Mögliche Auswirkungen des Brexits auf die Wartezeit

von
Deutsch-Brite

Liebes Forum,

ich bin ein in Deutschland geborener Deutsch-Brite, der in 15 Jahren die “Rente mit 63“ ab Vollendung des 65. Lebensjahres in Anspruch nehmen kann und auch möchte.

In meiner Erwerbsbiografie habe ich elf Jahre in Wales gearbeitet, die mir auch in Deutschland angerechnet werden (nicht finanziell, aber für die Wartezeit, wenn ich das richtig verstanden habe?).

Meine Frage ist nun: Was passiert, sollte es zu einem Brexit ohne Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und GB kommen - was passiert mit den Wartezeitmonaten aus GB, die ich für die Rente mit 63 brauche? Sind die dann weg?

Ich habe bereits vor acht Jahren einen Feststellungsbescheid bekommen, wo diese Zeiten verbindlich festgestellt wurden. Gibt es da dann etwas wie Bestandsschutz? Gab es schon vergleichbare Fälle mit anderen Staaten?

Vielen lieben Dank für die Antworten.

Ihr Deutsch-Brite

von
Klugpuper

Selbst wenn sich 2019 ein harter Brexit ohne Folgeabkommen ereignen sollte, ist doch anzunehmen, dass in den Folgejahren ein neues Abkommen geschlossen wird. Sie haben ja noch 15 Jahre Zeit bis zur Rente.

von
DRV

Sollte der Brexit kommen, muss auch das Sozialabkommen völlig neu verhandelt werden.
Was das für die Wartezeit bedeutet, kann man erst nach den Verhandlungen sagen.
Alles andere ist Spekulation, woran sich seriöse User und Experten nicht beteiligen.
Was würde es Ihnen auch nutzen? Sie werden es so hinnehmen müssen, wie es dann kommt.

von
Fastrentner

Ergänzend: Da es das erste Mal und angesichts der damit verbundenen Probleme, insbesondere für den Aussteiger hoffentlich das letzte Mal ist, dass ein Land aus der EU aussteigt, gibt es keinen Vergleich und auch keinen Bestandsschutz.

von
Dunkirk

Zitiert von: Deutsch-Brite
Liebes Forum,

ich bin ein in Deutschland geborener Deutsch-Brite, der in 15 Jahren die “Rente mit 63“ ab Vollendung des 65. Lebensjahres in Anspruch nehmen kann und auch möchte.

In meiner Erwerbsbiografie habe ich elf Jahre in Wales gearbeitet, die mir auch in Deutschland angerechnet werden (nicht finanziell, aber für die Wartezeit, wenn ich das richtig verstanden habe?).

Meine Frage ist nun: Was passiert, sollte es zu einem Brexit ohne Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und GB kommen - was passiert mit den Wartezeitmonaten aus GB, die ich für die Rente mit 63 brauche? Sind die dann weg?

Ich habe bereits vor acht Jahren einen Feststellungsbescheid bekommen, wo diese Zeiten verbindlich festgestellt wurden. Gibt es da dann etwas wie Bestandsschutz? Gab es schon vergleichbare Fälle mit anderen Staaten?

Vielen lieben Dank für die Antworten.

Ihr Deutsch-Brite

Es gibt nuf einen Brexit. Es gibt keine andere Fälle mit anderen Staaten. Deine Jahre sind gesichert aufgrund Bestandsschutz.

von
chi

Übrigens gibt es ohnehin keine Garantie, daß die Regelungen zu den Renten für langjährig bzw. besonders langjährig Versicherte in fünfzehn Jahren noch so sind wie heute. Ganz unabhängig von Zeiten im Ausland.

von
Schorsch

Zitiert von: Fastrentner
....gibt es keinen Vergleich und auch keinen Bestandsschutz.

Zitiert von: Dunkirk
Deine Jahre sind gesichert aufgrund Bestandsschutz.

Ja was stimmt denn nun?

MfG

von
Deutsch-Brite

Schon mal vielen Dank für Ihre Antworten.

@Chi: Logisch. Ich würde aber einfach mal vom Stand heute ausgehen.

Wenn ich das dann richtig einschätze, sollte man am besten den Brexit abwarten und schauen, wie die deutsche Politik reagiert?

Aber gab es das noch wirklich nie, dass ein SVA gekündigt wurde? Es gibt ja noch zahlreiche bilaterale Abkommen mit Nicht-EU-Ländern. Wurde da tatsächlich noch nie eines gekündigt?

von
Fastrentner

Zitiert von: Fastrentner
Zitiert von: Fastrentner
Ergänzend: Da es das erste Mal und angesichts der damit verbundenen Probleme, insbesondere für den Aussteiger hoffentlich das letzte Mal ist, dass ein Land aus der EU aussteigt, gibt es keinen Vergleich und auch keinen Bestandsschutz.

Wieder mal so ein unsinniger Beitrag.
Wo soll denn bei einem Brexit der Bestandsschutz herkommen? Das muss auch erstmal verhandelt werden Sie Schlauberger!

Das sollte eigentlich die Antwort auf User Dunkirk sein!

von
Rollmops

Hi
Deutsch-Brite
Ich wuerde mir keine sorgen machen.Es wird mit sicherheit ein neues Abkommen geben.
Es leben ueber 270.000 Deutsche in England,die vermutlich in beiden Laendern gearbeited haben.
Sie haben schon 11 Jahre in Wales gearbeitet,und haben damit schon anspruch auf eine Englische Rente.( ''Wartezeit'' in England ist 10Jahre.)
Am besten einen Pension forcast beantragen beim Department of work and Pension in England.Am besten auch gleich einen kontoauszug von der Inland Revenue beantragen mit ihren National insurance contribution.Kann alles per anruf gemacht warden.
Das ganze schicken sie zu ihren treager nach Deutschland am besten im Original.
Vermutlich wird man ihnen dann ein Formula zur Kontoklaerung zu schicken
Es auch wichtig sein wo sie ihre Rente beantragen,in Deutschland oder England.
Ich selber lebe auch in England und habe hier schon 23 Jare eingezahlt.
Sie brauchen 35 Jahre fuer ihre volle Statsrente in England.

Viel Glueck

von
Alles Makulatur in der DRV

Alles, aber auch wirklich alles was heute die DRV an Auskünfte oder Berrechnungen von sich gibt, ist im Prinzip völlig wertlos.
Jede Rentenreform, war für die Masse der Versicherten wohl immer von Nachteil ? ( Bespiel Mütterversicherung ) Frührente mit 63 usw.
Es gibt keinen Bestandsschutz für Versicherte welche vor 20-45 Jahren eingetreten sind.
Keine schriftlich fest fixierten Zusagen.
Jede Gesetzesänderung wird von der DRV im Hintergrund mitgetragen. Es ist nicht nur die Politik daran Schuld.

Ich Denke abwarten und Staunen, was noch kommt.

von
W*lfgang

Zitiert von: Deutsch-Brite
Meine Frage ist nun: Was passiert, sollte es zu einem Brexit ohne Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und GB kommen

Dazu braucht es kein neues SV-Abkommen, das alte aus dem Jahre 1960 wird wiederaufleben:

https://dejure.org/BGBl/1961/BGBl._II_S._241b

Gruß
w.

von
Modi1969

Hallo,

W*lfgang hat es schon richtig geschrieben. Wenn der harte Brexit kommt, ist EU-Recht nicht mehr anzuwenden. Da es aber das SVA D-GB gibt, würden Ihre Rentenansprüche dann hierdurch geprüft. Großer Unterschied SVA-EU-VO'en: beim SVA zählen die Zeiten nur für die Anspruchsprüfung, die Berechnung erfolgt aber nur aus den dt. Zeiten. Bei den EU-VO'en erfolgt eine zwischenstaatliche Rentenberechnung mit pro-rata-Verhältnis (z.B. 10 J GB, 30 in D -> Berechnung nach dt. Recht aus 40 Jahren und Auszahlung zu 30/40 ( pro-rata) - gespiegelt dann GB-Rente mit 10/40.)
Blöd wird es, wenn neben GB u. D weitere EU-Zeiten vorliegen, da nicht gemischt werden darf (also 1x EU-Zeiten und 1x D-GB). Dann kann schon mal die Wartezeit flöten gehen...
Ist aber erstmal Spekulation, da wir den "Härtegrad" des Brexit noch nicht kennen ...

Experten-Antwort

Liebe Deutsch-Brite(n),

die sozialversicherungsrechtlichen Beziehungen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraumes (Island, Liechtenstein, Norwegen) sowie der Schweiz (im Folgenden kurz: Mitgliedstaaten) werden durch die Verordnungen zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit geregelt. Diese finden im Verhältnis zum Vereinigten Königreich bis zu dessen Austritt weiterhin Anwendung. Sollte das zurzeit im Ratifizierungsprozess befindliche Austrittsabkommen beschlossen werden, würde die Übergangsphase, bis zu der ein neues Abkommen ausgehandelt werden müsste, noch bis zum 31.12.2020 andauern. Auch in dieser Übergangsphase gilt – nach jetzigem Stand – das Verordnungsrecht uneingeschränkt weiter.

Unabhängig vom Ergebnis der Austrittsverhandlungen ist schon jetzt absehbar, dass der BREXIT allein keinen Einfluss auf Ihre deutschen Rentenanwartschaften haben wird. Insbesondere wird der Austritt des Vereinigten Königreichs nicht dazu führen, dass Ihre deutschen Rentenanwartschaften verloren gehen.

Ob und in welchem Umfang Ihre vorhandenen oder künftigen britischen Versicherungszeiten nach der erwähnten Übergangsphase für eine deutsche Rente berücksichtigt werden können, ist vom Ergebnis der weiteren Vertragsverhandlungen abhängig.

Da jedoch weder der EU noch dem Vereinigten Königreich daran gelegen ist, die Arbeitnehmerfreizügigkeit auch nach dem BREXIT von und ins Vereinigte Königreich zu erschweren, ist auf diesem Gebiet (Zusammenrechnung von Versicherungszeiten, zwischenstaatliche Rentenberechnung etc.) der gefürchtete „harte“ BREXIT wohl eher unwahrscheinlich, aber leider zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht völlig auszuschließen.

Wir empfehlen Ihnen daher, sich nach Abschluss der weiteren Vertragsverhandlungen über die Rechtsfolgen des BREXIT beraten zu lassen.