Mit 65 noch zur Reha

von
Christiane 1954

Liebe Gemeinde,
ich (Single)wurde vor 3 Jahren (15 Jahre im Betrieb) nach der 2. Wirbelsäulen OP mittels Sozialplan aus dem Beruf gekickt (Aufhebungsvertrag). Es wurde eine Abfindung angeboten, die ich aber als Single als Freistellung (29 Monate) nahm, um weiter in alle Töpfe einzuzahlen. Ich hatte indessen weitere schwere Op, einen Knochenbruch, Tumor OP....
Im Anschluss an die Freistellung wurde ich wegen heftiger Depressionen bis heute krankgeschrieben, nun schon 6 Monate.
Meine KK forderte mich im Oktober 18 zur Reha Antragstellung auf, weil meine Arbeitskraft "erheblich gefährdet" sei. Die 10 Wochenfrist wurde eingehalten, dennoch setzte mich meine KK weiter unter Druck mit Briefen, man werde mein Krankengeld einstellen usw.

Ich habe alle Unterlagen, einschließlich Aufhebungsvertrag direkt Fristgemäß in meiner zuständigen Rentenstelle abgegeben.
Meine Frage an Euch! Was soll nun eine 5 Wochen Reha mir noch bringen, ich habe am Ende der Reha noch 7 Monate bis zur Altersrente, einen Job habe ich nicht mehr.
So viele User hier, die mittels Reha so gerne wieder fit werden wollen, bekommen die Reha abgelehnt und mir alten Oma, wenige Monate vor der AR zwingt die RV eine Reha auf? Wo liegt da nur der Sinn, das kostet doch auch alles.
Geht es hier nur darum, den KK eine Freude zu machen und mein Kg zu sparen?? Oder was soll das sein!
Wie seht Ihr das?
Danke für Meinungen
Gruß Christiane

von
Galgenhumor

Also in erster Linie will die KK von den Kosten runter....entweder die RV bewilligt die Reha (könnte aber aufgrund des Alters ggf. auch nicht erfolgen...aus den bereits genannten Gründen) oder die RV sagt, Erwerbsminderung rentenrelevant eingeschränkt....dann ggf. EM-Rente vor Beginn der Altersrente oder Ablehnung des Ganzen.....sollte die KK bereits das Dispositionsrecht eingeschränkt haben, kann es tatsächlich zu Auswirkungen im Krankengeld kommen, da heisst es nur Entscheidung der RV abwarten.

Experten-Antwort

Hallo Christiane 1954,

Anspruch auf die Gewährung einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation besteht, wenn sowohl die persönlichen als auch die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind und zudem keine Ausschlussgründe vorliegen.

Wenn ich Ihre Ausführungen richtig interpretiere, dann hat der Rentenversicherungsträger im Rahmen der Prüfung dieser Voraussetzungen scheinbar festgestellt, dass Sie zum anspruchsberechtigten Personenkreis gehören und Ihnen deshalb eine entsprechende Rehabilitationsmaßnahme bewilligt.

Der Rentenversicherungsträger kann Sie natürlich nicht zwingen, diese Rehabilitationsleistung auch tatsächlich anzutreten.

Der Druck kommt hier jedoch von Seite der Krankenkasse, die Ihr Dispositionsrecht eingeschränkt und Sie unter Androhung von Leistungskürzungen zur Antragstellung aufgefordert hat, sicherlich vor dem Hintergrund, durch die Rehabilitationsmaßnahme kein Krankengeld mehr zahlen zu müssen. Das bedeutet für Sie jedoch, dass Sie nicht einfach erklären können, dass Sie die Rehabilitationsleistung nicht antreten wollen. Solche Entscheidungen müssen Sie zuvor unbedingt mit Ihrer Krankenkasse absprechen, da Ihnen sonst das Krankengeld gekürzt oder sogar eingestellt werden könnte.

von
Valzuun

Allerdings DARF die Rentenversicherung keine Reha erbringen, wenn Sie einen Antrag auf Altersrente stellen (bzw. gestellt haben).
Sie sind auch verpflichtet die Stellung eines solchen Antrages sofort der Reha-Abteilung mitzuteilen. Ein bereits erlassener Bescheid MUSS dann aufgehoben werden.
Auch wenn Ihr Dispositionsrecht eingeschränkt ist, kann die Krankenkasse die Stellung eines Antrages auf Altersrente nicht verbieten.
Darüber hinaus darf ein solcher Antrag auf Altersrente bis zu einem Jahr vor dem gewünschten Rentenbeginn gestellt werden (üblicherweise ist das viel zu früh, aber wenn man so seine Gründe hat...).

Was sie aus diesen Infos machen ist natürlich Ihre Sache.

Bevor es allerdings jemand anderes erwähnt: Eine Umdeutung des Reha-Antrages in einen Antrag auf EM-Rente kann damit nicht umgangenen werden, erfolgt aber auch nicht zwingend.

An dieser Stelle wird aber meiner Meinung das Forum gesprengt, und eine individuelle Beratung wäre angezeigt (Auskunfts- und Beratungsstelle).

von
Christiane 1954

Herzlichen Dank für die 3 freundlichen Antworten, damit kann man(ich) was anfangen. Ich werde die Reha morgen schon antreten, was bleibt mir auch andres übrig.
Die Altersrente beginnt eben erst am 1.12.19, hätte mich auch nicht getraut, so früh einen Antrag zu stellen, denn man könnte mir ja Abschläge aufbrummen und ich kann so schon kaum von der kleinen Rente als Frau leben.

An der Stelle auch mal ein herzliches Dankeschön an all die netten Leute, die in Ihrer Freizeit hier uns "Jammernden" gute Tipps geben, und Ihr Wissen bekannt machen, einfach Spitze!!

Danke nochmals

Lieben Gruß Christiane