Midi-Job und Nachzahlung aus and. Arbeitsverhältnis

von
Westman86

Hallo liebes Forum!

Ich seit einigen Jahren "normaler" sozialversicherungspflichtiger Angestellter und liegen beim Einkommen über der oberen Midijob-Gleitzonengrenze.

Zum 01.01.2023 nehme ich einen neuen Job an, welcher dann in der Gleitzone des Midijob-Bereichs liegt; das Brutto liegt bei ungefähr 700 EUR mtl.

Ich erhalte nächstes Jahr im April/Mai noch eine Gewinnbeteiligung von meinem bisherigen Arbeitgeber ausgezahlt, welche dieser auch im Jahr 2023 steuer- und sozialversicherungsseitig abrechnen will.

Wenn ich nun die Gewinnbeiligung von 2.400 EUR durch 12 Monate teile und zu den 700 EUR Bruttoeinkommen aus dem Midijob hinzurechne, dann liege ich mit 900 EUR immer noch "sauber" in der Gleitzone.

Vermutlich loht sich eine ESt-Erklärung in 2023, da von den 2.400 EUR Lohnsteuer abgezogen werden wird.
Aber aus sozialversicherungspflichtiger Sicht muss ich nichts beachten, oder? Jeder Arbeitgeber macht seine Abrechnung für sich und seine Meldungen. Beim Midijob zahle ich auf die 700 EUR die Sozialversicherungsbeiträge und bei der Gewinnbeteiligung einmalig auf die 2.400 EUR.

Oder liege ich hier falsch und muss etwas besonderes beachten?

von
Abschläge

Hallo Westman86,

übergreifend für den Beitragseinzug der SV-Beiträge (KV/PV/Alv/RV) ist Ihre Krankenkasse zuständig. Für eine verbindliche Auskunft sollten Sie sich also direkt an diese wenden. Insbesondere auch deshalb, dass Ihre Berechnung 'kippen' kann, wenn der Arbeitgeber für die Gewinnbeteiligung (aus eigenem Interesse als Betriebsausgabe in das Jahr 2022 haben will und deshalb) die 'Märzklausel' anwenden möchte, also bis 31.03.2023 ausbezahlt.

Eine Steuererklärung zu machen erscheint nicht nur für das Jahr 2023 sinnvoll zu sein... aber das erklärt Ihnen ein Angestellter eines Steuerfachberufes, nicht die Rentenversicherung.

Alles Gute!

Experten-Antwort

Hallo Westman86,

sowohl Ihr Entgelt aus dem Midijob als auch aus der Gewinnbeteiligung als einmalig gezahltes Entgelt sind beitragspflichtig und jeder Arbeitgeber macht „seine“ Abrechnung. Eine verbindliche Auskunft erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse, die als Beitragseinzugsstelle hierfür zuständig ist.
Fragen zum Steuerrecht beantworten Ihnen das Finanzamt und ggf. ein Steuerberater.

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