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LTA, Nächtliche Unterbringung im Berufsförderungswerk bei generalisierter Angststörung wegen überfüllten Zügen im Berufsverkehr

von
Stefanie

Ich habe ein Problem und benötige mal einen fachkundigen Rat von Euch. Und zwar habe ich vor 1 Woche eine LTA Maßnahme in einem Berufsförderungswerk begonnen. Mit der Maßnahme bin ich sehr zufrieden, nur habe ich festgestellt das ich in Panik gerate, wenn ich im Berufsverkehr in den total überfüllten Zügen fahren muss, um das Berufsförderungswerk zu erreichen. Dadurch hat sich die Symptomatik meiner generalisierten Angststörung und Sozialphobie verschlimmert. Beide Erkrankungen sind fachärztlich diagnostiziert worden und mir wurde vor 5 Jahren sogar eine fachärztliche Bescheinigung ausgestellt, das ich aus medizinischen Gründen das fahren zu Stoßzeiten in den öffentlichen Verkehrsmitteln aufgrund der festgestellten generalisierten Angststörung in Verbindung mit der Sozialphobie vermeiden soll. Leider habe ich diese Problematik total überschätzt, weil ich mich so auf die Umschulung gefreut habe. Jetzt habe ich mit dem Leiter des Berufsförderungswerkes mein Problem geschildert und Ihn darum gebeten, mich auf dem Wohn Campus irgendwo unter zu bringen, um den überfüllten Zügen zu entkommen. Er meinte jedoch, das die Wohnheimplätze auf dem Campus nur für die Leute vom Rentenversicherungsträger bezahlt werden, die weiter weg wohnen. Da ich jedoch nur 30 Minuten mit der Bahn fahren muss, habe ich keinen Anspruch auf Unterbringung.

Mein behandelnder Arzt meinte zu mir, das er mich krankschreiben wird, wenn sich dadurch meine psychischen Probleme wieder manifestieren sollten. Letztendlich würde das dann der Abbruch meiner LTA bedeuten. Eine Auto besitze ich kleider auch nicht, demnach bin ich gezwungen, mich um 8:00 Uhr morgens in den überfüllten Zug zu setzen.

Jetzt meine Frage an einen Fachmann vom Rentenversicherungsträger:
Ist es wirklich so, das die Wohnheimplätze auf dem Campus nur denjenigen vorbehalten sind, die weit genug weg wohnen? Gibt es keine Ausnahmeregelung für besondere medizinische Gründe?

Experten-Antwort

Hallo Stefanie,

zur Klärung dieser speziellen Frage wenden Sie sich bitte an den zuständigen Fachberater für Rehabilitation.

von
Stefanie

Beim Rehaberater bekomme ich erst in 4 Wochen einen Termin. Deshalb brauche ich irgendeine (gesetzliche) Argumentation, die ich kurzfristig direkt beim Berufsförderungswerk vorbringen kann um evtl. den Dienstweg zu verkürzen.

Wenn der Arzt mich jetzt diese Woche deswegen krankschreibt, dann nützt mir der Termin auch nichts mehr.

von
???

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Sie eine Umschulung absolvieren. Dann müssen Sie nicht das BFW überzeugen, sondern die DRV. Es ist eine Kostenfrage, ob Sie im Internat untergebracht werden können. Und darüber kann nur die DRV entscheiden.
Haben Sie von Ihrem Reha-Fachberater eine Telefonnummer? Falls ja, rufen Sie dort an und erklären Sie das Problem. Falls nicht, rufen Sie die Telefonnummer an, die auf dem Bewilligungsbescheid steht.

Bitte denken Sie daran, dass diese Unterbringung, falls sie bewilligt wird, Ihr Problem nicht wirklich löst. Spätestens bei einer Arbeitsaufnahme werden Sie wieder im Berufsverkehr unterwegs sein müssen.

von
???

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Sie eine Umschulung absolvieren. Dann müssen Sie nicht das BFW überzeugen, sondern die DRV. Es ist eine Kostenfrage, ob Sie im Internat untergebracht werden können. Und darüber kann nur die DRV entscheiden.
Haben Sie von Ihrem Reha-Fachberater eine Telefonnummer? Falls ja, rufen Sie dort an und erklären Sie das Problem. Falls nicht, rufen Sie die Telefonnummer an, die auf dem Bewilligungsbescheid steht.

Bitte denken Sie daran, dass diese Unterbringung, falls sie bewilligt wird, Ihr Problem nicht wirklich löst. Spätestens bei einer Arbeitsaufnahme werden Sie wieder im Berufsverkehr unterwegs sein müssen.

von
Sabine

???->"Dann müssen Sie nicht das BFW überzeugen, sondern die DRV. Es ist eine Kostenfrage, ob Sie im Internat untergebracht werden können. Und darüber kann nur die DRV entscheiden."

Ja natürlich habe ich von meinem Reha Berater eine Telefonnummer, aber der kann das auf Anhieb nicht entscheiden und verweist auf einen persönlichen Termin, den ich in 4 Wochen habe. Er meinte am Telefon nur, das dann im schlimmsten Fall die LTA Maßnahme abgebrochen werden muss, weil diese nur für eine begrenzte Zeit mit einer AU unterbrochen werden kann.

???->"Bitte denken Sie daran, dass diese Unterbringung, falls sie bewilligt wird, Ihr Problem nicht wirklich löst. Spätestens bei einer Arbeitsaufnahme werden Sie wieder im Berufsverkehr unterwegs sein müssen."

Das ist schon richtig. Dann muss ich mich in Zukunft darum kümmern, das ich ein Auto habe, oder muss mir eine Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes suchen. Während der Umschulung habe ich die Zeit, um das in die Wege zu leiten, so das ich dann später auch ganz Normal arbeiten kann. Nur von heute auf morgen kann ich keine andere Wohnung oder Auto organisieren.

von
???

Das Engagement Ihres Reha-Fachberaters ist wirklich bemerkenswert. :-(

Praktisch können Sie jetzt nur noch einen schriftlichen Antrag auf Unterbringung im Internat stellen und ihn (mit einem Attest natürlich) per Fax an Ihren Reha-Fachberater, die DRV-Sachbearbeitung und das BFW (dort können Sie ihn natürlich auch einfach abgeben)schicken. Schildern Sie dort alles genau und warum es so dringend ist. Wie schnell Sie eine Reaktion bekommen, lässt sich nicht sagen.
Ich habe das Gefühl, es ginge schneller, wenn Sie sich eine Woche krankschreiben lassen und die Zeit zu einem Autokauf (sofern finanziell realisierbar) nutzen.

von
Stefanie

Zitiert von: ???
Das Engagement Ihres Reha-Fachberaters ist wirklich bemerkenswert. :-(
Ich habe das Gefühl, es ginge schneller, wenn Sie sich eine Woche krankschreiben lassen und die Zeit zu einem Autokauf (sofern finanziell realisierbar) nutzen.

Hätte ich das nötige Kleingeld für ein Auto und keinen negativen Schufa Eintrag, dann hätte ich schon längst ein Auto oder eine Wohnung in der Nähe. Kredit oder Ratenkauf bekomme ich deswegen leider auch nicht :-(. Für das Auto müsste ich mindestens 1 Jahr sparen. Aber trotzdem danke für den Tipp.

von
=//=

So wie ich das verstanden habe, geht es Ihnen ja hauptsächlich um die MORGENTLICHE Zugfahrt, denn da müssen Sie ja zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Einrichtung sein.
Kennen Sie niemanden aus dem Verwandtschafts-, Freundes- oder Bekanntenkreis, der Sie morgens fahren könnte, evtl. gegen eine geringe Kostenerstattung? Abends dürfte das Problem ja nicht so groß sein.

Ob Sie einen Wohnheimplatz bekommen, muss tatsächlich die DRV entscheiden. Ist eigentlich etwas ungewöhnlich, wenn Ihre Fahrstrecke nur 30 Minuten (mit der Bahn) andauert. Mit einem Auto wäre es bestimmt ein zeitlich noch kürzerer Weg.

Wenn Sie jetzt Ihren Reha-Fachberater nicht erreichen bzw. keinen Termin bekommen, formulieren Sie Ihr Anliegen schriftlich, schicken es mit einem ärztlichen Attest per Einschreiben an die DRV und bitten um schnellstmögliche Klärung. Das Schreiben sollten Sie nicht an Ihren Reha-Fachberater schicken, sondern an den Teamleiter der entsprechenden Reha-Abteilung. Fragen Sie, ob Sie - zumindest morgens - mit dem Taxi fahren können (wenn es ärztlich für notwendig erklärt wird!), welche Fahrkosten erstattet werden, ob Sie internatsmäßig aufgenommen werden können, evtl. sogar zumindest nur vorübergehend, bis eine andere Lösung gefunden wird.

Machen Sie es auf jeden Fall DRINGEND, denn nach den Weihnachtsferien geht die Ausbildung ja vermutlich weiter. Wenn Sie nicht au sind, sollten Sie sich auch nicht krank schreiben lassen. Das kommt nicht gut an und außerdem hat es u.U. auch Auswirkungen auf das Übergangsgeld!

Probieren geht über Studieren und einen anderen Tipp kann ich Ihnen leider nicht geben.

von
Schade

Wie sieht es eigentlich mit Mitfahrgelegenheiten bei "Mitschülern" aus?
Oder Bekannten?
Bei einer halben Stunde Bahnfahrt gibt's doch garantiert auch jede Menge Pendler, die täglich diese Strecke mit dem Auto fahren?

Vielleicht ist ja auch die private Suche nach Mitfahrgelegenheiten über Google etc. viel, viel zielführender als immer "nach dem Staat zu rufen"?

von
der anderen

Ist es evtl. eine Option - bis zur Entscheidung der DRV- früher zu fahren?

von
memyself

manchmal ist eine bahn früher oder später das problem der überfüllung gelöst. dass um 08.00 sehr viele unterwegs sind, ist sonnenklar. um 07.00 uhr eher weniger. ich fahre bevorzugt um 07.00 uhr

zumindest bis alles geklärt ist, würde ich es an deiner stelle auch so machen, wenn es die umstände (öpnv) zulassen.

von
SB

Eine sehr schwierige Situation. Sie haben doch wahrscheinlich einen Schwerbehindertenausweis. Für Schwerbehinderte gibt es eigene Beratungsstellen. Diese sind in jedem Bundesland unterschiedlich, das für Sie zuständige erfahren Sie beim Integrationsamt. Normalerweise sollten Sie kurzfristig einen Termin bekommen. Dort kann man Ihnen sicherlich Möglichkeiten nennen. Weitere Beratunsstellen finden Sie beim VdK oder Sozialverband. Ich würde auch noch mal bei Ihrem BFW auf die Schwerbehinderung ansprechen.

von
Stefanie

Stand der Dinge:

Es bewegt sich kein Entscheidungsträger so richtig vom Stuhl, weil dieser Sonderfall in keinem der Gesetzesbücher und Dienstvorschriften beschrieben ist. AU läuft, weil es mit der Bahn für mich einfach nicht geht. Man hat mir gesagt, wenn die AU zu lange dauert, ich aus der LTA Maßnahme krankheitsbedingt ohne Eigenverschulden raus fliege. Nach Beendigung der AU würde ich dann ALG 1 bekommen. Das Arbeitsamt würde mir dann natürlich erneut raten einen neuen LTA Antrag zu stellen, weil die LTA weiterhin vom Amtsarzt als notwendig erachtet wird. Der Amtsarzt macht sich jedoch keine Gedanken darum, ob die LTA unter diesen Umständen überhaupt praktisch möglich ist. Man muss leider um ans Ziel zu kommen, irgendein Verkehrsmittel benutzen, egal ob es jetzt eine Umschulung, ein Platz in einer WFB oder eine ganz normale Arbeit ist. Wenn man dann irgendwo am Arsch der Welt wohnt, ist es um so schlimmer. Warum wird die Problematik "Arbeitsweg" nicht im LTA Gesamtkonzept mit berücksichtigt? Sonst würde sich das ganze Spiel bei mir wiederholen und sich die Katze in den Schwanz beißen. Im schlimmsten Falle droht mir dann die EU Rente oder Grundsicherung :-(. Das ist doch nicht im Sinne des Steuerzahlers, oder?

von
KSC

Sie beklagen dass sich kein Entscheider "bewegt". Das ist das eine.

Aber: "bewegen Sie sich?"

Sie gehen mit keinem Wort auf die Vorschläge bezüglich

früher fahren um dem Berufsverkehr auszuweichen,

nach Fahrgemeinschafte suchen um dem Stress im vollen Zug zu entgehen
usw. ein

Hört sich ein Stück weit danach an, dass Ihnen auch eine gewisse Flexibilität abgeht. Also genau das was Sie bei anderen beklagen.

Alles Gute

von
Stefanie

Zitiert von: KSC
Sie beklagen dass sich kein Entscheider "bewegt". Das ist das eine.

Aber: "bewegen Sie sich?"

Sie gehen mit keinem Wort auf die Vorschläge bezüglich

früher fahren um dem Berufsverkehr auszuweichen,

nach Fahrgemeinschafte suchen um dem Stress im vollen Zug zu entgehen
usw. ein

Hört sich ein Stück weit danach an, dass Ihnen auch eine gewisse Flexibilität abgeht. Also genau das was Sie bei anderen beklagen.

Alles Gute

Natürlich bewege ich mich. Die Alternative früher fahren fällt weg. Nach einer Fahrgemeinschaft wird gesucht. Nur leider kann ich keinen Autofahrer zwingen mich in seinem PKW mitzunehmen. Da bin ich auf das Wohlwollen und Verfügbarkeit einer zuverlässigen und durchgehenden Mitfahrgelegenheit angewiesen.

von
Realist

Wenn Sie schon bei der LTA schon solche Probleme haben, sollten Sie sich schon mal mit dem Gedanken vertraut machen, dass das mit einem „normalen“ Job im Anschluss nichts wird.
Kein Arbeitgeber wird freiwillig und bewusst Arbeitnehmer mit derartigen grundsätzlichen psychischen Problemen einstellen.

von
Cassandra

...und mal wieder nur Gemecker...
Fahren Sie mit einem früherer Zug, der ist dann leerer. Das es die Alternative nicht gibt, glaube ich nicht. Es wird nicht nur ein Zug fahren, der Sie um 8.00h dort ankommen lässt.

von
Cassandra

...und mal wieder nur Gemecker...
Fahren Sie mit einem früherer Zug, der ist dann leerer. Das es die Alternative nicht gibt, glaube ich nicht. Es wird nicht nur ein Zug fahren, der Sie um 8.00h dort ankommen lässt.

von
=//=

Ich halte Sie ehrlich gesagt auch für sehr unflexibel und kann mich den anderen Usern nur anschließen.

Es gibt nun mal nicht für ALLES ein Gesetz und Sie sind auf die Einzelfallentscheidung des RV-Trägers angewiesen. Ich hatte Ihnen bereits den Vorschlag gemacht, sich schriftlich an die DRV zu wenden. Über Ihr Anliegen kann auch ein anderer Mitarbeiter (z.B. der Chef des Reha-Fachberaters) entscheiden. Ob das allerdings diese Woche noch hinhaut, wage ich zu bezweifeln, denn diese Woche sind schon viele im Weihnachtsurlaub.

Wenn Sie länger als 7 Tage arbeitsunfähig krank geschrieben sind, können Sie sich die LTA über die DRV abschminken. Und glauben Sie nicht, dass man bei der AfA "gnädiger" mit Ihren Sonderwünschen umgeht.