Nach teilweiser Ausgleichszahlung der Rentenminderung: DRV ist bisher nicht in der Lage, neue und alte pers. Entgeltpunkte richtig zu addieren

von
Rente_Suchender

Sehr geehrte Forums-Leser und Experten,

so langsam verstehe ich die Welt (der DRV Bund) nicht mehr.
Man ist nicht fähig, einfachste Additionen richtig auszuführen. Man ist auch nicht in der Lage, wenigstens einigermaßen zeitnah einen simplen, aber eigentlich kaum zu glaubenden Fehler zu korrigieren.

Der Vorgang:
im März wurde von mir ein größerer Betrag (12.000,- €) zum teilweisen Ausgleich meiner Rentenminderung eingezahlt (nach entsprechender Auskunft). Im April erhielt ich die entsprechende Bestätigung mit Angabe der neu erworbenen pers. Entgeltpunkte in Höhe von gerundet 1,5 Pkt. (was stimmig ist) und der Angabe, dass ich einen neuen Bescheid in der Folge erhalten werde.
Dies zog sich dann bis zum August hin. So weit so gut, nur wurde die lfd. Monatsrente lt. dem neuen Bescheid um lediglich ca. 21,- € (??) erhöht. Bei genauerer Betrachtung des Bescheides fand ich die Ursache: man hatte im Bescheid meine neue pers. Entgeltpunktezahl mit 65,9 ( gerundet) ermittelt. Nur betrug meine bis zum Vorjahr ermittelte Zahl bereits rund 65,3 (was stimmig war und im Vorjahresbescheid so korrekt angegeben war).

Wie kann man aus 65,3 + 1,5 eine Zahl von 65,9 errechnen ?
(statt 66,8 ?)
Leider werden in den neueren Bescheiden keine weiteren Angaben mehr gemacht, es ist alles sehr dünn. Ein vernünftiger Bescheid hätte sicher den Sachbearbeiter seinen Fehler erkennen lassen.
Ich habe also natürlich auch fristgerecht im August Widerspruch eingelegt, worauf ich vor nun genau 3 Monaten eine Eingangs-Bestätigung erhielt.
Seitdem ist leider Funkstille. Bei einer Rentenberatung im Oktober wurde meine Sicht der Dinge im Übrigen als richtig angesehen.

Meine Fragen lauten daher:
1.) wie werden andere Einzahler vor solchen Falschberechnungen geschützt, denn nicht jeder kennt sich genau aus und erkennt Falsch-Additionen bei so dünnen Bescheiden ?
(zumal man solche Fehler doch wohl zu Recht gar nicht erst zu erwarten hat)
2.) ist es denn so weit noch normal, dass mir noch immer kein korrekter, korrigierter Bescheid vorliegt ? Oder was kann man mir ggf. empfehlen, 9 Monate nach meiner Einzahlung zu einem "vernünftigen" Bescheid zu kommen (eine tel. Nachfrage brachte leider nichts) ?

Viele Grüße

von
Logik

Meine Frage lautet:

Wer hier im Forum soll Ihren individuellen Fall beurteilen können?
Das kann doch logischerweise nur die Sachbearbeitung Ihres zuständigen Rententrägers beantworten, da es kein allgemeines Problem ist.

Es wird darauf hinauslaufen, dass Sie Sich letztendlich an die Auskunft erstellende Stelle wenden müssen, gleichgültig was hier noch für Ideen und Mutmaßungen erfolgen.

von
W*lfgang

Zitiert von: Rente_Suchender
Leider werden in den neueren Bescheiden keine weiteren Angaben mehr gemacht,

Hallo Rente_Suchender,

die 'fehlenden' Berechnungsanlagen können Sie nachfordern. Nur dann kann man in der Tat die Berechnung überhaupt nachvollziehen - wo sind 'nachgekauften' Punkte dargestellt, wo hat sich zur letzten Berechnung/Rentenauskunft ein wesentlicher Unterschied in den allgemeinen/persönlichen EP ergeben.

Rein die Rechnung: nachgekaufte Punkte ontop ist nicht immer richtig ...doch, _die_ sind oben drauf! Frage ist eben nur, welche Veränderungen hat das nunmehr abgeschlossene Versicherungsleben in sich gebracht, auf welche (ggf. verringerten) EP kommen sie oben drauf.

Gruß
w.
PS: Rentenberechnung zum Tag X kann manchmal zu 'hässlichen' Ergebnissen führen.

von
Rente_Suchender

@Logik:
Woher wollen Sie wissen, dass es sich um einen "individuellen" Fall handelt ?
Aller Erfahrung nach sind Fehler, die sich einstellen, meist "systemische" Fehler.

@W*lfgang:
vielen Dank für die Antwort. Ja, die fehlenden Berechnungsunterlagen würden vermutlich ein Stück weiterhelfen. Aber deshalb bin ich ja zur Rentenberatung gegangen, von der eine Gesprächsnotiz an die DRV Bund mit Bitte um Bearbeitung geschickt wurde. Bis heute ist aber weiterhin nichts passiert.

Dass der Rentenbescheid vom August zu Recht ein "häßliches" Ergebnis wegen evtl. geändertem Versicherungsverlauf brachte, davon ist nicht auszugehen. Ich habe Zeit meines Arbeitslebens (als Angestellter) immer den Höchstbeitrag bezahlt, da war wirklich für jedes Jahr und der bisherigen Summe alles plausibel. Es dürfte also auf keinen Fall sein, dass plötzlich Entgeltpunkte einfach so - ohne weitere Info durch die DRV - unter den Tisch fallen.

Immerhin bekommt man ja auch vor Einzahlung des Geldes die Auskunft über den genauen Betrag, der zum Ausgleich der RM erforderlich ist. Und hierin gibt es ja auch keine Hinweise, dass die DRV Bund nach Einzahlung plötzlich alles ganz anders berechnen will.

Ich sehe hier in meinem Bescheid also ein gravierendes Versagen der DRV Bund. Man hat den Eindruck, als wenn zur Strafe dafür, dass durch meine Einzahlung die DRV Arbeit bekommt, man mal eben mit Entgeltpunkte-Entzug abgestraft wird. Ein Eindruck, ja, aber eine Erklärung wird ja bis jetzt nicht geliefert.

Und in meinem "individuellen" Fall würde es vom Verlust her um sehr viel Geld gehen. Ich warte jetzt noch bis Anfang des neuen Jahres, dann muss ich mir andere Konsequenzen überlegen.
Und ich kann mit diesen Erfahrungen nur jedem raten, sich Ausgleichszahlungen zur RM 2 mal zu überlegen.

Viele Grüße

von
suchenwi

Uii.. dann bin ich gespannt, ich habe auch freiwillig eingezahlt...
V0210 mit Bestätigung vom Arbeitgeber über die Beitragshöhe "vorab" (BBG) bis Ende Altersteilzeit (Ende Juli 2019) eingereicht.
Nach einigen Wochen bekam ich von der DRV Bund die "Auskunft zum Ausgleich einer Rentenminderung" mit allen Details bis hin zur pEP-Berechnung: 42,4262.
Nach Überweisung von knapp 16k im April (bis Limit Sonderaufwand Altersvorsorge) bekam ich Mitte September eine unterschriebene Bestätigung, dass das Geld eingegangen ist, und als 2.0310 pEP angerechnet wird.
Der Ausgleichsbetrag war damit noch nicht ausgeschöpft, eigentlich wollte ich nächstes Jahr (muss aber vor Rentenbeginn sein) nochmal 20k einzahlen (45 pEP sollen es schon werden...).
Frage: wieviel Zeit liegt typisch zwischen Rentenbescheid (R0100 rechtzeitig gestellt) und dem ersten Rentenmonat (1.8.2019)? Bis vor diesem Tag kann ich ja noch einzahlen.
Sollte ich den Rentenbescheid abwarten, und wenn er nicht vor 1.8. kommt, über V0060 statt V0210 freiwillig einzahlen?
Nachteil: wird erst ab Regelalter 65+10 wirksam. Vorteil: keine Abschläge.

von
W*lfgang

Zitiert von: Rente_Suchender
Leider werden in den neueren Bescheiden keine weiteren Angaben mehr gemacht

Hallo Rente_Suchender,

noch mal nachgefragt: um welche Art von _Bescheiden_ handelt es sich ...ich ging zunächst davon aus, dass es sich bereits um einen Rentenbescheid mit Ermittlung der persönlichen EP (PEP) handelt.

Alle anderen Mitteilungen /Renteninformationen /allg. Rentenauskünfte enthalten grundsätzlich nur quasi-PEP, die auf den allgemeinen Rentenbeginn nach Regelaltersgrenze abgestellt sind.

Wir hier fangen an 'rumzudoktern', ohne die Basisinformationen zu kennen ...was wurde wann /unter welchen Bedingungen /für welchen Rentenbeginn ermittelt - was für ein 'Bescheid' der DRV liegt vor /für welchen Zweck /Rentenbeginn /sind es EP oder PEP? Deswegen sind dafür keine konkreten Aussagen möglich, die Ihnen weiterhelfen würden.

Zu @suchenwi: "Frage: wieviel Zeit liegt typisch zwischen Rentenbescheid (R0100 rechtzeitig gestellt) und dem ersten Rentenmonat (1.8.2019)? Bis vor diesem Tag kann ich ja noch einzahlen."

Der Rentenbescheid wird im Schnitt nach 30 Arbeitstagen vorliegen (zwischen 2 - 12 Wochen ist alles möglich). Wenn Sie auf die Hochrechnung verzichten, kann der Bescheid erst im August ff. vorliegen.

> Sollte ich den Rentenbescheid abwarten, und wenn er nicht vor 1.8. kommt, über V0060 statt V0210 freiwillig einzahlen?

Kann man machen.

> Nachteil: wird erst ab Regelalter 65+10 wirksam. Vorteil: keine Abschläge.

Sie erkennen es richtig. Habe ich den Rentenmehrbetrag mit Abschlag schon lieber sofort, oder warte ich, bis ich mit dem Mehrbetrag die schon mögliche/dann später erhöhte Rente ab Regelaltersrente wieder raus habe. Ein Rechenexempel + eine Wette auf Ihre Lebensdauer. Wenns gut läuft/weiterhin ordentliche Rentenanpassungen, haben Sie den Verzicht auf den abschlagsbehafteten Rentenmehrbetrag vielleicht sogar in 20 - 15 Jahren wieder raus ...da wird jeder Bankster blass - Sie aber zunehmend auch. Eine jüngere Witwe könnte dann allerdings anfangen zu strahlen ;-)

Gruß
w.

von
Jonny

@Rente_Suchender
Sie erwähnen 12.000 € Einzahlung im März 2018 und im April die Bestätigung mit der Angabe der neu erworbenen persönlichen Entgeltpunkte in Höhe von gerundet 1,5 Pkt. (was stimmig ist).

Bei im März 2018 eingezahlten 12.000 € sollten sich mindestens 1,7035 EP (Entgeltpunkte). Wenn das die von Ihnen als stimmig bezeichneten rd. 1,5 pEP (persönliche Entgeltpunkte) ergeben sollte, wollen Sie damit vermutlich eine Rentenminderung ausgleichen, die 40 Monate vor der abschlagsfreien Altersrente in Anspruch genommen werden soll.

Mir ist bekannt, dass dieser oder jener Rentenversicherungsträge in Bestätigungen über den teilweise eingezahlten Ausgleichsbeitrag schon mal Entgeltpunkte statt persönlichen Entgeltpunkte angibt. Das kann aber wohl nicht Ihr Problem sein.

Sie schreiben weiter, dass „die lfd. Monatsrente lt. dem neuen Bescheid um lediglich ca. 21,- € (??) erhöht wurde.“ Beziehen Sie denn schon laufend eine Monatsrente?
Oder meinen Sie damit eine neue Rentenauskunft, in der „meine neue pers. Entgeltpunktezahl mit 65,9 ( gerundet) ermittelt“ wurden. War das eine Rentenauskunft für die beabsichtigte vorzeitige Altersrente oder für die Regelaltersrente? Und was ist das für ein „Vorjahresbescheid“ in der die ermittelte Zahl bereits korrekt mit rund 65,3 angegeben war?. Waren das Entgeltpunkte oder persönliche Entgeltpunkte?

Was vergleichen Sie also womit?
Von Bedeutung könnte auch noch sein, ob die Auskunft zum Ausgleich der Rentenminderung einschließlich künftiger Zeiten bis zum beabsichtigten Rentenbeginn erstellt wurde, die neuen Rentenauskünfte aber nur mit bisherigen Zeiten.

Experten-Antwort

Es wird empfohlen, den Ausgang des Widerspruchsverfahrens abzuwarten.

von
Rente_Suchender

Guten Abend zusammen,

wegen den Rückfragen zu den genauen Bescheiden und die Art der Entgeltpunkte der Verlauf des Ganzen noch einmal im Einzelnen.

Ich beziehe eine vorgezogene Rente nach ATZ mit Vertrauensschutzregelung seit August 2015. Schon damals (2015) hatte ich noch vor Rentenbeginn eine größere Summe zum teilweisen Ausgleich der RM eingezahlt.
Weitere Einzahlungen zum gleichen Zweck machte ich auch 2016 und 2017; jeweils sofort nach Erhalt der Auskunft mit der Angabe des Beitragsaufwandes (soweit ich vollständig ausgleichen möchte).

Auch im letzten Jahr (2017) erhielt ich also nach meiner Einzahlung zunächst eine sogenannte "Versicherungsunterlage", in der die Einzahlung bestätigt wurde. Im später folgenden neuen Rentenbescheid 2017 mit Berechnung der neuen Monatsrente entsprach die zugrunde gelegte neue Summe an persönlichen Entgeltpunkten noch korrekt dem letzten Wert aus 2016 zzgl. den neu "gekauften" pEP von 2017 entsprechend der Angabe in der Versicherungsunterlage.
Diese Endsumme von 2017 sind die schon genannten ca. 65,3 pEP (also pers. Entgeltpunkte; nicht Entgeltpunkte) und waren in jeder Hinsicht schlüssig.

In diesem Jahr nun wurden die schon genannten ca. 1,5 pEP mit den 12.000,- € weiter "hinzugekauft". Im Schreiben vom April, das als "Versicherungsunterlage" deklariert ist, wurden also - soweit noch stimmig - die ca. 1,5 pEP errechnet (aus ca. 1,7 EP). Ihr wisst ja, dass sich die pEP nach Multiplikation der EP mit meinem Zugangsfaktor ergeben; also etwas genauer: ca. 1,70 EP x 0,892 = ca. 1,52 pEP.

So, und nun kommt wieder der Fehler:
Im August wurde im Rentenbescheid (nicht Auskunft oder so) die neue Rente nur ca. 21,-€ höher berechnet, da keine (von mir) zu erwartende Summe der pEP von 65,3 + 1,5 = 66,8 ausgewiesen wurde, sondern ohne irgend eine sonstige Anlage fälschlich nur ca. 65,95.
(also eine Erhöhung der pEP um nur ca. 0,65; entgegen der Versicherungsunterlage vom April).

Es ist mal eben umgerechnet der Gegenwert von grob 7000,- € weggekippt worden.

Viele Grüße

von
Logik

Zitiert von: Rente_Suchender
Guten Abend zusammen,

wegen den Rückfragen zu den genauen Bescheiden und die Art der Entgeltpunkte der Verlauf des Ganzen noch einmal im Einzelnen.

Ich beziehe eine vorgezogene Rente nach ATZ mit Vertrauensschutzregelung seit August 2015. Schon damals (2015) hatte ich noch vor Rentenbeginn eine größere Summe zum teilweisen Ausgleich der RM eingezahlt.
Weitere Einzahlungen zum gleichen Zweck machte ich auch 2016 und 2017; jeweils sofort nach Erhalt der Auskunft mit der Angabe des Beitragsaufwandes (soweit ich vollständig ausgleichen möchte).

Auch im letzten Jahr (2017) erhielt ich also nach meiner Einzahlung zunächst eine sogenannte "Versicherungsunterlage", in der die Einzahlung bestätigt wurde. Im später folgenden neuen Rentenbescheid 2017 mit Berechnung der neuen Monatsrente entsprach die zugrunde gelegte neue Summe an persönlichen Entgeltpunkten noch korrekt dem letzten Wert aus 2016 zzgl. den neu "gekauften" pEP von 2017 entsprechend der Angabe in der Versicherungsunterlage.
Diese Endsumme von 2017 sind die schon genannten ca. 65,3 pEP (also pers. Entgeltpunkte; nicht Entgeltpunkte) und waren in jeder Hinsicht schlüssig.

In diesem Jahr nun wurden die schon genannten ca. 1,5 pEP mit den 12.000,- € weiter "hinzugekauft". Im Schreiben vom April, das als "Versicherungsunterlage" deklariert ist, wurden also - soweit noch stimmig - die ca. 1,5 pEP errechnet (aus ca. 1,7 EP). Ihr wisst ja, dass sich die pEP nach Multiplikation der EP mit meinem Zugangsfaktor ergeben; also etwas genauer: ca. 1,70 EP x 0,892 = ca. 1,52 pEP.

So, und nun kommt wieder der Fehler:
Im August wurde im Rentenbescheid (nicht Auskunft oder so) die neue Rente nur ca. 21,-€ höher berechnet, da keine (von mir) zu erwartende Summe der pEP von 65,3 + 1,5 = 66,8 ausgewiesen wurde, sondern ohne irgend eine sonstige Anlage fälschlich nur ca. 65,95.
(also eine Erhöhung der pEP um nur ca. 0,65; entgegen der Versicherungsunterlage vom April).

Es ist mal eben umgerechnet der Gegenwert von grob 7000,- € weggekippt worden.

Viele Grüße

Die Expertenantwort sagt doch alles. Habe ich doch prophezeit.

von
Jonny

Zitiert von: Rente_Suchender
Guten Abend zusammen,

wegen den Rückfragen zu den genauen Bescheiden und die Art der Entgeltpunkte der Verlauf des Ganzen noch einmal im Einzelnen.

Ich beziehe eine vorgezogene Rente nach ATZ mit Vertrauensschutzregelung seit August 2015. Schon damals (2015) hatte ich noch vor Rentenbeginn eine größere Summe zum teilweisen Ausgleich der RM eingezahlt.
Weitere Einzahlungen zum gleichen Zweck machte ich auch 2016 und 2017; jeweils sofort nach Erhalt der Auskunft mit der Angabe des Beitragsaufwandes (soweit ich vollständig ausgleichen möchte).

Auch im letzten Jahr (2017) erhielt ich also nach meiner Einzahlung zunächst eine sogenannte "Versicherungsunterlage", in der die Einzahlung bestätigt wurde. Im später folgenden neuen Rentenbescheid 2017 mit Berechnung der neuen Monatsrente entsprach die zugrunde gelegte neue Summe an persönlichen Entgeltpunkten noch korrekt dem letzten Wert aus 2016 zzgl. den neu "gekauften" pEP von 2017 entsprechend der Angabe in der Versicherungsunterlage.
Diese Endsumme von 2017 sind die schon genannten ca. 65,3 pEP (also pers. Entgeltpunkte; nicht Entgeltpunkte) und waren in jeder Hinsicht schlüssig.

In diesem Jahr nun wurden die schon genannten ca. 1,5 pEP mit den 12.000,- € weiter "hinzugekauft". Im Schreiben vom April, das als "Versicherungsunterlage" deklariert ist, wurden also - soweit noch stimmig - die ca. 1,5 pEP errechnet (aus ca. 1,7 EP). Ihr wisst ja, dass sich die pEP nach Multiplikation der EP mit meinem Zugangsfaktor ergeben; also etwas genauer: ca. 1,70 EP x 0,892 = ca. 1,52 pEP.

So, und nun kommt wieder der Fehler:
Im August wurde im Rentenbescheid (nicht Auskunft oder so) die neue Rente nur ca. 21,-€ höher berechnet, da keine (von mir) zu erwartende Summe der pEP von 65,3 + 1,5 = 66,8 ausgewiesen wurde, sondern ohne irgend eine sonstige Anlage fälschlich nur ca. 65,95.
(also eine Erhöhung der pEP um nur ca. 0,65; entgegen der Versicherungsunterlage vom April).

Es ist mal eben umgerechnet der Gegenwert von grob 7000,- € weggekippt worden.

Viele Grüße

Das hört sich alles sehr schlüssig an. Vielleicht hilft ja ein Schreiben an die Geschäftsführung der DRV Bund, um dem Widerspruchsverfahren etwas Fahrt zu verleihen. Viel Glück

von
Schlaubi

Zitiert von: Jonny
Zitiert von: Rente_Suchender
Guten Abend zusammen,

wegen den Rückfragen zu den genauen Bescheiden und die Art der Entgeltpunkte der Verlauf des Ganzen noch einmal im Einzelnen.

Ich beziehe eine vorgezogene Rente nach ATZ mit Vertrauensschutzregelung seit August 2015. Schon damals (2015) hatte ich noch vor Rentenbeginn eine größere Summe zum teilweisen Ausgleich der RM eingezahlt.
Weitere Einzahlungen zum gleichen Zweck machte ich auch 2016 und 2017; jeweils sofort nach Erhalt der Auskunft mit der Angabe des Beitragsaufwandes (soweit ich vollständig ausgleichen möchte).

Auch im letzten Jahr (2017) erhielt ich also nach meiner Einzahlung zunächst eine sogenannte "Versicherungsunterlage", in der die Einzahlung bestätigt wurde. Im später folgenden neuen Rentenbescheid 2017 mit Berechnung der neuen Monatsrente entsprach die zugrunde gelegte neue Summe an persönlichen Entgeltpunkten noch korrekt dem letzten Wert aus 2016 zzgl. den neu "gekauften" pEP von 2017 entsprechend der Angabe in der Versicherungsunterlage.
Diese Endsumme von 2017 sind die schon genannten ca. 65,3 pEP (also pers. Entgeltpunkte; nicht Entgeltpunkte) und waren in jeder Hinsicht schlüssig.

In diesem Jahr nun wurden die schon genannten ca. 1,5 pEP mit den 12.000,- € weiter "hinzugekauft". Im Schreiben vom April, das als "Versicherungsunterlage" deklariert ist, wurden also - soweit noch stimmig - die ca. 1,5 pEP errechnet (aus ca. 1,7 EP). Ihr wisst ja, dass sich die pEP nach Multiplikation der EP mit meinem Zugangsfaktor ergeben; also etwas genauer: ca. 1,70 EP x 0,892 = ca. 1,52 pEP.

So, und nun kommt wieder der Fehler:
Im August wurde im Rentenbescheid (nicht Auskunft oder so) die neue Rente nur ca. 21,-€ höher berechnet, da keine (von mir) zu erwartende Summe der pEP von 65,3 + 1,5 = 66,8 ausgewiesen wurde, sondern ohne irgend eine sonstige Anlage fälschlich nur ca. 65,95.
(also eine Erhöhung der pEP um nur ca. 0,65; entgegen der Versicherungsunterlage vom April).

Es ist mal eben umgerechnet der Gegenwert von grob 7000,- € weggekippt worden.

Viele Grüße

Das hört sich alles sehr schlüssig an. Vielleicht hilft ja ein Schreiben an die Geschäftsführung der DRV Bund, um dem Widerspruchsverfahren etwas Fahrt zu verleihen. Viel Glück

Und nur weil sich etwas in der Theorie schlüssig anhört, ist es gleich richtig?
Was soll hier ein Schreiben an die Geschäftsführung helfen? JEDER hat hier zu warten, bis sein Widerspruch bearbeitet ist

von
Modi1969

Hallo Rente_suchender,

Sie gleichen schon seit einigen Jahren die Abschläge Ihrer vorgezogenen Altersrente aus; bisher auch stets richtig berechnet. In diesem Jahr stellen Sie Ungereimtheiten fest und haben- ihr gutes Recht-Widerspruch eingelegt. Man wird Ihnen im Widerspruchsverfahren nach Überprüfung der Berechnung mit neuester Ausgleichszahlung rechtsverbindlich den vermeintlichen Fehler erklären oder aber den Bescheid korrigieren, wenn er falsch war. Auch bei der RV Arbeiten nur Menschen, denen im Massengeschäft selbst bei sorgfältigster Prüfung mal ein Fehler durchrutschen kann. Wenn man bedenkt, dass die DRV Bund erst seit einiger Zeit mit einem anderen Programm arbeitet, könnte möglicherweise die fehlende Erfahrung im Umgang mit dem neuen Programm den Fehler ausgelöst haben. Wenn Sie 20 Jahre mit vertrauter Benutzeroberfläche arbeiten und dann kommt eine neue Benutzeroberfläche mit all ihren "versteckten Tücken", dann können sich auch unbeabsichtigt Fehler einschleichen.
Insofern sehe ich große Chancen, dass alles in Ihrem Falle gut wird....

von
Rente_Suchender

Vielen Dank für die weiteren Antworten.

Ja, Modi1969, das wird es wohl sein und steigert jetzt immerhin die Zuversicht.
Im Telefonat vom August wurde mir eher beiläufig gesagt, dass der Bescheid mit einem neuen Programm erstellt wurde.

Glauben Sie mir, einen "vermeintlichen" Fehler kann ich ausschließen.

Ich hatte geschrieben, dass ich bis Anfang nächsten Jahres warte. Wenn ich Anfang Februar nachhake, ist ein halbes Jahr seit dem Widerspruch vergangen und fast 1 Jahr seit Einzahlung des Geldes. Da ist es ja wohl legitim, was ich mache.

Zumal andere, die das hier lesen und auch einzahlen, dann auch eher genau die pEP`s ansehen, statt sich auf den Bescheid mittels neuem Programm mit den ausgerechneten Euros zu verlassen.

Wenn es ansonsten keinen Anlaß mehr gibt, werde ich mich zur entsprechenden Zeit mit dem Ergebnis melden.

Vielen Dank noch einmal und viele Grüße

von
Rente_Suchender

So, ich bin es wieder.
Ein neuer Rentenbescheid ist nun - noch direkt vor Weihnachten - eingetroffen.
Aus dem Text-Inhalt: "Dem Widerspruch ist damit in vollem Umfang abgeholfen worden".
Im Klartext: Dem Widerspruch wurde voll entsprochen, womit sich meine Monatsrente um ca. 32,- € erhöht hat (gegenüber dem August-Bescheid).
So weit, so gut; ich bin zufrieden. Aber ein fader Geschmack bleibt doch übrig. Es handelt sich um einen Fehler, der m.E. gar nicht erst passieren dürfte. Und offenbar tat man sich mit der Reparatur auch noch schwer; bei 4 Monaten ist wohl davon auszugehen, dass die Sache erst in den Widerspruchsausschuß musste.
Was wäre denn, wenn man für eine andere Person einzahlt (das ist ja möglich), die Fremdperson könnte den Vorgang ja gar nicht kontrollieren ? Oder man verpennt die Widerspruchsfrist ?

Es handelt sich also wohl um einen Fehler im Zusammenhang mit der neuen Software.
Ich bin weiterhin der Meinung: wo es einen Betroffenen gibt, gibt es mehrere Betroffene.

Zur exakten Berechnung noch eine Präzisierung:
Im Bescheid sind die pEP`s nicht um die von mir erwarteten ca. 1,52 pEP gegenüber 2017 erhöht worden, sondern um 1,6779. Es steht nirgends, aber ich vermute, dass die EP-Zahl 1,7035 (lt. der Auskunft vom April) mit einem Zugangsfaktor 0,985 multipliziert wurde entsprechend 5 Monate seit dem wirksam werden der Erhöhung bis zum Monat der Regelaltersrente. Das würde so passen. Und daraus folgt meine weitere Vermutung, dass im August im fehlerhaften Bescheid nicht um 1,6779 erhöht wurde, sondern um 0,6779. Auch das würde genau passen. Aber wie gesagt, es wird nirgends erläutert und der Fehler ist von mir selbst jetzt so interpretiert.

Allen ein gutes neues Jahr

Experten-Antwort

Hallo Rente_Suchender,
ihre Vermutung zu möglichen Fehlern in der (bei der DRV Bund) neuen Software, würde ich nicht unterschreiben wollen. Schließlich wird diese Software von anderen Rententrägern schon seit Jahrzehnten angewandt. Ich halte da eher einen Bedienfehler des Mitarbeiters für wahrscheinlicher. Aber das ist alles Spekulation.

Im Ergebnis bleibt doch festzuhalten, dass ihr Widerspruch erfolgreich war und ihr Bescheid entsprechend berichtigt wurde.
Und genau dafür gibt es die Möglichkeit gegen (fast) alle Verwaltungsentscheidungen eine Überprüfung via Widerspruch zu verlangen. Und genau deswegen muss man auch jedem immer dazu raten, dass er/sie seine Bescheide von öffentlichen Stellen überprüft. Fehler können überall passieren und werden überall gemacht.

Ich wünsche ihnen noch einen schönen und ruhigen Jahresabschluss