Neuberechnung Versorgungsausgleich

von
Karl

Hallo zusammen,
ein weiter unten genannter Beitrag brachte mich ins Grübeln bezüglich des Versorgungsausgleichs für Geschiedene.

Frage: Versorgungsausgleich ist bei meiner Scheidung vor 30 Jahren gemacht worden.
130DM an meine Frau(noch so in DM in der Rentenaufstellung angegeben). Berechnung erworbener Anwartschaften und derer meiner EX während der Dauer Ehe geteilt durch 2 = 130DM an meine EX.
Sie ging während unserer 6Jahre währenden Ehe nämlich nicht arbeiten und widmete sich vollumfänglich der Erziehung (das bereue ich nicht!).
aber:
Das Kind (geb.1984)wurde auf das Rentenkonto meiner damaligen geschrieben. Nun hat sich aber doch meines Wissens etwas an den Zeiten zum Vorteil unserer Mütter geändert.?
Ich meine damals waren es 1Jahr und nun ist das doch erhöht worden, oder?
Lohnt sich da eine Neuberechnung meinerseits mit neuen Zeiten? Bei meiner EX hat sich doch dadurch der Anteilige Rentenanspruch während unserer 6jährigen Ehe erhöht - oder täusche ich mich da.

MfG
Karl

Experten-Antwort

Hallo, Karl,

aufgrund der Gesetzesänderung erhöht sich die Anwartschaft für das 2. Jahr der Kindererziehung des 1984 geboren Kindes um einen Entgeltpunkt. Wert 1 EP z.Zt. 32,03 EUR. Ihre Annahme ist also richtig. Diese Erhöhung der Rentenanwartschaft erhält grds. der Elternteil, der bisher die Kindererziehungszeiten (12. Monat nach Geburt) im Versicherungsverlauf gespeichert hatte. Im Versicherungsverlauf Ihrer geschiedenen Frau werden dann weitere 12 Monate der Kindererziehungszeit gespeichert. Für das erste Jahr der Kindererziehung erhält sie nach heutigem Stand 32,03 EUR und für das nun 2. Jahr, das aufgrund der Gesetzesänderung zusteht, weitere 32,03 EUR. Davon wäre die Hälfte auszugleichen. Sofern Sie daran interessiert daran sind, eine Änderung des Versorgungsausgleichs zu erreichen, ist es notwendig dies beim zuständigen Familiengericht zu beantragen. Anhand bereits in der Vergangenheit durchgeführten Änderungsanträgen, haben wir die Erfahrung gemacht, dass das Familiengericht erst bei einer Veränderung der zu übertragenden Werte von mehr als 5% tätig wird. Die Gerichtskosten und anfallenden Anwaltskosten sind vom Antragsteller zu tragen.

von
Karl

ok, die 5% wären erreicht. Das wären also ca. 16€/Monat mehr Rente/weniger Versorgungsausgleich für mich.
Benötigt man dafür überhaupt einen Anwalt? Ich denke mal die Sachlage ist doch dann eindeutig wenn sich Gesetze ändern.

Hat jemand schon mal solch eine Sache durchgezogen (oder noch kein Geschiedener dran gedacht)? Was käme da an Kosten auf einen zu? (Nur um abzuschätzen, ob sich das alles lohnt)

MfG
Karl

von
Karl

Zitiert von: Experte/in
............... Anhand bereits in der Vergangenheit durchgeführten Änderungsanträgen, haben wir die Erfahrung gemacht, dass das Familiengericht erst bei einer Veränderung der zu übertragenden Werte von mehr als 5% tätig wird. Die Gerichtskosten und anfallenden Anwaltskosten sind vom Antragsteller zu tragen.

Hoppla, grade gelesen Zitat:

Wichtig: Die Abänderung setzt nicht nur voraus, dass sich durch die Zusatzrente infolge der Kindererziehungszeiten der bisherige Ausgleichswert relativ um mindestens 5% erhöht. Darüber hinaus ist auch erforderlich, dass der Ausgleichswert eine bestimmte absolute Mindesthöhe erreicht. "Diese Mindesthöhe wird erst erreicht, wenn mindestens für zwei vor dem 1.1.1992 geborene Kinder erstmals Mütterrente angerechnet wird"
Führt die neue Mütterrente also dazu, dass nur für ein einziges vor 1992 geborenes Kind erstmals Kindererziehungszeiten anerkannt werden, so kommt keine nachträgliche Abänderung in Betracht! >>Zitat Ende

....d.h. bei nur 1 Kind kommt es für mich doch nicht in Betracht. Schade

von
senf-dazu

Bedenken Sie bei einer "Neuauflage" des Versorgungsausgleiches, dass inzwischen alle Zweige der Altersversorgung aufgeteilt werden udn nicht nur die gesetzliche Rente.
Sollten also betriebliche Vorsorgen, Pensionsansprüche, private Altersvorsorgen etc. in der Ehezeit aufgebaut worden sein, werden diese auch mit einbezogen.