Neues Hinzuverdienstrecht

von
Gute Laune

Ab dem 01.07.2017 trat ein neues Hinzuverdienstrecht in Kraft.
Ich erhalte eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.

Aufgrund einer Übergangsregelung wurde mir die Rente bisher nach dem alten, bis zum 30.06.2017 geltenden Hinzuverdienstrecht in anteiliger Höhe gezahlt. Das alte Hinzuverdienstrecht führte zu einer höheren Rente als das neue Hinzuverdienstrecht.

Wie sind die Konsequenzen?
Werde ich wahrscheinlich Rente zurückzahlen müssen?
Wie sieht es zukünftig aus?
Wie wird der Hinzuverdienst errechnet?
Werde ich immer nur im nachhinein feststellen können, ob mein Hinzuverdienst über der Grenze lag?

Vielen Dank für die Beantwortung.

von
Schiko-Schießl Konrad

Immer das 26,4fache des geltenden Rentenwertes, bis 30.6.2018 -31,03 x 26,4
819,19, ab 1.7.2018 32,03 x 26,4 845,59 Anrechnungsfrei in West.

MfG.

von
W*lfgang

Zitiert von: Gute Laune
Das alte Hinzuverdienstrecht führte zu einer höheren Rente als das neue Hinzuverdienstrecht.

Wie sind die Konsequenzen?
Werde ich wahrscheinlich Rente zurückzahlen müssen?

Hallo Gute Laune,

für Sie gilt die 'Günstigerprüfung'/altes Hinzuverdienstrecht weiter (keine Rückzahlung), sollte aus dem erhaltenen Bescheid zur Einkommensanrechnung eigentlich hervorgehen - je nach dem, wie (un)klar die DRV das dargestellt hat und wie künftiger Hinzuverdienst/Flexirente gemessen am alten Recht weiterhin berücksichtigt wird. Die sind ja manchmal sehr 'redselig' in den Bescheiden, andererseits auch knapp mit zusätzlichen/wichtigen Information.

Im Zweifelsfall reden Sie mit Ihrem DRV-Sachbearbeiter.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo User Gute Laune,

wenn Sie bereits vor dem 30.06.2017 eine Teilrente bezogen haben, ist für Sie das alte Hinzuverdienstrecht weiterhin maßgebend, solange Sie die Teilrente beziehen. Wenn Sie Ihren Hinzuverdienst erhöhen und die alte Hinzuverdienstgrenze der Teilrente wird überschritten, wird von der Deutschen Rentenversicherung überprüft, ob für Sie das alte oder das neue Hinzuverdienstrecht günstiger ist.
Daher ist jede Änderung des Hinzuverdienstes Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger mitzuteilen.

Eine Rentenrückzahlung erfolgt nur dann, wenn sich Ihr Hinzuverdienst nach oben verändert hat und Sie die Änderung nicht gleich der Deutschen Rentenversicherung mitgeteilt haben. Jedes Jahr wird das vorangegangene Jahr überprüft und eine endgültige Berechnung Ihrer Rente für das abgelaufene Kalenderjahr durchgeführt. Die jährliche Überprüfung erfolgt bis zur Regelaltersgrenze, wenn Sie bis dahin Einkommen haben. Wenn das Einkommen vor Erreichen der Regelaltersgrenze vollständig wegfällt, erfolgt im Folgejahr nochmals eine Überprüfung des Hinzuverdienstes.

Bei der Errechnung des Hinzuverdienstes wird immer auf den Bruttobetrag abgestellt.

Für das neue Einkommensrecht gilt:
Bei einer vollen Erwerbsminderungsrente liegt die jährliche Hinzuverdienstgrenze bei 6.300,- EUR brutto. Bei einer teilweisen Erwerbsminderungsrente wird eine individuelle Hinzuverdienstgrenze errechnet. Berechnungsgrundlagen sind die besten Entgeltpunkte der letzten 15 Jahre vor Rentenbeginn, die Rentenhöhe und der derzeitige Bezugsgröße. Sie können von Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger die für Sie geltende Hinzuverdienstgrenze nach dem neuen Einkommensrecht berechnen lassen. Bitte wenden Sie sich, am besten schriftlich, an Ihren Rentenversicherungsträger.

Da für Sie das alte Einkommensrecht noch gilt, bekommen Sie jedes Jahr die neuen Hinzuverdienstgrenzen mitgeteilt. So können Sie zeitnah immer mit der Gehaltsabrechnung vergleichen, ob Sie die Hinzuverdienstgrenze für die Teilrente einhalten oder nicht. Wobei Sie noch zweimal pro Kalenderjahr die, für Sie geltende, Hinzuverdienstgrenze bis zum Doppelten überschreiten dürfen, ohne das eine neue Teilrente berechnet wird.