LTA abgelehnt und EM-Rente abgelehnt

von
blonderengel

Hallo vielleicht kann mir jemand hier helfen

bin 48 Jahre GDB 50 hatte auch anraten der Ärzte in der Klinik (Psychatrie)EM-Rente beantragt und nach Aufforderung der Krankenkasse Rehaantrag. Nach Gutachter wurde eine med. Reha bewilligt und EM-Rente abgelehnt.. Entlassung aus Reha arbeitsunfähig aber lt. Bericht voll erwerbsfähig. Widereingliederung auf Druck der Krankenkasse versucht fehlgeschlagen. Zwischenzeitlich zum 31.05. gekündigt mit Zustimmung Integrationsamtes da Betrieb nicht mehr existiert.
Einige Zeit nach der Reha kam Ablehnung von EM-Rente im Widerspruchsverfahren. Danach ein Schreiben der Rentenversicherung (Knappschaft Bahn-See) mit Formular Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Habe nach langem überleben den Antrag gestellt - auch wenn ich derzeit selbst davon ausgehen in absehbarer Zeit nicht arbeitsfähig zu sein.
Jetzt kam Ablehnungsbescheid für LTA Begründung: "Nach unserer Feststellungen lässt ihr derzeitiger Gesundheitszustan eine Leistung zu Teilhabe am Arbeitsleben nicht zu. Wir empfehlen Ihnen sich mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung zu setzen. Sollte dieser zu einem späteren Zeitppunkt eine Leistung befürworten können sie eine neuen Antrag stellen. Es wird z.B. eine tagesklinische Behandlung empfohlen."

Verstehe ich das richtig für die Rente bin ich nicht krank genug aber für Teilhabe am Arbeitsleben bin ich zu krank????

Die Behandlung in der Tagesklinik hab ich mit meinem Arzt und meine behandelten Psychologin besprochen die unabhängig zum Ergebnis gekommen sind das dies für mich nicht sinnvoll ist und mich nur überfordern würde - genau wie die medizinische Reha wo ich akut suizidgefährdet war durch die Überlastung und in Überwachung war und mit einem Fuss in der Psychatrie stand.

Wass soll/kann ich jetzt noch tun? Krankengeld läuft Anfang Juli aus. Beim Arbeitsamt ALG I war ich schon dort hab ich nur einen Berg Formulare erhalten die ich für den medizinischen Dienst ausfüllen muss sofern LTA abgelehnt wird - was ja jetzt passiert ist. Nahtlosigkeitsregelung greift bei mir ja nicht, da von der Rentenversicherung ja alles abgelehnt wurde und wenn ich nicht arbeitsfähig bin und somit der Vermittlung nicht zur Verfügung stehe gibt auch kein ALG I.

Von der Krankenkasse kam vor kurzem auch ein Schreiben, dass ich in meinem Beruf als kaufmännische Fachkraft nicht mehr arbeiten darf. Wenn ich es doch tue ohne vorher eine Genehmigung der Krankenkasse bekommen zu haben dann erhalte ich grundsätzlich kein Krankengeld egal was für eine Diagnose der Grund für die Krankschreibung ist. Also auch wenn ich einen schweren Virusinfekt habe der mit meiner Krankheit überhaupt nichts zu tun hat - ich aber dadurch z.B. länger als 6 Wochen krank bin.

ALG II oder Grundsicherung fällt auch weg da mein Mann verdient und lt. ALG II Rechner uns kein ALG II zusteht.

Ich bin mit der Situation im Moment total überfordert. Denn wenn ich ausgesteuert werde dann wird es eng. Hat jemand schon mal eine ähnliche Situation und hat mir Tipps was ich noch tun kann.

von
mathias

Guten Tag,

ich kann Ihnen nur sagen , auch wenn das für Sie jetzt sicherlich nicht hilfreich ist, Kopf hoch.
Ich habe das ganze auch mit meiner Frau durch , kann Ihnen nur sagen NICHT aufgeben.
Der EM Rentenantrag wurde ja abgelehnt. Haben Sie dagegen Widerspruch eingelegt ? wenn nicht bitte sofort nachholen wenns noch in der Frist ist.
Auch wenn dieser abgelehnt wird , mit Hilfe Anwalt oder VDK Klage einreichen . Gutachten die zur Ablehnung geführt haben anfordern. Daraus kann man manchmal schon einiges ersehen was nicht berücksichtigt wurde.
mehr kann man erstmal nicht machen.
Ich wünsche Ihnen alles gute und bleiben Sie stark

von
Schorsch

Ergänzend zu den Ausführungen von @mathias:

www.sovd.de
www.vdk.de

MfG

von
blonderengel

Danke für die Aufmunterung. Hatte Widerspruch eingelegt gegen Rentenablehnung hat aber nichts gebracht. Und vor dem Sozialgericht habe ich nicht geklagt da man dort nur wirklich chancen hat mit einem guten Anwalt und das Kostenrisiko war mir einfach zu groß auf den Anwaltskosten sitzen zu bleiben.. Abgesehen davon hatte ich die Kraft nicht dazu.

Experten-Antwort

Hallo blonderengel,

Ihrer Schilderung ist zu entnehmen, dass die Rentenversicherung aufgrund Ihres Gesundheitszustandes festgestellt hat, dass keine Erwerbsminderung vorliegt. Deshalb wurde der Rentenantrag abgelehnt.
Eine LTA-Maßnahme kann nur durchgeführt werden, wenn Sie dafür gesundheitlich belastbar sind. Dies wurde mit der Ablehnung der LTA-Maßnahme ausgeschlossen.
Es wurde festgestellt, dass zunächst eine therapeutische Behandlung erforderlich ist, damit ein Gesundheitszustand erreicht wird, der für eine erfolgreiche LTA-Maßnahme erforderlich ist.
Von Seiten der Rentenversicherung wurde dafür eine tagesklinische Behandlung vorgeschlagen. Sie sollten mit Ihren Ärzten besprechen, welche Therapieform für Sie sinnvoll ist und diese anstreben.
Im Anschluss können Sie erneut einen Antrag auf LTA stellen, damit geprüft werden kann, ob Ihr Gesundheitszustand nunmehr eine LTA-Maßnahme zulässt.

von
mathias

Hallo ich nochmal,

Naja , ich war mit meiner Frau auch ohne Anwalt vorm Sozialgericht und wir haben gewonnen.
aber sowas übernimmt im Regelfall auch die Rechtsschutz.

von
Schorsch

Zitiert von: blonderengel

Und vor dem Sozialgericht habe ich nicht geklagt da man dort nur wirklich chancen hat mit einem guten Anwalt und das Kostenrisiko war mir einfach zu groß auf den Anwaltskosten sitzen zu bleiben..

Deshalb wurde ja auch alternativ auf die Sozialverbände SoVD und VdK hingewiesen.
Eine Mitgliedschaft ist durchaus erschwinglich und kompetent sind die dortigen Mitarbeiter auch.

Mir hatte damals der SoVD äußerst professionell zu meiner BU-Rente verholfen, mit Klage vorm Sozialgericht.
Und meine Kosten dafür lagen im zweistelligen Bereich.

MfG

MfG

von
Kahla

Hallo,

Ich schließe mich Mathias und Schorsch an. Geben Sie nicht auf. Zur Zeit bleibt Ihnen nur noch vorerst ALG I . Sie müssen sich mit Ihrem Restleistungsvermögen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Ich weis ja nicht wie Alt Sie sind und was Sie wirklich wollen? Fühlen Sie sich voll/teilweise erwerbsgemindert? oder möchten Sie wieder arbeiten wenn Sie wieder gesund sind? Wenn Sie gezielt die Sache angehen wird entweder die EMR oder LTA klappen.
Ich wünsche Ihnen viel Glück und Kraft.
Wer nicht kämpft hat schon verloren, wer kämpft kann verlieren.

Grüße

von
blonderengel

@kahla

Wie genau ist das gemeint mit dem Restleistungsvermögen zur Verfügung stellen. Also was muss ich dabei beachten. Soll ich mir keine Krankschreibung vom Arzt mehr holen wenn ich ausgesteuert bin? Oder Trotzdem weiter krankmeldung holen? Und wieviel Restleistungsvermögen muss ich haben/zur Verfügung stellen um ALG I zu bekommen?
Lt. Rentenversicherung soll ich voll erwerbsfähig sein also mehr als 6 Stunden. Lt. meinen Psychiater bin ich voll erwerbsgemindert. Ich selbst fühle mich nur in sehr geringem Umfang arbeitsfähig - wenn kein Streß und Druck herrscht und keine Menschenmengen und ich keinen körperlichen Kontakt zu fremden Menschen habe. Aber so einen Arbeitsplatz wird es wohl kaum geben.

Und in meinem Beruf als kaufmännische Fachkraft hat mir die Krankenkasse verboten zu arbeiten. Darf die das überhaupt? Mit der Androhung das ich wenn ich es ohne Genehmigung mache ich im Bedarfsfall keinen Krankengeldanspruch habe auch bei einer völlig anderen Diagnose - ist das zulässig? Ich dachte es gibt eine Blockfrist von 3 Jahren und dann kann man ggf auf die frühere Diagnose wieder Krankengeld bekommen - wenn der Bedarfsfall eintritt.

von
Schorsch

Zitiert von: blonderengel

Lt. Rentenversicherung soll ich voll erwerbsfähig sein also mehr als 6 Stunden. Lt. meinen Psychiater bin ich voll erwerbsgemindert. Ich selbst fühle mich nur in sehr geringem Umfang arbeitsfähig.....

Wenn Sie Arbeitslosengeld beantragen und darauf hinweisen, dass Sie gesundheitliche Einschränkungen haben, die von Ihren Ärzten und der DRV unterschiedlich bewertet werden, wird ein Amtsarzt der Bundesagentur für Arbeit eine eigene Einschätzung abgeben.
Sollte der ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, dass Sie vollständig erwerbsgemindert sind, müssten Sie eigentlich Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, bis rechtswirksam über Ihren Rentenantrag entschieden wurde.
(Jedoch längstens bis zum Ablauf Ihres individuellen Anspruchszeitraumes!)

Sollte der Amtsarzt jedoch keine nennenswerten Einschränkungen feststellen, hätten Sie ebenfalls Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Ihr EM-Rentenverfahren gilt in diesem Fall für die BA allerdings als abgeschlossen, auch wenn Sie einen erneuten Rentenantrag stellen sollten.

Zitiert von: blonderengel

Und in meinem Beruf als kaufmännische Fachkraft hat mir die Krankenkasse verboten zu arbeiten. Darf die das überhaupt? Mit der Androhung das ich wenn ich es ohne Genehmigung mache ich im Bedarfsfall keinen Krankengeldanspruch habe auch bei einer völlig anderen Diagnose - ist das zulässig? Ich dachte es gibt eine Blockfrist von 3 Jahren und dann kann man ggf auf die frühere Diagnose wieder Krankengeld bekommen - wenn der Bedarfsfall eintritt.

Vermutlich wurde vom MDK festgestellt, dass Sie in Ihrem bisherigen Beruf dauerhaft arbeitsunfähig sind.
In solchen Fällen dürfen die Krankenkassen tatsächlich weitere Krankengeldzahlungen versagen, sofern diese offensichtlich schädlichen Tätigkeiten wieder ausgeübt werden.
Schließlich würde man damit seine Gesundheit vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig aufs Spiel setzen.

MfG

von
Kahla

Hallo blonderengel,

bezüglich ALG I und KK und auch EMR würde ich z.b. das Forum krank-ohne-rente aufsuchen und Ihre Fragen dort stellen. Dort bekommen Sie gute Tipps. Dieses Rentenforum sind für solche Fragen nicht der geeignete Ort. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, melden Sie sich weiterhin arbeitsunfähig. Die AU reichen Sie der KK ein und nicht der AfA . Sie haben doch jahrelang in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt. Dann steht Ihnen auch ALG I zu. Und die KK hat das nicht zu bestimmen, ob Sie in Ihrem Beruf weiter arbeiten oder nicht dürfen. Ich würde nur noch schriftlich Kontakt mit der KK aufnehmen.
Ich habe den Eindruck das Sie nicht gut beraten wurden. Für mich ein bisschen viel wie EMR, LTA, medizinische Reha, ect. Aber es ist nie zu spät. Sollten Sie längerftistig krank sein, dann stellen in 6 Monaten einen erneuten EMR Antag. Achten Sie darauf das Ihre Krankenakte on top ist und in guter fachärztlicher Behandlung sind.
Alles Gute, bestmögliche Gesundheit und viel Erfolg. Sie werden sehen es wird alles gut werden.

LG
Kahla

von
blonderengel

Danke für die vielen Antworten und die Tipps. Hat mir sehr geholfen. Morgen gehe ich erst mal zum Arbeitsamt und gebe die Unterlagen ab. Und dann heißt es wie immer erst mal abwarten.

von
Schorsch

Zitiert von: Kahla

Und die KK hat das nicht zu bestimmen, ob Sie in Ihrem Beruf weiter arbeiten oder nicht dürfen. Ich würde nur noch schriftlich Kontakt mit der KK aufnehmen.

Das darf sie tatsächlich nicht bestimmen und sie hat es im vorliegenden Fall garantiert auch nicht getan.
Sie ist aber dazu berechtigt, nach vorheriger Information, die KG-Zahlungen einzustellen, wenn jemand grob fahrlässig oder gar vorsätzlich seine Gesundheit ruiniert, indem er eine berufliche Tätigkeit ausübt, die bekanntermaßen hochgradig gesundheitsschädlich für ihn ist.
Zitiert von: Kahla

Sollten Sie längerftistig krank sein, dann stellen in 6 Monaten einen erneuten EMR Antag.

Warum nicht sofort oder in 2 - 3 - 4 - 5 - 12 Monaten?
Wer sich für erwerbsgemindert hält, sollte (nach kompetenter Fachberatung) sofort tätig werden und nicht erst in 6 Monaten.

MfG