LTA nach medizinischer Reha

von
Leo75

ich bin gerade auf medizinischer Reha und möchte im Anschluss eine LTA machen. Ich habe schon einmal einen LTA Antrag ohne vorherige medizinische Reha gestellt, nur mit den Attesten meiner behandelten Ärzte, diese wurde vom Sozialmedizinischen Dienst der RV abgelehnt. Jetzt meine Frage, der Reha Entlassungsbericht spiegelt die Auffassung meiner gesamten Ärzte wieder und befürwortet genauso wie meine Ärzte die LTA, weil ich ohne die nicht vermittelbar bin. Sollte ich mit dem Reha Entlassungsbericht einen neuen LTA Antrag stellen und wie ist da der Werdegang nach dem Entlassungstage? Werde ich vom Reha Fachberater eingeladen? Mir wurde auch noch Rena und Irena oder so ähnlich als Nachsorge empfohlen, was ist das für ein Programm?

von
anders

"Jetzt meine Frage, der Reha Entlassungsbericht spiegelt die Auffassung meiner gesamten Ärzte wieder und befürwortet genauso wie meine Ärzte die LTA, weil ich ohne die nicht vermittelbar bin."

Bei LTA durch ist es nicht Voraussetzung, dass sie aktuell nicht vermittelbar sind. Die medizinische Voraussetzung ist, dass Sie Ihren letzen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. So sollte das dann auch im Entlassungsbericht stehen bzw. in den Attesten Ihrer Ärzte.
Beispiel: Sie sind arbeitslos, weil Ihr Arbeitgeber den Betrieb geschlossen hat. Eine neue Stelle finden Sie wegen fehlenden aktuellen Qualifikationen nicht.
Dann ist das Sache der Agentur für Arbeit, Sie wieder für den Arbeitsmarkt fit zu machen und nicht der DRV.

"Sollte ich mit dem Reha Entlassungsbericht einen neuen LTA Antrag stellen und wie ist da der Werdegang nach dem Entlassungstage?"

Sie können natürlich einen entsprechenden Antrag stellen, jetzt gleich oder auch erst, wenn Sie den Entlassungsbericht in den Händen haben. Das Verfahren ist das gleiche wie beim letzten Mal.

"Werde ich vom Reha Fachberater eingeladen?"

Meines Wissens finden Gespräche mit dem Reha-Fachberater in der Regel erst dann statt, wenn die DRV den LTA-Bedarf dem Grunde nach festgestellt hat. In manchen Kliniken werden jedoch auch solche Beratungen angeboten, um alles in die Wege zu leiten. Fragen Sie doch beim Sozialdienst nach, ob und ggf. wann ein Reha-Fachberater der DRV vorbeikommt.

"Mir wurde auch noch Rena und Irena oder so ähnlich als Nachsorge empfohlen, was ist das für ein Programm?"

Hier geht es darum, den medizinischen Erfolg der Reha zu festigen, in dem Sie auch zu Hause noch Anwendungen von der DRV gezahlt bekommen. Mit Ihrer Berufstätigkeit hat das nur indirekt was zu tun.

Experten-Antwort

Hallo Leo75,

den Antworten von anders ist nicht viel mehr hinzuzufügen.

Sofern in Ihrer Rehabilitationseinrichtung die Möglichkeit besteht ein Beratungsgespräch mit einem Reha-Fachberater zu führen, bietet sich das an. Dies kann auch eine eventuelle Zuständigkeitsklärung zwischen Agentur für Arbeit und Rentenversicherung verkürzen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Leo75

Danke für die Antworten,es geht bei mir nicht um die allgemeine Vermittlung in den Arbeitsmarkt, sondern um medizinische Indikationen. Mein gelerntes Berufsbild passt nicht mit den Beschwerden zusammen daher die Empfehlung einer LTA. Es geht bei mir um psychsomatische Probleme und jetzt auch um somatische Probleme einer Bürokraft nach BBIG.HWS Prolaps 2x Schulterprobleme und Boreoute.

von
anders

Dasnn stellen Sie einfach den LTA-Antrag.
Wird er bewilligt, läuft die Sache doch.
Falls er abgelehnt wird, haben Sie zei Möglichkeiten: Sie können Widerspruch und später ggf. Klage gegen die Entscheidung einlegen. Oder sie wenden sich an die Agentur für arbeit zwecks Unterstützung bei der Vermittlung.

von
KSC

Antrag stellen und Ihre Wünsche und Ziele möglichst detailliert äußern.

Z.B Umschulung zum Metzger wird angestrebt

Oder brauche folgende Hilfsmittel

Oder ich brauche einen Einarbeitungszuschüsse für den Arbeifgeber xy

von
Leo75

Zitiert von: anders
Dasnn stellen Sie einfach den LTA-Antrag.
Wird er bewilligt, läuft die Sache doch.
Falls er abgelehnt wird, haben Sie zei Möglichkeiten: Sie können Widerspruch und später ggf. Klage gegen die Entscheidung einlegen. Oder sie wenden sich an die Agentur für arbeit zwecks Unterstützung bei der Vermittlung.

die Agentur für Arbeit fühlt sich nicht zuständig weil ich ja medizinische Indikationen habe, darum eine LTA nötig sein wird,zumal ich über das JC laufe, ich bin im ALG2 Bezug. Rentenversicherungsbeiträge werden aber für mich eingezahlt von der Pflegeversicherung, da ich Angehörigenpflege für zwei Personen mache.

von
anders

Stellen Sie einfach den LTA-Antrag und warten Sie das Ergebnis ab.

Die AfA bzw. JC wäre nur dann eine Möglichkeit der Förderung, wenn die DRV ablehnt.
Die Frage ist ja, ob Sie trotz Ihrer Erkrankung noch als Bürokraft arbeiten können. Das entscheidet die DRV. Falls die sagt, das geht noch, dann können AfA/JC sich nicht einfach auf medizinische Indikationen berufen.

Experten-Antwort

Hallo Leo75,

der Entlassbericht und die Einschätzung der Ärzte aus der Rehaklinik in Bezug auf Ihr Leistungsvermögen werden von der Rentenversicherung im Nachgang zur Reha geprüft.

Liegen die Voraussetzungen für eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) vor, so kommen die Kollegen in der Regel auf Sie zu, sodass eine Antragstellung erstmal grundsätzlich nicht erforderlich sein sollte. Die persönlichen Voraussetzungen erfüllen Sie, wenn Sie Ihren Bezugsberuf (in der Regel die letzte sozialversicherungspflichtige Tätigkeit) aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr wie bisher ausüben können. Weitere persönliche Voraussetzung ist, dass es Ihnen aber mit Ihrem Leistungsvermögen noch möglich ist, andere Tätigkeiten vollschichtig, also mehr als 6 Stunden am Tag, auszuüben. Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen dürften in Ihrem Fall erfüllt sein, wenn die medizinische Rehabilitation über die Rentenversicherung durchgeführt wird.

In vielen Kliniken werden regelmäßig Beratungstermine durch die Rehaberater*innen der Rentenversicherung angeboten (für Rehabilitand*innen, bei denen der LTA-Bedarf absehbar ist). Hier wird regelhaft aber noch keine endgültige Entscheidung über eine möglicherweise folgende LTA getroffen. Gegebenenfalls sollten Sie diesbezüglich beim Sozialdienst in Ihrer Rehabilitationsklinik nachfragen.

Sollten Sie einige Wochen nach der Entlassung aus der Reha noch nichts von Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger gehört haben, sollten Sie dort nachfragen. Hier erhalten Sie dann Informationen zum weiteren Fortgang.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Leo75

Guten Tag, mein Reha Entlassungsbericht wird bald geschrieben,mein qualitatives Leistungsbild wird nach oben gesetzt, mir wurde in der Sozialberatung gesagt, das Leistungsbild wird nur nach unten gesetzt.Ich habe jetzt noch somatische Probleme. Was passiert wenn das qualitative Leistungsbild höher ist wie der Bezugsberuf und der Bezugsberuf sowie der allgemeine Arbeitsmarkt auf der Ebene vom Bezugsberuf auf Dauer krank macht?

von
Siehe hier

Zitiert von: Leo75
Guten Tag, mein Reha Entlassungsbericht wird bald geschrieben,mein qualitatives Leistungsbild wird nach oben gesetzt, mir wurde in der Sozialberatung gesagt, das Leistungsbild wird nur nach unten gesetzt.Ich habe jetzt noch somatische Probleme. Was passiert wenn das qualitative Leistungsbild höher ist wie der Bezugsberuf und der Bezugsberuf sowie der allgemeine Arbeitsmarkt auf der Ebene vom Bezugsberuf auf Dauer krank macht?

Hallo Leo75,

zunächst würden Sie wohl nach der Reha erst einmal weiter ALG II erhalten. Sofern aus medizinischer Sicht die Voraussetzungen auf LTA durch die DRV weiterhin nicht gegeben sind, wäre also das JC zuständig, Sie bei berufsfördernden Maßnahmen zu unterstützen.

Wenn Sie weiterhin nicht in der Lage sind, einen Arbeitsplatz (ob Bezugsberuf oder allgemeiner Arbeitsmarkt) zu erhalten oder auszuüben, ist dennoch zunächst das Jobcenter zuständig, Sie wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Aus gesundheitlicher Sicht können/sollten Sie weiterhin die Leistungen Ihrer Krankenkasse in Anspruch nehmen, die auch bei somatischen Problemen diverse ambulante Therapieformen anbieten.
Das müssten Sie mit Ihrer Krankenkasse klären.
Um festzustellen, was passiert, wenn ein Job auf Dauer krank macht, müssten Sie ja allerdings erst mal (wieder) einen haben...
Also machen Sie einen Schritt nach dem anderen, warten also erst mal den tatsächlichen Rehabericht ab und besprechen alles Weitere vor allem mit Ihrem Vermittler beim JC.

Alles Gute!

von
Leo75

Hallo, kann mir jemand sagen ob es als Bezugsberuf den Begriff Hausmann gibt? Ich mache schon jahrelang Angehörigenpflege und habe demzufolge keinen zeitlichen Bezug zu meinem gelernten Beruf.

Experten-Antwort

Zitiert von: Leo75
Hallo, kann mir jemand sagen ob es als Bezugsberuf den Begriff Hausmann gibt? Ich mache schon jahrelang Angehörigenpflege und habe demzufolge keinen zeitlichen Bezug zu meinem gelernten Beruf.

Hallo Leo,

nachdem man als "Hausmann" keiner abhängigen oder selbständigen bertuflichen Tätigkeit nachgeht, kann man keine Verknüpfung zu einem Bezugsberuf herstellen.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Leo75

Ich habe noch eine Frage? Da ich vor ca. 2Jahren ca.3.Monate im Sicherheitsgewerbe mit Abschluss 34a gearbeitet habe, Sozialversicherungspflichtig kann diese Tätigkeit als Grund für eine LTA angegeben werden, wenn ich diese Tätigkeit gesundheitlich nicht mehr ausführen kann?

von
Schade

Stellen Sie doch einfach den Antrag, im Forum findet keine Vorprüfung statt.

von
Leo75

Der Antrag wurde jetzt gestellt und innerhalb von 2Tagen abgelehnt, jetzt meine Frage, wie lange habe ich Zeit für einen ausführlichen Widerspruch, dieser Widerspruch wurde mir von der Bürgerbeauftragten meines Bundeslandes formuliert, die gerne mit der Rentenversicherung sprechen möchte.

Sehr geehrte Damen und Herren, lege gegen den Widerspruchsbescheid auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben vom 24.11.2021 Form und Fristgerecht Widerspruch ein.

Ich habe mich mit der Bitte um Unterstützung im Widerspruchsverfahren an den Bürgerbeauftragten des Landes XXXX gewand, ich bitte darum zu mindestens von einer abschlägigen Entscheidung abzusehen, solange die Bürgerbeauftragte Frau K. sich mit meiner Petition befasst.

Experten-Antwort

Guten Morgen Leo 75,

die Widerspruchsfrist beträgt einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheides. Dabei ist es möglich, zunächst fristwahrend den Widerspruch einzulegen und die Begründung nachzureichen. Eine gesetzliche Frist für die Widerspruchsbegründung gibt es hierbei nicht. Die Begründung sollte jedoch zeitnah nachgereicht werden, damit über Ihren Widerspruch entschieden werden kann.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Geronimox

Hallo Leo,

In der Kurklinik gibt es einen sozialen Dienst. Mache dort einen Termin und stelle auf jeden Fall den LTA Antrag während der Kur und lasse ihn über den Kurarzt der Rentenversicherung zustellen. Nur und wirklich nur dann bist du halbwegs auf der sicheren Seite.

Viel Erfolg

von
Feli

Wenn Ihr Antrag so schnell abgelehnt wurde, scheint er inhaltlich gar nicht geprüft worden zu sein. Kann es sein, dass Sie nicht genügend Versicherungszeiten (15 Jahre) für eine LTA haben?
Dann erübrigen sich alle weiteren Spekulationen, weil die Rentenversicherung gar nicht zuständig wäre.

von
ähh

Leo75 war im September zur Kur und hat am 30.09. geschrieben, dass der Entlassungsbericht geschrieben werden soll. Es ist also anzunehmen, dass erlängst wieder zu Hause ist. Und den Ablehnungsbescheid für seinen LTA-Antrag hat er auch schon.

Es gibt also keinen Sozialdienst, der ihm bei der Antragstellung helfen könnte. Und ein neuer Antrag, solange noch die Widerspruchsfrist für den Alehnungsbescheid läuft, macht meiner Meinung nach auch keinen Sinn.
Die Wartezeit ist wegen der Reha (vorausgesetzt die lief auch über die DRV) übrigens erfüllt (§ 11 Abs.2a Nr. 2 SGB VI denke ich). Wenn dem nicht so wäre, hätte die DRV den Antrag an die Agentur für Arbeit abgegeben und nicht abgelehnt.

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