Letzte Woche Rentenbescheid erhalten.

von
Peter Pan

Bin soweit zufrieden. Habe vor Antragsstellung dem Sachbearbeiter versprochen nochmal vorbei zukommen, weil ich wollte diesen zum Lachen bringen und habe diesen mit meiner Renteninformation von 2003 überrascht. Was soll ich sagen, er hat nur den Kopf geschüttelt, aber dann mitgelacht.

Was stand drin in dieser Rentenauskunft von 2003? Ich zitiere wörtlich: "Sollten Sie bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres jährlich 1,6229 Entgeltpunkte (wie im Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre) erwerben - bekämen Sie ohne Berücksichtigung von Rentenanpassungen eine monatliche Rente von - habe mal aufgerundet auf - 1.840 EUR. Ihre Rente wird aufgrund künftiger Rentenanpassungen tatsächlich höher ausfallen. Leider können wir .... Wir haben zwei Varianten für Sie gerechnet. Beträgt der jährliche Anpassungssatz 1,5 Prozent, so ergäbe sich zum 65. Lebensjahr eine Rente von monatlich 2.300,35 EUR, bei 3,5 Prozent eine solche von 3.081,22 Euro. Diese Beträge sind - insbesondere wegen eines Anstiegs der Lebenshaltungskosten - in ihrer Kaufkraft nicht mit heutigen Einkommen vergleichbar." Zitat Ende der DRV von Stand 2003.

In der Tat! Zumindest in dieser Richtung hatten sie schon damals im Jahr 2003 recht behalten. Nun ich bin zum 65. Lebensjahr in Rente gegangen, abschlagsfrei.

Waren ja nur 50 Beitragsjahre. Mein Einkommen hat sich regelmäßig erhöht, ebenso die Entgeltpunkte zum damaligen Wert. Keine Ausfallzeiten. Was soll ich sagen? Ich bin zufrieden, es fehlt zwar noch ein Hunderter zu ersten Aussage mit dem jährlichen Anpassungssatz mit 1,5 Prozent bis 65 Jahre, aber mittlerweile ist man nicht mehr so großspurig mit Hochrechnungen.

Nehmt bitte solche Ankündigungen bei künftigen Renteninformationen der jungen Generationen nicht für bare Münze, die Enttäuschung wird umso größer. Ich könnte mir vorstellen, das die ein und zwei Prozent Anpassungsformalien, demnächst noch weiter runter gesetzt werden, vielleicht mit Null und eins, wer weiß? Ob es der Community eher zum Lachen oder Weinen ist, kann ich nicht beurteilen, ich denke eher Letzteres! Wir sind schließlich ein reiches Land, wo habe ich das nur gelesen?

Wer eine Renteninformation von 2003 noch greifen kann, steht wirklich so drin, wie hier beschrieben. Die EP Berechnung ist natürlich individuell zu sehen. Zum Abschied schreibe ich mal Helau ... und bin froh es geschafft zu haben.

von
Rentensputnik

Lieber Peter Pan!
Mit langfristigen Vorhersagen ist das so eine Sache! Das gilt im Übrigen auch für privat abgeschlossene Rentenverträge bezüglich der Verzinsung und der Überschussanteile.
Da Sie ja jedes Jahr eine Renteninformation erhalten haben, waren Sie aber doch immer auf dem aktuellen Stand über Ihre zu erwartende Rentenhöhe.
Eine Vorhersage von 2003 als Vergleich heranzuziehen macht daher aus meiner Sicht auch keinerlei Sinn!

von
Peter Pan

Zitiert von: Rentensputnik

Lieber Peter Pan!
Mit langfristigen Vorhersagen ist das so eine Sache! Das gilt im Übrigen auch für privat abgeschlossene Rentenverträge bezüglich der Verzinsung und der Überschussanteile.
Da Sie ja jedes Jahr eine Renteninformation erhalten haben, waren Sie aber doch immer auf dem aktuellen Stand über Ihre zu erwartende Rentenhöhe.
Eine Vorhersage von 2003 als Vergleich heranzuziehen macht daher aus meiner Sicht auch keinerlei Sinn!

Lieber @Rentensputnik,
mit meinem Beitrag habe ich nur ausdrücken wollen, das man Vorhersagen, egal wann man diese zugestellt bekommt mit Vorsicht zu genießen sind. So blauäuig bin und war ich auch nie. Sie haben durchaus recht, das gilt für jede Art von Vorsorge, ob privater oder gesetzlicher Art. Besonders dann, wenn mit steuerlichen oder mit sozialversicherungsfreien Sparmodellen der Köder ausgeworfen wurde. Das es auch ganz anders geht beweisen die Länder Österreich und Schweiz schon seit langem.

Als krasses Gegenbeispiel wäre hier die Direktlebensversicherung bei uns über den Arbeitgeber zu nennen. Wer nicht privat krankenversichert war, hat man 2004 mit dem GMG von Ulla S. ganz schön verschaukelt. Hatte so was nie abgeschlossen, da es andere Möglichkeiten gab.

Der Zukunft von Vorsorgeprodukten jeglicher Art ist immer mit einer gesunden Skepsis zu begegnen, gemäß dem Motto, wo ist der versteckte Haken? Je mehr man aus Politikersicht an der gesetzlichen Rente herumbastelt, um so unkalkulierbarer wird diese werden für nachfolgende Generationen. Wo lag oder liegt eigentlich das Problem, das Alle einzahlen? ich weiß es und Sie wissen es bestimmt auch?

von
Andy

Zitiert von: Peter Pan

durchaus recht, das gilt für jede Art von Vorsorge, ob privater oder gesetzlicher Art. Besonders dann, wenn mit steuerlichen oder mit sozialversicherungsfreien Sparmodellen der Köder ausgeworfen wurde.

Als krasses Gegenbeispiel wäre hier die Direktlebensversicherung bei uns über den Arbeitgeber zu nennen. Wer nicht privat krankenversichert war, hat man 2004 mit dem GMG von Ulla S. ganz schön verschaukelt. Hatte so was nie abgeschlossen, da es andere Möglichkeiten gab.

Der Zukunft von Vorsorgeprodukten jeglicher Art ist immer mit einer gesunden Skepsis zu begegnen, gemäß dem Motto, wo ist der versteckte Haken?

Sie sprechen mir aus der Seele, Stichwort "Politik nach Kassenlage" ohne Rücksicht auf irgendwelchen Bestandsschutz.
Da klingt es wie Hohn, wenn sich heute der neue Heilsbringer dieser Partei hinstellt und erklärt, dass man künftig die betriebliche Altersvorsorge stärken muss.
Ich gratuliere Ihnen einmal zu Ihrer Rente, die ich Ihnen von Herzen gönne und zum anderen, dass Sie rechtzeitig die Gefahren von solchen Vorsorgeverträgen erkannt und sich sicher anderweitig zusätzlich abgesichert haben.

von Experte/in Experten-Antwort

Die Renteninformation soll Ihnen einen Überblick über die erworbenen Anwartschaften und die Höhe Ihrer künftig zu erwartenden Altersrente geben. Die Inhalte der Renteninformation sind gesetzlich vorgegeben.
So hat die Renteninformation insbesondere zu enthalten:
1. Angaben über die Grundlage der Rentenberechnung,
2. Angaben über die Höhe einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, die zu zahlen wäre, würde der Leistungsfall der vollen Erwerbsminderung vorliegen,
3. eine Prognose über die Höhe der zu erwartenden Regelaltersrente,
4. Informationen über die Auswirkungen künftiger Rentenanpassungen,
5. eine Übersicht über die Höhe der Beiträge, die für Beitragszeiten vom Versicherten, dem Arbeitgeber oder von öffentlichen Kassen gezahlt worden sind.

Natürlich ist es schwierig über einen sehr langen Zeitraum einen exakten Betrag zu errechnen. Deshalb soll Ihnen die Renteninformation als Orientierung dienen. In unseren Beratungsstellen weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass bei der persönlichen Planung nur von den aus Beiträgen errechneten Beträgen auszugehen ist, nicht aber von den mit einer eventuellen Rentenanpassung errechneten Beträgen.
Anzumerken ist auch, dass es sich bei den in der Renteninformation genannten Beträgen um Bruttowerte handelt. Von dem genannten Rentenbetrag sind noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie gegebenenfalls Steuern zu zahlen. Einen ausdrücklichen Hinweis hierauf enthält der erste Absatz der Renteninformation. Wörtlich heißt es dort: "Bitte beachten Sie, dass von der Rente auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie gegebenenfalls Steuern zu zahlen sind.“

von
W*lfgang

Zitiert von: Peter Pan
es fehlt zwar noch ein Hunderter zu ersten Aussage mit dem jährlichen Anpassungssatz mit 1,5 Prozent bis 65 Jahre
Peter Pan,

die vermeintlichen Anpassungssätze werden daher auch entsprechend der aktuell erwarteten Entwicklung angepasst - 2003 sah die Erwartungshaltung noch rosiger aus, aber bereits mit den Renteninformationen der letzten Jahre hätte Sie erkennen können, dass nur mit 1 bzw. 2 % hochgerechnet wird. Und auch hier gilt: der Rentenbetrag zur Regelaltersgrenze ist höher, aber nicht mehr wert, als er in einer aktuellen Renteninformation dargestellt wird.

Letztendlich ist das nur eine 'schöne' Hochrechnung mit fiktiven Anpassungen (aber auf kleinstem Niveau), die Sie Ihrem privaten Anbieter unter die Nase reiben können mit seinen Aussagen/Prognosen zu erwarteten Zinsen und Überschussbeteiligungen - die Realität dazu kennen Sie ;-)

Wobei ...2003, seien Sie froh, dass bis dahin noch eine wertmäßig viel niedrigere BBG gegolten hat ...5 später mit Anpassungssatz 2,5 % und entsprechenden BBG-Einkünften wäre die angepasste Hochrechnung ja ins 'Uferlose' gestiegen. Und, 6 Monate EP nach 65 haben Sie ja auch noch 'verschenkt' ...da waren es nur noch 70 EUR Differenz *g

Gruß
w.
PS: Schön zu lesen, dass auch mal jemand mit seiner Rente zufrieden ist :-)