Nachzahlung Urlaubsgeld bei Rentenbezug

von
H. Müllner

Guten Tag,

ich beziehe seit rund fünf Jahren die zeitlich befristete EM-Rente. Nun wird die EM-Rente in unbefristet umgewandelt. Mein derzeit ruhendes Arbeitsverhältnis soll mit Bezug der unbefristeten Rente aufgelöst werden. Ich habe aufgrund der langen Krankschreibung mit direkt anschließender befristeter Berentung noch Urlaubsanspruch an den AG ( müsste gem. aktueller Rechtsprechung maximal 15 Monate sein ? )

Hierzu folgende Fragen:

- wie wirkt sich die Auszahlung des Urlaubsgeldes auf die Rente aus ? Erhalte ich dann für den Auszahlmonat keine Rente oder wirkt sich das dauerhaft auf den Rentenbezug aus

von
teufel

Bei der Auszahlung des Urlaubsgeldes erfolgt eine Anrechnung unter Berücksichtigung der Hinzuverdienstgrenzen für den Monat,in dem die Zahlung erfolgt.Ich kann Ihnen mein Beispiel erläutern,wenn Sie möchten.Es waren 40 Urlaubstage,welche abgegolten wurden(Wert ca.4000 Euro).Die Besteuerung erfolgte nach der Jahrestabelle mit SKL 6,das waren rund 500 Euro an Steuern.Bekommt man mit der Steuererklärung aber wieder zurück so man den entsprechenden Freibetrag z.B.wegen Schwerbehinderung hat.Der RV die Abgeltung gemeldet,es erfolgte eine Anrechnung,ich bekam im Auszahlungsmonat nur eine halbe Rente gezahlt.Das ist fair geregelt,es blieb noch genug übrig.Kaufen Sie sich etwas schönes davon!

von
H. Müllner

Vielen Dank für die Informationen - habe ich soweit verstanden.

Wird sich dann wohl mit dem 01.07.2017 aufgrund der Neuordnung der Hinzuverdienstgrenzen ändern - oder ?

von
teufel

Ja,das wird sich etwas ändern,wird etwas positiver,müssen Sie schauen wann die Auszahlung erfolgt.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Herr H. Müller,

das kommt darauf an, wann das Urlaubsgeld durch den AG ausgezahlt wird, da sich ab dem 01.07.2017 die Hinzuverdienstregelungen ändern werden.
Das „neue“ Recht findet Anwendung in allen Fällen mit Zusammentreffen von Hinzuverdienst ab 01.07.2017. Künftig wird es statt der bisher monatlichen Hinzuverdienstgrenzen, wie von teufel dargelegt, eine kalenderjährliche Hinzuverdienstgrenze geben. Für Altersrenten und die Rente wegen voller Erwerbsminderung gilt dann eine Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro jährlich.

von
H. Müllner

Das Urlaubsgeld wird erst im zweiten Halbjahr ausbezahlt werden, sodaß die neue Regelung greift.

Wenn ich es richtig verstanden habe, würde bei einer AG-Zahlung von beispielsweise EUR 10.000,-- im Juni 2017 nur die Rentenzahlung für einen Monat - also auch dem Juni - betroffen sein und damit entfallen.

Wie sieht es nach "neuem" Recht aus, wenn wir wieder von EUR 10.000,-- ausgehen. Ist dann auch "nur" der Monat der Auszahlung betroffen ( also Entfall der Rentenzahlung für diesen Monat ) oder wird aufgrund des hohen Volumens der Zahlung eine Verteilung auf Folgemonate stattfinden ? Werde ich also de facto mit der NEuregelung schlechter gestellt werden, als aktuell ?

Die Hinzuverdienstgrenze werde ich aufgrund eines 450,-- Euro-Jobs weitestgehend ausgeschöpft haben, sodaß hier keine "Freibeträge" genutzt werden können.

von
teufel

Meines Wissens nach bleibt die Zuverdiensthöhe bestehen,wird aber als Jahresgrenze in Höhe von 6300 Euro=14X450 Euro geführt.Bei höherem Verdienst werden 40% des ÜBERSTEIGENDEN Betrages zu einem Zwölftel angerechnet und nur noch eine Teilrente ausbezahlt.