieben haben, dass der Antrag zurück an die Krankenkasse gegeben wurde, sollten Sie mal dort nach dem Sachstand fragen.

von
AnJa01

Danke für die Antwort,
eigentlich ist es ja kein Bescheid der Ablehnung. In diesem Schreiben steht nur, dass die Rentenversicherung nicht zuständig ist da, mal mit meine Worten formuliert, keine Aussicht auf Besserung der Situation besteht. Jedoch geprüft wird, ob Rentenzahlungen möglich sind. Ein Rechtsvermerk erhält dieses Schreiben nicht. Daher bin ich mir unsicher, ob es ein Bescheid ist gegen welchen Widerspruch eingelegt werden kann oder eben nur eine Mitteilung zum Verfahresstand.

von
Schade

Was meint die Krankenkasse?
Wenn die die Reha zahlt haben Sie doch zunächst erreicht was Sie wollen?

von
???

Dann wurde der Antrag tatsächlich an die Krankenkasse abgegeben. Dagegen können sie keinen Widerspruch einlegen. Für Sie macht es eigentlich keinen Unterschied, Sie müssen sich wegen der Reha jetzt nur an die Krankenkasse wenden statt an die DRV.

von
AnJa1

Danke für die Antworten, also warten wir erst mal ab.

Wenn dann die GKV eine weiter Reha genehmigt wird dort, so vermute ich,eine neue Einschätzung über die Arbeitsfähigkeit vorgenommen. Sehe ich das richtig?

Aber warum soll dann eine Rente geprüft werden? Fällt mein Mann dann nicht noch unter das Krankengeld?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo AnJa01,

Die Deutsche Rentenversicherung erbringt unter anderem Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, um die Auswirkungen einer Krankheit auf die Erwerbsfähigkeit der Versicherten zu überwinden und sie möglichst dauerhaft in das Erwerbsleben wiedereinzugliedern. Voraussetzungen für eine Leistungserbringung seitens der Rentenversicherung ist jedoch, dass die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Hierzu zählen 3 Komponenten:

1. Rehabilitationsbedürftigkeit
Rehabilitationsbedürftigkeit bezieht sich auf eine gesundheitlich bedingte drohende oder bereits manifeste Beeinträchtigung der Teilhabe, die eine medizinischen Rehabilitation erforderlich macht.
Die Rehabilitationsbedürftigkeit ist im Falle Ihres Mannes offenbar gegeben und wurde seitens der Rentenversicherung auch nicht in Frage gestellt. Jedoch müssen auch die beiden nachfolgend aufgeführten Voraussetzungen vorliegen.

2. Rehabilitationsfähigkeit
Der Begriff der Rehabilitationsfähigkeit bezieht sich auf die somatische und psychische Verfassung des Rehabilitanden (z.B. Motivation und Belastbarkeit) für die Teilnahme an einer geeigneten Rehabilitation.

3. Rehabilitationsprognose
Die Rehabilitationsprognose ist eine medizinisch begründete Wahrscheinlichkeitsaussage für den Erfolg der Rehabilitation. Das bedeutet, dass ausgehend vom Grad der Erkrankung bzw. Leistungsbeeinträchtigung zum Zeitpunkt der Antragstellung prognostisch zu prüfen ist, ob in absehbarer Zeit mit dem Erreichen des Rehabilitationsziels (Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit) zu rechnen ist. Im Falle Ihres Mannes war der Grad der Erkrankung zum Zeitpunkt der Antragstellung offenbar noch so stark ausgeprägt, dass eine Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit in nächster Zeit nicht zu erwarten war.

Da die Voraussetzungen für eine Leistungserbringung seitens der Rentenversicherung damit aktuell nicht erfüllt waren, wurde der Antrag an die Krankenkasse weitergeleitet (dies beinhaltet keine Ablehnung). Damit hat die Krankenkasse den Antrag zu prüfen und rechtsverbindlich über diesen zu entscheiden.

Sie sollten also zunächst die abschließende Entscheidung der Krankenkasse abwarten und sich ggf. im Anschluss in einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträgers persönlich beraten lassen.