Mini-Job und Rentenversicherung

von
Paul1957

Hallo,
zum 01.06.2017 beginnt meine passive Phase der Altersteilzeit. Ich werde 60 Jahre im Jahr 2017.
Nun bot mir mein Arbeitgeber ab diesem Zeitpunkt einen 450 Euro Job an.
Ich bin am überlegen ob ich auf die RV-Pflicht verzichte oder ob ich die 3,7 % RV zahlen soll.
Nun meine Frage: Kann man mir sagen wieviel Rente diese Beitragspflicht in etwa zum 63. Lebensjahr monatlich bringen würde.
Ich bin 45 Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung und habe Anspruch auf Rente mit 63 (mit Abschlag). Diese will ich dann auch beziehen.
Mir geht es nur darum ob sich eine Rentenversicherungspflicht für den Minijob über drei Jahre lohnt.

Vielen Dank

von
****

Hallo Paul1957,
die Ausübung einer Versicherungspflichtigen Beschäftigung (hier ATZ ) und daneben eine geringfügige Beschäftigung beim gleichen AG ist rechtlich nicht zulässig, dass sollte ihr AG eigentlich wissen.

Bei einem fremden AG dürfen sie neben der ATZ einen Minijob ausüben, falls ihr ATZ Vertrag das zuläßt.

PS. An ihrer Stelle würde ich die ATZ 8 Monate später beginnen und dann mit 63 + 8 Monate in ungekürzte Rente gehen, macht Sinn oder?

von
Klugpuper

Hallo Paul1957,

ich hoffe nur, dass der Arbeitgeber in dem Minijob nicht der Arbeitgeber ist, bei dem Sie die Altersteilzeit vereinbart haben.
Falls doch, sollte sich eine Fachperson das ganze anschauen, bevor sich Ihre schöne Altersteilzeitvereinbarung in Wohlgefallen auflöst.

Ansonsten machen Sie mit der Zahlung des Eigenanteils bei einem Minijob nicht viel falsch.

von
W*lfgang

Zitiert von: Paul1957
zum 01.06.2017 beginnt meine passive Phase der Altersteilzeit. Nun bot mir mein Arbeitgeber ab diesem Zeitpunkt einen 450 Euro Job an.
Paul1957,

ATZ und Minijob beim selben Arbeitgeber geht gar nicht! Sie überschreiten damit die vereinbarte halbe Arbeitszeit.

Erkunden Sie sich bitte noch mal beim Arbeitgeber, ob hier nicht ein Störfall eintreten könnte, der eine Rückabwicklung der ATZ mit finanziellen Einbußen für Sie bedeutet.

Allerdings bin ich in Ära der nicht mehr geförderten ATZ ab 2010 nicht fit - allerdings sollte in Ihrem ATZ-Vertrag bzw. ATZ-Tarifvertrag ein entsprechender Passus stehen, wie ein zulässiger Minijob in der ATZ beim selben/bei anderen Arbeitgebern zu bewerten ist.

Gruß
w.

von
Herz1952

Hallo Paul1957,

meine 3 Vorredner haben vermutlich Recht.

MfG

von
Paul1957

Hallo,
natürlich ist es ein anderer Arbeitgeber, sorry fals das falsch rüberkam.
Mir geht es darum um wieviel sich meine Rente erhöhen würde wenn ich mich in dem
450 Euro Job rentenversicherungspflichtig mache

von
Schade

Für jedes Jahr Minijob mit Pflichtbeiträgen erhöhen Sie die Monatsrente um knapp 1 €uro - das macht m.E. für einen ATZ ler, der ohnehin pflichtversichert ist, ganz wenig bis keinen Sinn.

von
****

Zitiert von: Schade

Für jedes Jahr Minijob mit Pflichtbeiträgen erhöhen Sie die Monatsrente um knapp 1 €uro - das macht m.E. für einen ATZ ler, der ohnehin pflichtversichert ist, ganz wenig bis keinen Sinn.

Verständlicher ist wohl diese Berechnung:
12 Monate x 450 (Minijob mit VP) = 5400.- =0,1489 EP x 30,45= 4,53 Brutto Monatsrente.
12 Monate X 450 (Minijob ohne VP) =5400 = 0,1194 EP x 30,45 =3,64 Brutto Monatsrente

von
Schade

Was verständlicher ist - 89 Cent oder knapp 1 Euro - sei mal dahingestellt.

:)

von
****

Zitiert von: Schade

Was verständlicher ist - 89 Cent oder knapp 1 Euro - sei mal dahingestellt.

:)


Wenn ein ATZ'ler vor der ATZ z.B. ein Jahres Einkommen von 50000,- E hatte beträgt sein RV-pflichtiges ATZ EK normal 90% davon, also nur noch 45000.-. Durch den Minijob mit VP gleicht er also das wieder, aus was er während der ATZ weniger an EP erwirbt, also macht ein Minijob mit VP schon Sinn.

von
Schade

ist m.E. trotz allem Ansichtssache.

Zahlt der heute 60 Jährige 3 Jahre lang aus dem Minijob die 3,7% Eigenanteil so kostet ihn das ungefähr 600 € und er hat 3 Jahre später dafür 3x0,89= 2,67 € mehr Monatsrente (oder halt knapp 3 € mehr).

Ob das wirtschaftlich relevant ist?

Das möge Paul1957 selbst entscheiden

von
SuchenUndFragen

Zitiert von: ****

Zitiert von: Schade

Für jedes Jahr Minijob mit Pflichtbeiträgen erhöhen Sie die Monatsrente um knapp 1 €uro - das macht m.E. für einen ATZ ler, der ohnehin pflichtversichert ist, ganz wenig bis keinen Sinn.

Verständlicher ist wohl diese Berechnung:
12 Monate x 450 (Minijob mit VP) = 5400.- =0,1489 EP x 30,45= 4,53 Brutto Monatsrente.
12 Monate X 450 (Minijob ohne VP) =5400 = 0,1194 EP x 30,45 =3,64 Brutto Monatsrente

Mit anderen Worten: Minijob ist gut, Eigenanteil ist Quark. Man muss mal dagegenrechnen, wie lange man braucht, bis man den Eigenanteil wieder raus hat...

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Paul1957,

ein Monat in einem Minijob ohne Versicherungspflicht mit einem Verdienst i.H.v. 450 Euro (ohne Arbeitnehmeranteil) erhöht die mtl. Rente eines Versicherten um 0,30 Euro brutto.

Ein Monat in einem Minijob mit Versicherungspflicht mit einem Verdienst i.H.v. 450 Euro (mit Arbeitnehmeranteil i.H.v. 3,7 % = 16,65 Euro) erhöht die mtl. Rente eines Versicherten um 0,38 Euro brutto.

Dann ist auch noch zu beachten, dass die Rentenminderung, in Ihrem Fall (Jahrgang 1957) 10,5 %, diese Beträge nochmals verringern wird.
Sollte eine Versicherungspflicht in der Krankenversicherung der Rentner ab Rentenbeginn vorliegen, so verringern sich die Beträge nochmals um den Krankenkassenbeitrag.

Jetzt ist es Ihre Entscheidung, ob sich diese Beträge für Sie lohnen.

von
****

Zitiert von: SuchenUndFragen

Zitiert von: ****

Zitiert von: Schade

Für jedes Jahr Minijob mit Pflichtbeiträgen erhöhen Sie die Monatsrente um knapp 1 €uro - das macht m.E. für einen ATZ ler, der ohnehin pflichtversichert ist, ganz wenig bis keinen Sinn.

Verständlicher ist wohl diese Berechnung:
12 Monate x 450 (Minijob mit VP) = 5400.- =0,1489 EP x 30,45= 4,53 Brutto Monatsrente.
12 Monate X 450 (Minijob ohne VP) =5400 = 0,1194 EP x 30,45 =3,64 Brutto Monatsrente

Mit anderen Worten: Minijob ist gut, Eigenanteil ist Quark. Man muss mal dagegenrechnen, wie lange man braucht, bis man den Eigenanteil wieder raus hat...


Ganz einfache Rechnung:
3 Jahre Minijob 450.- E mit VP x 36= 16200.- x 3,7% = 599.40 Euro Eigenbeitrag.
Rentensteigerung: 3 x 4,53 = 13,59 x 12 = 163,08 E Jahresrente
599,40 : 163,08 = 3,67 Jahre also hat er nach ca. 3 J 7 Monate seinen Eigenbeitrag raus.
Würde er den gesparten Eigenbeitrag von 599,08 E aufs Sparbuch legen, mit einer Verzinsung von 0,8% per anno (falls er die überhaupt bekommt), hat er 4,79 E Zinsen pro Jahr.
4,79 E zu 163,08 E die Differenz von 158,29 E ist doch wohl deutlich genug.
Geiz ist nicht immer Geil.

von
Schade

an @****

Sie übersehen bei Ihrer Rechnung, dass der Kunde, wenn er keinen Eigenanteil zahlt, zwar keine 4,53 € Zuwachs erhält, aber 3,64 € durch die AG Anteile bekommt, seine erhöhte Jahresrente ist somit (4,53 -3,64) mal 3 mal 12, also ca. 32 € statt der von Ihnen errechneten 163 €.
Die "AG Anteile (etwa 131 €)" erhält er ohnehin, also geht's bei der Frage ob es sich rechnet "nur um die Differenz".

Und dann sieht die Relation eben ganz anders aus, oder?

:)

von
****

Zitiert von: Schade

Die "AG Anteile (etwa 131 €)" erhält er ohnehin, also geht's bei der Frage ob es sich rechnet "nur um die Differenz".

Und dann sieht die Relation eben ganz anders aus, oder?

:)


Das ist richtig, aber selbst 32.- E mehr Jahresrente auf Lebenszeit sind mehr als die möglichen Zinsen aus dem gesparten Eigenanteil.

@Schade, alle die sich in der Materie etwas auskennen, wissen dass man das nur individuell entscheiden kann, wenn man auch alle Infos hat zur Besteuerung /KV-Verhältnis/Familienstand usw. hat. Das Beispiel sollte die Betreffenden aber zum Nachdenken anregen. :-)

von
W*lfgang

Zitiert von: ****
Das ist richtig, aber selbst 32.- E mehr Jahresrente auf Lebenszeit sind mehr als die möglichen Zinsen aus dem gesparten Eigenanteil.
****,

es sind nach 3 Jahren Zuzahlung hier eher 25 EUR Jahresrente nach Abschlag und KV/PV ;-) Der mtl.Rentenzuwachs aus dem Eigenbeitrag beträgt hier netto keine 70 Cent (bei 1 Jahr 'Zuzahlung, 2,10 EUR bei 3 Jahren; mit 600 EUR Beitrag / 2,10 = 286 Monate 'Laufzeit'). Wenn es sich rechnet, das in schon gut 20 Jahren wieder raus zu haben - gern.

Ich halte es da mit Schade, auch aus meiner Sicht 'sinnlos', aber die Entscheidung liegt beim Versicherten, der die Prognosen in seinem Sinne umsetzen darf.

Dann doch lieber die hier mehrfach angesprochene Ausgleichszahlung/Rentenabschlag ins Kalkül ziehen (mit ggf. einem steuerlichen 'Mehrwert') ...aber das ist ein anderes Thema.

Gruß
w.

von
Paul1957

Vielen Dank an alle, die mir geantwortet haben. Jetzt blicke ich durch.
Ich denke für mich macht es keinen Sinn mich RV-Pflichtig zu machen.

Paul1957